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Das Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Luftsicherheitsgesetz. Utilitaristische Ethiken im Spannungsfeld der Individualrechte

Titel: Das Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Luftsicherheitsgesetz. Utilitaristische Ethiken im Spannungsfeld der Individualrechte

Seminararbeit , 2015 , 16 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Yves Mahler (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit geht am Beispiel des Bundesverfassungsgerichtsurteils zum Luftsicherheitsgesetz der Frage nach, inwieweit sich Utilitarismus und Individualrechte vereinbaren lassen. Zunächst wird näher erläutert, was Utilitarismus allgemein ist und was ihn als Moraltheorie charakterisiert. Anschließend wird dezidiert auf die Theorien von John Stuart Mill und Richard Mervyn Hare eingegangen. In Kapitel 3 wird dann das Bundesverfassungsgerichtsurteil samt Hintergründen erläutert. In einem evaluativen Teil wird anschließend versucht die utilitaristische Theorie von Mill und Hare auf den Fall des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum Luftsicherheitsgesetz anzuwenden, wobei die Stärken und Schwächen beider Theorien zum Vorschein kommen.

Abschließend wird die Anwendung der Theorien auf den konkreten Fall kritisch gewürdigt. Es wird sich herausstellen, dass während die utilitaristische Theorie von Mill Probleme mit der Kompatibilität mit Individualrechten hat, die Theorie Hares weitaus ausgereifter und schwieriger angreifbar ist.

Individualrechte sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft und werden in Deutschland in den Artikeln 1 bis 19 des Grundgesetzes und durch zahlreiche weitere Regelungen gesetzlich garantiert. Praktisch gibt es aber immer wieder Fälle, in denen verschiedene Individualrechte konfligieren oder ein Individualrecht zwischen zwei oder mehreren Personen konfligiert. Die praktische Philosophie hat es sich daher zur Aufgabe gemacht diese Problemfälle zu lösen.

Ein besonders drastischer Fall, der in den letzten Jahren hierzulande in juristischen wie philosophischen Fachkreisen heftig diskutiert wurde, ist das Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Luftsicherheitsgesetz, welches den Abschuss von entführten Passagierflugzeugen untersagt. Der Abschuss wurde verboten, da man letztlich der Ansicht war, dass dieser einem utilitaristischen Denken unterliege und das Recht auf Leben untergrabe.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN

2.1 DEFINITION UND GRUNDMERKMALE DES UTILITARISMUS

2.2 MILLS ETHIK

2.3 HARES ETHIK

3 DAS BUNDESVERFASSUNGSGERICHTSURTEIL ZUM LUFTSICHERHEITSGESETZ

4 SIND UTILITARISMUS UND INDIVIDUALRECHTE VEREINBAR?

4.1 DIE AUSGANGSSITUATION

4.2 DIE ANWENDUNG DER THEORIE MILLS AUF DEN FALL DER FLUGZEUGENTFÜHRUNG

4.3 DIE ANWENDUNG DER THEORIE HARES AUF DEN FALL DER FLUGZEUGENTFÜHRUNG

5 KRITISCHE WÜRDIGUNG DER ANWENDUNG BEIDER THEORIEN AUF DEN FLUGZEUGENTFÜHRUNGSFALL

6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen utilitaristischen Ethiken und dem Individualrecht der Menschenwürde, anhand des Bundesverfassungsgerichtsurteils zum Luftsicherheitsgesetz. Ziel ist es, zu analysieren, ob ein utilitaristisches Kalkül mit den garantierten Individualrechten vereinbar ist, indem die Theorien von John Stuart Mill und Richard Mervyn Hare kritisch auf den Fall einer Flugzeugentführung angewendet werden.

  • Vergleich klassischer und moderner utilitaristischer Ansätze
  • Analyse des "Greatest Happiness Principle" nach Mill
  • Untersuchung des Zwei-Ebenen-Utilitarismus nach Hare
  • Bewertung des Bundesverfassungsgerichtsurteils zum Luftsicherheitsgesetz
  • Diskussion der Kompatibilität von Utilitarismus und Menschenwürde

Auszug aus dem Buch

2.2 Mills Ethik

Mills ethische Theorie ist am ausführlichsten in seinem Werk „Utilitarianism“ von 1861 dargelegt. Sein Ziel ist es das utilitaristische Prinzip oder auch „Greatest Happiness Principle“ genannt als Grundlage der Moral zu rechtfertigen. Im Kern besagt dieses Prinzip, dass eine Handlung richtig ist, wenn ihre Folgen die Wohlfahrt aller Menschen fördert. Somit ist Mill Konsequentialist. Erzogen und ausgebildet wurde Mill von seinem Vater James Mill, der ein enger Freund von Jeremy Bentham war. Mill kam also früh mit den utilitaristischen Gedanken in Kontakt und blieb dem Utilitarismus Zeit seines Lebens verbunden. Im Folgenden soll anhand des Kapitels 2 aus „Utilitarianism“ und des Kapitels 3 aus „On Liberty“ versucht werden Mills ethische Theorie möglichst prägnant darzustellen. Der folgende Abschnitt erhebt daher keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sondern möchte vielmehr dem Leser das passende Fundament für den späteren Teil dieser Arbeit liefern.

In „Utilitarianism“ versucht Mill an vielen Stellen Benthams Sicht des Utilitarismus zu verteidigen und stellt sich gegen emporgebrachte Kritik. Beim Versuch diese Kritik zu entschärfen, geht Mill allerdings weit über die Theorie Benthams hinaus und entwickelt eine eigene ausgeklügelte Theorie des Utilitarismus. Im Zentrum steht das „Greatest Happiness Principle“, das besagt, dass eine Handlung richtig ist, solange sie Glück fördert und falsch ist, wenn sie zu Unglück führt. Im Original-Wortlaut schreibt Mill: „... [A]ctions are right in proportion as they tend to promote happiness, wrong as they tend to produce the reverse of happiness.“ Unter Glück wird dabei Freude bzw. das Fernbleiben von Schmerz verstanden, unter Unglück wird Schmerz bzw. ein Fehlen von Freude verstanden. Freude und das Fernbleiben von Schmerz sind die einzigen erstrebenswerten Ziele. Alle anderen erstrebenswerten Dinge sind entweder auch inhärenter Bestandteil von Freude oder sind als Mittel zum Zweck für Freude zu sehen. Mill führt weiter aus, dass nicht jede Freude im selben Maße das Glück fördert. Es bleibt zudem unklar, ob für Mill Glück oder Freude das summum bonum darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Individualrechte und die Relevanz des Bundesverfassungsgerichtsurteils zum Luftsicherheitsgesetz als philosophisches Dilemma.

2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Erläuterung der Grundmerkmale des Utilitarismus sowie der spezifischen ethischen Theorien von John Stuart Mill und Richard Mervyn Hare.

3 DAS BUNDESVERFASSUNGSGERICHTSURTEIL ZUM LUFTSICHERHEITSGESETZ: Darstellung der Hintergründe und der juristischen Entscheidung zur Verfassungswidrigkeit des Abschusses entführter Flugzeuge.

4 SIND UTILITARISMUS UND INDIVIDUALRECHTE VEREINBAR?: Evaluative Anwendung der Theorien von Mill und Hare auf das konkrete Fallbeispiel der Flugzeugentführung.

5 KRITISCHE WÜRDIGUNG DER ANWENDUNG BEIDER THEORIEN AUF DEN FLUGZEUGENTFÜHRUNGSFALL: Zusammenfassende Bewertung darüber, inwieweit die untersuchten Theorien mit der Menschenwürde harmonieren.

6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Fazit über die Kompatibilität des Utilitarismus mit Individualrechten und ein Ausblick auf die zukünftige Bedeutung dieser ethischen Positionen.

Schlüsselwörter

Utilitarismus, Individualrechte, Menschenwürde, Luftsicherheitsgesetz, Bundesverfassungsgericht, John Stuart Mill, Richard Mervyn Hare, Konsequentialismus, Greatest Happiness Principle, Zwei-Ebenen-Utilitarismus, Flugzeugentführung, Ethik, Universeller Präskriptivismus, Moralphilosophie, Normative Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob utilitaristische Moraltheorien mit den in Deutschland grundgesetzlich verankerten Individualrechten vereinbar sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der praktischen Philosophie, dem klassischen und modernen Utilitarismus sowie der verfassungsrechtlichen Abwägung von Menschenleben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das utilitaristische Kalkül – wie es in einer Notsituation wie einer Flugzeugentführung angewandt würde – mit dem Recht auf Menschenwürde in Einklang gebracht werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine evaluative Anwendung philosophischer Konzepte auf ein konkretes, juristisches Fallbeispiel.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in die Positionen von Mill und Hare, die Darstellung des Luftsicherheitsurteils sowie die kritische Gegenüberstellung dieser Ansätze.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Utilitarismus, Individualrechte, Menschenwürde, Flugzeugentführung und der Zwei-Ebenen-Ansatz nach Hare.

Warum wird Mill als klassischer Vertreter des Utilitarismus kritisiert?

Mill wird vorgeworfen, dass seine Theorie Schwierigkeiten hat, die Unantastbarkeit der Menschenwürde konsequent zu wahren, da er Menschenleben gegeneinander aufwiegt.

Was macht den Ansatz von Hare besonders?

Hare integriert durch das Universalisierungsgebot deontologische Elemente in seinen Utilitarismus, was seine Theorie deutlich resistenter gegenüber Kritik bezüglich der Verletzung von Individualrechten macht.

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Details

Titel
Das Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Luftsicherheitsgesetz. Utilitaristische Ethiken im Spannungsfeld der Individualrechte
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
2,3
Autor
Yves Mahler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V775849
ISBN (eBook)
9783346201560
ISBN (Buch)
9783346201577
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Individualrechte Utilitarismus Ethik Mill Hare Konsequentialismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yves Mahler (Autor:in), 2015, Das Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Luftsicherheitsgesetz. Utilitaristische Ethiken im Spannungsfeld der Individualrechte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/775849
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Leseprobe aus  16  Seiten
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