Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Intercultural Communication

Der Fußballsport als Spiegelbild der Kultur in den deutschen Staaten

Title: Der Fußballsport als Spiegelbild der Kultur in den deutschen Staaten

Term Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bastian Fermer (Author)

Communications - Intercultural Communication
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Geschichte eines Landes prägt das kollektive Gedächtnis seiner Bürger. Dieses
Gedächtnis ist Basis der Verhaltensnormen, Wertvorstellungen und Lebensweisen
eines Volkes bzw. einer Kultur. In allen Bereichen des Lebens spiegeln sich diese
Charakteristika, die eine Kultur von der anderen unterscheiden, wieder: Kein Gebiet
ist davon ausgenommen, auch nicht der Sport. Ob die Menschen nun aktiv Sport
treiben oder einer Veranstaltung als Zuschauer beiwohnen, schon anhand der
Tatsache, dass je nach Kulturkreis unterschiedliche Sportarten eine große Bedeutung
spielen, ist ersichtlich, dass Sport in einer Interaktion mit der Kultur steht und Teil
ihrer ist.
Der Fußballsport ist dabei im letzten Jahrhundert, von der britischen Insel ausgehend,
von immer mehr Kulturen Bestandteil geworden. Fußball wird auf der ganzen Welt
gespielt – nicht überall gleich, sondern immer entsprechend des jeweiligen
kulturellen Hintergrundes. Nicht anders verhält es sich in Deutschland, wo es bis zur
Wende 1989/90 neben den zwei entgegengesetzten politischen Systemen, auch zwei
grundverschiedene fußballerische Realitäten gab, die hin und wieder sogar
aufeinander trafen. In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich diese gegensätzlichen
Gegebenheiten beschreiben und immer wieder verdeutlichen, wie sehr der Fußball
„made in West“ Spiegelbild der bundesrepublikanischen Lebenseinstellung war und
inwieweit dem Fußball in der DDR seine Ausschlachtung zum Zwecke der
marxistischen Ideologie zum Verhängnis wurde.
Die Literatur, die es zu diesem Thema gibt, ist meist neueren Datums, denn
sozialwissenschaftliche Publikationen über Fußball haben erst eingesetzt, als die
Kommerzialisierung des Fußball ein Thema für die Medien wurde. In sehr geringem
Maße hat sich die Wissenschaft darüber hinaus bislang dem Fußball in der DDR
angenommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Nationalmannschaft(en)

2.1. BRD: 1954 – Wir sind wieder wer!

2.2. BRD: Die Nationalmannschaft als Instrument der Politik?

2.3. DDR: Fußball von der Ideologie vereinnahmt

3. Die Ligen

3.1. Die Bundesliga – Im Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs

3.1.1. Die 60er Jahre – Die Gründung der Bundesliga

3.1.2. Die 70er Jahre – Ära neuer Werte

3.1.3. Die 80er und 90er Jahre – Die neue Unübersichtlichkeit und unaufhaltsame Kommerzialisierung

3.2. Die Oberliga – Spielball der Staatsmacht

3.2.1. Der Staat und die Vereine

3.2.2. Der Staat und die Spieler

4. Fazit: Wie findet die Kultur Ausdruck im Fußballsport?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Fußballsport in Deutschland als Spiegelbild kultureller und politischer Entwicklungen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie der Fußball in den beiden getrennten deutschen Staaten unterschiedliche gesellschaftliche Funktionen erfüllte – als Identifikationsanker in der Bundesrepublik und als politisch instrumentalisierte Volkssportart in der DDR – und inwieweit er den jeweiligen Zeitgeist reflektierte.

  • Kulturelle Bedeutung des Fußballs im geteilten Deutschland
  • Die Rolle der Nationalmannschaft als politischer Akteur und Identitätsstifter
  • Einfluss der wirtschaftlichen Entwicklung und Kommerzialisierung auf die Bundesliga
  • Staatliche Einflussnahme und ideologische Steuerung des Sports in der DDR
  • Der Fußballspieler als Repräsentant gesellschaftlicher Wertvorstellungen

Auszug aus dem Buch

2.1. BRD: 1954 – Wir sind wieder wer!

Die Kultur bzw. die Lebensweise der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg war in nie da gewesener Art und Weise drangsaliert und von Ängsten und Zweifeln durchsetzt. Jeglicher Halt war den Menschen genommen, eine Identifikation war weder mit der furchtbaren Vergangenheit noch mit der ungewissen Zukunft möglich. Das Land stand vor einem Scherbenhaufen, dessen Beseitigung nicht mehr in seiner Hand lag, und an persönliche Erfolge und Glücksgefühle, gar an Erfolge einer großen Einheit, dem Volk, war auf lange Sicht nicht zu denken.

Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 und die Unterzeichnung des Pariser Vertrags 1951 zur Mitgliedschaft in der EGKS waren erste Schritte aus der Isolation. Zumindest die westdeutsche Bevölkerung erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung, der später gar in einem „Wirtschaftswunder“ mündete. Selbstbewusstsein oder gar Selbstwertgefühl konnten jedoch nicht offen artikuliert werden, dazu war es verfrüht und fehlte ein veritabler Anlass. „Die Deutschen, Im Bewusstsein des Verlierens aufgegangen, lebten damit jahrelang, ohne das sie die Lage als beunruhigend oder gar beschämend empfanden. Ihr politisches Selbstbewusstsein war noch vollständiger verschwunden als ihre politische Selbstbehauptungskraft.“

Allein Sportliche Wettbewerbe wie die Olympischen Spiele oder die Fußball-Weltmeisterschaften eigneten sich in dieser Zeit dazu, das Selbstwertgefühl eines Landes zu steigern. Doch die ersten Olympischen Spiele für Deutschland nach dem Krieg (an den ersten Spielen 1948 durfte Deutschland nicht teilnehmen) verliefen ohne eine einzige Gold-Medaille enttäuschend und verstärkten das Verlierer-Image, so dass die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz die nächste Gelegenheit bot, das Land würdig zu repräsentieren, nachdem auch in diesem Wettbewerb Deutschland bei der WM 1950 in Uruguay noch ausgeschlossen war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet den Fußball als kulturelles Phänomen und definiert das Ziel der Untersuchung: Die Analyse der Rolle des Fußballs in der BRD und DDR als Spiegelbild ihrer jeweiligen gesellschaftspolitischen Systeme.

2. Die Nationalmannschaft(en): Dieses Kapitel kontrastiert die Bedeutung der Nationalmannschaften in West und Ost, von der identitätsstiftenden WM 1954 im Westen bis zur ideologischen Vereinnahmung des Sports im Osten.

3. Die Ligen: Hier wird die Entwicklung der Bundesliga im Kontext des wirtschaftlichen Aufschwungs und der zunehmenden Kommerzialisierung sowie die politische Steuerung und Entfremdung der DDR-Oberliga detailliert betrachtet.

4. Fazit: Wie findet die Kultur Ausdruck im Fußballsport?: Das Fazit resümiert, dass der Fußball zwar gesellschaftliche Trends und Werte widerspiegelt, jedoch seine Bedeutung als identitätsstiftender Faktor durch die totale Ökonomisierung gefährdet sieht.

Schlüsselwörter

Fußball, Kulturgeschichte, Bundesrepublik Deutschland, DDR, Nationalmannschaft, Bundesliga, Oberliga, Kommerzialisierung, Politische Instrumentalisierung, Identität, Gesellschaftswandel, Sportsoziologie, Wirtschaftswunder, Ideologie, Werteordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Fußballsports in Deutschland und analysiert ihn als Spiegelbild der jeweiligen kulturellen, politischen und ökonomischen Bedingungen in der BRD und der DDR.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Nationalmannschaften, der wirtschaftlichen Etablierung und Kommerzialisierung der Bundesliga sowie den staatlichen Einflussnahmen auf den DDR-Fußball.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Fußball als Indikator für gesellschaftliche Wertvorstellungen und politische Systeme zu entschlüsseln und aufzuzeigen, wie sich diese Bedingungen in der Spielkultur und in den Strukturen der Vereine niedergeschlagen haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kulturhistorische und sozialwissenschaftliche Analyse, die Fachliteratur sowie historische Dokumente nutzt, um die Wechselwirkungen zwischen Fußball und Politik zu beschreiben.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Aufstieg des bundesdeutschen Profifußballs durch verschiedene Dekaden sowie die Zerstörung traditioneller Vereinsstrukturen und die ideologische Bevormundung im DDR-Fußball.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Fußball, Kulturgeschichte, Identität, Kommerzialisierung und der Systemvergleich zwischen BRD und DDR.

Inwiefern unterschied sich die Wahrnehmung des Fußballs in der DDR vom Westen?

Während der Fußball im Westen als wirtschaftlich getriebener Volkssport wuchs, wurde er in der DDR als unzuverlässige Mannschaftssportart betrachtet und politisch der Planwirtschaft sowie ideologischen Vorgaben unterworfen.

Welche Rolle spielten die "Spielerpersönlichkeiten" in der Argumentation des Autors?

Der Autor sieht in den Spielern zentrale Repräsentanten der jeweiligen gesellschaftlichen Lebenseinstellungen – von den "Helden von Bern" bis hin zum modernen, an wirtschaftlichen Erfolg orientierten Profi.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Der Fußballsport als Spiegelbild der Kultur in den deutschen Staaten
College
http://www.uni-jena.de/
Course
Wirtschaftsbezogene Kulturgeschichte Deutschlands
Grade
1,3
Author
Bastian Fermer (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V77605
ISBN (eBook)
9783638829847
Language
German
Tags
Fußballsport Spiegelbild Kultur Staaten Wirtschaftsbezogene Kulturgeschichte Deutschlands
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bastian Fermer (Author), 2002, Der Fußballsport als Spiegelbild der Kultur in den deutschen Staaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77605
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint