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Der Neonatizid - Wenn Mütter ihr Neugeborenes töten

Eine Annäherung

Title: Der Neonatizid - Wenn Mütter ihr Neugeborenes töten

Term Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Therese Hallmann (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Die Hausarbeit mit dem Thema „Der Neonatizid – Wenn Mütter ihr Neugeborenes töten – Eine Annäherung“ soll einen Überblick über das Phänomen des Neonatizides geben. Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Annäherung an die Thematik, unter Heranziehung des vorhandenen theoretischen Wissens, zu ermöglichen. (...)
Die Prävention des Neonatizides stellt ein Arbeitsfeld der Sozialpädagogik dar. Einrichtungen wie Schwangerschaftsberatungsstellen und Adoptionsvermittlungsstellen sind bestehende Angebote für verzweifelte Mütter. Auch Babyklappen werden u.a. von sozialpädagogischen Trägern betrieben. Im (Jugend-)Strafvollzug ist es ebenfalls denkbar, dass Sozialpädagogen mit dieser Tätergruppe in Kontakt kommen.
Die Auseinandersetzung mit der Thematik des Neonatizides gestaltet sich kompliziert, da es an wissenschaftlichen Erhebungen und empirischen Befunden fehlt. Die vorhandenen Untersuchungen und Literaturquellen wurden verwendet, um sich an Sachverhalte anzunähern, diese zu begründen und schließlich zu diskutieren. Fallbeispiele, die über eine Pressemitteilung hinausgehen und wichtige Informationen über den Hintergrund und das Motiv der Täterin zur Verfügung stellen, sind die Ausnahme. (...)
Das Thema ist im Hauptteil in drei Gebiete unterteilt. Der erste Abschnitt geht auf Grundsätzliches zur Thematik Neonatizid ein. Hierunter fallen die Einordnung und Definition des Begriffes, sowie ein Überblick über die Häufigkeit dieser Straftat. Ferner wird die rechtliche Situation beleuchtet.
Der zweite Abschnitt des Hauptteils beschäftigt sich zunächst mit dem Phänomen der Verdrängung und Verheimlichung einer Schwangerschaft. Darauf folgend wird der Versuch unternommen die Täterinnen einer bestimmten Typologie zuzuordnen und mögliche Motive herauszuarbeiten. Zur Veranschaulichung werden zwei Fallbeispiele herangezogen und kurz eingeordnet.
Der dritte Abschnitt gilt der Thematik der Prävention, es wird u.a. die Sinnhaftigkeit der Babyklappe hinterfragt.
In der Schlussbetrachtung gilt es die Ergebnisse zusammenzufassen und die Frage zu beantworten, in wieweit eine Annäherung an die Thematik gelingen konnte. Des Weiteren wird nochmals auf die in der Einleitung aufgeworfene Frage, wie unsere Gesellschaft mit den Täterinnen umgehen sollte, eingegangen. Möglichkeiten und Grenzen der Prävention werden beurteilt.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundsätzliches zur Thematik Neonatizid

2.1 Einordnung und Definition

2.2 Zahlen

2.3 Rechtliche Situation

3 Der Neonatizid

3.1 Die verdrängte und die verheimlichte Schwangerschaft

3.2 Typologie der Täterinnen und mögliche Motive

3.3 Fallbeispiele

3.3.1 Fall 1

3.3.2 Fall 2

4 Prävention des Neonatizides

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Annäherung an das Phänomen des Neonatizides unter Heranziehung theoretischen Wissens, um ein besseres Verständnis für die Problemlage der Täterinnen sowie die gesellschaftliche Verantwortung zu entwickeln.

  • Grundlagen, Definition und rechtliche Einordnung des Neonatizides
  • Psychologische Aspekte der verdrängten und verheimlichten Schwangerschaft
  • Typologie von Täterinnen und Analyse möglicher Tatmotive
  • Kritische Auseinandersetzung mit präventiven Angeboten wie der Babyklappe
  • Diskussion des gesellschaftlichen Umgangs mit betroffenen Frauen

Auszug aus dem Buch

3.1 Die verdrängte und die verheimlichte Schwangerschaft

Ein Begriff der in der Fachdiskussion immer wieder auftritt und zum Teil unterschiedlich verwendet wird, ist der, der negierten Schwangerschaft (verneinte Schwangerschaft). MARNEROS (1989, S. 173-179) legt fest, dass Verdrängung als Untergruppe der Negierung anzusehen ist und Überschneidungen zwischen verdrängter und verheimlichter Schwangerschaft existieren. Diese Überschneidungen bestehen darin, dass es die gesamte Bandbreite von „unauffälliger Schwangerschaftsverarbeitung bis zur nichtbewußtseins dominanten Verdrängung alle Zwischenstadien [gibt]“

WILLE und BEIER (1994, S.86-87) legen in ihrer Studie Faktoren fest, die erfüllt sein müssen, damit überhaupt von einer Schwangerschaftsverdrängung ausgegangen werden kann: Die Schwangere ist überzeugt, nicht schwanger zu sein. Schwangerschaftsanzeichen bleiben aus oder werden anders interpretiert. Ein Schwangerschaftsabbruch wird nicht in Erwägung gezogen. Die Frau verhält sich unbefangen in Situationen in denen die Umwelt die Gravidität bemerken könnte (z.B. schwimmen). Arztbesuche wegen typischer Schwangerschaftsbeschwerden gehören des Weiteren zu den Faktoren der Schwangerschaftsverdrängung, wie auch ein unverändertes Sexualverhalten. Die Geburt wird nicht vorbereitet und erfolgt überraschend. GERCHOW (1957) definiert die Verdrängung als ein „Hinausschieben unliebsamer und ambivalenter Tatumstände aus dem Blickfeld des Bewusstseins“. Auch er ging von Mischformen zwischen Verheimlichung und Verdrängung aus, die aber alle zum Ziel haben, den realen Bestand der Schwangerschaft nicht wahrhaben zu wollen.

Schwangere, die ihren Zustand verheimlichen, sind sich ihrer Schwangerschaft zwar bewusst, dennoch lehnen sie diese ab. Es ist zunächst unverstellbar, wie es möglich ist eine Schwangerschaft neun Monate lang zu verstecken. Zum einen tragen die Frauen aktiv zur Verheimlichung bei; die Gewichtszunahme wird mit weiter Kleidung kaschiert, bei direkter Ansprache auf die Schwangerschaft wird dementiert, intime Situationen gemieden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, eine Annäherung an das Phänomen Neonatizid zu leisten, und skizziert die sozialpädagogische Relevanz sowie den Aufbau der Hausarbeit.

2 Grundsätzliches zur Thematik Neonatizid: Dieses Kapitel liefert eine Definition des Begriffs, beleuchtet statistische Daten zum Auftreten dieser Straftaten und erläutert die rechtliche Situation in Deutschland.

3 Der Neonatizid: Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Schwangerschaftsverdrängung, erarbeitet eine Typologie der Täterinnen anhand psychologischer Daten und illustriert die Thematik durch konkrete Fallbeispiele.

4 Prävention des Neonatizides: Hier wird die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen, insbesondere der Babyklappen, kritisch hinterfragt und aufgezeigt, dass diese den Kern der Problematik oft nicht erreichen.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, betont den Mangel an theoretischem Wissen und fordert einen reflektierteren, therapeutisch orientierten gesellschaftlichen Umgang mit den betroffenen Müttern.

Schlüsselwörter

Neonatizid, Kindstötung, Schwangerschaftsverdrängung, Schwangerschaftsverheimlichung, Sozialpädagogik, Prävention, Babyklappe, Täterinnentypologie, Straftat, Psychopathologie, Jugendstrafrecht, Tatmotive, Fallbeispiel, Krisenintervention, psychische Störungsbilder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des Neonatizides, also der Tötung eines Neugeborenen durch die Mutter innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt, und nähert sich diesem komplexen Thema aus theoretischer Sicht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die psychologischen Hintergründe von Schwangerschaftsverdrängung, die kriminologische Typologie der Täterinnen, die rechtliche Würdigung der Tat sowie die Wirksamkeit sozialpädagogischer Präventionsangebote.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine Annäherung an die Thematik Neonatizid unter Heranziehung vorliegender Erkenntnisse, um zu klären, wie die Gesellschaft, insbesondere Sozialpädagogen und Mediziner, angemessen mit dieser Tätergruppe umgehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender empirischer Befunde und Fallbeispiele, um das Phänomen theoretisch einzuordnen und zu diskutieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Schwangerschaftsverdrängung, eine Analyse der Täterpersönlichkeiten und Motive sowie eine kritische Bewertung der Wirksamkeit von Babyklappen und Beratungsangeboten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Neonatizid, Schwangerschaftsverdrängung, Prävention, Täterinnentypologie und sozialpädagogische Intervention.

Warum wird die Wirksamkeit von Babyklappen kritisch gesehen?

Die Autorin stellt fest, dass die Tötung eines Neugeborenen oft aus einer akuten Stress- und Panikreaktion nach einer verdrängten Schwangerschaft resultiert, während die Nutzung einer Babyklappe ein planvolles Handeln voraussetzt, das den Frauen in diesen Ausnahmesituationen fehlt.

Welche Rolle spielt die rechtliche Situation für die Täterinnen?

Die Arbeit weist darauf hin, dass die Rechtsprechung bei Neonatiziden oft willkürlich und wenig einheitlich wirkt, was die Notwendigkeit einer differenzierteren, psychotherapeutisch begleiteten Auseinandersetzung unterstreicht.

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Details

Title
Der Neonatizid - Wenn Mütter ihr Neugeborenes töten
Subtitle
Eine Annäherung
College
Catholic University for Applied Sciences Berlin  (Sozialpädagogik/Soziale Arbeit)
Course
Jugendliche Straftäter oder delinquente Jugendliche?
Grade
1,3
Author
Therese Hallmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V77619
ISBN (eBook)
9783638833271
ISBN (Book)
9783640918270
Language
German
Tags
Neonatizid Wenn Mütter Neugeborenes Jugendliche Straftäter Kindstötung vertrauliche Geburt anonyme Geburt Babyklappe Kindstötung vertrauliche Geburt anonyme Geburt Babyklappe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Therese Hallmann (Author), 2006, Der Neonatizid - Wenn Mütter ihr Neugeborenes töten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77619
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