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Heinrich Bölls Kritik an den Restaurationstendenzen der Nachkriegszeit. Die Figurenkonstellation in der Kurzgeschichte "Nicht nur zur Weihnachtszeit"

Title: Heinrich Bölls Kritik an den Restaurationstendenzen der Nachkriegszeit. Die Figurenkonstellation in der Kurzgeschichte "Nicht nur zur Weihnachtszeit"

Seminar Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefan Lochner (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Einschätzungen und Wertungen über das Schaffen des Nobelpreisträgers Heinrich Böll (1917-1985) hatten zurecht wie im folgenden einen in hohen Maße lobenden Charakter: „Er war, alles in allem, der meistgelesene und –diskutierte, auch im Ausland bekannteste und geachtetste, kurz der ´erfolgreichste` Schriftsteller der Bundes-republik.“ In den USA galt er als „most interesting German writer“ und auch in den ehemals sozialistischen Ländern war Böll der meistgelesene Autor der BRD . Kontinuierlich begleitete er seit seinen ersten Veröffentlichungen von 1947 kritisch-produktiv die westdeutsche Gesellschaft, und sein gesamtes Werk lässt sich am besten als ein fortlaufender Kommentar zur Geschichte Nachkriegsdeutschlands und der Bundesrepublik verstehen.

Meine Hausarbeit stützt sich auf die These, dass Heinrich Böll in seiner satirischen Erzählung „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ in erster Linie die Restaurationstendenzen innerhalb der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft kritisieren wollte. H. M. Maidson hat dies, in nähe zu den oben genannten Schwarz und Korn, folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „ Bölls Satire richtet sich gegen den Geist der Restauration, (...), gegen die Sehnsucht, in die ´gute alte Zeit` zurückzukehren und jeder moralischen Verpflichtung gegenüber den Erinnerungen [der Nazizeit] (...) auszuweichen.“ In dem Hauptteil werde ich in diesem Sinne die Verarbeitung der Kritikpunkte in der Kurzgeschichte anhand einer Charakteristik des Rollenensembles darlegen. Des Weiteren gehe ich in aller Kürze auf Bölls Satirebegriff ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Heinrich Bölls Kritik an den Restaurationstendenzen innerhalb der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft am Beispiel von Nicht nur zur Weihnachtszeit. Eine Interpretation unter Akzentuierung des Rollenensembles

2.1. Inhaltsangabe

2.2. Charakteristik des Rollenensembles

2.2.1. Der Erzähler

2.2.2. Tante Milla

2.2.3 Vetter Franz

2.2.4. Onkel Franz, Johannes, Lucie

III. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Heinrich Bölls satirische Erzählung „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ mit dem primären Ziel, die darin geäußerte Kritik an den Restaurationstendenzen der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft freizulegen. Dabei wird analysiert, wie Böll durch die Charakterisierung des Rollenensembles den verdrängten Umgang mit der Vergangenheit und die Rückkehr zu kleinbürgerlichen Idealen thematisiert.

  • Kritik an der gesellschaftlichen Restauration im Nachkriegsdeutschland
  • Analyse von Bölls Satirebegriff und dessen literarischer Umsetzung
  • Untersuchung des familiären Mikrokosmos als Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse
  • Charakterisierung des Rollenensembles und deren symbolische Bedeutung
  • Thematisierung von Verdrängung, Konformismus und Scheinheiligkeit

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Der Erzähler

Die Kurzgeschichte ist aus der Perspektive des Ich-Erzählers beschrieben. Diese Sicht verlockt zur Identifikation und sie suggeriert in Blick auf die dargestellte Situation einen sicheren Standort24, dies hat zur Folge, dass der Leser sich besser in die Situation hineinversetzen kann. Der Erzähler ist nicht unmittelbar in das Geschehen involviert, er legt nur die Vorgänge dar die er gesehen oder in Gesprächen erfahren hat. Er leitet die Erzählung mit Metaphern von triefenden Pathos ein: „Schimmelpilze der Zersetzung haben sich unter der ebenso dicken wie harten Kruste der Anständigkeit eingenistet, Kolonien tödlicher Schmarotzer, die das Ende der Unbescholtenheit einer ganzen Sippe ankündigen“ (47). Die Zerfallserscheinungen beziehen sich in dem Handlungsstrang auf die Familie, übergeordnet sind es jedoch Symptome einer ganzen Nation oder Staates, in diesem Fall der westdeutsche Nachkriegsgesellschaft, „deren Realität aber niemand bestreiten kann“ (47).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in Heinrich Bölls literarisches Schaffen ein, ordnet seine frühen Werke in den Kontext der Trümmerliteratur ein und erläutert den Übergang zur Satire als Mittel der Gesellschaftskritik.

II. Heinrich Bölls Kritik an den Restaurationstendenzen innerhalb der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft am Beispiel von Nicht nur zur Weihnachtszeit. Eine Interpretation unter Akzentuierung des Rollenensembles: Das Hauptkapitel analysiert die Erzählung detailliert, indem es den Inhalt zusammenfasst und die einzelnen Familienmitglieder als Repräsentanten gesellschaftlicher Strömungen der Nachkriegszeit charakterisiert.

III. Schluss: Der Schlussteil reflektiert Bölls eigene Aussagen zur frühen Nachkriegszeit und resümiert, dass die Erzählung die psychologische Starre und die Verdrängung der Vergangenheit durch die Rückbesinnung auf restaurative Werte entlarvt.

Schlüsselwörter

Heinrich Böll, Nicht nur zur Weihnachtszeit, Restauration, Nachkriegsgesellschaft, Satire, Trümmerliteratur, Rollenensemble, Gesellschaftskritik, Verdrängung, Konformismus, Biedermeier, Konsumgesellschaft, Identität, Geschichtsbewusstsein, Schuldfrage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Heinrich Bölls Kurzgeschichte „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ im Hinblick auf deren gesellschaftskritische Funktion in der frühen Bundesrepublik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Restaurationstendenzen, der Kritik an der Konsumgesellschaft und der psychologischen Verdrängung der NS-Vergangenheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Böll durch eine satirische Familiengeschichte die „Restauration des Alten“ und die damit einhergehende moralische Erstarrung in Westdeutschland bloßstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wählt einen literaturwissenschaftlichen Interpretationsansatz, wobei er das „Rollenensemble“ (die handelnden Figuren) als zentrale analytische Kategorie nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Inhaltsangabe sowie eine systematische Charakterisierung der einzelnen Familienmitglieder, die jeweils bestimmte gesellschaftliche oder politische Haltungen repräsentieren.

Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit am besten?

Neben dem Autor und dem Werk sind „Restauration“, „Gesellschaftskritik“, „Verdrängung“ und „Konformismus“ die wichtigsten Begriffe.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Ich-Erzählers in der Geschichte?

Der Ich-Erzähler wird als konservativer Durchschnittsmensch analysiert, dessen Sichtweise die Verdrängungsmechanismen der Zeit widerspiegelt und die „gute alte Zeit“ unkritisch verklärt.

Welche symbolische Funktion erfüllt Tante Milla in der Erzählung?

Tante Milla wird als Personifizierung der Restauration gesehen, deren zwanghaftes Festhalten an festlichen Traditionen die „geistige Starre“ und die Flucht vor der neuen Realität symbolisiert.

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Details

Title
Heinrich Bölls Kritik an den Restaurationstendenzen der Nachkriegszeit. Die Figurenkonstellation in der Kurzgeschichte "Nicht nur zur Weihnachtszeit"
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
2,0
Author
Stefan Lochner (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V77627
ISBN (eBook)
9783638825382
ISBN (Book)
9783656765516
Language
German
Tags
Heinrich Böll Kurzgeschichte Nachkriegsliteratur Nachkriegsgesellschaft Restauration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Lochner (Author), 2001, Heinrich Bölls Kritik an den Restaurationstendenzen der Nachkriegszeit. Die Figurenkonstellation in der Kurzgeschichte "Nicht nur zur Weihnachtszeit", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77627
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