Kalifornien ist das Land der Superlative, der Kontraste und Unterschiede. Der Höchste Punkt (Mt. Shasta) und der Tiefste Punkt (Death Valley) liegen nicht weit von einander entfernt. Die jährliche Niederschlagsmenge erreicht im Nordwesten Maximalwerte von mehr als 140 inches (ca. 3500 mm), während dessen im südöstlichen Teil des Staates Niederschläge unter 4 inches (ca. 100 mm) fallen (Department of Water Resources 2005:7). Weiterhin besteht in Kalifornien ein solches multiethnisches Bevölkerungsgefüge wie es in der Welt kaum ein zweites Mal zu finden ist. Das Land, von dem man behauptet es würde Milch und Honig fließen, ist ein Magnet für viele Immigranten aus der ganzen Welt.
Jedoch eines der bedeutendsten Merkmale dieses Landes ist die Landwirtschaft. Kalifornien, insbesondere das kalifornische Längstal, gilt als die produktivste Agrarregion der Welt. Dem widerspricht jedoch, dass die heutzutage ertragreichen Gebiete noch vor 150 Jahren nur für die Weidewirtschaft genutzt wurden. Dabei besitzt Kalifornien sehr gute naturräumliche Grundlagen wie Klima, Böden, Relief und organisatorische Rahmenbedingungen, den Farmern. Worin lassen sich aber dann die Gründe der damaligen Siedler, für eine derartige Abwendung von der Agrarwirtschaft finden. Der entscheidende Faktor ist das Wasser. Die große Trockenheit von April bis November, mit durchschnittlich weniger als 250 mm Niederschlag, wirkte abschreckend auf die agrarische Nutzung. Heutzutage sind jedoch Sommerwärme, Sonnenscheindauer und eine lange Vegetationsperiode Faktoren, die einen so positiven Einfluss auf den Pflanzenwachstum haben, dass der Ungunst-Faktor Trockenheit mit sehr großem Aufwand und vielseitig auftretenden Problemen zum Trotz, ausgeglichen wird (HAHN 2002:334f). Somit ist der Anblick von riesigen Obstplantagen im Kontrast zu tausenden von Kilometern langen Betonkanälen und riesigen Staudämmen nicht selten. Jedoch ist die Landwirtschaft schon lange nicht mehr der einzige Nutzer des Mangelgutes Wasser. Aus diesem Grund wird der Wassermangel in diesem Gebiet ein immer größer werdendes Problem – Ein womöglich unlösbares Problem?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorstellung der Region Kalifornien
2.1 Lage und Relief
2.2 Klima
2.3 Bevölkerungsverteilung und Bevölkerungsdichte
2.4 Wirtschaftliche Merkmale und Bedeutung
2.4.1 Landwirtschaft
2.4.2 Industrie- und Dienstleistungssektor
3 Wassernutzung in Kalifornien
3.1 Environmental Use
3.2 Agricultural Use
3.3 Urban Use
4 Verteilung der Ressource Wasser – Wasserprojekte
4.1 Central Valley Projekt (CVP)
4.1.1 Die Geschichte und Entwicklung
4.1.2 Infrastruktur
4.2 State Water Projekt (SWP)
4.2.1 Die Geschichte und Entwicklung
4.2.2 Infrastruktur
4.3 Die Wasserprojekte und ihre Probleme
5 Probleme der Wasserversorgung
6 Maßnahmen und Perspektiven zur Verringerung des Wasserproblems
7 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Seminararbeit untersucht die komplexe Problematik der Wasserversorgung im US-Bundesstaat Kalifornien unter Berücksichtigung der naturräumlichen Gegebenheiten, der wirtschaftlichen Nutzung und des demografischen Wandels. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die Diskrepanz zwischen der wasserreichen Region im Norden und dem hohen Wasserbedarf im trockenen Süden durch infrastrukturelle Großprojekte bewältigt wird und welche Lösungsstrategien für die sich zuspitzenden Ressourcenkonflikte existieren.
- Naturräumliche Grundlagen und Klimafaktoren in Kalifornien
- Bedeutung der intensiven Landwirtschaft und deren Wasserbedarf
- Analyse der Wasserinfrastruktur am Beispiel von CVP und SWP
- Konfliktpotenziale zwischen Landwirtschaft, Industrie und Bevölkerung
- Zukunftsfähige Maßnahmen zur Wassereinsparung und -beschaffung
Auszug aus dem Buch
3.2 Agricultural Use
Wie aus Punkt 2.4.1 ersichtlich wurde, spielt die Landwirtschaft Kaliforniens mit einem Gesamtumsatz von über 25 Milliarden US-Dollar und einem Anteil von 12% an der agrarischen Wertschöpfung der gesamten Vereinigten Staaten eine sehr bedeutende Rolle. Aber auch die Pflanzen brauchen etwas zu „trinken“, besonders bei einer so hohen sommerlichen Aridität wie sie in diesem Land zu finden ist. Aus diesem Grund muss sehr umfangreich bewässert werden. Trotz dieses Ungunstfaktors Trockenheit die führende Position in den USA zu erreichen zeigt, wie großflächig, langfristig und intensiv die Bewässerung ausfallen muss. In Kalifornien werden insgesamt ungefähr 9 Millionen acre (ca 36000 km²) bewässert und dies schlägt sich auch mit einem Anteil von 43% (ca. 34 maf) am Gesamtwasserverbrauch nieder. Wie aus Abbildung 3 ersichtlich wird, wird besonders im Central Valley bewässert, dem am intensiv genutzten und produktivsten Agrargebiet (Department of Water Ressources 1998b:5-11, California Farm Bureau Federation 2003:1).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die klimatischen und sozioökonomischen Besonderheiten Kaliforniens und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich des knappen Gutes Wasser.
2 Vorstellung der Region Kalifornien: Detaillierte Darstellung der physisch-geografischen Merkmale, des Klimas, der Bevölkerungsstruktur sowie der wirtschaftlichen Schwerpunkte des Bundesstaates.
3 Wassernutzung in Kalifornien: Analyse der verschiedenen Wasserverbrauchssektoren, unterteilt in Umwelt, Landwirtschaft und städtische Nutzung.
4 Verteilung der Ressource Wasser – Wasserprojekte: Untersuchung der historischen Entwicklung und der technischen Infrastruktur der Großprojekte Central Valley Project und State Water Project.
5 Probleme der Wasserversorgung: Erörterung der drohenden Ressourcenknappheit, der ökologischen Folgen wie Bodenversalzung und der zunehmenden Konflikte zwischen verschiedenen Wasserabnehmern.
6 Maßnahmen und Perspektiven zur Verringerung des Wasserproblems: Vorstellung von Strategien zur effizienteren Wassernutzung, technischen Einsparungspotenzialen und zukünftigen Versorgungsplänen.
7 Fazit: Kritische Reflexion der aktuellen Situation mit dem Ausblick, dass die Lösung des Wasserproblems in einer technologischen und methodischen Optimierung der Bewässerungssysteme liegt.
Schlüsselwörter
Wasserversorgung, Kalifornien, Central Valley Project, State Water Project, Bewässerungslandwirtschaft, Wasserressourcen, Agrarwirtschaft, Ressourcenkonflikt, Klimawandel, Infrastruktur, Wassereinsparung, Bevölkerungsdruck, Bodenversalzung, Wasserrechte, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wasserversorgung in Kalifornien, einem Bundesstaat, der trotz seiner extremen Trockenheit eine weltweit führende Rolle in der Agrarproduktion spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die klimatischen Rahmenbedingungen, die ungleiche Verteilung der Wasserressourcen, die Bedeutung der Landwirtschaft und die technischen Wasserprojekte.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Im Zentrum steht die Frage, wie Kalifornien die Wasserknappheit durch infrastrukturelle Projekte löst und wie mit den resultierenden Nutzungskonflikten umgegangen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von geografischer Fachliteratur, Statistiken der zuständigen Wasserbehörden und einer Analyse der infrastrukturellen Projekte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Region, die Analyse des Wasserverbrauchs, die detaillierte Beschreibung der Wasserprojekte (CVP und SWP) und eine Untersuchung der bestehenden Probleme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wasserressourcen, Bewässerungslandwirtschaft, Ressourcenkonflikt und Nachhaltigkeit maßgeblich bestimmt.
Warum ist das Central Valley Project für Kalifornien so wichtig?
Es ermöglicht durch ein gigantisches System von Staudämmen und Kanälen die landwirtschaftliche Bewässerung des Central Valleys, das sonst aufgrund der Aridität kaum agrarisch nutzbar wäre.
Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Wasserversorgung?
Durch die schwindende Schneedecke in der Sierra Nevada reduziert sich ein wesentlicher natürlicher Wasserspeicher, was die zukünftige Wasserbereitstellung massiv gefährdet.
- Quote paper
- Andy Schober (Author), 2007, Die Wasserversorgung in Kalifornien – Entwicklung, Probleme und Perspektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77633