Walter Eucken und der Ordoliberalismus


Seminararbeit, 2006

13 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Biographisches zur Person Walter Euckens

2 Wozu Nationalökonomie? oder das Werk Walter Euckens
2.1 Grundsätze der Wirtschaftspolitik
2.2 Theoretische Begriffe

3 Der Ordoliberalismus

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

6 Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem der wichtigsten Vordenker des in Deutschland zum Erfolgsmodell gewordenen Systems der sozialen Marktwirtschaft: Walter Eucken.

In drei Schritten wird die Person Walter Eucken und dessen theoretische Leistung analysiert. Im ersten Teil wird eine biographische Skizze Walter Euckens erstellt, um eine Vorstellung vom Werdegang und der Stationen in Euckens Leben zu gewinnen. Dabei wird ein Schwerpunkt darauf gelegt, wie Walter Eucken die Nationalökonomie in Deutschland revolutioniert hat. Seine Beschäftigung mit dem Verhältnis von Theorie und Geschichte ist dabei als wichtiger Punkt zu nennen .[1] Darüber hinaus wird allgemein auf die Vita Walter Euckens eingegangen.

Des Weiteren wird im zweiten Teil auf die Veröffentlichungen Walter Euckens eingegangen, dabei speziell auf die Grundsätze der Wirtschaftspolitik aus dem Jahre 1952. Hierbei wird zunächst eine Zusammenfassung des Inhalts gegeben und anschließend wichtige Begriffe analysiert, die bei der theoretischen Auseinandersetzung mit Euckens Werk eine wichtige Rolle spielen. Es wird hierbei die Bedeutung des Wortes „Ordnung“ und der Unterschied zwischen „gesetzten“ und „gewachsenen“ Ordnungen untersucht. Zudem wird noch der Begriff der „Interdependenz“ näher betrachtet.

Im Anschluss an diesen Teil wird das Konzept des Ordoliberalismus dargestellt. Hierbei wird versucht eine umfassende Darstellung dieser Wirtschaftsordnung zu geben, wobei wegen des begrenzten Umfangs dieser Arbeit nicht auf alle Aspekte dieses großen Theoriekomplexes eingegangen werden kann.

Abschließend folgen eine Zusammenfassung und ein Fazit, bei dem die wichtigsten Punkte der Arbeit kritisch betrachtet werden. Am Ende der Arbeit sollte der Leser eine grundlegende Vorstellung von der Person und dem Werk Walter Euckens haben.

1.1 Biographisches zur Person Walter Euckens

Walter Eucken wurde am 17.1.1891 als Sohn des Philosophen und Nobelpreisträgers Rudolph Eucken in Jena geboren. Er studierte ab 1909 in Kiel, Bonn und Jena Nationalökonomie, Statistik und Philosophie. Er nahm im Zuge der allgemeinen Kriegseuphorie als Soldat aktiv am ersten Weltkrieg teil. Nach seiner Rückkehr schloss er sein Studium ab und habilitierte 1921 in Berlin. Er verließ die Hauptstadt jedoch relativ schnell und lehrte ab 1927 in Freiburg.[2]

In dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit den historischen Ansätzen aus dem neunzehnten Jahrhundert. Er entwickelte auf der analytischen Basis dieser Ansätze zusammen mit dem in Freiburg lehrenden Kartelljuristen Franz Böhm die „Freiburger Schule“. Als Sprachrohr diente dabei die 1937 gegründete Zeitschrift „Ordnung und Wirtschaft“, in ihr wurden ordnungspolitische Gedanken geäußert und diskutiert.[3]

Eucken hat aus der Beschäftigung mit verschiedenen historischen Ansätzen und seinen „Drang zur Wirklichkeit“ das ordoliberale System konzipiert. Dabei ging er von der Analyse realer wirtschaftlicher Verhältnisse aus und entwickelte einen Theorienkomplex der einen starken Staat als Grundlage für eine Wirtschaftsordnung sah, welche die Ökonomen konzipieren sollen. Die Erfassung der wirtschaftlichen Wirklichkeit macht auch ihre Gestaltung möglich, so Eucken.[4] Darüber hinaus wollte er in dem 1947 erschienen Werk „Nationalökonomie- wozu?“ der angeschlagenen Wirtschaftswissenschaft wieder zu neuer Geltung verhelfen.[5]

Während der NS-Zeit verhielt sich Eucken solidarisch mit verschiedenen Widerstandsgruppen und machte sich Gedanken wie die Wirtschaft im Nachkriegs-deutschland aussehen soll.

Eucken wurde nach dem zweiten Weltkrieg wirtschaftlicher Berater der Siegermächte und ist später dann für das Bundeswirtschaftsministerium tätig. Er starb auf einer Vortragsreise in London 1947 an einem Herzinfakt.

Seine Theorie des Ordoliberalismus hatte großen Einfluss auf die konkrete Gestaltung der sozialen Marktwirtschaft, die Ludwig Erhardt nach dem Krieg auf den Weg brachte.[6]

2 Wozu Nationalökonomie? oder das Werk Walter Euckens

In dem Buch „Nationalökonomie- wozu?“ aus dem Jahre 1938 schickt Eucken sich an mit einem „starken Wollen“ die Aufgaben der Nationalökonomie neu zu formulieren, da sie – wie er meint – sehr skeptisch von den Zeitgenossen gesehen wird: „ Ist es nicht zwecklos, einer solchen Wissenschaft zu vertrauen?“[7], fragt Eucken rhetorisch in der Einleitung. Er versucht nun auf sehr zugänglichem Niveau zu verdeutlichen, was die Nationalökonomie als Wissenschaft leisten kann für die Wirtschaft und ihre Subjekte.[8]

Man hat den Eindruck, dass Eucken nach dem Kollaps des Wirtschaftslebens durch den zweiten Weltkriegs auch wirtschaftspolitisch ein Konzept bereitstellt, welches durch ordnungspolitische Eingriffe das Wirtschaftsleben positiv gestalten soll. Zu diesem Zweck muss es jedoch laut Eucken eine Wissenschaft geben, die das Vertrauen der Wirtschaftsakteure genießt und effektiv arbeiten kann.

Nationalökonomie entspringt für Eucken aus der Anschauung der Wirklichkeit, er kommt auf Grundlage von Analysen verschiedener Wirtschaftsphänomene zu grundsätzlichen Gedanken zur Wirtschaftsordnung, die er in den „Grundsätzen der Wirtschaftspolitik“ darlegt.[9]

Der nächste Abschnitt wird versuchen, Aufschluss darüber zu geben wovon das Buch handelt, es wird jedoch vermieden auf Details einzugehen. Der Schwerpunkt liegt auf einer allgemeinen Darstellung des Inhalts.

2.1 Grundsätze der Wirtschaftspolitik

In den Grundsätzen der Wirtschaftspolitik geht es um eine Konzeption, die darauf abzielt zu definieren, was die Aufgaben der Politik im Hinblick auf eine positive Beeinflussung der Wirtschaft sein sollten. Dabei ist die Entscheidung für die Marktwirtschaft als Wirtschaftsverfassung eine „ordnungspolitische Gesamtentscheidung“. Die zugrunde liegende Frage lautet dabei: Wie soll die Wirtschaft gelenkt werden?[10]

[...]


[1] Vgl. Lutz ,Friedrich A.: Walter Euckens Beitrag zur Nationalökonomie: Die Idee der Wirtschaftsordnung, in: Eucken, Walter: Grundsätze der Wirtschaftspolitik, 6. Aufl. 1990, München, S. 384.

[2] Vgl. Hesse, Helge: Art: Eucken, Walter, in: Ökonomen-Lexikon: Unternehmer, Denker und Poltiker in 60 Portraits, Düsseldorf 2003, S. 107-108.

[3] Vgl. Lutz ,Friedrich A.: Walter Euckens Beitrag zur Nationalökonomie, S. 384ff.

[4] Ebenda, S. 383.

[5] Vgl. Eucken, Walter: Nationalökonomie- wozu?, 4. Aufl. Düsseldorf 1961, S. 7ff.

[6] Vgl. Hesse. Helge: Eucken, Walter, in: Ökonomen-Lexikon, S. 108.

[7] Vgl. Eucken, Walter: Nationalökonomie- wozu?, 4. Aufl., Düsseldorf 1961, S. 8.

[8] Ebenda, S. 9-16.

[9] Vgl. Lutz ,Friedrich A.: Walter Euckens Beitrag zur Nationalökonomie, S. 384.

[10] Vgl. Mestmäcker, Ernst-Joachim: Vorwort zur Neuausgabe 1990, in: Eucken, Walter: Grundsätze der Wirtschaftspolitik, 6. Aufl. 1990 München, S. 8-9.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Walter Eucken und der Ordoliberalismus
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Geschichte des ökonomischen Denkens
Note
2.0
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V77634
ISBN (eBook)
9783638820684
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Walter, Eucken, Ordoliberalismus, Geschichte, Denkens
Arbeit zitieren
Martin Wiertel (Autor), 2006, Walter Eucken und der Ordoliberalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77634

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