Freizeitsituation- und Tätigkeiten von Singles


Seminararbeit, 2001
25 Seiten, Note: Scheinfach

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Situationsanalyse
2.1 Unfreiwillig Alleinsein
2.2 Profil Single

3 Das Freizeitverhalten
3.1 Konsumstress und Kontaktzwang
3.2 Der Feierabend
3.3 Das Wochenende
3.4 Der Urlaub

4 Vergleichssituation von Singles und Nicht-Singles
4.1 Unterschiedliches Verhalten am Feierabend
4.2 Unterschiede im Wochenendverhalten
4.3 Wunschvorstellungen und Zukunftsängste

5 Schlußwort

II Literaturverzeichnis

III Eidesstattliche Erklärung

I Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Privathaushalte nach Haushaltstyp (1996)

Abbildung 2: Freizeitaktivitäten – Profil Singles

1 Einleitung

Der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung geht es so gut wie nie zuvor. Noch nie hat es eine Generation gegeben die mit so viel Zeit und Geld, Bildung und Wohlstand aufgewachsen ist. So äußert sich heute der Wunsch ab, regelmäßige Arbeit und gesichertes Einkommen zu haben, aber auch nicht auf den Lebensgenuss in der Freizeit zu verzichten. Somit gehören, außer Arbeit und Geldverdienen, Freizeit und Konsum genauso dazu.

Die Menschen wollen nicht nur wissen „wovon“ sie leben, sondern auch Antworten auf die Frage erhalten, „wofür“ sie leben. In diesem Zusammenhang gehört Arbeit zum Leben, aber die Arbeit steht nicht mehr im Zentrum des Lebens. Die Vorreiter des Wertewandels – die Jugendlichen, die jungen Erwachsenen, die Singles und die Paare – haben sich für die Freizeitorientierung des Lebens entschieden, bei dem der Freundeskreis sogar die Familie als wichtigsten Lebenspartner verdrängt. Die Lebensbedeutung der Arbeit wird als dritt- und viertrangig eingestuft

Die Familien und die ältere Generation halten hingegen an der Familienorientierung des Lebens fest und weisen den Freundeskreis deutlicher von sich.1

Grundsätzlich beruht die Veränderung der Freizeitverwendung sozialer Gruppierungen und Altersklassen nicht nur auf der Gruppe der Singles, sondern auch auf (nichtehelichen) Paarbeziehungen ohne Kinder (DINKS=Double Income No KidS).

Durch eingesparte Lebenskosten für die Kinder können sich nun eigene Freizeitvergnügen geleistet werden. Dazu kommt die Zeit, keine Aufsichts- oder Versorgungspflichten mehr nachgehen zu müssen, so ganz nach dem Motto: „Ehe- und familienbehinderter Single“.2 Kinder verlangen Zeit, Zuwendung und Verzicht und lassen wenig Raum für Freizeit- und Komsumegoismus.3 Hingegen stellt sich die Frage nach der älteren Generation. Diese Generation will nicht auf Alter und Ruhestand vorbereitet werden, sondern Antworten auf die Frage der Lebensphase nach der Erwerbstätigkeit erhalten.4 Entsteht hier etwa ein Generationskonflikt? Zwei Welten stehen sich unversöhnlich gegenüber: Die Konsumansprüche der Jungen gegen den Wohlstandsbesitz der Alten.5 Dadurch, dass sich die Lebenserwartung zunehmend vergrößert, kommt es zu einer Diskrepanz hinsichtlich dem Geburtenrückgang in Deutschland. Doch Ältere wollen sich auch als Ruheständler nicht einfach ruhigstellen lassen. Die Freizeitverwendung gewinnt somit an Bedeutung, vor allem im Kultur-, Bildungs-, Sport- und Gesundheitsbereich. Der ältere Mensch ist somit lebenslustig, genussfähig, kaufkräftig und konsumfreudig!

In den folgenden Kapiteln geht es um Freizeitverwendung und Verhaltensänderungen von Alleinlebenden, bzw. Singles.

2 Situationsanalyse

Der schon fast modische Begriff „Single“ deutet heutzutage auf eine spezielle Gruppe der Alleinlebenden, nämlich auf die, die ohne festen Lebenspartner leben. Genaugenommen zählen jedoch auch die in Einpersonenhaushalten lebenden, junge Witwen/Witwer, junge Leute, Geschiedene, Getrenntlebende, die sich frühzeitig dazu entschließen in einer eigenen Wohnung zu leben, dazu. Nirgends in Deutschland gibt es so viele Singles auf einmal: mehr als eine halbe Million im besten Heiratsalter zwischen 25 und 45 Jahren.6

Abbildung 1

Privathaushalte nach Haushaltstyp (1996):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quellenangabe : Studienarbeit von Liane Beck, Familiensoziologie

Es scheint daher wie ein Attraktivitätsverlust von Ehe und Familie, der zunehmend in Form eines „Singlelebens“ stolz präsentiert wird.

Die Zahl der Alleinwohnenden ist seit Mitte der 60er Jahren in der BRD drastisch angestiegen. Das Alleinwohnen wurde entweder (wie im Fall von jungen Ledigen) als eine Übergangsphase auf dem Weg in die Ehe gesehen oder als eine Erscheinung älterer Verwitweter oder geschiedener Menschen, die sich notgedrungen mit dem Alleinwohnen arrangieren müssen. Erst seit den 70er Jahren wurde der „Single“ in Illustrierten und andere Medien als Trendsetter gefeiert, als besonders lebenslustiger, selbstbewusster und erfolgreicher „neuer“ Typus. Und auch die Industrie entdeckte die „Singles“ als finanzkräftige Marktlücke. Inzwischen ist aber auch das Interesse der Medien an dem Singlephänomen merklich abgeflacht und dies, obwohl sich die Anzahl Alleinwohnender kontinuierlich weiter erhöht hat.7

Doch schon in der Geschichte spiegelt sich das wieder, was in unserer heutigen Gesellschaft Fakt ist: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Die meiste Zeit verbringt er in Gesellschaft anderer Menschen – im Kreis der Familie, des Ehepartners, der Eltern oder Geschwister, im Freundes- oder Bekanntenkreis, im Kreis der Verwandtschaft, Nachbarschaft oder Arbeitskollegen. Dahinter verbirgt sich das grundlegende Bedürfnis nach Geselligkeit, das in allen menschlichen Kulturen anzutreffen ist. Jedoch nimmt die Statistik der Alleinlebenden immer stärker zu.

Hauptursachen hierfür sind:8

- Soziale Aufwertung des Alleinlebens (vor allem bei Jüngeren)
- Aufschub der Familiengründung
- Veränderungen in der Paarbildung
- Gestiegene Mobilitätsanforderungen
- Verlängerte Ausbildungszeiten
- Höhere Studierquoten

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass Singles gar keine Singles bleiben wollen, sie haben nur noch nicht den passenden Partner gefunden. Bleiben Singles zu lange allein, drohen sie fast beziehungsunfähig zu werden, weil es ihnen mit der „festen“ Beziehung zunehmend schwerer fällt, ihre gewohnten Freiheiten aufzugeben.9 Dies grenzt beinahe an Egoismus, in dem nur das eigene Selbst zählt. Kooperation, gegenseitige Akzeptanz, Verständnis und Vertrauen erfordern Geduld, Einschränkung bei den eigenen Wünschen. Die eigene Unabhängigkeit aufzugeben, wird sozusagen als Hindernis auf dem Weg zur Selbstverwirklichung empfunden. Es entsteht eine innere Ambivalenz, die sich z.B. dadurch auszeichnet, dass Alleinlebende ihr Geld allein für sich ausgeben können. Frei und ungebunden sein, ohne ständig Rücksicht nehmen zu müssen oder Rechenschaft abzulegen, erscheint positiv und verstärkt noch mehr das Bedürfnis, „selbständig allein“ zu leben. Ganz nach dem Motto: Freiheit über alles!

2.1 Unfreiwillig Alleinsein

Der Wunsch nach Freiheit und zwanglosen Kontakten korrespondiert nicht mit dem Streben nach Sicherheit und Geborgenheit. Wirkliche Geborgenheit findet der Alleinlebende nicht in der Geselligkeit und Anonymität der Großgruppe. Er wird in seiner Freiheit nicht recht froh, weil die Sehnsucht nach Sicherheit weitgehend unbefriedigt bleibt. Einerseits ist die Freude an der eigenen Ungebundenheit groß. Andererseits bleibt die Bereitschaft zu einer neuen Bindung immer bestehen.10

Alleinsein und Einsamkeit sind keine Synonyme. Alleinsein ist ein Zustand, der positiv und negativ erlebt werden kann, Einsamsein hingegen ein belastendes Gefühl.

Positive und negative Assoziationen zum Alleinsein:11

Positives Erleben des Alleinseins: Negatives Erleben des Alleinseins:

Freisein Einsamkeit

(das befreiende Gefühl, (das belastende Gefühl,

für sich allein zu sein) allein {gelassen} zu sein)

Ruhe Leere

(Stille, Schweigen, Ausruhen) (Langeweile, Nichtstun,

Sinnlosigkeit, Trostlosigkeit)

Geborgenheit Verlassenheit

(Vertrautheit, Gemeinsamkeit, (Fremdheit, Einsamkeit, Hilflosigkeit,

Wärme, Nähe) Kälte, Ferne)

Selbstbesinnung Selbstmitleid

(Zeit für sich selbst, in sich (Melancholie, Trauer, Selbstanklage,

hineinhorchen, mit sich ins Angst, Furcht)

Reine kommen)

Oft werden diese Gefühlszustände also verwechselt und falsch wahrgenommen. Was auf den ersten Blick als emanzipatorischer Akt der Befreiung erscheinen mag, ist in Wahrheit meist ein letzter Ausweg auf der Suche nach sich selbst. Als wirkliche Lebensalternative zu Partnerschaft, Ehe und Familie wird das Alleinleben jedenfalls nicht empfunden. Es entsteht oft eine Situation einsamer Depression.12

Hinzu kommt das schmerzvolle Alleinsein-Dilemma.

Aussagen von Alleinlebenden:13

- „Der größte Nachteil des Alleinlebens ist die Sehnsucht nach Zweisamkeit.“
- Der Mensch braucht einen Partner, mit dem er sein Leben planen und führen kann; man hat keine konstante Bezugsperson, es fehlt Geborgenheit.“
- Man hat keinen Menschen, bei dem man sich aufgehoben fühlt.“

Was uns heute fehlt, ist ein neuer Gemeinschaftssinn. Dieser erfordert ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das auf gemeinsamen Freizeitinteressen und Lebenszielen aufbaut. Zur Erreichung dieses neuen Gemeinschafts- bewusstseins ist ein gesellschaftliches Umdenken in politischen- und zwischenmenschlichen Bereichen erforderlich.

[...]


1 vgl. Opaschowski, H.W.: Freizeitökonomie Marketing von Erlebniswelten, 1995, S.19

2 vgl. Beck: Der ehe- und familienbehinderte Single, 1986, S.191

3 vgl. Opaschowski, H.W.: Einführung in die Freizeitwirtschaft, 1997, S.59

4 vgl.Opaschowski,H.W.: Einführung in die Freizeitwirtschaft, S.151

5 vgl. ders. S.152

6 vgl. Beyer, S.: Der Flirt mit der Freiheit, in: Der Spiegel 10/2000, S.80

7 vgl. Rüdiger Peuckert: Familienformen im sozialen Wandel, 1999, S.54

8 vgl. Opaschowski, H.W.: Einführung in die Freizeitwirtschaft, 1997, S.118

9 vgl. Opaschowski, H.W.: Einführung in die Freizeitwirtschaft, 1997, S.118

10 vgl. Opaschowski, H.W.: Freizeitverhalten (Allein in der Freizeit), 1986, S.20

11 vgl. ders. S.11

12 vgl.Opaschowski, H.W.: Freizeitverhalten (Allein in der Freizeit), 1986, S.18

13 vgl. ders. S.20

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Freizeitsituation- und Tätigkeiten von Singles
Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn  (Soziologie)
Veranstaltung
Proseminar
Note
Scheinfach
Autor
Jahr
2001
Seiten
25
Katalognummer
V7771
ISBN (eBook)
9783638149167
Dateigröße
609 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freizeitsituation-, Tätigkeiten, Singles, Proseminar
Arbeit zitieren
Mirjam Beck (Autor), 2001, Freizeitsituation- und Tätigkeiten von Singles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7771

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