„Unter dem Begriff „Familienpolitik“ verstehen wir Maßnahmen zur Sicherung und Förderung der wirtschaftlichen, finanziellen, sozialen und rechtlichen Lage der Familie. Solche Maßnahmen sind eine internationale Erscheinung, die nicht von konfessionellen, parteipolitischen oder verfassungsrechtlichen Grundhaltungen der einzelnen Nationalstaaten abhängig ist – […] -, sondern offensichtlich mit der säkularen, durch Industrialisierung und Bürokratisierung gekennzeichneten heutigen Gesellschaftsformation zusammenhängen.“
Dieses Zitat zeigt, wie vielschichtig das Thema der Familienpolitik betrachtet werden kann. Tatsächlich ist die Familienpolitik, entgegen der simplifizierten Offensichtlichkeit des Begriffes, kein wirklich eigenständiger, klar abgrenzbarer Politikbereich, sondern die Summe vielfältiger Einflussnahmen auf den „Bereich Familie“, welche in den unterschiedlichsten Politikbereichen fußen.
Ich möchte dieser Arbeit zu einen kurzen historischen Abriss über die Geschichte der Familienpolitik in der Geschichte der BRD voranstellen. Darüber hinaus möchte ich mich dabei auch mit dem gesellschaftlichen Wandel des Familienbildes und des Familiensystems beschäftigen und mich zum Schluss der Arbeit näher mit der aktuellen Familienpolitik beschäftigen. Hierbei sollen aktuelle Konzepte zur Entlastung der Familien in den Focus gerückt und, soweit als möglich, kritisch betrachtet und bewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte
3. Instrumente der deutschen Familienpolitik
3.1 Kindergeld
3.2 Erziehungsgeld und Elternzeit
3.3 Kinderbetreuungsmöglichkeiten:
3.4 Anteil der familienbezogenen Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt
3.5 Einkommenssituation von Familien
4. Bewertung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert die Strukturen und Instrumente der deutschen Familienpolitik im historischen Kontext sowie im europäischen Vergleich, um Defizite in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufzuzeigen und Ansätze für eine zukunftsorientierte Ausgestaltung zu diskutieren.
- Historischer Abriss der Familienpolitik in der BRD
- Analyse zentraler familienpolitischer Instrumente (Kindergeld, Elternzeit)
- Europäischer Vergleich der Betreuungsinfrastruktur und Transferleistungen
- Untersuchung der Einkommenssituation verschiedener Haushaltstypen
- Bewertung des politischen Handlungsbedarfs hinsichtlich moderner Familienbilder
Auszug aus dem Buch
3. Instrumente der deutschen Familienpolitik
Die klassische Interpretation von Familie, ein Mann und Vater als Ernährer und eine Frau und Mutter als Erzieherin der Kinder prägt das Bild der deutschen Familienpolitik noch heute. Zwar ist die Frau als Mensch mit eigenem Berufswunsch und dem damit auch verbundenen Drang zur Selbstverwirklichung theoretisch in unserer Gesellschaft anerkannt, allerdings sieht die Praxis weit anders aus. Die Regelungsmaßnahmen der Familienpolitik zielen weit mehr auf eine finanzielle Entschädigung eines Einkommens, im Normalfall das der Frau, als auf eine Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Im Folgenden möchte ich die bekanntesten familienpolitischen Leistungen der BRD gleichen oder ähnlichen im europäischen Ausland gegenüberstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert den Begriff der Familienpolitik als komplexes Politikfeld und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2. Geschichte: Bietet einen historischen Abriss der Familienpolitik in Deutschland von den Anfängen bis zur Eherechtsreform 1976 und darüber hinaus.
3. Instrumente der deutschen Familienpolitik: Untersucht zentrale finanzielle Leistungen wie Kindergeld und Erziehungsgeld sowie die Betreuungsinfrastruktur im Vergleich mit anderen EU-Ländern.
4. Bewertung: Reflektiert die Kosten-Nutzen-Perspektive von Kindern in der heutigen Gesellschaft und fordert eine stärkere Ausrichtung auf Dienstleistungen und bessere Arbeitsmarktbedingungen für Eltern.
Schlüsselwörter
Familienpolitik, BRD, Kindergeld, Erziehungsgeld, Elternzeit, Kinderbetreuung, Familienbilder, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Versorger-Ehe, BIP, Soziodemographie, Einkommenssituation, Familienausgleichskassen, Kleinkindbetreuung, Humankapital.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht das Feld der deutschen Familienpolitik, ihre historische Entwicklung und ihre aktuelle Ausrichtung im Hinblick auf die Unterstützung von Familien.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?
Zentrale Themen sind die finanziellen Instrumente (Kindergeld, Erziehungsgeld), der Ausbau der Kinderbetreuung, die Einkommensverhältnisse von Familien sowie die gesellschaftliche Transformation des Familienbildes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen veralteten Familienleitbildern und der aktuellen Lebensrealität aufzuzeigen und kritisch zu bewerten, inwiefern staatliche Maßnahmen eine echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche und soziologische Analyse, kombiniert mit einem historischen Abriss und einem vergleichenden Blick auf europäische Nachbarstaaten mittels statistischer Daten.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Familieninstrumente, den Vergleich mit skandinavischen Ländern sowie die statistische Auswertung der Einkommenssituation verschiedener Haushaltstypen, insbesondere von Alleinerziehenden.
Was sind die charakteristischen Schlagworte der Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Familienpolitik, Vereinbarkeit, Versorger-Ehe, Kinderbetreuung und Humankapital aus.
Wie unterscheidet sich das deutsche System der Familienförderung von skandinavischen Modellen?
Im Gegensatz zu skandinavischen Ländern, die stärker in Dienstleistungen investieren und Anreize für die Erwerbstätigkeit beider Elternteile schaffen, setzt Deutschland stärker auf ein finanzielles Ausgleichsprinzip, das teilweise noch der traditionellen "Versorger-Ehe" verhaftet ist.
Warum betont der Autor die "Nichterwerbstätigkeit" von Müttern?
Der Autor führt die Nichterwerbstätigkeit weniger auf einen mangelnden Arbeitswillen zurück, sondern auf ein unzureichendes Netzwerk an Betreuungseinrichtungen, das die berufliche Wiedereingliederung erschwert.
Welche Rolle spielt die Eherechtsreform von 1976?
Sie wird als entscheidender Meilenstein gewertet, der das Familienrecht liberalisierte und rechtliche Voraussetzungen für eine Gleichberechtigung von Mann und Frau schuf.
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- Tobias Reff (Author), 2006, Familienpolitik - ein kurzer Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77725