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Auswirkungen von Gewinnprognosen auf schwellenwertorientierte Bilanzpolitik

Title: Auswirkungen von Gewinnprognosen auf schwellenwertorientierte Bilanzpolitik

Diploma Thesis , 2006 , 70 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Brauer (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

In den USA lassen sich in den vergangenen Jahren starke Aktienkursschwankungen bei dem Verfehlen von Analystenprognosen erkennen, die teilweise eine verheerende Wertvernichtung nach sich zogen. So ist es bspw. möglich, dass nach dem Unterschreiten der Prognose auch nur um einen Cent einige Unternehmen einen Aktienkursrückgang in Höhe von 25 bis 50% hinnehmen mussten. Den Meinungen von Analysten über die zukünftige Wertentwicklung wird im amerikanischen Kapitalmarkt ein außerordentlicher Stellenwert, nicht nur vom Management, sondern auch von der breiten Masse der Marktteilnehmer beigemessen. Ein enormer Einfluss von Analysten auf den dortigen Kapitalmarkt kann also nicht geleugnet werden, so dass ein Verhalten des Managements zur Manipulation des ausgewiesenen Ergebnisses hin zum Wert der Prognose angenommen wird. Bilanzpolitik zum Erreichen oder Übertreffen der Prognosen scheint in diesem Szenario sogar notwendig zu sein, um eine übermäßige Sanktion durch den Markt zu verhindern. Diese Arbeit versucht zu überprüfen, ob diese Überlegungen auf den deutschen Kapitalmarkt zu übertragen sind und ob die gleichen bilanzpolitischen Motive auch in deutschen Vorstandsetagen vorherrschend sind. Es wird versucht, die Rolle des Kapitalmarkts und dessen Einfluss stellvertretend über die Funktion des Informationsintermediärs „Finanzanalyst“ auf die Anreizbildung zur Bilanzpolitik für deutsche börsennotierte Unternehmen zu modellieren.

Dazu werden in Kapitel 2 die Eigenschaften und Funktionen von Kapitalmärkten anhand theoretisch anerkannter Modelle charakterisiert, wonach in einem weiteren Schritt die Informationsbeziehung zwischen Unternehmen und Analyst und die Bedeutung für eine adäquate Bewertung veranschaulicht wird. Darauf folgend werden Annahmen über die strategischen und kognitiven Faktoren des Verhaltens von Analysten gebildet. Abschließendend wird ein Überblick über einige empirische Arbeiten der vergangenen Jahre gegeben. In Kapitel 3 werden die Anreize von Managern zur Ausübung von Bilanzpolitik und Erwartungsänderung der Analysten zunächst über die Erklärung der Prinzipal-Agenten-Theorie und in folgenden Abschnitten über die Gestaltung von Entlohnungsschemata dargelegt. Des Weiteren werden zwei relevante Methoden zur Messung von Bilanzpolitik vorgestellt, bevor Resultate empirischer Studien erläutert werden. Zum Abschluss der Arbeit wird eine eigene Analyse des deutschen Kapitalmarktes zu der o.g. Fragestellung durchgeführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Einfluss von Finanzanalysten auf den Kapitalmarkt

2.1 Das Konzept der Informationseffizienz

2.1.1 Grundlegende Modellspezifikationen

2.1.2 Einschränkungen der Rationalität

2.2 Informationsverarbeitung durch Finanzanalysten

2.2.1 Verarbeitung von Rechnungslegungsdaten

2.2.2 Kommunikation zwischen Unternehmen und Analysten

2.3 Annahmen über das Verhalten von Analysten

2.4 Darstellung von empirischen Ergebnissen

3. Das Verhalten von Managern und die Bedeutung für Bilanzpolitik

3.1 Agency-theoretische Erklärung für Bilanzpolitik

3.2 Eigeninteresse des Managements und Beeinflussung des Kapitalmarktes

3.2.1 Ergebnis- und aktienabhängige Entlohnung des Managers

3.2.2 Earnings Guidance

3.3 Ausprägungen von Bilanzpolitik

3.3.1 Erklärungen für die Bedeutung von Schwellenwerten

3.3.2 Methoden zur Messung von Bilanzpolitik

3.3.2.1 Schwellenwertmethodik

3.3.2.2 Discretionary Accruals

3.4 Darstellung von empirischen Ergebnissen

4. Empirische Analyse des deutschen Kapitalmarktes

4.1 Hypothesenbildung

4.2 Datenbasis und deskriptive Statistik

4.3 Resultate

4.4 Schlussfolgerung

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob in deutschen börsennotierten Unternehmen Anreize für eine schwellenwertorientierte Bilanzpolitik bestehen, um Analystenprognosen zu erreichen oder zu übertreffen sowie Verluste zu vermeiden. Ziel ist es, die Rolle des Kapitalmarkts und der Finanzanalysten bei der Beeinflussung des unternehmerischen Bilanzierungsverhaltens zu analysieren.

  • Einfluss von Finanzanalysten auf die Informationseffizienz und Bilanzpolitik.
  • Agency-theoretische Fundierung von Anreizstrukturen für das Management.
  • Analyse von Methoden zur Messung von Bilanzpolitik (Schwellenwertmethodik vs. Discretionary Accruals).
  • Empirische Überprüfung des Verhaltens deutscher Unternehmen hinsichtlich Gewinnprognosen.
  • Vergleich der Ergebnisse mit internationalen Studien und Bedeutung von Earnings Guidance.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Grundlegende Modellspezifikationen

Das wohl am weitesten verbreitete und populärste Modell zur Informationseffizienz wurde von Fama (1970) entwickelt. Nach seiner Definition ist ein Kapitalmarkt dann informationseffizient, wenn sich zu jedem Zeitpunkt alle verfügbaren Informationen in den Kursen widerspiegeln. Die Theorie beschreibt eine Beziehung zwischen einem existierenden Informationsniveau und dem damit verbundenen Marktpreis. Zu den Annahmen des Modells gehören homogene Erwartungen der Marktteilnehmer sowie kostenlose Transaktionen und eine kostenlose Informationsbeschaffung, welche hinreichend, aber nicht notwendig sind. Der erwartete Marktwert einer Aktie für t+1 auf dem Niveau der in t bekannten Informationen entspricht dem Barwert des aufgezinsten aktuellen Preises einschließlich der anfallenden Dividendenzahlungen, wobei als Aufzinsungsfaktor die für t+1 erwartete Rendite auf Basis der in t bekannten Informationen dient.

Dies bedeutet, dass kein Profit aus einer Informationsauswertung zu generieren ist, da alle in t verfügbaren Informationen bereits vollkommen im erwarteten Preis enthalten sind. Es lassen sich mit einer Handelsstrategie, basierend auf den verfügbaren Informationen, im Durchschnitt keine Renditen erzielen, die systematisch über den ex ante vom Markt erwarteten Gleichgewichtsrenditen liegen. Zwar ist es möglich, dass einzelne Investoren Überrenditen erzielen können, jedoch ist der Erwartungswert der Abweichungen vom Gleichgewicht, bestehend aus der Rendite eines Wertpapiers und der erwarteten Rendite unter Abhängigkeit der verfügbaren Informationen, auf einem effizienten Markt in der Summe gleich null, womit sich Gewinne und Verluste im Zeitablauf ausgleichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problematik von Analystenprognosen und der Forschungsfrage bezüglich Bilanzpolitik in Deutschland.

2. Der Einfluss von Finanzanalysten auf den Kapitalmarkt: Theoretische Charakterisierung von Kapitalmärkten und der Informationsbeziehung zwischen Unternehmen und Analysten.

3. Das Verhalten von Managern und die Bedeutung für Bilanzpolitik: Erläuterung der Anreize zur Bilanzpolitik mittels Prinzipal-Agenten-Theorie und Vorstellung von Messmethoden.

4. Empirische Analyse des deutschen Kapitalmarktes: Durchführung einer eigenen Analyse basierend auf CDAX-Daten zur Überprüfung aufgestellter Hypothesen.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Interpretation der Unterschiede zwischen dem amerikanischen und deutschen Kapitalmarkt.

Schlüsselwörter

Bilanzpolitik, Analystenprognosen, Kapitalmarkt, Informationseffizienz, Prinzipal-Agenten-Theorie, Earnings Guidance, Schwellenwertmethodik, Discretionary Accruals, Gewinnüberraschungen, Earnings per Share, Behavioral Finance, Deutschland, Unternehmenspublizität, Performance, Kapitalmarktkommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob deutsche börsennotierte Unternehmen gezielt Bilanzpolitik betreiben, um bestimmte Gewinnschwellen wie Analystenprognosen zu erreichen oder Verluste zu vermeiden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Rolle von Finanzanalysten am Kapitalmarkt, das opportunistische Verhalten von Managern aufgrund von Anreizsystemen sowie verschiedene statistische Methoden zur Detektion von Bilanzmanipulationen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob sich die in den USA beobachteten Effekte von Bilanzpolitik zur Erfüllung von Analystenprognosen auf den deutschen Kapitalmarkt übertragen lassen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Neben der theoretischen Herleitung werden die Schwellenwertmethodik (Burgstahler/Dichev) sowie das Jones-Modell zur Bestimmung von Discretionary Accruals diskutiert und für die empirische Analyse angewendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Kapitalmarktkommunikation und Verhaltensökonomie sowie eine empirische Analyse deutscher CDAX-Unternehmen im Zeitraum von 2001 bis 2005.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Bilanzpolitik, Earnings Guidance, Informationseffizienz und Analystenprognosen.

Warum spielt die Prospect Theorie eine Rolle?

Sie dient als psychologische Erklärung dafür, warum Anleger und Analysten auf das Verfehlen von Schwellenwerten (Referenzpunkten) überproportional stark mit Kurskorrekturen reagieren.

Wie unterscheidet sich der deutsche vom amerikanischen Markt in dieser Hinsicht?

Die Analyse legt nahe, dass im Gegensatz zu den USA, wo Anreize zur Erfüllung von Prognosen sehr stark sind, in Deutschland eher eine allgemeine Verlustvermeidung als Bilanzierungsmotiv dominiert.

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Details

Title
Auswirkungen von Gewinnprognosen auf schwellenwertorientierte Bilanzpolitik
College
University of Osnabrück
Grade
1,0
Author
Sebastian Brauer (Author)
Publication Year
2006
Pages
70
Catalog Number
V77729
ISBN (eBook)
9783638780612
ISBN (Book)
9783638780179
Language
German
Tags
Auswirkungen Gewinnprognosen Bilanzpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Brauer (Author), 2006, Auswirkungen von Gewinnprognosen auf schwellenwertorientierte Bilanzpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77729
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