Es gibt sie fast in jeder Klasse. Diejenigen Schülerinnen und Schüler, für die das Fach Sport eine organisierte Veranstaltung körperlichen Versagens, peinlicher Selbstdarstellung und sozialer Isolation bedeutet. Ihnen fehlt die im Sportunterricht geforderte Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination. Oftmals sind sie übergewichtig. Auch wenn diese SchülerInnen sich im Sportunterricht bemühen, bleiben sie oft weit hinter dem durchschnittlichen motorischen Niveau ihrer Klasse zurück. In der sportwissenschaftlichen Literatur werden sie als "leistungsschwach" bezeichnet. In der Umgangssprache von MitschülerInnen heißen sie oftmals schlichtweg "Sportflaschen". Dass es Menschen gibt, die an der eigenen Lieblingsveranstaltung keinen Spaß haben, erscheint vielen Sportbegeisterten unverständlich. Eine Beschäftigung mit den Ursachen der Unsportlichkeit oder einfühlende Interaktionen bleiben im Kontext des Sportunterrichts häufig aus. Die "Sportflaschen" dienen der spontanen Erheiterung, wenn sie bei der Rolle vorwärts wie ein Maikäfer auf dem Rücken liegen bleiben.
In dieser Arbeit werde ich mich mit Hilfe von Fachliteratur damit beschäftigen, wie Kinder überhaupt zu Außenseitern werden können und wie man dem entgegenwirken kann. Außerdem möchte ich versuchen, mögliche Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Kindes zu verdeutlichen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wie werden Kinder zu Außenseitern?
2.1 Ein Unterrichtsbeispiel
2.2 Ein Lösungsversuch
3. Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Kindes
4. Schlussbemerkung
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entstehung von Außenseiterrollen im Sportunterricht, analysiert die psychosozialen Hintergründe betroffener Kinder und erarbeitet Handlungsstrategien für Lehrkräfte zur erfolgreichen Integration in den Klassenverband.
- Charakteristika und Ursachen für die Außenseiterrolle im Sport
- Einfluss von Mitschülern und Lehrern auf die Stigmatisierung
- Pädagogische Interventionsmöglichkeiten zur Förderung des Selbstbewusstseins
- Konsequenzen für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder
- Bedeutung der Kommunikation zwischen Lehrkraft, Schülern und Außenseitern
Auszug aus dem Buch
2. Wie werden Kinder zu Außenseitern?
„Als Außenseiter gelten zum einen solche Schüler, die von ihren Klassenkameraden abgelehnt bzw. nicht beachtet werden, zum anderen solche, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung dem Anspruch des Sportunterrichts im motorischen Bereich nur schwer genügen.“( REHS 1983, 27)
Um eine genaue Charakterisierung von Außenseitern im Sportunterricht zu geben, müssen zuerst einmal genaue Merkmale ausfindig gemacht werden. Eine typische Situation, in der sich für die Betroffenen die Ablehnung durch ihre Klassenkameraden zeigt, scheint beim Zusammenstellen von Mannschaften im Sportunterricht zum Zwecke der Durchführung von Sportspielen vorzuliegen.
Doch wodurch kennzeichnen sich Außenseiter?
• Kennzeichnen sie sich durch Merkmale, die ihre Beziehung zum Sport widerspiegeln?
• Oder dadurch, dass sie von Lehrern und Mitschülern im Vergleich zu den restlichen Klassenkameraden unterschiedlich behandelt und beurteilt werden?
• Weisen Außenseiter etwa ein besonderes soziales Verhalten auf?
(vgl. REHS 1983, 28)
Um die Situation von Außenseitern im Sportunterricht zu beschreiben, sollte man nicht nur von ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit ausgehen, sondern auch psychische und pädagogische Konstellationen berücksichtigen. (vgl. REHS 1983, 29)
In den meisten Fällen haben Außenseiter keine besondere Beziehung zum Sport. Das drückt sich nicht nur durch Desinteresse im Sportunterricht selbst aus. Außenseiter zeigen meist auch wenig Interesse für den Sport im Alltag, d. h. sie interessieren sich wenig für sportliche Ereignisse, wie z. B. die Olympiade.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik von Kindern, die im Sportunterricht aufgrund motorischer Schwächen oder Übergewicht soziale Isolation und Ausgrenzung erfahren.
2. Wie werden Kinder zu Außenseitern?: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Außenseiters im sportpädagogischen Kontext und stellt anhand eines Unterrichtsbeispiels sowie theoretischer Lösungsansätze die Rolle der Lehrkraft dar.
3. Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Kindes: Hier werden die psychischen Folgen der Ausgrenzung, wie Leistungsdruck, Ängste und eine negative Selbstwahrnehmung, detailliert beschrieben.
4. Schlussbemerkung: Die Autorin resümiert die Herausforderungen für Lehrkräfte, im Schulalltag individuell auf die Bedürfnisse benachteiligter Kinder einzugehen und soziale Integration aktiv zu gestalten.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Außenseiter, Inklusion, Sportpädagogik, Leistungsdruck, Persönlichkeitsentwicklung, soziale Isolation, Sportlehrer, motorische Defizite, Schülermotivation, Integration, Gruppenverhalten, Ängste.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Problematik von Schülern, die aufgrund mangelnder sportlicher Leistungen oder körperlicher Konstitution im Sportunterricht zu Außenseitern werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Außenseiterrolle, der psychischen Belastung für das betroffene Kind sowie der pädagogischen Verantwortung der Lehrkräfte.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, Verständnis für die Situation betroffener Schüler zu schaffen und Wege aufzuzeigen, wie diese durch gezielte pädagogische Maßnahmen wieder in die Klassengemeinschaft integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Problematik, gestützt durch Fachliteratur und praxisnahe Unterrichtsbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehungsbedingungen von Ausgrenzung, illustriert dies durch ein konkretes Unterrichtsbeispiel und erörtert Ansätze zur Förderung des kindlichen Selbstbewusstseins.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sportunterricht, Außenseiter, soziale Isolation, Integration, Selbstbewusstsein und pädagogische Intervention.
Warum spielen Mitschüler eine so große Rolle bei der Stigmatisierung?
Mitschüler verstärken durch abwertende Kommentare oder Ausschluss bei Mannschaftsspielen das Gefühl der Minderwertigkeit, was bei den betroffenen Kindern zu Ängsten und Vermeidungshaltungen führt.
Welche Rolle spielt der Lehrer bei der Integration der Außenseiter?
Der Lehrer ist gefordert, frühzeitig auf Anzeichen von Ausgrenzung zu reagieren, das soziale Bewusstsein in der Klasse zu fördern und durch Einzelgespräche eine vertrauensvolle Basis zum Schüler aufzubauen.
- Quote paper
- Katja Koormann (Author), 2001, Außenseiter im Sportunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7772