Architekturbüros als Wirtschaftsunternehmen - Die wirtschaftliche Situation deutscher Architekturbüros


Seminararbeit, 2006

23 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Struktur der Architekturbüros
2.1 Fachrichtungen, Alter und Rechtsform der Büros
2.2 Größe des Büros
2.3 Personalstruktur

3 Struktur der Tätigkeitsfelder und Aufträge
3.1 Tätigkeitsfelder
3.2 Auftragslage
3.3 Auftraggeber und regionale Verteilung der Aufträge
3.4 Akquisitionsaufwand vs. Erfolgsquote

4 Wirtschaftliche Situation der Architekturbüros
4.1 Umsatz
4.2 Kostenstruktur
4.3 Überschuss

5 Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Rechtsform der Architekturbüros

Abbildung 2: Größe der Architekturbüros

Abbildung 3: Verteilung der Grund- und Zusatzleistungen

Abbildung 4: Struktur der Arbeitgeber

Abbildung 5: Kostenstruktur der Architekturbüros

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

In allen großen Industrienationen hat sich der Wandel der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft bereits vollzogen. Nimmt der Dienstleistungssektor neben der Land- und Forstwirtschaft und dem produzierenden Gewerbe in einer Gesellschaft eine dominierende Stellung ein, spricht man von einer Dienstleistungsgesellschaft. Deutschland gilt seit den siebziger Jahren als Dienstleistungsgesellschaft. Der Begriff „Dienstleistung“ umfasst alle immateriellen Güter. Im Wesentlichen sind das Tätigkeiten, die sich an den Bedürfnissen der Endverbraucher orientieren sowie dazu dienen, Sachgüter nutzen zu können. Hohe Ansprüche werden im Dienstleistungssektor an den Unternehmer gestellt. Nach Experteneinschätzung ist in Zukunft nicht der Spezialist gefragt, sondern eine Persönlichkeit, die sich auf ihrem Fachgebiet zwar auskennt, sich aber auch allgemein weiterbildet. Durch den hohen Kundenkontakt dieser Branche werden kommunikative und soziale Fähigkeiten immer wichtiger.[1]

Ein Unternehmer in diesem Sinne ist Architekt, der sein eigenes Architekturbüro betreibt. Der ursprüngliche Aufgabenbereich des Architekten ist in den Architektengesetzen der Länder wie folgt definiert: „Berufsaufgabe des Architekten ist die gestaltende, technische und wirtschaftliche Planung und Ausführung von Bauwerken.“[2] Die Anforderungen an die Qualifikationen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Routinierte Kenntnisse in den gängigen EDV-Anwendungen werden ebenso wie die so genannten Soft Skills vorausgesetzt. Darunter werden allgemeine nicht berufsbezogene Fähigkeiten wie Team- und Durchsetzungsfähigkeit sowie selbstständiges und zielorientiertes Denken verstanden. Nicht nur die beruflichen Anforderungen an den Architekten, auch die Situation auf dem deutschen Markt für Architekturleistungen haben sich verändert. Deutschland hat im europäischen Vergleich eine sehr hohe Architektendichte. Auf 697 Einwohner kommt ein Architekt bzw. Stadtplaner.[3] Das hohe Angebot an Architekturleistung, kann durch die geringe Nachfrage der Bauwirtschaft nicht ausgeglichen werden. In Deutschland stellen sich aktuell 37.233 Architekturbüros dieser angespannten Marktsituation.[4]

Die Zielsetzung dieser Arbeit besteht darin, die wirtschaftliche Situation der Architekturbüros in Deutschland, unter dem Aspekt eines Wirtschaftsunternehmens, darzustellen. Mit Hilfe der Strukturanalyse erfolgt eine Klassifizierung der Büros nach ihrer Größe. Dies ermöglicht eine präzisere Aussage über ihre wirtschaftliche Situation und daraus resultierende Herausforderungen, die sich für den Berufsstand ergeben können. Mit dem Einführungskapitel soll zunächst ein Überblick über die Bürostrukturen Aufklärung über die deutschen Architekturunternehmen liefern. Hierfür wird nach Fachrichtung, Rechtsform und Alter des Büros sowie Größe und Personalstruktur in Kapitel 2 unterschieden. Damit wird auch gleichzeitig das notwendige Grundlagenwissen zum Verständnis der betriebswissenschaftlichen Kennzahlenauswahl zur Bewertung der wirtschaftlichen Situation vermittelt. Anfänglich drängt sich geradezu die Frage auf, welche Tätigkeitsfelder der Architekt bedient und wer seine Auftraggeber sind. Sowie die Verteilung der Aufträge und die allgemeine Auftragslage sind wesentliche Faktoren, um die Situation der Architektenbüros beurteilen zu können. Diesen Fragen soll in Kapitel 3 nachgegangen werden. Kapitel 4 widmet sich der kritischen Frage, nach den wirtschaftlichen Erfolgskennzahlen Umsatz und Kosten. Zusätzlich wird ein Blick auf den Überschuss der einzelnen Büros und mögliche Einflussfaktoren geworfen, bevor das letzte Kapitel mit einer Zusammenfassung und mit einem Ausblick auf Herausforderungen an die Architektenschaft als Unternehmer abschließt.

2 Struktur der Architekturbüros

Für eine aussagekräftige Bewertung der wirtschaftlichen Situation der deutschen Architekturbüros ist es im Vorfeld notwendig, wesentliche Strukturdaten zu den Büros näher zu erläutern. Ein allgemeiner Blick auf Fachrichtungen, Rechtsformen und Alter der Büros dient dem Verständnis der Branche. Darüber hinaus ist vor allem die Bürogröße und die Beschäftigtenstruktur ein wichtiger Faktor, um die Umsätze und Kosten eines Unternehmens zu analysieren.

2.1 Fachrichtungen, Alter und Rechtsform der Büros

Der Titel „Architekt“ ist in Deutschland gesetzlich geschützt und darf nur von Mitgliedern der Architektenkammer getragen werden. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist der Nachweis eines erfolgreich abgeschlossenen Studiums der Fachrichtung Architektur, Innenarchitektur, Garten- und Landschaftsarchitektur oder Stadtplanung sowie der Nachweis über zwei Jahre berufspraktische Erfahrung. Die bedeutendste Fachrichtung innerhalb der Architektenschaft stellen mit 86,8 % die Hochbauarchitekten dar. Als Landschaftsarchitekten betätigen sich 5,6 % der eingetragenen Kammermitglieder, 4,5 % sind als Innenarchitekten und 3,2 % als Stadtplaner tätig.[5] Der Schwerpunkt in den Architekturbüros liegt auf nur einer Fachrichtung. Zwei Drittel dieser Büros sind ausschließlich auf Architektur spezialisiert. Was den Stellenwert dieser Fachrichtung in der Branche bestätigt. Werden zwei Fachrichtungen angeboten, handelt es sich allerdings nicht um die Kombination Architektur und Innenarchitektur wie zu erwarten, sondern um Architektur mit Stadtplanung.[6] Eine Erklärung dafür wäre, dass Innenarchitekten durchschnittlich niedrigere Überschüsse erwirtschaften als die anderen Fachrichtungen.

Das Alter des Büros könnte auch eine Determinante sein, die den Überschuss des Architekturbüros Einfluss nimmt. Unterscheiden lassen sich die Büros nach drei Phasen. Von der Gründungsphase wird gesprochen, wenn ein Büro noch nicht länger als fünf Jahre existiert. Darauf folgt die Konsolidierungsphase zwischen fünf und zehn Jahren. Zwei Drittel der Büros in Deutschland bestehen schon länger als zehn Jahre auf dem Markt. Zu erkennen ist auch ein regionaler Unterschied. In den alten Bundesländern ist der Anteil der Büros, die vor zwanzig Jahren gegründet worden sind, höher als in den neuen Bundesländern. Generell ist der Berufstand in den östlichen Bundesländern nicht so stark vertreten.[7] Je länger ein Unternehmen etabliert ist, desto stärker könnte die Marktdurchdringung sein. Eine starke Marktpenetration kann zu einem größeren Marktanteil sowie auch zu einer Ausweitung des Marktvolumens führen. Ein Resultat wäre eine mögliche Preissenkung bzw. eine Erhöhung der Absatzmenge, die sich auf den Überschuss auswirken könnte.[8]

[...]


[1] Vgl. Brockhaus (2004), S. 128

[2] Vgl. Architektengesetz §1

[3] Vgl. Architektenstatistik (2006)

[4] Vgl. VR Info: Branchen special (2006), S. 2

[5] Vgl. Architektenstatistik (2006)

[6] Vgl. Hommrich, C.; Ebers, T. (2006), S. 25ff

[7] Vgl. Hommerich, C.; Ebers, T. (2006), S. 26

[8] Vgl. Zollondz, H. (2005), 54

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Architekturbüros als Wirtschaftsunternehmen - Die wirtschaftliche Situation deutscher Architekturbüros
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
23
Katalognummer
V77746
ISBN (eBook)
9783638856034
ISBN (Buch)
9783638855150
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Architekturbüros, Wirtschaftsunternehmen, Situation, Architekturbüros
Arbeit zitieren
Susanne Karst (Autor), 2006, Architekturbüros als Wirtschaftsunternehmen - Die wirtschaftliche Situation deutscher Architekturbüros, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77746

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