Ikonographie von Picassos "Guernica"


Hausarbeit, 2006

16 Seiten, Note: 2

Daniel Sim (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Picassos Guernica
I. Die Geschichte des Bildes
1. Der Spanische Bürgerkrieg und die Bombardierung Guernicas
2. Der Auftrag an Picasso
3. Die Entstehung von Guernica
3.1 Picassos Skizzen zu Guernica
II. Bildbeschreibung
III. Komposition
IV. Farbige Gestaltung oder Grisaille
V. Die Leinwandstufen von Guernica
VI. Bildinhalte und Die Ikonographie von Guernica

C. Schluss

Literaturverzeichnis

A. Einleitung

Zu Picassos berühmtesten Arbeiten gehört das monumentale Gemälde Guernica, welches er anlässlich der Weltausstellung 1937 in Paris für den spanischen Pavillon anfertigte. Drei Monate nachdem er den Auftrag dafür erhielt wurde die spanische Stadt Guernica im April 1937 durch das faschistische Franco – Regime mit Unterstützung der deutschen Truppen bombardiert und vollständig zerstört. In Reaktion auf diese Geschehnisse während des spanischen Bürgerkriegs entstand dann Guernica.

Das Bild, das nur in den Tönen schwarz, weiß und grau gestaltet ist, hat die Maße von 349 ×777 cm und hängt heute im Museum Reina Sofia in Madrid.

Diese Hausarbeit hat die Ikonographie Picassos Guernica zum Thema. Schwerpunkt soll dabei auf die Endfassung des Werkes gelegt werden. Ziel der Arbeit ist es weniger die historischen Hintergründe herauszuarbeiten, sondern vielmehr die Bedeutung des Bildes als ganzes, aber auch der einzelnen Bildelemente darzulegen.

Zunächst möchte ich dafür auf die Entstehungsgeschichte und den historischen Hintergrund des Gemäldes eingehen. Darauf folgend werde ich eine detaillierte Bildbeschreibung anfertigen, auf deren Grundlage die Komposition, die Farbgestaltung, die Leinwandstufen und die Ikonographie erläutert werden.

B. Picassos Guernica

I. Die Geschichte des Bildes

1. Der Spanische Bürgerkrieg und die Bombardierung Guernicas

Spanien war im Jahr 1930 ein wirtschaftlich zurückgebliebener Agrarstaat unter einem König, beherrscht von Großgrundbesitzern, der Armee und der Kirche. 1931 wurde die Monarchie durch eine sozialistische Republik abgelöst, die offen gegen Armee und Kirche vorging. Spanien war von gewaltsamen, blutig verlaufenden sozialen und politischen Auseinandersetzungen geprägt. Die Unzufriedenheit wuchs auf allen Seiten. Die bürgerlich-republikanische und sozialistische Regierung wurde 1934 von einem Bündnis aus Monarchisten und Rechtsrepublikanern abgelöst. Dies führte zu einem Bergarbeiteraufstand und einem Generalstreik, der vom Militär unter dem Oberbefehl General Francos mit Unterstützung durch das faschistische Italien blutig niedergeschlagen wurde.[1]

Im Februar 1936 übernahm die Volksfront nach ihrem Wahlsieg legal und demokratisch legitimiert die Regierung. Diese neue Politik führte zu noch größerer Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Die Falange, der spanische Ableger des internationalen Faschismus, versuchte durch Terroranschläge die Arbeiterbewegung niederzudrücken.[2]

Am 13. Juli 1936 nahm eine Gruppe von Generälen in Spanisch - Marokko die Ermordung des Führers der Monarchisten zum Anlass, den Sturz der Regierung zu proklamieren. Der Bürgerkrieg begann mit einem Aufstand des von Franco kommandierten Militärs in Spanisch- Marokko, der sich am 18. Juli auch auf das Mutterland ausbreitete. In wenigen Tagen war in ganz Spanien der Bürgerkrieg ausgebrochen. Der Republikanischen Regierung stand ein Bündnis aus Nationalisten, Falangisten und Antirepublikanern gegenüber, getragen von Streitkräften unter der Führung Francos, der mit Hilfe Italiens und des nationalsozialistischen Deutschlands seine Truppen aus Nordafrika nach Spanien hatte übersetzten können. Im Herbst des Jahres 1936 beherrschten die aufständischen Nationalisten fast die Hälfte des Landes und belagerten Madrid. Am 29. September 1936 wurde General Franco von der Militärjunta zum Staatsoberhaupt ernannt. Eine Militärdiktatur wurde schritt für schritt in den von den nationalistischen Truppen besetzten Teilen Spanien errichtet. Mit diesen Truppen arbeitete die „Legion Condor“ zusammen, eine deutsche Luftkriegseinheit.

Falangistische Luftstreitkräfte, bestehend aus spanischen, italienischen und deutschen Truppen unter deutschem Oberbefehl, zerstörten am 26. April 1937 die Stadt in dreieinhalb Stunden dauernden Angriff total. Das ungeschützte Städtchen Guernica war als Angriffsziel militärisch belanglos. Die Zerstörung war ein reiner Terrorakt und der erste totale Luftangriff in der Geschichte der Menschheit.

2. Der Auftrag an Picasso

Picasso erhielt 1937 den Auftrag, ein großes Wandgemälde für die Weltausstellung, die in Paris 1937 eröffnet werden sollte, zu malen.

Über den Auftrag an Picasso ist nichts Genaueres bekannt. Er soll sich bei Vorgesprächen in Paris 1937, die auf Veranlassung von José Renau, dem Direktor General de Bellas Artes, eher ausweichend verhalten haben.[3]

Das Wandgemälde war als die Hauptattraktion in der offenen Eingangshalle des Spanischen Pavillons gedacht, in deren Mitte ein Brunnen von Alexander Calder stand. Hierfür mietete Picasso ein Atelier in der Rue des Grands – Augustins, da seine Wohnung in der Rue La Boétie für das geplante Gemälde zu klein war.[4] Picasso dachte erst daran, eines seiner Hauptthemen, Maler und Modell, heranzuziehen.[5]

Durch die Meldungen, die am Freitag, den 30. April, und am Samstag den 1. Mai, von der Bombardierung Guernicas berichteten, verwirft er jedoch sein ursprüngliches Konzept.[6]

Die Annahme Picasso hätte sich wenig um die politischen Veränderungen seiner Zeit gekümmert, wird durch eine intensive Auseinandersetzung mit seinem Werk widerlegt. Er beginnt am 1. Mai mit den ersten Skizzen zu Guernica. [7]

3. Die Entstehung von Guernica

3.1 Picassos Skizzen zu Guernica

Am 1. Mai 1937 beginnt Picasso mit den Vorzeichnungen zu Guernica [8].

Obwohl die erste Skizze noch sehr vage ist, scheint bereits eine inhaltliche Konzeption zu existieren. Links steht ein Stier gekennzeichnet durch die Hörner und den Schwanz. Auf seinem Rücken scheint ein Vogel zu sitzen und zu seinen Füßen liegt eine Figur, in der man später den Krieger erkennen mag. In der Bildmitte ist das verwundete Pferd nur flüchtig angedeutet. Rechts oben lehnt sich bereits eine Figur aus dem Fenster eines Hauses und streckt etwas, was sich später als Lampe oder Windlicht entwickeln wird, weit heraus.[9] Die allegorische Hauptmotive – Stier, Pferd, Lichtträgerin- sind von Anfang an da. Eine direkte Verbindung zu dem Geschehen gibt es nicht. In der zweiten Zeichnung vom 2. Mai ist bei der Lichtträgerin ein herabhängendes Tuch dazugekommen. Unter dem Fenster der Lichtträgerin erscheint jetzt ein großes Dreieck. In dieser Zeichnung liegt der Krieger mit dem Kopf nach links und das Pferd ist völlig zusammengebrochen. Der Stier springt – den Kopf der Lichtträgerin zugewandt – davon. Die letzte Vorzeichnung zu Guernica vom 9. Mai 1937 enthält mehr Motive.

[...]


[1] Warncke, Pablo Picasso Band II, S. 387

[2] Warncke, Pablo Picasso Band II, S. 387

[3] Spies, Picasso, Die Zeit nach Guernica, S.15.

[4] Fisch, Picasso, „Guernica“, S. 7.

[5] Fisch, Picasso, „Guernica“, S. 7.

[6] Warncke, Picasso Band II, S. 388

[7] Warncke, Picasso Band II, S. 388

[8] Warncke, Picasso Band II, S. 388

[9] Fisch, Picasso, „Guernica“, S. 78.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Ikonographie von Picassos "Guernica"
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V77770
ISBN (eBook)
9783638823142
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ikonographie, Picassos, Guernica
Arbeit zitieren
Daniel Sim (Autor), 2006, Ikonographie von Picassos "Guernica", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77770

Kommentare

  • Tristan Schütz am 1.2.2011

    Hallo Herr Sim,
    undzwar wollte ich frage ob man ihre veröffentlichung nur mittels e-book öffnen kann oder ob auch die möglichkeit besteht es über ein programm wie z.B den Adobe reader zu öffnen?

  • Gast am 1.2.2011

    Hallo!
    Da es sich hierbei um eine pdf handelt, wird man sie auch mit dem Adobe Reader öffnen können.

  • Gast am 2.2.2011

    Sehr geehrter Herr Schütz, wie Herr Müller bereits korrekt geantwortet hat, liegt das E-Book im PDF-Format vor und kann deswegen ganz normal mit dem Adobe Reader geöffnet werden. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Beste Grüße, Antje Bärmann (GRIN Verlag GmbH, ab@grin.com)

  • Tristan Schütz am 2.2.2011

    danke schön

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Titel: Ikonographie von Picassos "Guernica"



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