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Ausbreitung und Funktionen mittelniederdeutscher Literatur im hanseatischen Raum

Title: Ausbreitung und Funktionen mittelniederdeutscher Literatur im hanseatischen Raum

Term Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Matthias Widner (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die Hanse ist eines der bedeutendsten Phänomene des Mittelalters. Wie kein anderes hatte sie die Geschichte Nordeuropas mitbestimmt, während die Handlungsschwerpunkte der Kaiser im Heiligen Reich Römischer Nation eher in Süddeutschland und Südeuropa lagen. Neben ihrer wirtschaftspolitischen Funktion kam ihr mit dem Übergang von der Kaufmannshanse zur Städtehanse, d.h., mit der Intensivierung der zwischenkommunalen Kontakte, im wachsenden Maße eine kulturpolitische Bedeutung zu.

Die niederdeutschen Kaufleute verbanden nicht nur Absatzmärkte mit Rohstoffhäfen, sondern brachten dem nord- und osteuropäischen, gerade im Entstehen begriffenen oder noch nicht vorhandenen, Bürgertum auch literarische und sprachliche Errungenschaften West- und Mitteleuropas näher. Die Ausbreitung und Verwendung des Niederdeutschen soll jedoch nur im Kontext mit der Bedeutung der Hanse für die Literatur in Nordeuropa behandelt werden.

Neben dem Kulturtransport ist die Frage der Freizeitgestaltung der Angehörigen der Kantoren oder Schiffsbesatzungen im Winter vom Interesse. In dieser Jahreszeit – vom 11. November bis zum 22. Februar – war es verboten Handelsverkehr über der Ostsee zu betreiben. Es ist wenig glaubhaft, dass es dort nur mit einer solchen Brutalität zuging, von der die Etymologie des Wortes „hänseln“ zeugt. Gesicherter ist die Beschäftigung mit Erzählungen und Musik. Das hansische Erzählen, d.h., die Literatur der Hanse , soll in dieser Arbeit am Beispiel von mehreren Beispieltexten auf ihre Funktionen und Ausbreitung untersucht werden. Als verbindendes Glied stellt sich die Frage nach den Einflusssphären: War die kulturelle Beeinflussung wechselseitig oder einseitig? Aus welchen Regionen wurden literarische Güter übernommen und in welchen Regionen beeinflusste die niederdeutsche Hanse selbst das geistige Leben?
Methodisch ist die Arbeit daher in zwei Abschnitte untergliedert. Im ersten werden die Umgebungskriterien hanseatischer Literatur untersucht. Hier spielen historische, literaturwissenschaftliche und sprachwissenschaftliche Faktoren eine Rolle, obwohl zwischen diesen keine absolute Zäsur vorgenommen werden kann.
Im zweiten Teil werden einzelne Werke genauer beschrieben. Gleichwohl sie die mittelalterliche Literatur des hanseatischen Raums nur ansatzweise repräsentieren, wird versucht, typische Wesenszüge der damaligen Literatur herauszustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Umgebungskriterien hanseatischer Literatur

a. Historischer Kontext

b. Literaturwissenschaftlicher Kontext

c. Sprachwissenschaftlicher Kontext

3. Funktionen der Literatur an verschiedenen Beispielen

a. Die Mittelniederdeutsche Margaretenlegende

b. Die Thidrekssaga

c. Reynke de Vos

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Ausbreitung und die vielfältigen Funktionen mittelniederdeutscher Literatur im hanseatischen Raum. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, inwieweit die kulturelle Beeinflussung zwischen der Hanse und anderen Regionen wechselseitig oder einseitig verlief und wie literarische Güter transportiert und rezipiert wurden.

  • Die Rolle der Hanse als Kulturvermittler im nord- und osteuropäischen Raum.
  • Analyse der historischen, literaturwissenschaftlichen und sprachwissenschaftlichen Rahmenbedingungen.
  • Untersuchung exemplarischer Texte wie der Margaretenlegende, der Thidrekssaga und Reynke de Vos.
  • Die kaufmännische Leserschaft und das Mäzenatentum im späten Mittelalter.
  • Sprachwandel und die Etablierung des Mittelniederdeutschen als Kommunikationsmittel.

Auszug aus dem Buch

3. Funktionen der Literatur an verschiedenen Beispielen

Die Margaretenlegende hatte als Heiligenverehrung das Bewusstsein der Menschen im späten 14. und vor allem im 15. Jahrhundert stark geprägt. Dieses literarische Thema steht vor allem im Zusammenhang mit der wachsenden Religiosität von Laien und Geistlichen, der wachsenden Kritik an der Verweltlichung der Kloster- und Vatikangeistlichkeit und der Verwirrung durch das kirchliche Schisma in Ost- und Westkirche.

Die Passion der heiligen Margareta von Antiochien gehörte zu den am weitesten verbreiteten literarischen Themen des Mittealters. Sie entstand im Orient und gelang dann über mehrere lateinische Versionen im 12. Jahrhundert ins westeuropäische Abendland, wo auch die volkssprachlichen Bearbeitungen entstanden. Insgesamt sind 27 eigenständige deutschsprachige und niederländische Versionen bekannt. Die im folgendem zu behandelnde „Margaretenlegende“ ist die einzige vollständig vorhandene Variante, welche nicht direkt nicht direkt übersetzt, sondern wahrscheinlich im 15. Jahrhundert mittelniederdeutsch verfasst wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Hanse als bedeutende Kultur- und Wirtschaftsmacht ein und skizziert die methodische Unterteilung der Arbeit in die Untersuchung der Umgebungskriterien und einzelner literarischer Werke.

2. Umgebungskriterien hanseatischer Literatur: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen, literaturwissenschaftlichen und sprachwissenschaftlichen Kontext, um die Voraussetzungen für die Literaturproduktion und -rezeption im hansischen Raum zu analysieren.

3. Funktionen der Literatur an verschiedenen Beispielen: Hier werden an drei konkreten Textbeispielen – der Margaretenlegende, der Thidrekssaga und Reynke de Vos – die Funktionen, Überlieferungswege und die soziokulturelle Bedeutung der Literatur für die hansischen Kaufleute und das Bürgertum untersucht.

4. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die Rolle der Hanse als Kulturvermittler und stellt fest, dass die Literaturproduktion eng mit den sozioökonomischen Interessen des Patriziats verknüpft war.

Schlüsselwörter

Hanse, Mittelniederdeutsch, Literaturgeschichte, Kulturtransport, Kaufleute, Patriziat, Margaretenlegende, Thidrekssaga, Reynke de Vos, Sprachwechsel, Volksbücher, Sprachlandschaft, Buchdruck, Rezeption, Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Ausbreitung und den Funktionen mittelniederdeutscher Literatur im Einflussbereich der Hanse während des Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit konzentriert sich auf die historischen, literaturwissenschaftlichen und sprachgeschichtlichen Rahmenbedingungen, unter denen hansische Literatur entstand und verbreitet wurde.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es zu klären, wie literarische Güter im hanseatischen Raum transportiert wurden und ob kulturelle Einflüsse zwischen der Hanse und anderen Regionen einseitig oder wechselseitig stattfanden.

Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?

Die Arbeit gliedert sich in zwei Hauptteile: Die Untersuchung der Umgebungskriterien (historisch, literatur- und sprachwissenschaftlich) und die Analyse von drei repräsentativen Beispieltexten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert zum einen die sozioökonomischen Faktoren der Literaturproduktion und zum anderen die konkrete Funktion und Ausbreitung von Texten wie der Margaretenlegende, der Thidrekssaga und Reynke de Vos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Hanse, Mittelniederdeutsch, Kulturtransport, Kaufleute sowie der spezifische literaturhistorische Kontext des späten Mittelalters.

Wie beeinflusste das Patriziat die literarische Produktion?

Durch ihr Mäzenatentum und den Wunsch zur Repräsentation sowie zur Gleichstellung mit dem Adel förderten reiche Kaufleute und Patrizier die Übersetzung und Verbreitung von Literatur.

Welche Rolle spielte die Stadt Lübeck in diesem Kontext?

Lübeck fungierte als zentraler Austragungsort der Hanse und Vorort des wendischen Quartiers, wodurch die lübische Mundart eine entscheidende Bedeutung als Ausgleichssprache für die gesamte Region erhielt.

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Details

Title
Ausbreitung und Funktionen mittelniederdeutscher Literatur im hanseatischen Raum
College
University of Rostock  (Institut für Germanistik)
Course
HS: Sprache und Kommunikation in der Hanse
Grade
2,7
Author
Matthias Widner (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V77778
ISBN (eBook)
9783638823166
ISBN (Book)
9783638824804
Language
German
Tags
Ausbreitung Funktionen Literatur Raum Sprache Kommunikation Hanse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Widner (Author), 2007, Ausbreitung und Funktionen mittelniederdeutscher Literatur im hanseatischen Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77778
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