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Die Bedeutung der Stadt in der Philosophie Paul Virilios

Title: Die Bedeutung der Stadt in der Philosophie Paul Virilios

Seminar Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Thomas Neumann (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Paul Virilio ist der Begründer der Dromologie, der Wissenschaft von der Geschwindigkeit, in die unterschiedlichste Disziplinen wie Mediengeschichte, Militärwissenschaft, Urbanistik, Physik und Metaphysik einfließen. Die Dromologie - von griechisch dromos, der Lauf – macht den Versuch, die gesellschaftlichen Verhältnisse aus einer transhistorischen und transpolitischen Sichtweise heraus zu analysieren. Die Geschwindigkeit ist für Virilio der zentrale Entwicklungsfaktor der Menschheitsgeschichte, ihre Kontrolle bildet die Grundlage von Reichtum und politischer Macht.
Die vorliegende Arbeit analysiert die Bedeutung des Themenkomplexes Stadt in der Philosophie Paul Virilios.
Zunächst wird Virilios These von der Entstehung der Stadt aus dem Krieg vorgestellt und die Verflechtungen der Stadt mit politischer Macht und Militär dargestellt. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt jedoch auf der Frage nach der Zukunft der Stadt angesichts der Beschleunigung der menschlichen Lebenswelt im Zeitalter moderner Kommunikationsmedien. Da Virilios Thesen nicht unumstritten sind, werden an geeigneter Stelle Gegenpositionen dargestellt. Besonders im Hinblick auf die Folgen der jüngsten technologischen Entwicklungen für die Zukunft der Stadt wird in einem etwas längeren Exkurs über Florian Rötzers Entwurf der Telepolis ein Gegenmodell zu Virilio vorgestellt, das eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Stadt des Krieges

3. Die Stadt des Verschwindens

4. Die Telepolis: ein Gegenentwurf zu Virilio

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Philosophie Paul Virilios unter dem spezifischen Aspekt der Urbanistik. Dabei wird analysiert, wie Virilio das Konzept der Stadt durch die dromologische Brille – also durch die Linse der Geschwindigkeit – interpretiert, welche Rolle Krieg und Macht für die städtische Entstehung spielen und inwieweit moderne Kommunikationstechnologien den öffentlichen Raum sowie die politische Partizipation gefährden.

  • Die Dromologie als theoretischer Rahmen der Geschwindigkeitsphilosophie
  • Die historische und militärische Genese der befestigten Stadt
  • Die Erosion des öffentlichen Raums durch digitale Echtzeitmedien
  • Die Transformation des Bürgers zum entfremdeten "Zeit-Bürger"
  • Die Telepolis als diskursiver Gegenentwurf zum dromologischen Pessimismus

Auszug aus dem Buch

3. Die Stadt des Verschwindens

Wie bereits angesprochen wurde, ist die Entstehung der Stadt eng mit der Entwicklung des Krieges verzahnt. Gleichzeitig bildet sie jedoch auch den ursprünglichen Ort der Politik. Virilio erklärt dies durch die etymologische Verbindung von griechisch polis und Politik.

„Doch der Bezug zur Stadt ist für mich unmittelbar auch ein Bezug zur Politik. Übrigens sind etymologisch gesehen Städtebau und Politik dasselbe. Das Engagement für eine politische Ideologie hat übersehen lassen, dass Politik zuerst die Stadt, der Stadtstaat ist.“

Da Virilios politisches Denken wesentlich von der antiken Konzeption der polis beeinflusst ist, soll diese kurz vorgestellt werden.

Die antike Stadt war durch drei Bereiche definiert. Auf einem Hügel, der Akropolis stand die Kornkammer, um das Getreide vor Überschwemmungen zu schützen. Dieser Bereich war der heilige Raum, griechisch demenos genannt. Darunter befand sich das, was von den Griechen als agora bezeichnet wurde. Von hier wurde das Korn auf den Hügel gebracht oder verteilt. Die agora bildete gleichzeitig aber auch das kultische und politische Zentrum der griechischen polis. Hier trafen sich die Menschen nicht nur, um Handel zu treiben, sondern hauptsächlich auch zum Meinungsaustausch. Die griechische agora deckt sich in Funktion und Gestalt weitgehend mit dem römischen forum, auch als res publica bezeichnet (daher das Wort Republik). Den Weg in diese Republik säumten Privathäuser, griechisch oikoy, von den Römern als res privata bezeichnet. Der Mensch als zoon politikon konnte sich nur in der Gemeinschaft entfalten, was eine klare Trennung von öffentlichem, res publica, und privatem Raum, res privata, voraussetzte. Erst durch diese strikte Unterscheidung wurde der Mensch frei. Sein Bestreben war es, von der häuslichen Arbeit wegzukommen und in die politeia zu gelangen, wo man sich auf der agora zum Meinungsaustausch traf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Dromologie Paul Virilios und Festlegung der Forschungsfrage zur urbanistischen Perspektive auf sein Werk.

2. Die Stadt des Krieges: Analyse der städtischen Entstehung als militärische Notwendigkeit und Kontrolle der Zirkulation von Massen.

3. Die Stadt des Verschwindens: Untersuchung der Gefährdung des öffentlichen Raums durch die Beschleunigung und mediale Virtualisierung.

4. Die Telepolis: ein Gegenentwurf zu Virilio: Diskussion des Konzepts von Florian Rötzer als konstruktive, wenngleich riskante Alternative zur dromologischen Untergangsvision.

5. Zusammenfassung: Synthese der Bedeutungsebenen der Stadt in Virilios Denken und Reflexion der Offenheit zukünftiger urbaner Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Dromologie, Paul Virilio, Urbanistik, Geschwindigkeit, Polis, Telepolis, Florian Rötzer, Öffentlicher Raum, Echtzeit, De-territorialisierung, Militärarchitektur, digitale Urbanisierung, Medienphilosophie, Mobilität, Zirkulationskontrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die stadtphilosophischen Aspekte innerhalb des theoretischen Gesamtwerks von Paul Virilio.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Geschwindigkeit, militärischer Macht, politischem Raum und der Transformation der Stadt durch moderne Kommunikationstechnologien.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach der Rolle der Urbanistik im Werk Virilios und wie sich die Zukunft der Stadt unter dem Einfluss extremer Beschleunigung gestaltet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Literatur- und Diskursanalyse, die Virilios Thesen aufgreift und sie kritisch mit anderen Theoretikern wie Florian Rötzer abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die militärische Herkunft der Stadt, deren Auflösung durch moderne Medien und den diskursiven Gegenentwurf der Telepolis.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Dromologie, Stadt, Geschwindigkeit, Politik, Telepolis und öffentliche Räume sind die prägenden Begriffe.

Wie unterscheidet sich Virilios Sichtweise von jener Florian Rötzers?

Während Virilio die technologische Entwicklung pessimistisch als Verlust des Raums und der Politik sieht, betrachtet Rötzer diese als notwendige Erweiterung menschlicher Lebenswelten im digitalen Zeitalter.

Welche Rolle spielt der Begriff der "Dromokratie" in dieser Analyse?

Er beschreibt die Herrschaft derer, die die Geschwindigkeit kontrollieren, was Virilio als neuen sozialen Klassenunterschied interpretiert.

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Details

Title
Die Bedeutung der Stadt in der Philosophie Paul Virilios
College
University of Augsburg
Course
Das Bild des Menschen in der Antike und der Gegenwart
Grade
1.0
Author
Thomas Neumann (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V77797
ISBN (eBook)
9783638823258
ISBN (Book)
9783638824866
Language
German
Tags
Bedeutung Stadt Philosophie Paul Virilios Bild Menschen Antike Gegenwart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Neumann (Author), 2006, Die Bedeutung der Stadt in der Philosophie Paul Virilios, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77797
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