Aufmerksamkeitsstörungen bei Kindern - Möglichkeiten der Prävention und Intervention in der Schule


Examensarbeit, 2000
114 Seiten, Note: 1

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1.Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Legitimation und Grenzen
1.3 Aufbau und zentrale Frage

2. Aufmerksamkeitsverhalten und aufmerksames Handeln in der Entwicklung des Kindes
2.1 Zum Begriff `Aufmerksamkeit´
2.2 Merkmale und Aspekte von Aufmerksamkeit
2.2.1 Aufmerksamkeit als Handlung
2.3 Aufmerksamkeit und entwicklungspsychologische Befunde
2.3.1 Aufmerksamkeit im Säuglings- und Kleinkindalter
2.3.2 Aufmerksamkeit im Schulkindalter
2.4 Die Bedeutung von Aufmerksamkeit im Lernprozes

3. Aufmerksamkeitsstörung- Begriffsklärung und Befunde
3.1 Zum Begriff `Aufmerksamkeitsstörung´
3.1.1Begriffliche Klärung
3.1.2 Aufmerksamkeitsstörung als Handlungsbeeinträchtigung
3.2 Die Symptome einer Aufmerksamkeitsstörung
3.2.1 Die Hauptsymptome einer Aufmerksamkeitsstörung
3.2.2 Auswirkungen und Folgen einer Aufmerksamkeitsstörung
3.2.3 Die Sympotme in verschieden Altersstufen
3.3 Die positiven Seiten eines aufmerksamkeitsgestörten Kinde
3.4 Das gleichzeitige Auftreten von anderen Störungen
3.5 Die Häufigkeit und Geschlechtsverteilung einer Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern

4. Diagnostische Möglichkeiten und Kriterien einer Aufmerksamkeitsstörung
4.1 Exploration und Klassifikation einer Aufmerksamkeitsstörung
4.1.1 Die Diagnosekriterien nach DSM IV und ICD 10
4.1.2 Persönliche Entwicklunsgeschichte und Familienhintergrund
4.2 Die Verifikation einer Aufmerksamkeitsstörung
4.2.1 Die Differentialdiagnose
4.3 Die Rolle des Lehrers bei der Diagnostik
4.4 Die therapiezuweisende Diagnostik nach Lauth & Schlottke

5. Zur Entstehung einer Aufmerksamkeitsstörungen
5.1 Hypothesen bezüglich der Ursachen einer Aufmerksamkeitsstörung
5.1.1 Biologische Faktoren
5.1.2 Psychosoziale Faktoren

6. Möglichkeiten der Intervention bei Aufmerksamkeitsstörungen von Kindern
6.1 Möglichkeiten der Intervention in der Schule
6.2 Zur Notwendigkeit der Maßnahmen und Behandlungen außerhalb der Schule
6.2.1 Eltern- und familienzentrierte Maßnahmen
6.2.2 Verhaltenstherapeutische Behandlungsformen
6.2.3 Medizinische Behandlung
6.2.4 Alternative Ansätze

7. Möglichkeiten der Prävention bei Aufmerksamkeitsstörungen von Kindern
7.1 Möglichkeiten der Prävention in der Schule
7.2 Zu eltern- und familienzentrierten Prävention

8. Schlußbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema

Nach einer Umfrage vom Kultusministerium Rheinland-Pfalz, die 1984 stattfand, nannten Schulleiter[1] und Klassenlehrer von 1500 Klassen Unkonzentriertheit und Ungenauigkeit als häufigstes Verhaltensproblem in der Schule. Nicht weitaus seltener wurden Faulheit und mangelndes Interesse als Problem in der Schule genannt. Die Folge aus diesen Verhaltensproblemen ist meist eine mangelnde Schülermitarbeit im Unterricht (Tücke 1998, S. 177). Wichtig erscheint es mir, die Gründe dafür zu suchen.

In unserem Alltagsverständnis ist mangelnde Aufmerksamkeit immer verbunden mit mangelndem Interesse. Auch in der Schule ist ein derartiger Zusammenhang festzustellen. Mangelndes Interesse kann hier zu mangelnder Aufmerksamkeit führen. Ferner können aber auch Rahmenbedingungen in der Schule wie überheizte oder kalte Klassenräume, Lärmbelästigung, Gestaltung der Stunden usw. zu einer mangelnden Aufmerksamkeit beitragen (ebd.). Diese Rahmenbedingungen können meistens beseitigt und so ein aufmerksames Verhalten begünstigt werden.

Darüber hinaus, gibt es aber auch Kinder, die nicht (nur) auf Grund von Rahmenbedingungen in der Schule eine mangelnde Aufmerksamkeit aufweisen, sondern bei denen eine Aufmerksamkeitsstörung für die beeinträchtigte Aufmerksamkeit verantwortlich ist.

1.2 Legitimation und Grenzen

„Du schreibst über aufmerksamkeitsgestörte Kinder in der Schule? Komm doch mal in meine Klasse, da gibt es auch ein paar“. So oder ähnlich reagierten einige Lehrer und Lehreranwärter, als ich ihnen von dem Thema meiner Arbeit berichtete. Ihren Aussagen nach zu urteilen, scheint das Phänomen in fast allen Schulklassen aufzutauchen.

Laut Holowenko (1999) sind drei bis sechs Prozent aller Kinder in verschiedenen Kulturen und geografischen Regionen aufmerksamkeitsgestört (S. 13). Diese Angabe ist durch Untersuchungen weitgehend belegt.

Wenn man von Aufmerksamkeitsstörung spricht, so kann allerdings nicht von der Aufmerksamkeitsstörung gesprochen werden, denn Aufmerksamkeitsstörungen äußern sich immer unterschiedlich.

Da die Zahl der als aufmerksamkeitsgestört diagnostizierten Kinder immer mehr zunimmt, müssen sich der Lehrer[2] sowie die Eltern, Psychologen, Ärzte und andere Berufsgruppen, die mit diesen Kindern in Kontakt stehen, mit der Symptomatik, der Diagnostik und den Ursachen sowie verschiedenen Behandlungsansätzen und Präventionsmöglichkeiten vertraut machen. In dieser Arbeit werden diese Aspekte näher erläutert. Dabei werde ich neben den Schwierigkeiten im Familienalltag vornehmlich auf die Probleme, die durch eine Aufmerksamkeitsstörung in der Schule auftreten, eingehen.

Aber nicht nur in der Schule und in der Familie, in der sich ein aufmerksamkeitsgestörtes Kind befindet, werden die Probleme und Schwierigkeiten, die dieses Kind hat und die im Umgang mit diesem Kind auftreten, thematisiert. Die Störung ist derzeit auch Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten. Deshalb kann vornehmlich auf aktuelle Literatur zurückgegriffen werden.

In öffentlichen Diskussionen und in der Literatur tauchen neben dem Begriff `Aufmerksamkeitsstörung´ auch Begriffe wie `Aufmerksamkeitsdefizitstörung´, `hyperkinetisches Syndrom´, `minimale celebrale Dysfunktion´ u.a. auf. Eine genaue Darstellung der Abgrenzung und der Überschneidungen zu diesen Störungsbildern, ist Aufgabe der Medizin und wird im Rahmen dieser Arbeit nur kurz erläutert.

In der vorliegenden Arbeit verwende ich den Begriff `Aufmerksamkeitsstörung´, da das Kernsymptom der Aufmerksamkeitsstörung im Folgenden einen besonderen Stellenwert einnehmen wird.

Die Darstellung des Phänomens wird sich größtenteils auf Grundschulkinder beschränken. Eine Aufmerksamkeitsstörung bei Jugendlichen wird nur vereinzelt berücksichtigt. Eine Differenzierung bezüglich des Alters von aufmerksamkeitsgestörten Kindern wird nicht immer vorgenommen, weil dieses den Rahmen der Arbeit sprengen würde.

Auch spezifische Merkmale von Mädchen und Jungen bei einer Aufmerksamkeitsstörung werden größtenteils vernachlässigt, weil zum einen auf Grund mangelnder Daten diese Vorgehensweise kaum möglich ist und zum anderen wenig sinnvoll erscheint, da dadurch die gesamte Darstellung an Übersichtlichkeit verlieren würde.

Eine Unterscheidung von Konzentration und Aufmerksamkeit wird nicht vorgenommen, weil weder die theoretische Aufbereitung der Begriffe noch verwendete Messgeräte (Tests) diese exakt unterscheiden können. Deshalb werde ich im weiteren Verlauf dieser Arbeit auf eine Differenzierung von Aufmerksamkeit und Konzentration verzichten, die beiden Ausdrücke werden von mir synonym verwendet.

1.3 Aufbau und zentrale Frage

Um die Bedeutung von Aufmerksamkeit erfassen zu können, muss der Begriff zunächst definiert werden. Da eine Definition von Aufmerksamkeit an sich nicht möglich ist, wird der Begriff in Kapitel 2 lediglich näher umschrieben sowie verschiedene Funktionen, Aspekte und Merkmale von Aufmerksamkeit angeführt. Weiterhin werden die unterschiedlichen Ausprägungen von Aufmerksamkeitsverhalten in verschiedenen Altersstufen dargestellt, um eine Veränderung von Aufmerksamkeit in Abhängigkeit vom Alter deutlich zu machen. Am Ende des Kapitels wird die Bedeutung von Aufmerksamkeit auch im Hinblick auf schulisches Lernen erörtert.

Das darauf folgende Kapitel dient zum einen der begrifflichen Klärung von Aufmerksamkeitsstörungen und zum anderen der Beschreibung der Symptome. Hier wird die Bedeutung von aufmerksamen Verhalten bzw. von unaufmerksamen Verhalten deutlich. Im 3. Kapitel werden die Symptome der Aufmerksamkeitsstörung auch in Abhängigkeit vom Alter dargestellt. Das anschließende Aufzeigen der positiven Seiten schließt eine Fixierung aus, die nur die Schwierigkeiten und Probleme, die ein aufmerksamkeitsgestörtes Kind hat und die im Umgang mit diesem auftreten können, beinhaltet. Zudem werden die Häufigkeit und Geschlechtsverteilung einer Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern kurz angeführt.

Im Anschluss daran werden in Kapitel 4 diagnostische Möglichkeiten und Kriterien dargestellt, die bei der Vermutung einer Aufmerksamkeitsstörung zu Grunde gelegt werden. In diesem Zusammenhang findet eine Untergliederung in Exploration und Klassifikation sowie Verifikation (= Bestätigung) einer Aufmerksamkeitsstörung statt. Es werden die ersten Schritte einer Diagnostik dargestellt, und erläutert wie eine Aufmerksamkeitsstörung bestätigt werden kann. Auch die Rolle des Lehrers wird in diesem Kapitel offensichtlich. Am Ende des Kapitels wird die therapiezuweisende Diagnostik von Lauth/Schlottke (1995) vorgestellt.

Im fünften Kapitel werden die Ursachen einer Aufmerksamkeitsstörung aufgezeigt. Biologische und psychosoziale Faktoren werden angeführt, wenngleich nur Hypothesen über die Ursachen bestehen. Unter anderem sollen die Ausführungen verdeutlichen, dass Erziehungsfehler als Ursache einer Aufmerksamkeitsstörung weitgehend ausgeschlossen werden können.

Das sechste Kapitel beinhaltet schließlich Interventionsmöglichkeiten, die für ein aufmerksamkeitsgestörtes Kind in verschiedenen Lebensbereichen hilfreich sein können, weil diese dem Kind erleichtern können, sich aufmerksam zu verhalten. Es werden Maßnahmen aufgezeigt, die für den Umgang mit diesem Kind geeignet sein können. Dabei werden zunächst Möglichkeiten in der Schule und in der Familie geschildert, weil dieses Lebensbereiche sind, in denen Schwierigkeiten und Probleme primär auftreten. Im Anschluss daran werden verhaltenstherapeutische Maßnahmen und medizinische Ansätze dargestellt, da diese in Ergänzung zu den schulischen sowie eltern- und familienzentrierten Maßnahmen meistens notwendig sind.

Im Anschluss an die Interventionsmöglichkeiten werden in 7. Kapitel Präventionsmöglichkeiten herausgearbeitet. Diese Reihenfolge erscheint sinnvoll, um der Frage nachzugehen, ob die vorgestellten Interventionen immer notwendig sind oder ob Präventionen diese überflüssig werden lassen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei darauf, welche Unterrichtsformen und Unterrichtselemente für alle Schüler förderlich sind. Besondere Berücksichtigung findet in diesem Zusammenhang die angemessene Gestaltung des Unterrichts, die aufmerksames Verhalten und Handeln begünstigt. Weiterhin werden in diesem Kapitel auch eltern- und familienzentrierte Präventionen angeführt. Diese beinhalten allgemeine Elemente einer guten Erziehung, die nicht nur negative Auswirkungen und Beeinträchtigungen einer Aufmerksamkeitsstörung verhindern könnten, sondern das Zusammenleben in der Familie generell unterstützen können.

Den Abschluss jeden Kapitels bildet ein Fazit, welches die wesentlichen Punkte zusammenfasst und einen eigenen Standpunkt darlegt.

Das letzte Kapitel dient dazu die wesentlichen Aspekte der gesamten Arbeit zu resümieren und offen gebliebene Fragen aufzuzeigen. Zudem soll eine Anwort auf die zentrale Frage der Arbeit gegeben werden: Welche Maßnahmen können vom Lehrer ergriffen werden, um aufmerksamkeitsgestörten Kindern die Teilnahme am Unterrichtsgeschehen zu erleichtern sowie aufmerksames Verhalten und Handeln in der Schulklasse zu fördern?

2. Aufmerksamkeitsverhalten und aufmerksames Handeln in der Entwicklung des Kindes

Für vieles in unserem Leben ist Aufmerksamkeitsverhalten und aufmerksames Handeln unentbehrlich. Wenn wir z.B. ein Buch lesen oder eine Rechenaufgabe lösen, wenn wir über die Straße gehen oder einem Vortrag folgen; immer ist `Aufmerksamkeit´ gefordert, wenn das Handeln erfolgreich sein soll. Aber was ist eigentlich Aufmerksamkeit genau? Im folgenden Abschnitt soll dieser Begriff näher erläutert werden.

2.1 Zum Begriff `Aufmerksamkeit´

Wenn jemand in ein Buch `vertieft´ scheint, glauben wir an seinem Verhalten feststellen zu können, dass er aufmerksam ist. Erkennen kann man allerdings nicht, ob er das Gelesene auch wiedergeben könnte oder ob er mit seinen Gedanken nicht bei dem Text ist.

Dieses kurze Beispiel soll deutlich machen, dass eine Beurteilung von Aufmerksamkeit zunächst eher subjektiv ist. Wir können nicht erkennen, ob ein Mensch wirklich aufmerksam ist oder war. Aufmerksamkeit ist schwer zu erfassen

Des Weiteren ist `Aufmerksamkeit´ in seiner Gesamtheit nicht exakt zu definieren. Die Definitionen enthalten lediglich Teilaspekte von Aufmerksamkeit. Der folgende Abschnitt beinhaltet demnach nur den Versuch einer Definition.

Der Versuch einer Definition des Begriffs `Aufmerksamkeit´

Infolgedessen, dass man `Aufmerksamkeit´ nicht in seiner Gesamtheit definieren kann, sollte man nicht von der Aufmerksamkeit an sich sprechen. Der Begriff wird lediglich umschreibend dargestellt, d.h. es werden einzelne Aspekte und Merkmale von Aufmerksamkeit in verschiedenen Definitionen integriert. Im Folgenden werden daher einige ausgewählte Ansätze unterschiedlicher Autoren angeführt.

Kolberg (1998) ist der Meinung, „die Aufmerksamkeit ist eine wichtige neuropsychologische Funktion und ein Aspekt des Bewusstseins“ (S. 63). `Aufmerksam sein´ bedeutet für ihn die Versunkenheit in eine Tätigkeit, bei der alle anderen Reize ausgeblendet werden. Unaufmerksam ist dagegen derjenige, der abgelenkt ist, seinen Gedanken nachhängt, den ein anderes Ereignis beschäftigt, welches verhindert, bei der Sache zu bleiben (ebd.).

Auch Lukesch (1998) akzentuiert in Anlehnung an Dorsch das Bewusstsein. Er verweist auf die Psychologie, die unter „ Aufmerksamkeit eine auf die Beachtung eines Objekts (Vorgang, Gegenstand, Idee etc.) gerichtete Bewußtseinshaltung, durch die das Beobachtungsobjekt apperzipiert wird“, versteht (Dorsch, zit. n. Lukesch 1998, S. 264; Hervorhbg. im Original).

Die Autoren stimmen folglich darin überein, dass derjenige aufmerksam ist, der sich einer Tätigkeit bewusst ist. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass Aufmerksamkeit keine isolierte Funktion ist, sondern immer an eine Tätigkeit gebunden ist. Mit ihr geht das Aufnehmen und Verarbeiten von Information einher (Rapp 1982, S. 17).

Andere Autoren heben besonders die Selektivität hervor. Unter diesem Aspekt liefern Diebel/Feige/Gedschold/Goddemeier/Schulze/ Weber (1998) eine entsprechende Definition von Aufmerksamkeit. Sie gehen davon aus, dass „Aufmerksamkeit [...] als Zustand gesteigerter Wachheit bezeichnet werden [kann]. Sie ermöglicht das präzisere und deutlichere Erfassen von Erkenntnisobjekten, die vom Wahrnehmungsumfeld stärker abgehoben, beachtet und fixiert werden. Dabei ist die Selektivität der Wahrnehmung als Hauptaspekt zu betrachten“ (Brickenkamp/Karl zit. n. Diebel u.a. 1998, S. 642). Aus der Vielfalt des Informationsangebotes können dadurch relevante Informationen zentriert, gegliedert und gefiltert werden“ (Broadbent, zit. n. Diebel u.a. 1998, S. 642).

Abschließend soll eine Definition von Rapp angeführt werden. Sie wird im weiteren Verlauf zu Grunde gelegt, weil sie im Hinblick auf die Schule wichtige Aspekte und Merkmale von Aufmerksamkeit beinhaltet. Aus diesem Grund sollte sie bei dem Versuch einer Definition nicht vernachlässigt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die vorangegangenen unterschiedlichen Definitionen machen deutlich, dass weitere Begriffserklärungen unerlässlich sind, um den Begriff Aufmerksamkeit hinreichend beschreiben zu können. Dies soll mittels einer Vorstellung unterschiedlicher Aspekte, Merkmale und Funktionen von Aufmerksamkeit in Anlehnung an verschiedene Autoren erfolgen. Je nach Interesse und theoretischem Standort der Autoren heben diese spezielle Aspekte deutlicher hervor.

2.2 Merkmale und Aspekte von Aufmerksamkeit

Bei der Umschreibung des Begriffs `Aufmerksamkeit´ wird deutlich, dass es Elemente gibt, die in der Theorie eines Autors zu finden sind, die in einem Ansatz eines anderen Autoren jedoch vernachlässigt werden.

Einen besonders aktuellen Ansatz liefern Resch et. al. (1999, S. 332). Nach ihnen wird Aufmerksamkeit durch vier Aspekte beschrieben:

- Kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit ist die benötigte Zeit, um einen Gesprächsinhalt aufzufassen oder ein Schlüsselsignal zu erkennen.
- Selektive Aufmerksamkeit stellt die Fähigkeit dar, sich nicht durch Störreize ablenken zu lassen.
- Teilung der Aufmerksamkeit bedeutet mehrere Prozesse gleichzeitig parallel ablaufen zu lassen.
- Daueraufmerksamkeit ist das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit auch bei monotonen Anforderungen.

Dieser Ansatz liefert wichtige Aspekte im Hinblick auf schulisches Lernen. Vor allem die Daueraufmerksamkeit spielt eine Rolle. In der Schule sind die Aufgaben aus der Sicht der Schüler oftmals monoton. Die Aufmerksamkeit auch bei monotonen Aufgaben aufrechterhalten zu können, ist aber eine wichtige Fähigkeit für das Lernen in der Schule. Weitere Ausführungen dazu sind in Kapitel 2.4 aufgeführt.

An zweiter Stelle ist der theoretische Ansatz von Wagner (1984) zu nennen. Er soll ebenso zu einem besseren Verständnis von Aufmerksamkeit beitragen.

Sie führt in Anlehnung an Smirnow u.a. zwei wesentliche Merkmale von Aufmerksamkeit an:

- Aufmerksamkeit ist selektiv. Darunter versteht Wagner (1984), dass Aufmerksamkeit bestimmt, was wir als wesentlich bzw. unwesentlich ansehen (S. 19).
- Aufmerksamkeit kann willentlich gesteuert oder unwillkürlich funktionieren (ebd.).

Ebenso hebt Rapp (1982) die Bedeutung der Selektivität hervor. Er stellt Aufmerksamkeit als Selektion von Information dar. Er erklärt, dass der Mensch nicht in der Lage ist, die Vielzahl der auf ihn einströmenden Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Aus diesem Grunde trifft dieser eine Auswahl; er selektiert. Dabei bestimmen nach Rapp (1982) physikalische Eigenschaften der Stimuli, aber auch „der Inhalt und andere Attribute der Information sowie Hinweise in der sozialen Situation und Erwartungen des Hörers“ (S. 60-62) die Auswahl der Information.

Unwillkürliche Aufmerksamkeit definiert Kleber (1978) als Aufmerken und Bemerken ohne zentrale Steuerung. Dagegen spricht er von willkürlicher Aufmerksamkeit, wenn eine willentliche, bewusste Ausrichtung auf einen Gegenstand stattfindet (S. 395).

Auch Remschmidt/Schmidt (1988) integrieren diesen Aspekt in ihrer Definition von Aufmerksamkeit. Ihrer Ansicht nach, bietet es sich an, „Aufmerksamkeit als eine Funktion des Bewusstseins zu definieren und damit einen willkürlichen oder unwillkürlichen psychischen Vorgang zu bezeichnen ...“ (S. 387).

Rapp (1982, S. 13-15) hebt weitere Aspekte von Aufmerksamkeit in seinem Ansatz hervor. Er ist davon überzeugt, dass Aufmerksamkeit unterschiedliche Bedeutungen hat und dass man differenzieren und präzisieren muss, um die Arten von Aufmerksamkeit deutlich zu machen. Er unterscheidet deshalb folgende begriffliche Zugänge:

Der Aufmerksamkeitsumfang, genannt auch Spanne der Aufmerksamkeit, ist die Anzahl der bemerkten Elemente einer kurzen Darbietungszeit.

Die Spaltbarkeit [3] beinhaltet, dass mehreren Tätigkeiten gleichzeitig nachgegangen werden kann. Es gibt Handlungen, bei denen das Ausführen zweier Tätigkeiten selbstverständlich ist (z.B. beim Auto fahren), bei anderen fällt es allerdings ungemein schwer (z.B. einem Sprecher zuhören und nebenbei einen Brief schreiben).

Willkürliche Aufmerksamkeit meint den bewussten Entschluss der selektiven Wahrnehmung. Damit einher geht oft ein gewisser Widerstand, sich mit bestimmten Sachverhalten zu beschäftigen.

Aufmerksamkeitskonzentration bedeutet, dass die Beobachtung intensiviert wird und eine Einengung auf beachtete Inhalte stattfindet.

Die Dauer der Aufmerksamkeit bezeichnet die Zeitspanne, in der die Aufmerksamkeitsleistungen aufrechterhalten werden können. Die Aufmerksamkeitsdauer ist abhängig vom Anregungsgehalt der Situation sowie vom Lebensalter des Kindes und dem Anforderungsniveau der Aufgabe.

Seriales Vorgehen versus paralleles Vorgehen. Beim serialen Vorgehen wird eine Sache zu einer Zeit getan. Die Ausführung mehrerer Tätigkeiten macht dabei das Umspringen von einer zur anderen Tätigkeit notwendig. Parallele Aufmerksamkeitsprozesse dagegen ermöglichen das Beachten mehrerer Dinge gleichzeitig.

Aufmerksamkeitsschwankungen sind unwillkürliche Veränderungen der Intensität von Aufmerksamkeit, die sich besonders bei der Wahrnehmung eines schwachen Reizes manifestieren, z.B. beim Ticken einer Uhr. Manchmal wird das Ticken wahrgenommen, ein anderes Mal dagegen nicht.

Fixierende Aufmerksamkeit versus fluktuierender (schwankender) Aufmerksamkeit. Jeder Mensch hat eine persönlichkeitsspezifische Neigung zu einer dieser Formen. Manche Menschen tendieren dazu, Aufmerksamkeit lange Zeit gleich bleibend auf einen Gegenstand zu richten, andere lassen Aufmerksamkeit „wandern“ (S. 15).

Neben dieser ausführlichen Beschreibung der Aspekte von Aufmerksamkeit unterscheidet Rapp (1982, S. 20-21) Merkmale von Aufmerksamkeit, die seiner Meinung nach „wesentliche, konstituierende Bestimmungen“ (S. 20) sind.

1. Durch Aufmerksamkeit wird allgemeines Wahrnehmen auf bestimmte Gegenstände ausgerichtet und intensiviert. Unscharfes Empfinden entwickelt sich zu bewusster, klarer Wahrnehmung. Daraus ergibt sich, dass Aufmerksamkeit nicht per se untersucht werden kann. „Aufmerksamkeit ist immer an eine Tätigkeit und an einen Gegenstand gebunden und wird von dieser Tätigkeit und der damit verbundenen Anstrengung aufrechterhalten“ (S.20) .
2. Rapp (1982) bezeichnet die Selektion als ein Merkmal von Aufmerksamkeit (s.S. 11).
3. Auch die Intensität ist ein Merkmal von Aufmerksamkeit. Dabei ist es von Bedeutung, wieviel Aufmerksamkeit der Organismus gegenüber der Tätigkeit aufbringt.
4. Aufmerksamkeit hat auch eine Optimierung der Prozesse zur Folge. Sie ist oftmals eine unerlässliche Voraussetzung für ein Gelingen von Handlungen.
5. Durch Aufmerksamkeit werden Prozesse des Denkens, Wahrnehmens usw. klarer. Gegenstände werden plastisch ins Bewusstsein gerückt.
6. Ferner ist Aufmerksamkeit ein hypothetisches Konstrukt, d.h. sie ist nicht direkt beobachtbar.

Dem letzten Merkmal schließen sich auch Lang/Metzner (1999) an. Auch sie gehen davon aus, dass Aufmerksamkeit nicht direkt zu beobachten ist. Ihrer Ansicht nach muss Aufmerksamkeit aus proximalen Merkmalen (Verhalten etc.) erschlossen werden (S. 33).

Unbeachtet sollte keinesfalls die Darstellung der Funktionen von Aufmerksamkeit bleiben, die wesentlich sind für Aufmerksamkeitssituationen in der Schule. Wagner (1984) stellt in Anlehnung an Rapp vor allem folgende Funktionen von Aufmerksamkeit heraus:

- Sie ist selektiv, d.h. es wird durch Aufmerksamkeit ausgewählt, was man wahrnehmen will.
- Aufmerksamkeit hat die Funktion der Aktivierung, denn Aufmerksamkeit geht einher mit Wachheit, mit Ansprechbarkeit und mit Anstrengung.
- Sie hat die Funktion der Steuerung, denn sie dient der Kontrolle des Handelns (Rapp, zit. n. Wagner 1984, S. 21).

Nicht alle der aufgeführten Aspekte, Merkmale und Funktionen werden im Rahmen der folgenden Kapitel unter Betrachtung einer Aufmerksamkeitsstörung nochmals aufgegriffen. Trotzdem war die ausführliche Darstellung notwendig, um den Begriff verständlich zu machen sowie die Bedeutung von Aufmerksamkeit darstellen zu können. Deutlich wurde, dass die Autoren teilweise unterschiedliche Aspekte hervorheben, dass aber auch Konvergenzen auszumachen sind.

Auf den Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeit und Handlung soll im nächsten Abschnitt näher eingegangen werden. Dieser Abschnitt hebt wesentliche Faktoren, die besonders in der Schule eine Rolle spielen, hervor.

2.2.1 Aufmerksamkeit als Handlung

Bei dem Versuch einer Definition wurde bereits darauf hingewiesen, dass Aufmerksamkeit immer an eine Tätigkeit gebunden ist. Dieses soll hier nochmals aufgegriffen werden und `Aufmerksamkeit als Handlung´ als ein weiteres Merkmal von Aufmerksamkeit, in Anlehnung an Lauth/Schlottke (1995) näher erläutert werden.

Sie sind der Meinung, dass Aufmerksamkeit der Zustand ist, „daß jemand einer vereinbarten, komplexeren Tätigkeit zielbezogen und stetig nachgeht (sowie entsprechende Tätigkeitsergebnisse erreicht)“ (S. 10).

Sie gehen davon aus, dass Aufmerksamkeit das „Ergebnis einer komplexen Handlung“ ist (ebd., S. 11). Außerdem ist Aufmerksamkeit ihrer Meinung nach „keine abgeschlossene Fähigkeit, [...] sondern Ausdruck des aktuellen Handelns einer Person: Man stellt Aufmerksamkeit aktuell her“ (ebd., S. 11; Hervorhbg. im Original).

Voraussetzungen für das Herstellen von Aufmerksamkeit sind ihrer Meinung nach, „daß die handelnde Person

- über die handlungsnotwendigen Operatoren (Kompetenzen, Fertigkeiten, Wissen und Kenntnisse) verfügt,
- ihr Vorgehen in zielbezogener Weise organisiert (z.B. vorausschauend planen, strategisch vorgehen, Handlungsschritte zielbezogen anordnen, das eigene Vorgehen zielbezogen verändern) sowie
- ihre Handlungsausführung steuert (z.B. Vorkenntnisse aktivieren, unbedachte und fehlerhafte Reaktionen unterbrechen, das eigene Vorgehen überwachen, Handlungsergebnisse überprüfen)“ (ebd., S. 11; Hervorhbg. im Original).

Nur unter diesen Voraussetzungen ist nach Lauth/Schlottke (1995) aufmerksames Handeln möglich.

Diese Voraussetzungen sind aber nicht von Geburt an gegeben. Es findet vielmehr eine Entwicklung von Aufmerksamkeit statt, die im folgenden Kapitel näher erläutert wird.

2.3 Aufmerksamkeit und entwicklungspsychologische Befunde

Der Begriff Aufmerksamkeit wurde anhand von Beschreibungen verschiedener Autoren bereits umfassend eingeführt. Es wurde bisher allerdings keine Beziehung zu einer bestimmten Altersstufe dargestellt. Die Entwicklung von Aufmerksamkeit in Abhängigkeit vom Alter des Kindes soll nun erörtert werden.

Zahlreiche Forschungen haben ergeben, dass sich Aufmerksamkeit im Verlauf der Entwicklung verändert. Um die Ergebnisse darzustellen, erscheint eine Unterscheidung von Kindern im Vorschulalter und Kindern im Schulalter sinnvoll.

2.3.1 Aufmerksamkeit im Säuglings- und Kleinkindalter

Im Säuglingsalter wird Aufmerksamkeit noch ausschließlich durch Reize aus der Umwelt gebunden (Schenk 1992, S. 115). Das junge Kind nimmt dabei vor allem Reize wahr, die ihm als neu, ungewöhnlich, unbekannt und sich bewegend erscheinen (Ross, zit. n. Steinhausen 1982, S. 71).

Im 2. Lebensjahr ist ein deutlicher Anstieg der zuvor sehr kurzen Aufmerksamkeitsdauer festzustellen. Das Kind ist in diesem Alter jedoch noch nicht in der Lage mehrere Tätigkeiten gleichzeitig auszuführen. Seine Aufmerksamkeit ist in diesem Alter also noch unteilbar (Resch et.al. 1999, S. 332). Darüber hinaus ist Aufmerksamkeit in diesem Alter nicht zielgerichtet und unwillkürlich (Rapp 1982, S. 99).

Bei Kleinkindern wird Aufmerksamkeit noch von hervorstechenden Reizqualitäten gefangen und bleibt lange daran haften. Steinhausen bezeichnet dies als eine grobe Aufmerksamkeit (Ross, zit. n. Steinhausen 1982, S. 71)

2.3.2 Aufmerksamkeit im Schulkindalter

Wagner (1994) stellt einen wichtigen Entwicklungsschritt im Vorschulalter heraus, der zunächst aufgeführt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Schulkindalter findet sodann eine Entwicklung von einer kurzen, unwillkürlichen zu einer lang andauernden, willkürlich steuerbaren Aufmerksamkeit statt. Die Kinder erlangen die Fähigkeit zu einer selektiven Aufmerksamkeit, können Aufmerksamkeit in diesem Alter, im Gegensatz zum Säuglings- und Kleinkindalter, zunehmend teilen und selbst bei monotonen Tätigkeiten aufrechterhalten (Resch et. al. 1999, S. 332).

Des Weiteren erklärt auch Rapp (1982), dass die Aufmerksamkeitsdauer im Schulkind-alter zunimmt, wobei er in diesem Zusammenhang darauf hinweist, dass diese stets abhängig ist von der jeweiligen Situation und den unterschiedlichen Bedingungen. Darüber hinaus gibt er an, dass Schulkinder im Gegensatz zu Kleinkindern weniger anfällig gegenüber Unterbrechungen sind und für eine Aufgabe unwichtige Informationen zunehmend missachten können (S. 100-103). Die Aufmerksamkeit ist weitgehend reizungebunden.

Im Rahmen der Merkmale und Aspekte wurde erläutert, dass Aufmerksamkeit die Funktion der Steuerung hat, weil sie das Handeln kontrolliert. Wagner (1984) hebt hervor, dass das Schulkind im Gegensatz zum Kleinkind zunehmend eine Eigenkontrolle über seine Aufmerksamkeit erlangt; die Außensteuerung durch Reize wird zu einer Steuerung durch innere Prozesse (S. 27).

Neben diesen Entwicklungsschritten bildet sich auch das verbale Denken und die innere Sprache im Schulkindalter heraus (Nicolay 1991, S. 80).

Abschließen soll dieses Kapitel mit einem Zitat von Steinhausen (1982). Er beschreibt für die gesamte schulische Laufbahn wesentliche Entwicklungsschritte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.4 Die Bedeutung von Aufmerksamkeit im Lernprozess

Erläutert wurde bereits, welche allgemeinen Funktionen Aufmerksamkeit beinhaltet (s. Kapitel 2.2). Im Folgenden soll nun beschrieben werden, welchen Stellenwert Aufmerksamkeit in der Schule hat.

Zunächst soll im Hinblick auf das Lernen in der Schule `schulische Aufmerksamkeit´ determiniert werden. Diese Definition wird in den weiteren Kapiteln dieser Arbeit zu Grunde gelegt, weil sie die wesentlichen Merkmale, die für aufmerksames Handeln im Unterricht vorausgesetzt werden, hervorhebt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhand dieser Definition wird deutlich, dass Aufmerksamkeit auch in der Schule nach Merkmalen des Verhaltens und der Arbeitsprodukte von Schülern beurteilt wird (Lang/Metzner 1999, S. 33). Das Produkt einer erbrachten Leistung eines aufmerksamen Schülers ist nach Wagner außerdem überwiegend fehlerfrei. (Wagner 1984, S. 19)

Um das Lernziel zu erreichen, erwartet der Lehrer von seinen Schülern im Unterricht Aufmerksamkeit und schließt umgekehrt aus dem Erreichen des Lernziels ein aufmerksames Verhalten und Handeln des Schülers (Kleber 1978, S. 398). Der Lehrer setzt also eine Abhängigkeit des erfolgreichen Lernens von Aufmerksamkeit voraus bzw. geht davon aus, dass ein Lernerfolg nur dann stattfinden kann, wenn der Schüler aufmerksam ist.

Zahlreiche Untersuchungen zeigen auch, dass Aufmerksamkeit eine wichtige Bedingung für Lernen und Leisten in der Schule darstellt. Dabei wurde ermittelt, dass leistungsschwache Schüler eher ungenau und unaufmerksam und unter Zeitdruck nachlassend und schwankend, leistungsstarke dagegen eher genau und exakt sowie gleichmäßig arbeiteten (Rapp 1982, S. 34).

Dagegen wurde aber auch ein Zusammenhang zwischen mangelhafter Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft sowie negativer Einstellung gegenüber Schule und schulischem Arbeiten ersichtlich (Löwe, zit. n. Rapp 1982, S. 36). Auch Lempp (1989) führt in diesem Zusammenhang an, dass Aufmerksamkeit auch von der eigenen Motivation und dem Interesse abhängt (S. 435).

Den Untersuchungen zu Folge ist Aufmerksamkeit aber durchaus eine entscheidende Voraussetzung für Lerntätigkeit und Lernleistung. Gage/Berliner (1996) führen an: „Lernen ohne Aufmerksamkeit ist nicht möglich“ (S. 265).

Doch nicht nur der Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeit und Leistung soll in diesem Kapitel dargestellt werden, auch auf eine Verbindung einzelner Aspekte, die in Kapitel 2.2 aufgeführt wurden, mit dem schulischen Lernen, soll im weiteren Verlauf eingegangen werden.

Yerkes und Dodson fanden heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen allgemeinem Wachheits- und Erregungsnievau und Leistung gibt. Dabei beeinflusst die Aufgabe und die Aufgabenschwierigkeit den optimalen Wachheitsgrad. Der Unterricht sollte deshalb variantenreich und interessant gestaltet sein (Yerkes/Dodson zit. n. Schöll 1997, S. 29).

Rapp (1982) ist auch der Ansicht, dass die allgemeine Wachheit eine Voraussetzung für die geistige Leistungsfähigkeit ist. Laut Rapp (1982) besteht die Aufgabe des Lehrers demnach darin, bei jedem Schüler das optimale Erregungsniveau hervorzurufen und Bedingungen zu schaffen, die den „individuellen Spannungs- und Entspannungsrhythmen“ (S. 52) eines Kindes entsprechen. Ein Absinken des Niveaus würde nämlich zu Müdigkeit und Schläfrigkeit führen. Ein zu starker Anstieg sei dagegen ebenfalls zu vermeiden. Dieser hätte Überregung und Hektik zur Folge, die wiederum eine Herabsetzung des Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit nach sich ziehen würden (ebd., S. 43).

Bereits bekannt ist, dass Aufmerksamkeit der Selektion von Information dient (s. Kapitel 2.2). Im Hinblick auf die Schule ist Rapp (1982) der Meinung, dass es notwendig ist, die Selektionsleistung der Schüler zu erleichtern. Dabei „müssen die relevanten Informationen gegenüber den unbedeutenden, ablenkenden deutlich hervorgehoben werden, damit die Auswahl für die Lernenden leichter fällt“ (S. 60-62).

Wichtige Reizmerkmale hervorheben und irrelevante ausblenden sollte der Lehrer laut Schöll (1997) durch Kontraste, Farbe und Neuigkeit (S.30).

An letzter Stelle fordert Schöll (1997), dass bei der Beobachtung von Aufmerksamkeit beim schulischen Lernen aber „automatisierte und Anstrengung erfordernde Verarbeitungsprozesse“ (S. 30) unterschieden werden müssen. „Für Aufgaben, die Anstrengung erfordern, ist die Ablenkbarkeit grundsätzlich höher“ (ebd.)

Abschließend folgt ein Zitat von Anderson, welches Schöll (ebd.) aufführt, um die Aufgabe des Lehrers im Hinblick auf aufmerksames Handeln in der Schule zusammenfassend darzustellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fazit

Der Begriff `Aufmerksamkeit´ ist nicht eindeutig zu definieren. Die Begriffsbestimmungen integrieren vielmehr eine Beschreibung der Aspekte, Merkmale und Funktionen von Aufmerksamkeit. Wesentliche Aspekte von Aufmerksamkeit im Hinblick auf schulisches Lernen sind unter anderem die selektive Aufmerksamkeit und die Daueraufmerksamkeit. Die Schüler müssen bei der Bearbeitung von Aufgaben immer relevante Informationen auswählen und ihre Aufmerksamkeit auch bei monotonen Anforderungen aufrechterhalten können.

Das Herstellen von Aufmerksamkeit ist nach Lauth/Schlottke (1995) an bestimmte Voraussetzungen gebunden (s. Kapitel 2.1.1). Nur wenn diese erfüllt sind, kann ein Mensch aufmerksam handeln. Dieses ist aber nicht von Geburt an gewährleistet. Aufmerksamkeit entwickelt sich erst im Laufe des Lebens. Insbesondere im Schulkindalter sind wesentliche Entwicklungsschritte zu verzeichnen. Das Kind ist dann in der Lage seine Aufmerksamkeit zu kontrollieren und zu steuern sowie planmäßig einzusetzen. Auch die Dauer nimmt in diesem Alter normalerweise zu. Ferner sind sie im Gegensatz zum Kleinkindalter weniger anfällig für Unterbrechungen.

Wichtig erscheint m.E., dass die Entwicklung von Aufmerksamkeit individuell abläuft. Deshalb sollte der Unterricht meiner Meinung nach diese individuelle Entwicklung der Aufmerksamkeit eines Kindes, z.B. mittels einer Differenzierung, berücksichtigen.

Insgesamt betrachtet ist Aufmerksamkeit ein wichtiger Aspekt in der Schule. Sie ist eine Voraussetzung für erfolgreiches Lernen in der Schule, die nicht unmittelbar vorhanden ist, sondern aktiv hergestellt werden muss.

3. Aufmerksamkeitsstörung - Begriffsklärung und Befunde

Aufmerksamkeitsstörungen sowie Hyperaktivität und Impulsivität sind keinesfalls eine neue Erscheinung. Schon 1845 schreibt Heinrich Hoffmann erstmals vom `Zappel-Philipp´ und `Hans-Guck-in-die-Luft´. Bereits damals wurden die Schwierigkeiten aufmerksamkeitsgestörter Kinder, hier insbesondere die Ablenkbarkeit, thematisiert (Lauth/Schlottke 1995, S. 1).

Wenn der Hanns zur Schule ging,

stets sein Blick am Himmel hing.

Nach den Dächern, Wolken, Schwalben

Schaut er aufwärts allenthalben.

Vor die eignen Füße dicht,

ja, da sah der Bursche nicht,

also daß ein jeder ruft:

`Seht den Hanns Guck-in-die-Luft!´

Kam ein Hund daher gerannt;

Hännslein blickte unverwandt

In die Luft.

Niemand ruft:

`Hanns! gib acht, der Hund ist nah!´

Was geschah?

Bauz! Perdauz! da liegen zwei,

Hund und Hännschen nebenbei.

Einst ging er an Ufers Rand

Mit der Mappe in der Hand.

Nach dem blauen Himmel hoch

Sah er, wo die Schwalbe flog,

also daß er kerzengrad

immer mehr zum Flusse trat.

Und die Fischlein in der Reih

Sind erstaunt sehr, alle drei.

Noch ein Schritt! Und plumps! Der Hanns stürzt

hinab kopfüber ganz!-

Die drei Fischlein, sehr erschreckt,

haben sich sogleich versteckt.

(Die Geschichte von Hanns Guck-in-die-Luft; Heinreich Hoffmann 1948, S. 22).

3.1 Zum Begriff `Aufmerksamkeitsstörung´

Bevor die Symptome von Aufmerksamkeitsstörungen bei Kindern beschrieben werden, soll zunächst der Begriff näher erläutert werden. Auch hier kann keine exakte Begriffsklärung nicht exakt erfolgen.

3.1.1 Begriffliche Klärung

In der Literatur sind oftmals nur umschreibende Definitionen zu finden. Dabei werden die Symptome aufmerksamkeitsgestörter Kindern beschrieben sowie auf deren Defizite Bezug genommen.

Doch bevor eine Beschreibung der Symptome erfolgt, wird im Folgenden eine Entwicklung der Begriffsbestimmungen, die im Zusammenhang mit Aufmerksamkeitsstörungen stehen, aufgezeigt.

Die Begriffe wurden auf Grund neuerer Forschungen über das Störungsbild korrigiert. Außerdem lassen die Definitionen unterschiedliche Schwerpunktsetzungen erkennen.

In den 40er/50er Jahren ging man bei der Ursache von Aufmerksamkeitsstörungen von einer minimalen Hirnschädigung aus, die später als minimale Hirndysfunktion bezeichnet wurde. Man nannte diese kurz MCD. Eine Aufmerksamkeitsstörung wurde in dieser Zeit nur in Zusammenhang mit dieser Hirnschädigung betrachtet. Untersuchungen zeigten, dass die Hirnschädigung allerdings nur äußerst selten die Ursache für eine Aufmerksamkeitsstörung ist (Rothenberger 1988, S. 6).

Auch Lauth/Schlottke/Naumann (1998) betonen, dass in zahlreichen Untersuchungen festgestellt wurde, dass die Symptome einer Aufmerksamkeitsstörung nicht in jedem Fall vorliegen, wenn MCD diagnostiziert wird. Auch der umgekehrte Fall trifft nicht zu. Die Behauptung, dass eine MCD vorliegt, wenn bei Kindern eine Aufmerksamkeitsstörung diagnostiziert wird, ist nicht korrekt (S. 54).

In den 70er Jahren lag der Schwerpunkt der Forschungen auf der Hyperaktivität von Kindern. Dies spiegelte sich in der auch heute noch oft verwendeten Bezeichnung hyperkinetisches Syndrom (HKS) wider. Diese Bezeichnung beinhaltet das gleichzeitige Auftreten von Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen und Impulsivität (Rothenberger 1988, S. 7). In diesem Kontext sollen in Anlehnung an Schäfer (1998) kurz diese Hauptmerkmale erläutert werden:

Eine Aufmerksamkeitsstörung zeigt sich meist in mangelnder Konzentration und erhöhter Ablenkbarkeit. Unter Impulisivität versteht man „ein voreiliges Handeln; das Kind handelt bevor es denkt“ (S.9). Die Impulsivität zeigt sich darin, dass es dem Kind schwerfällt abzuwarten, und dass es unter Stimmungsschwankungen leidet. Ein weiteres Merkmal des hyperkinetischen Syndroms ist die Hyperaktivität. Die Kinder sind unruhig, können sich nicht an Verhaltensregeln halten usw.

Heute weiß man, dass eine Aufmerksamkeitsstörung mit und ohne Hyperaktivität auftreten kann. Dies machte auch eine Änderung der Bezeichnung notwendig. Die derzeitigen Bezeichnungen lauten:

- „Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS),
- Aufmerksamkeitsstörung mit/ohne Hyperaktivität (ADHD +/-, aus dem Englischen: attention deficit hyperaktivity disorder)“ (Imhof/Skrodzki/Urzinger 2000, S. 9).

Eindeutig ist geworden, dass es sich bei der Begriffsbestimmung von Aufmerksamkeitsstörungen um ein komplexes Problem handelt. Alle Determinationen umfassen die Störung als einen Teilaspekt, sind dabei nicht identisch, sie konvergieren aber in großen Bereichen. Viele Autoren verwenden die Begriffe synonym.

Dietz (2000) hebt den derzeitig verwendeten Begriff hervor: „Die aktuell im deutschen Sprachgebrauch verwendete Bezeichnung für das Störungsbild lautet ADHS[4] [...]. Die Bezeichnung soll deutlich machen, daß es sich primär um eine Aufmerksamkeitsstörung handelt, zu der die Hyperaktivität je nach Ausprägung hinzukommen kann oder nicht“ (S. 2)

In der vorliegenden Arbeit wird der Klarheit halber nur der Begriff `Aufmerksamkeitsstörung´ verwendet und dabei vornehmlich auf Aufmerksamkeitsstörungen mit Hyperaktivität Bezug genommen. Diese Einschränkung erscheint notwendig, da zum einen nur geringe Forschungen bezüglich des Störungsbildes ohne Hyperaktivität disponibel sind und zum anderen auf Grund der geringen Anzahl der Kinder die als nur aufmerksamkeitsgestört auffallen.

Lauth u.a. (1998) definieren `aufmerksamkeitsgestört´:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Von dieser Definition von `aufmerksamkeitsgestört´ wird im weiteren Verlauf der Arbeit ausgegangen, weil sie die wesentlichen Probleme eines aufmerksamkeitsgestörten Kindes integriert.

Die typischen Probleme treten besonders auf, „wenn längere Aufmerksamkeitsspannen sowie zielgerichtete Tätigkeiten verlangt werden (z.B. in der Schule, bei Hausaufgaben, bei längeren Stillarbeiten, bei sozialen Anforderungen wie Essen und Besuchen)“ (Lauth/Schlottke 1995, S. 1).

Es soll nicht der Eindruck entstehen, aufmerksamkeitsgestörte Kinder können nicht aufmerksam sein. Sie weisen aber entsprechend ihrem Alter eine zu geringe Aufmerksamkeit auf. Lauth u.a. (1998, S. 22) heben hervor, dass Schwierigkeiten im Zusammenhang mit einer Aufmerksamkeitsstörung bei einem Kind besonders dann festzustellen sind, wenn

- das Kind nach fremdbestimmten Regeln spielen soll,
- die Aufgabe nicht mehr neu und uninteressant ist,
- die Aufmerksamkeit lange beansprucht wird und das Kind sich dabei selbst steuern muss.

Demgegenüber sind aufmerksamkeitsgestörte Kinder meist aufmerksam, wenn sie „auf neue und anregende Inhalte treffen“ und wenn „das Verhalten der Kinder sehr direkt durch einen Erwachsenen reguliert wird“ (Lauth/Schlottke 1995, S. 2).

Dass nicht alle Schwierigkeiten Aufmerksamkeitsstörungen sind, und wann man direkt von einer `Störung´ sprechen kann, soll im 4. Kapitel näher betrachtet werden. Dabei soll aufgezeigt werden, welche Bedingungen für die Diagnose `Aufmerksamkeitsstörung´ zu Grunde gelegt werden.

Abschließend soll in diesem Kapitel die Aufmerksamkeitsstörung als Handlungsbeeinträchtigung erläutert werden. Im Rahmen der Merkmale und Aspekte von Aufmerksamkeit wurde dargestellt, dass Lauth/Schlottke (1995) Aufmerksamkeit als Handlung auffassen. Bekannt ist auch, dass man Aufmerksamkeit aktuell herstellt und dass dazu gewisse Voraussetzungen notwendig sind (s. Kapitel 2.2). Diese Voraussetzungen sind bei aufmerksamkeitsgestörten Kindern beeinträchtigt. Lauth/Schlottke (1995) sind deshalb der Meinung, dass man eine Aufmerksamkeitsstörung als Handlungsbeeinträchtigung betrachten sollte.

3.1.2 Aufmerksamkeitsstörung als Handlungsbeeinträchtigung

Die Voraussetzungen, die bei einer Aufmerksamkeitsstörung nicht ausreichend ausgebildet sind, werden im Folgenden angeführt. Die Handlungsbeeinträchtigung kann nach Lauth/Schlottke (1995) durch folgende Faktoren erklärt werden:

- „die mangelnde Beherrschung von Grundfertigkeiten/Operatoren (z.B. mangelnde visuelle Diskriminationsfähigkeit, relevante Informationen nicht entnehmen, visuelle Vergleiche nur unzureichend vornehmen können). Dies führt dazu, daß komplexe Handlungen bereits aufgrund von fehlenden Grundvoraussetzungen mißlingen.

- eine mangelnde Steuerung der Handlungsausführung (z.B. das Ziel aus den Augen verlieren, das eigene Vorgehen nicht überwachen, Rückmeldungen nicht einholen bzw. nicht verarbeiten, Handlungsergebnisse nicht mehr kontrollieren). Dies führt dazu, daß Handlungsvollzüge fehlerhaft werden.

- eine mangelnde Handlungsplanung bzw. -organisation (z.B. keine Vorüberlegungen anstellen, sondern darauf los arbeiten, übergeordnete Strategien nur unzureichend einsetzen, die Aufgabenstellung nicht näher analysieren, keine Reflexionsphase einhalten). Dies führt dazu, daß Fertigkeiten, die das Kind prinzipiell beherrscht, nicht situationsangemessen eingesetzt werden“ (S. 11; Hervorhbg. im Original).

Diese Faktoren einer Handlungsbeeinträchtigung lassen auf Probleme des Kindes in der Schule schließen, auf die im folgenden Kapitel noch näher eingegangen wird.

Auf Grund der Schwierigkeiten mit einer exakten Definition von Aufmerksamkeitsstörungen, findet man in der Literatur eine Begriffsbestimmung meist in Verbindung mit der Beschreibung der Symptome, die im folgenden Kapitel aufgeführt werden.

3.2 Die Symptome einer Aufmerksamkeitsstörung

Im 2. Kapitel wurden Aspekte, Merkmale und Funktionen von Aufmerksamkeit aufgeführt. Auf sie wird nun im Hinblick auf eine Störung von Aufmerksamkeit im Rahmen der Aufführung der Hauptsymptome Bezug genommen. Des Weiteren werden Auswirkungen und Folgen beschrieben und dabei der Frage nachgegangen, welche Schwierigkeiten und Probleme die Kinder in ihrem Alltag haben.

[...]


[1] Aus Gründen der Lesbarkeit wird im gesamten Text nur die männliche Form verwendet. Selbstverständlich sind immer auch Lehrerinnen, Psychologinnen, Erzieherinnen, Therapeutinnen usw. gemeint.

[2] Im weiteren Verlauf wird der Einfachheit halber immer von dem Lehrer gesprochen. Weitere Lehrer, die auch in Kontakt mit dem aufmerksamkeitsgestörten Kind stehen, sind damit einbezogen.

[3] Andere Autoren sprechen von geteilter Aufmerksamkeit, z.B. Jäger/Petermann 1995, S. 584.

[4] ADHS= Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (Dietz 2000, S. 1).

Ende der Leseprobe aus 114 Seiten

Details

Titel
Aufmerksamkeitsstörungen bei Kindern - Möglichkeiten der Prävention und Intervention in der Schule
Hochschule
Universität Lüneburg  (Pädagogik)
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
114
Katalognummer
V7784
ISBN (eBook)
9783638149235
Dateigröße
1306 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aufmerksamkeitsstörungen, Kindern, Möglichkeiten, Prävention, Intervention, Schule
Arbeit zitieren
Meike Brinkmann (Autor), 2000, Aufmerksamkeitsstörungen bei Kindern - Möglichkeiten der Prävention und Intervention in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7784

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