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Popkultur als Ersatzführer in Peter Handkes "Der kurze Brief zum langen Abschied"

Wie amerikanische Popkultur dem Erzähler zur erfolgreichen Vergangenheitsbewältigung verhilft

Title: Popkultur als Ersatzführer in Peter Handkes "Der kurze Brief zum langen Abschied"

Seminar Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: B+

Autor:in: Melanie Kirkham (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In Peter Handkes "Der kurze Brief zum langen Abschied" bereist ein namenloser Oestereicher die Vereinigten Staaten von Boston, ueber New York, St. Louis, Arizona nach Oregon und schliesslich Hollywood. Man kann ihn als nicht nur namenslos, sondern als identitaetslos betrachten. Der verlorene Weltkrieg nahm im diese. Nun kommen Erinnerungen an seine Kindheit nur noch als im Unterbewusstsein unterdrueckte Clips zum Vorschein. Ein Ventil das er zur Vergangenheitsbewaeltigung fuer sich findet ist die amerikanische Popkultur. Durch Filme, Images und andere amerikanische Kultur und Popkultur versucht er sein Leben zu leben. Doch selbst hier brechen die Erinnerungen immer wieder durch. Nach einer Konfrontation mit der amerikanischen Wirklichkeit macht er sich auf seine Vegangnheit zu konfrontieren. Er faehrt nach Oregon um den Bruder zu finden. Seine Reise endet in Hollywood, wo er John Ford und den Mythen der Traumfabrik gegenueber steht.
Popkultur hatte sich fuer den Hauptcharakter zu eine Art Ersatzvater, wenn nicht Ersatzfuehrer entwickelt. Er ist der Repraesentant einer Kultur, Oesterreich, die nicht mit der Vergangenheit abgerechnet hat. Dem Hauptcharakter gelingt es trotz und mit Hilfe Amerikas diesen Vergangenheitsbewaeltigungsprozess in Gang zu setzen. In meinem Paper gehe ich genauer auf die jeweiligen Repraesentationen der Popkultur und ihrer Bedetung ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der Popkultur

2.1. Der amerikanische Mythos

2.2. Popkultur als Ersatzführerfigur

3. Der Prozess der Vergangenheitsbewältigung

3.1. Identitätsfindung und Popkultur

3.2. Stationen der Reise

3.2.1. Von Providence bis St. Louis

3.2.2. Desillusionierung in Arizona

3.2.3. Konfrontation mit der eigenen Geschichte

4. Die Bedeutung der Figuren und Symbole

4.1. Claire als Wegbegleiterin

4.2. Die Bedeutung des Namens und der Identität

4.3. John Ford als Vaterfigur

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die amerikanische Popkultur als Ersatz für eine fehlende Identität und als Werkzeug zur Bewältigung der österreichischen NS-Vergangenheit im Roman "Der kurze Brief zum langen Abschied" von Peter Handke fungiert.

  • Die Funktion von Popkultur als Ersatzführerfigur nach dem Krieg.
  • Die psychologische Bedeutung der Reise des Protagonisten durch Amerika.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Mythen (wie dem American Dream).
  • Die Rolle der Popkultur bei der Verarbeitung verdrängter Kindheitserinnerungen.

Auszug aus dem Buch

Popkultur als Ersatzführer in Peter Handkes Der kurze Brief zum langen Abschied

Es scheint, als ob der Erzähler immer eine Inspiration von außen braucht, um sich zu entwickeln. Ich möchte argumentieren, dass Der kurze Brief zum langen Abschied ein Stationenroman ist, und man ihn in drei Etappen einteilen kann. In der ersten Etappe ist er ganz in Popkultur gesunken. Diese Etappe verläuft von Providence bis St. Louis. Die zweite Etappe in seinem Erkenntnisprozess verläuft von seiner Begegnung mit dem Liebespaar bis er in Arizona beraubt wird. Dies ist seine Desillusionierung mit Amerika und ihrer Mythen. Die dritte Entwicklungsstufe ist seine Reise nach Oregon und bis zum Ende des Treffens mit John Ford. Hier lernt er das gelernte in eine erfolgreiche Vergangenheitsbewältigung umzusetzen.

Die meisten Referenzen zu Popkultur und amerikanischer Kultur geschehen im ersten Teil des Textes im Kapitel „der kurze Brief“. Handke erwähnt jedes der Genres in denen Popkultur vertreten ist und interessanterweise präsentiert er die Genres in fast chronologischer Reihenfolge. Seine Novelle ist Der große Gatsby, die 1925 veröffentlicht wurde. Für Filme erwähnt er „Iron Horse“ (1924), „Tarzan findet einen Sohn“ (1939) und den Western „She wore a yellow ribbon“ (1949). „Young Mr. Lincoln“, ebenfalls 1939, wird erst im zweiten Teil des Buches erwähnt. Nach den Filmen erwähnt er Musiker, hier vor allem Otis Redding (repräsentiert 60er) und Al Wilson (repräsentiert 70er Jahre). Handke wählte die Texte und Filme so wie sie in der Realität Kultur beeinflussten. Anfang der 20er Jahre war es noch amerikanische Literatur, die ein Bild von Amerika nach Deutschland brachte. Die Jazzkultur breitete sich in den Hauptstädten aus und gab eine Illusion von Amerika wieder. Danach übernahm vor allem die Filmindustrie das Verbreiten des amerikanischen Mythos. Die 30er und 40er Jahre gelten als eine klassische Zeit des Films. Und dann in den 50er, 60er und 70er Jahren waren es vor allem die Musiker, erst Elvis Presley mit Rock’n’roll Musik in den 50ern und dann die Hippie und Rockmusik der 60er.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung, wie der Protagonist in Peter Handkes Roman amerikanische Popkultur zur Bewältigung seiner österreichischen Vergangenheit nutzt.

2. Die Rolle der Popkultur: Analyse der theoretischen Grundlagen zum amerikanischen Mythos und zur historischen Funktion der Popkultur als Ersatz für vaterlandlose Identitäten.

3. Der Prozess der Vergangenheitsbewältigung: Untersuchung der verschiedenen Etappen der Reise und wie die Konfrontation mit der amerikanischen Realität den Protagonisten zu einer persönlichen Aufarbeitung führt.

4. Die Bedeutung der Figuren und Symbole: Deutung der Rollen von Claire, dem Bruder und John Ford als Spiegelbilder oder kritische Projektionsflächen für den Protagonisten.

5. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Popkultur dient als notwendiger, wenn auch unvollkommener Umweg, um sich der eigenen Geschichte zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.

Schlüsselwörter

Peter Handke, Der kurze Brief zum langen Abschied, Popkultur, amerikanischer Mythos, Vergangenheitsbewältigung, Identitätsfindung, Ersatzführerfigur, Amerika, Österreich, NS-Vergangenheit, Literaturanalyse, John Ford, Stationenroman, Traumfabrik, Trauma.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen der amerikanischen Popkultur und der Aufarbeitung der österreichischen NS-Vergangenheit im Roman "Der kurze Brief zum langen Abschied".

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte des "amerikanischen Mythos", die Funktion der Popkultur als Ersatzidentität und die psychologische Entwicklung des Protagonisten auf seiner Reise.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu zeigen, wie der Protagonist durch die intensive Auseinandersetzung mit amerikanischen Symbolen, Filmen und Literatur schließlich lernt, sich von der Illusion der Popkultur zu lösen und sich seiner eigenen verdrängten Vergangenheit zu stellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt durch kulturtheoretische Ansätze (u.a. von Rentschler, Fluck und Saunders), um die symbolischen Ebenen des Romans zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert den Roman in drei Etappen der Erkenntnis, analysiert die Bedeutung spezifischer kultureller Referenzen und interpretiert die Rolle zentraler Figuren wie Claire und John Ford.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Popkultur, Vergangenheitsbewältigung, Ersatzführerfigur, Identitätsverlust, amerikanischer Mythos und Traumfabrik sind die prägenden Begriffe.

Wie deutet der Autor die Figur des John Ford im Roman?

John Ford wird als ambivalente Vaterfigur interpretiert, die zwar lehrreich auftritt, jedoch durch ihre eigene Unfähigkeit zur Differenzierung zwischen Realität und Mythos die Grenzen der Popkultur aufzeigt.

Welche Bedeutung kommt dem "Stationenroman"-Konzept zu?

Das Konzept verdeutlicht, dass die Entwicklung des Erzählers kein plötzlicher Wandel ist, sondern ein schrittweiser Erkenntnisprozess, der den Übergang von einer unkritischen Hinnahme der Popkultur zur eigenständigen Realitätsbewältigung markiert.

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Details

Title
Popkultur als Ersatzführer in Peter Handkes "Der kurze Brief zum langen Abschied"
Subtitle
Wie amerikanische Popkultur dem Erzähler zur erfolgreichen Vergangenheitsbewältigung verhilft
College
The University of Utah
Grade
B+
Author
Melanie Kirkham (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V77843
ISBN (eBook)
9783638833363
ISBN (Book)
9783638833356
Language
German
Tags
Popkultur Ersatzführer Peter Handkes Brief Abschied
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Kirkham (Author), 2007, Popkultur als Ersatzführer in Peter Handkes "Der kurze Brief zum langen Abschied", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77843
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