Diese Arbeit ist das Ergebnis der Beschäftigung mit dem Thema Germanistische
Handschriftenkunde und setzt die Arbeit an dem Thema mit der Edition
und der sprachlich-graphemischen Analyse einer Handschrift aus dem Bereich
der Rechtsordnung des Städtebundes der Gegend von Zips in der Slowakei im
16. Jahrhundert fort.
Die Handschriften haben für die linguistische Analyse des Deutschen und vor
allem seiner Graphemik im Mittelalter und in der Neuzeit sehr große Bedeutung.
Diese Handschrift ist ein fest fixiertes schriftliches Beispiel der sprachlichen
Entwicklung außerhalb des Deutschen Reiches in der Zeit der Normierung der
Sprache und des Übergangs des Mittelhochdeutschen zum Frühneuhochdeutschen.
Diese Arbeit verfasst die frühneuhochdeutsche Handschrift des
Rechtsbuches der XI Zipser Städte aus dem Jahr 1552, die in Leutschau in der
Slowakei entstanden ist, begleitet sie mit einem Glossar und macht einen
Versuch der sprachlich-graphemischen Analyse. Sie ist mit geschichtlichen
Erläuterungen hinsichtlich der Gegend von Zips, der Deutschen in der
Slowakei und der Entwicklung der deutschen Sprache in der Slowakei begleitet.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Die Landschaft von Zips
2 Deutsch in der Mittelslowakei
3 Die Quelle
4 Inhaltliche Skizzen
5 Edition der Handschrift
6 Erläuterungen des Editors
7 Analyse der Handschrift
7.1 Die Schrift
7.1.1 Interpunktion
7.1.2 Groß-/Kleinschreibung
7.2 Graphemik
7.2.1 Vokalismus
7.2.2 Konsonantismus
8 Semantischer Wandel des lexischen Bestandes. Glossar
9 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der germanistischen Handschriftenkunde und verfolgt das Ziel, das Rechtsbuch der XI Zipser Städte aus dem Jahr 1552 durch eine originalgetreue Edition sowie eine linguistische, insbesondere sprachlich-graphemische Analyse zu erschließen und für das Verständnis zeitfremder Texte zugänglich zu machen.
- Historischer Kontext der Zipser Landschaft und der deutschen Siedler in der Slowakei
- Linguistische Analyse der Graphemik des Frühneuhochdeutschen
- Edition und Dokumentation der Rechtsverhältnisse des 16. Jahrhunderts
- Untersuchung des semantischen Wandels im lexischen Bestand
Auszug aus dem Buch
1. Die Landschaft von Zips
Diese Handschrift ist in der Gegend von Zips, in der heutigen Slowakei entstanden. In diesem Kapitel möchte ich einige Erläuterungen des Rätsels: Deutsche in der Slowakei geben und die geschichtlichen Ursachen der Entstehung der Handschrift erläutern.
Die Landschaft von Zips liegt im Osten der heutigen Slowakei. Hier kreuzen und kreuzten sich seit dem Altertum die wichtigsten Handelswege vom Mittelmeer in den Norden. Die Spuren erster menschlicher Siedlungen sind in dieser Gegend aus der Zeit vor Christus gefunden worden. Die ersten bekannten Stämme waren die Kelten, die um 400 v. Chr. diese Gegend besiedelten. Die ersten Ansiedler aus Deutschland kamen um 1000 auf Einladung des Königs Stefan. Slawische Besiedlungen lassen sich aus dem 6. Jahrhundert nachweisen. Im 10. Jahrhundert geriet die Zips in ungarische Herrschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Arbeit in den Kontext der germanistischen Handschriftenkunde und erläutert die Bedeutung der Edition des Zipser Rechtsbuchs von 1552.
1 Die Landschaft von Zips: Dieses Kapitel beschreibt die historische Besiedlung der Zips durch Kelten, Slawen und deutsche Einwanderer sowie die politische Entwicklung des Städtebundes.
2 Deutsch in der Mittelslowakei: Hier wird der Status des Deutschen als dominierende Verwaltungs- und Amtssprache in den Zipser Städten vom 14. bis zum 19. Jahrhundert thematisiert.
3 Die Quelle: Dieses Kapitel stellt das spezifische Rechtsbuch der XI Zipser Städte von 1552 vor und erläutert dessen Herkunft sowie den Forschungsstand.
4 Inhaltliche Skizzen: Hier werden die juristischen Schwerpunkte wie Ehe, Erbe und Verschuldung erläutert und die Einbettung in die damalige Zeit sowie weitere enthaltene Texte beschrieben.
5 Edition der Handschrift: In diesem Teil erfolgt die originalgetreue Wiedergabe der Handschrift des Rechtsbuches der XI Zipser Städte.
6 Erläuterungen des Editors: Dieser Abschnitt bietet eine Hilfestellung für das Verständnis der Edition, insbesondere hinsichtlich der verwendeten Abkürzungen und Zeichensetzung.
7 Analyse der Handschrift: Dieses Kapitel umfasst die detaillierte Untersuchung der angewandten Bastarda-Schrift sowie eine systematische graphemische und lautliche Analyse.
8 Semantischer Wandel des lexischen Bestandes. Glossar: Dieser Teil erörtert den Sprachwandel seit dem 16. Jahrhundert und stellt ein Glossar zur Klärung veralteter Begriffe bereit.
9 Literatur: Das Verzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Fachliteratur auf.
Schlüsselwörter
Handschriftenkunde, Frühneuhochdeutsch, Zipser Recht, Graphemik, Paläographie, Bastarda, Rechtsgeschichte, Sprachwandel, Editionswissenschaft, Mittelslowakei, Rechtsbuch, Zipser Städte, Lexikologie, Sprachgeschichte, Quellenkunde
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Edition und linguistischen Untersuchung eines frühneuhochdeutschen Rechtsbuches der Zipser Städte aus dem Jahr 1552.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der deutschen Siedler in der Zips, die Edition des handschriftlichen Textes sowie dessen graphemische und semantische Analyse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die originalgetreue Edition der Handschrift sowie die Aufarbeitung ihres sprachlichen Aufbaus, um das Verständnis dieses historischen Textes zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode der germanistischen Handschriftenkunde angewandt, die eine Kombination aus philologischer Textedition und linguistischer graphemischer Analyse beinhaltet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der historische Kontext, die Edition des Rechtsbuches, die Analyse der Schriftart, die graphemische Struktur sowie der semantische Wandel des Wortbestandes behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Handschriftenkunde, Frühneuhochdeutsch, Zipser Recht, Graphemik, Paläographie und Rechtsgeschichte.
Warum ist das Rechtsbuch der XI Zipser Städte für Sprachwissenschaftler bedeutend?
Es dient als fixiertes Beispiel für die sprachliche Entwicklung und graphemische Normierung außerhalb des Deutschen Reiches während des Übergangs vom Mittelhochdeutschen zum Frühneuhochdeutschen.
Welche Rolle spielt die Interpunktion im Text?
Die Interpunktion folgt keinen modernen festen Regeln, sondern nutzt Schrägstriche als Lesehilfen innerhalb der Sätze sowie spezifische Zeichenkombinationen zur Kennzeichnung von Kapitelenden.
Wie geht der Editor mit den Abkürzungen der Handschrift um?
Der Editor erklärt die Abkürzungen, wie etwa den Nasalstrich zur Kennzeichnung der Verdoppelung, und ergänzt fehlende Buchstaben in Klammern, um die Lesbarkeit zu erhöhen.
- Quote paper
- Nadiya Kyrylenko (Author), 2002, Edition und sprachliche Analyse einer Handschrift des Zipser Rechts aus dem "Rechtsbuch der XI Zipser Städte", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77877