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Bund Deutscher Mädel

Mädchen unterm Hakenkreuz

Titel: Bund Deutscher Mädel

Hausarbeit , 2004 , 18 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Joana Peters (Autor:in)

Soziologie - Krieg und Frieden, Militär
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Würde man heutzutage eine Umfrage zur weiblichen Emanzipation unter jungen Mädchen durchführen, so würde man über alle sozialen Unterschiede hinweg mit wenigen Ausnahmen ein einheitliches Bild, bezüglich der Vorstellungen und Assoziationen, erhalten, wobei ich behaupte, dass ein Großteil sich als emanzipiert bezeichnen würde.
„Sich von Männern nichts sagen lassen“, „selbstständig sein in Arbeits- und Privatleben“, „wissen was man will und sich das auch nehmen“, könnten geäußerte Gedanken sein, die die Mädchen mit Emanzipation in Verbindung bringen. Jene Aussagen bedingen aber das Wissen um andere soziale Verhältnisse.
Sei es den Mädchen auch nicht stets bewusst, aber das Bewusstsein um ein anderes Rollenbild der Frau wird meist schon von Kind auf an sie herangetragen.
Ob es in diesem Zusammenhang die Mutter oder große Schwester gewesen ist, die ihnen die Wichtigkeit einer eigenständigen Persönlichkeitsentfaltung, besonders unabhängig vom männlichen Einfluss, aufgezeigt hat, sei in diesem Zusammenhang dahingestellt.
Wichtig ist nur, dass von einigen Ausnahmen abgesehen, die patriarchalisierte Weltstruktur zusehends aufgebrochen wird.
Dass dieses Verständnis und Weltbild noch vor rund 60 Jahren undenkbar gewesen wäre, möchte ich im Verlauf meiner Arbeit über den Bund Deutscher Mädel im 3. Reich eingehender beleuchten.
Im Rahmen meiner Arbeit habe ich mich drei Thesen aus meiner Sekundärliteratur verschrieben, die ich anhand ausgewählter Bereiche belegen möchte.
Es gilt darzulegen:
• „Mädchen wurden durch den BDM repressiv eingeengt, ,ausgerichtet`, im ,Volksinteresse` instrumentalisiert, für den Krieg funktionalisiert.
• Mädchen hatten im NS ihr Ich vollkommen aufzugeben; Subjektäußerungen hatten in den Erziehungsvorstellungen des BDM keinen Platz.
• Mädchen wurden vom BDM eingesetzt, von oben und durch Männer bevormundet sowie unselbstständig gehalten.“
Folglich möchte ich die in den Reihen des NS- Staates vor Kriegsbeginn vorherrschende männliche Dominanz und den damit einhergehenden Antifeminismus aufweisen, indem ich deskriptiv vom Internen, sprich der Struktur, zum interpretativen Allgemeinen, dem Leben der Mädchen, überleite. Dabei wird das Ziel der Ausrichtung der Mädchen, mit Hilfe von zugesicherter „Scheinemanzipation“, die Hausfrauen und Mutterrolle zu übernehmen, sichtbar.
Von der typischen Art der Gliederung und meiner persönlichen Schwerpunktsetzung auf ausgewählte, wichtige Bereiche des Lebens der Mädchen, erhoffe ich mir einen klaren aber umfassenden Überblick über die damaligen Verhältnisse vermitteln zu können.
Im selben Zuge ist es mir ein Anliegen mit eventuell bisher bestehenden falschen Eindrücken aufzuräumen.
Während der Beschäftigung mit dem Thema und der Recherchearbeit bin ich auf neue Erkenntnisse gestoßen, die mir zuvor nicht in dem Umfang geläufig waren. Obwohl ich der Annahme war, einen umfassenden Überblick über das Themenfeld aufgrund schulischer Vermittlung und privater Lektüre zu haben, waren mir gewisse Widersprüche von Ideologie zum BDM Selbstverständnis nicht bewusst.
Im Folgenden möchte ich u.a. auf jene verweisen, um das künftige Bild des „deutschen Mädel“ abzurunden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Aufbau des BDM

2.1 Organisationsaufbau

2.2 Die „geschlechterspezifische „Aufgabenteilung“

3 Das BDM Selbstverständnis und die Aktivitäten des Bundes

3.1 Die Erziehung und das Mädelbild im NS- Regime

3.1.1 Das „ganze und gesunde Mädel“

3.1.2 Der Einsatz für Volk und Staat

3.1.3 Herausbildung der Gemeinschaft und der „Mädelhaltung“

3.2 Der weibliche Körper

3.2.1 Sport, Spiel und Tanz

3.2.2 Kleidung und Körperpflege

3.2.3 Sexualität

3.2.4 Schulungsarbeit

4 Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Struktur und Ideologie des Bundes Deutscher Mädel (BDM) im 3. Reich, um aufzuzeigen, wie Mädchen systematisch fremdbestimmt, im Sinne nationalsozialistischer Interessen instrumentalisiert und in eine patriarchale Geschlechterrollenfixierung gedrängt wurden.

  • Organisatorischer Aufbau und hierarchische Struktur des BDM.
  • Die Rolle der geschlechterspezifischen Aufgabenteilung im NS-Staat.
  • Konstruktion des weiblichen Ideals durch Erziehung und Weltanschauung.
  • Einfluss von Ideologie auf Körperbild, Kleidung und Sexualität der Mädchen.
  • Die Funktion von Schulungsarbeit als Mittel der ideologischen „Umschulung“.

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Sexualität

Der Leitsatz Walter Flex` „Bleib rein und werde reif!“ lieferte die nationalsozialistisch ideologische Vorgabe, an der v.a. die Mädchen auszurichten waren. Es galt entsprechend sexuelle Enthaltsamkeit zu praktizieren, denn wenn es ein Tabu-Thema innerhalb des BDM gab, dann war es mit großem Abstand die Sexualerziehung. Während man sonst in alle Bereiche des privaten Lebens vordrang, machte man diesbezüglich einen weiten Ausfallschritt, um jene „nebensächliche“ Sache nicht thematisieren zu müssen. An Stelle von sexuellen Beziehungen im Jugendalter sollten Kameradschaft und Freundschaft als vollkommen asexuelle Verbindungen treten.

Eine Art Verdrängungsmechanismus wird auch hier sichtbar, wenn wir festhalten, dass eine Aufklärung wie wir sie heute in allen Lehrplänen der Schulen verankert finden, nicht existierte. Die Kinder sollten andere Interessen entdecken als das andere Geschlecht und wurden dem gemäß in den Freizeitaktivitäten abgelenkt und so intensiv beschäftigt, dass ihnen scheinbar auch nichts anderes übrig blieb. Lediglich im Hinblick auf Geschlechtskrankheiten durch „jüdische, bolschewistische oder orientalische Lüsternheiten“ und die volksgefährdende Homosexualität, die man als eine Folge der eventuell falsch zu deutenden Massenaufklärung befürchtete, wurden Äußerungen, Warnungen und Verbote ausgesprochen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein der Untersuchung, indem sie die Thesen zur Repression und Instrumentalisierung der Mädchen im BDM einführt und das Ziel der Arbeit zur Aufdeckung der männlichen Dominanz im NS-Staat definiert.

2 Der Aufbau des BDM: Dieses Kapitel erläutert den organisatorischen Aufbau des Bundes, beleuchtet das Führerprinzip und analysiert die geschlechterspezifische Aufgabenteilung, die Mädchen von politischer Entscheidungsgewalt ausschloss.

3 Das BDM Selbstverständnis und die Aktivitäten des Bundes: Dieser Abschnitt thematisiert die gezielte ideologische Erziehung zum „gesunden Mädel“, die Disziplinierung des weiblichen Körpers sowie die Instrumentalisierung durch Schulungsarbeit.

4 Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Mädchen als fremdbestimmte Objekte zur Vorbereitung auf ihre spätere Mutter- und Hausfrauenrolle instrumentalisiert wurden.

Schlüsselwörter

Bund Deutscher Mädel, BDM, Nationalsozialismus, Fremdbestimmung, Geschlechterrollen, Instrumentalisierung, Mädchenerziehung, Ideologie, Volksgemeinschaft, Führerprinzip, Sexualerziehung, Schulungsarbeit, Männliche Dominanz, Patriarchat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle und die Lebensbedingungen von Mädchen im Bund Deutscher Mädel (BDM) während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Organisationsstruktur des BDM, die Vermittlung nationalsozialistischer Ideale, die Disziplinierung des weiblichen Körpers und die systematische Vorbereitung auf die Mutterrolle.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Mädchen im NS-Staat durch Fremdbestimmung und eine patriarchale Struktur ihrer Individualität beraubt und für die Ziele des Regimes instrumentalisiert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen deskriptiven und interpretativen Ansatz, der auf der Auswertung von Sekundärliteratur und zeitgenössischen Dokumenten basiert, um die BDM-Strukturen und die Lebenswirklichkeit der Mädchen zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Organisationsaufbaus, der geschlechterspezifischen Aufgabenverteilung sowie eine detaillierte Analyse der ideologischen Einflussnahme durch Erziehung, Sport, Kleidungsvorschriften, Sexualerziehung und Schulungsarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem BDM, Fremdbestimmung, Instrumentalisierung, Nationalsozialismus, Mädchenerziehung und Geschlechterrollenfixierung.

Warum war das Thema Sexualerziehung im BDM ein solches Tabu?

Sexualerziehung hätte die rein instrumentelle Sicht auf den weiblichen Körper für Fortpflanzung und den „Erhalt des völkischen Bestandes“ gefährdet; stattdessen wurde auf Asexualität im Jugendalter gedrängt.

Wie versuchte der BDM das „Selbermachen“ zu definieren?

Der Begriff „Selbermach-Haltung“ wurde genutzt, um Mädchen in frauentypischen Bereichen wie Pflege und Werken zu schulen, was jedoch primär der Vermittlung tradierter Rollenbilder diente.

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Details

Titel
Bund Deutscher Mädel
Untertitel
Mädchen unterm Hakenkreuz
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Jugendsoziologie- Jugend in Bewegung
Note
2,3
Autor
Joana Peters (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V77892
ISBN (eBook)
9783638833585
ISBN (Buch)
9783638836432
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bund Deutscher Mädel Jugendsoziologie- Jugend Bewegung Bund deutscher Mädel Thema Bund deutscher Mädel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Joana Peters (Autor:in), 2004, Bund Deutscher Mädel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77892
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Leseprobe aus  18  Seiten
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