Die Hausarbeit entstand im Rahmen eines Proseminars mit dem Titel "Der Staatsbegriff in der politischen Ideenwelt Woodrow Wilsons vor 1913" in Sommersemester 2006. Die Arbeit an sich hat nicht mit Präsident Wilson zu tun, sondern beschäftigt sich mit Rassismus und der Unterdrückung gegen die schwarze Bevölkerung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Hauptpunkte sind die systematische Einteilung und Analyse der Unterdrückung in jeweils das politische, wirtschaftliche und soziale Subsystem. Umrandet wird die Darstellung von Ausführungen über die geistigen Grundlagen des Rassismus, einer Darstellung der Phase der Reconstruction in Bezug auf das Thema sowie einem kurzen Überblick über die wichtigsten schwarzen Meinungsführer der Zeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Das geistige Fundament des Rassismus in den USA
2.2 Die Reconstruction
2.3 Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung
2.3.1 Wirtschaftliche Unterdrückung
2.3.2 Politische Unterdrückung
2.3.3 Soziale Unterdrückung
2.4 Schwarze Meinungsführer
3. Schluss
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die ideologischen Wurzeln des Rassismus gegen die schwarze Bevölkerung in den USA sowie die Mechanismen ihrer systematischen Unterdrückung in der Zeit zwischen dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs und dem Ersten Weltkrieg. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Frage, wie rassistische Gedankengebäude die soziale, politische und wirtschaftliche Ausgrenzung der ehemaligen Sklaven legitimierten und aufrechterhielten.
- Ideologische Grundlagen des Rassismus (Polygenese, Sozialdarwinismus)
- Die Phase der Reconstruction und ihr Scheitern
- Formen der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Unterdrückung (Jim Crow Gesetze)
- Terror durch rassistische Geheimorganisationen wie den Ku Klux Klan
- Gegenüberstellung der Ansätze von Booker T. Washington und W.E. Du Bois
Auszug aus dem Buch
2.1 Das geistige Fundament des Rassismus in den USA
Ein geistiges System wie der Rassismus braucht ein Fundament, auf dem es steht, aus dem es gewachsen ist. Dieses Fundament unterscheidet sich in den USA nicht vollständig, aber in einigen Teilen doch von den Grundlagen des Rassismus in Europa. In den USA gab es andere Strömungen. Es ist nun aber hier nicht erforderlich, die Unterschiede, sondern die wichtigen Wurzeln des Rassismus in Nordamerika herauszuarbeiten. Entscheidend für das amerikanische Fundament sind im Speziellen vor allem Edward Longs erste Formulierung des Rassismus, Gobineaus Rassenlehre und der Sozialdarwinismus.
Als erstes zu Edward Long: Dieser „bündelte ältere negative Stereotypen und Vorurteile gegen Afrikaner-Negriden zur rassistischen Degradierung der Schwarzen“ in seiner aus drei Bänden bestehenden „History Of Jamaica“. In dem an dieser Stelle relevanten zweiten Band behauptet er, die Schwarzen wären nicht Teil der Menschheit. Als Anhänger der Polygenese war er der Meinung, dass alle „Arten der Menschheit“ getrennt voneinander entstanden wären. Da Schwarze aber keine Menschen seien, könnten sie nur die niedrigste Position in der Gesellschaft einnehmen, waren also nur als Sklaven geeignet. Er hob die „tierhafte Natur der Schwarzen“ hervor, um seiner Theorie Nachdruck zu verleihen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Situation der Afro-Amerikaner nach dem Bürgerkrieg und definiert Rassismus als Grundlage für die nachfolgende Analyse der Unterdrückungsmechanismen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die ideologischen Wurzeln des Rassismus, das Scheitern der Reconstruction sowie die systematische wirtschaftliche, politische und soziale Unterdrückung durch Gesetze und Terror.
2.1 Das geistige Fundament des Rassismus in den USA: Dieses Kapitel erläutert die pseudowissenschaftlichen Theorien wie die Polygenese und den Sozialdarwinismus, die als ideologische Rechtfertigung für die rassistische Ausgrenzung dienten.
2.2 Die Reconstruction: Hier wird der historische Versuch beschrieben, die ehemaligen Sklaven rechtlich in die Gesellschaft zu integrieren, sowie die Gründe für das anschließende Scheitern dieses Prozesses.
2.3 Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung: Dieses Kapitel fasst die dreifache Marginalisierung der schwarzen Bevölkerung in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen.
2.3.1 Wirtschaftliche Unterdrückung: Das Kapitel behandelt die Abhängigkeit durch Lohnarbeitersysteme und das sharecropping, das die ehemaligen Sklaven in Armut hielt.
2.3.2 Politische Unterdrückung: Hier wird erläutert, wie durch Wahlsteuern, Analphabetentests und die Großvaterklausel die politische Entmündigung der Afro-Amerikaner systematisch herbeigeführt wurde.
2.3.3 Soziale Unterdrückung: Dieser Teil beschreibt die Einführung der Jim-Crow-Gesetze, die Rassentrennung und den Terror durch Gruppen wie den Ku Klux Klan.
2.4 Schwarze Meinungsführer: Das Kapitel kontrastiert die gegensätzlichen Ansätze von Booker T. Washington, der auf wirtschaftliche Anpassung setzte, und W.E. Du Bois, der intellektuelle Bildung und Integration forderte.
3. Schluss: Der Schluss zieht ein Fazit über die anhaltenden Auswirkungen des historischen Rassismus und konstatiert, dass eine vollkommene Gleichberechtigung bis heute eine Herausforderung bleibt.
Schlüsselwörter
Rassismus, USA, Reconstruction, Sklaverei, Jim-Crow-Gesetze, Segregation, Sozialdarwinismus, Ku Klux Klan, Booker T. Washington, W.E. Du Bois, Bürgerrechte, Unterdrückung, White Supremacy, Afro-Amerikaner, Emanzipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Situation der afro-amerikanischen Bevölkerung in den USA zwischen dem Ende des Bürgerkrieges und dem Ersten Weltkrieg und untersucht, wie Rassismus als System zur Unterdrückung eingesetzt wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die ideologischen Grundlagen des Rassismus, das Scheitern der Reconstruction, die politische und ökonomische Ausgrenzung sowie der gesellschaftliche Terror gegen Schwarze.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Werdegang und die Mechanismen der Unterdrückung der ehemaligen Sklaven aufzuzeigen, um zu verstehen, warum ihre Integration in die US-Gesellschaft nach dem Krieg massiv gestört wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische und soziologische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur basiert, um die ideologischen und praktischen Dimensionen des Rassismus zu beleuchten.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Rassentheorien), die historische Zäsur der Reconstruction und die praktische Unterdrückung in den drei Lebensbereichen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Rassentrennung, Jim-Crow-Gesetze, Sozialdarwinismus, Reconstruction, sowie der Kampf um politische und soziale Teilhabe der Afro-Amerikaner.
Warum war das „sharecropping“-System so verhängnisvoll für die Afro-Amerikaner?
Dieses System führte zu einer dauerhaften Verschuldung und wirtschaftlichen Abhängigkeit von den ehemaligen Sklavenhaltern, da die Pachtkosten und Warenpreise im „country store“ den Ertrag der Ernte oft überstiegen.
Welchen Unterschied gab es in der politischen Strategie zwischen Booker T. Washington und W.E. Du Bois?
Washington plädierte für eine wirtschaftliche Anpassung und Akzeptanz des Verzichts auf politische Rechte im Austausch für materiellen Fortschritt, während Du Bois intellektuelle Bildung, kulturelles Selbstbewusstsein und eine uneingeschränkte politische Integration forderte.
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- Tobias Heyer (Author), 2006, Rassismus gegen Afro-Amerikaner in den USA vom Ende des Bürgerkrieges bis zum ersten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77939