Als extrem werden im allgemeinen Sprachgebrauch Dinge bezeichnet, die besonders konträr zueinander sind oder sich weit weg voneinander bzw. am Rand des „Normalen“ befinden. Im politischen Kontext werden daher solche Dinge als extrem bezeichnet, hinter denen radika-le(re) Auffassungen stehen oder deren Position sich eher am gesellschaftlichen Rand bewegt und zumindest nicht von der breiten Masse getragen wird.
Verbreitete Anwendung findet der Extremismusbegriff in der politischen Auseinandersetzung zwischen sog. Linken und Rechten. Aus der extremismustheoretischen Sichtweise betrachtet, stellen diese zwar einen ideologischen Gegensatz dar, können aber hinsichtlich ihrer Struk-turmerkmale oder der grundsätzlichen Bestrebung gegen ein bestimmtes politisches System durchaus Gemeinsamkeiten besitzen.
Im Zentrum dieser Arbeit stehen „Die Republikaner“ als potentiell rechtsextremistische und die „Partei des demokratischen Sozialismus/ Linkspartei“ als potentiell linksextremistische Partei. In einem extremismustheoretischen Vergleich anhand unterschiedlicher Parameter sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Parteien aufgezeigt und eine mögli-che Zuordnung zum Extremismusbegriff überprüft werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG UND ARBEITSHYPOTHESE
2. DER VERGLEICH DER REPUBLIKANER MIT DER PARTEI DES DEMOKRATISCHEN SOZIALISMUS
2.1. DIE WESENSMERKMALE DES POLITISCHEN EXTREMISMUS UND ZUORDNUNGSKRITERIEN
2.2. DIE REPUBLIKANER (REP)
2.2.1. DIE GRÜNDUNG UND ENTWICKLUNG DER REP
2.2.2. ANALYSE DER REPUBLIKANER
2.2.2.1. Doktrin der Republikaner
2.2.2.2. Die Organisation der Republikaner
2.2.2.3. Die Aktion der Republikaner
2.2.2.4. Zusammenfassung
2.3. DIE PARTEI DES DEMOKRATISCHEN SOZIALISMUS
2.3.1. DIE HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER PDS
2.3.2. ANALYSE DER PDS
2.3.2.1. Doktrin der PDS
2.3.2.2. Die Organisation der PDS
2.3.2.3. Die Aktion der PDS
2.3.2.4. Zusammenfassung
3. GEGENÜBERSTELLUNG DER ERGEBNISSE
3.1. MENSCHENRECHTS- UND GESELLSCHAFTSVERSTÄNDNIS
3.2. PRINZIPIEN POLITISCHER WILLENSBILDUNG
3.3. POLITISCHES FEINDBILD
3.4. STAATS- UND ORDNUNGSVORSTELLUNGEN
4. ABSCHLUSS UND ERGEBNIS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht vergleichend, inwieweit die Republikaner (REP) als rechtsextremistische und die Partei des demokratischen Sozialismus (PDS) als linksextremistische Partei gemäß extremismustheoretischer Kriterien klassifiziert werden können und welche Auswirkungen sie auf die Stabilität der Bundesrepublik Deutschland haben.
- Extremismustheoretische Einordnung von REP und PDS
- Analyse von Doktrin, Organisation und Aktion beider Parteien
- Vergleich von Menschenrechts- und Gesellschaftsverständnissen
- Untersuchung politischer Willensbildung und Staatsvorstellungen
- Kritische Reflexion über das politische Feindbild und das Demokratieverständnis
Auszug aus dem Buch
2.2.1. Die Gründung und Entwicklung der REP
Die CSU-Mitglieder Ekkehard Voigt und Franz Handlos gründeten zusammen mit dem in Bayern bekannten Fernsehmoderator Franz Schönhuber am 26. November 1983 die Partei „Die Republikaner“. Das Hauptmotiv für die Gründung war das Entsetzen darüber, dass die Bundesrepublik der DDR aufgrund der Fürsprache von Franz Josef Strauß einen Milliardenkredit gewährte.
Ekkehard Voigt und Franz Handlos, welche vor der Gründung der REP als Bundestagsabgeordnete die CDU vertreten haben, waren aus Protest aus der Partei ausgetreten. Die REP wurden in einer Phase begonnener politischer Entspannung zwischen Ost und West gegründet. Symptomatisch für diese Zeit waren der gesellschaftlicher Wandel, ein stetig wachsendes Asylbegehren und eine konstant hohe Arbeitslosigkeit. Die breite Masse der Bevölkerung hatte große Angst um die Erhaltung des erwirtschafteten Wohlstands. Zur Gründung der REP führten jedoch nicht die gesellschaftlichen Probleme, sondern mehr die Unzufriedenheit der Gründungsmitglieder und ihres sympathisierenden Umfeldes mit der inneren Struktur der von ihnen favorisierten CSU und die Ablehnung gegenüber Strauß. Mit dem Bestreben, unzufriedene Konservativ-Nationale auch über die CSU anzusprechen, war der erste Versuch, in der Gründungsphase eine breite Basis zu mobilisieren, gescheitert. Kein Verband aus dem Umfeld der CSU, aus der konservativ, nationalen Organisationen und aus Vereinen ohne Parteistatus hatten sich der neuen Partei angeschlossen. Den Anspruch auf einen gesamtdeutschen Platz im politischen System der alten BRD konnten die REP nicht erheben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG UND ARBEITSHYPOTHESE: Einführung in den Extremismusbegriff und Vorstellung der Arbeitshypothese, dass REP und PDS als extremistische Parteien einzustufen sind.
2. DER VERGLEICH DER REPUBLIKANER MIT DER PARTEI DES DEMOKRATISCHEN SOZIALISMUS: Theoretische Herleitung der Extremismusmerkmale und detaillierte Analyse der Ideologie, Organisation und Praxis von REP und PDS.
3. GEGENÜBERSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Systematischer Vergleich beider Parteien anhand der vier Themenkomplexe Menschenrechtsverständnis, Willensbildung, Feindbild und Staatsvorstellungen.
4. ABSCHLUSS UND ERGEBNIS: Synthese der Ergebnisse und Bestätigung der Arbeitshypothese hinsichtlich der extremistischen Ausrichtung beider Parteien.
Schlüsselwörter
Politischer Extremismus, Republikaner, PDS, Linkspartei, Extremismusforschung, Hufeisen-Schema, Totalitarismus, Parteienanalyse, Politische Doktrin, Parteiorganisation, Verfassungsfeindlichkeit, Menschenrechtsverständnis, Gesellschaftsverständnis, Rechtsextremismus, Linksextremismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit vergleicht die Republikaner (REP) und die Partei des demokratischen Sozialismus (PDS/Linkspartei) unter dem Aspekt der extremismustheoretischen Forschung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die ideologische Ausrichtung, die Parteiorganisation und die politische Praxis, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrem Verhältnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung aufzuzeigen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu prüfen, ob beide Parteien aufgrund ihrer Programmatik und Organisationsform als extremistische Akteure einzustufen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine extremismustheoretische Analyse anhand definierter Parameter wie Doktrin, Organisation und Aktion.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung und detaillierte Analyse beider Parteien sowie eine anschließende strukturierte Gegenüberstellung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Begriffe wie Politischer Extremismus, Parteienanalyse, Verfassungsfeindlichkeit, Menschenrechtsverständnis und Politische Doktrin stehen im Fokus.
Wie bewertet der Autor die Rolle des "Hufeisen-Schemas" für seine Forschung?
Das Hufeisen-Schema dient als Modell, um die Tendenz beider – ideologisch gegensätzlicher – Parteien zu verdeutlichen, sich in ihrer Distanz zu demokratischen Normen einander anzunähern.
Warum ordnet der Autor die PDS als extremistisch ein, obwohl sie in Parlamenten vertreten ist?
Der Autor argumentiert, dass trotz parlamentarischer Teilhabe antidemokratische Ordnungsvorstellungen, die Ablehnung des Individualismus zugunsten eines Kollektivs und Kontakte in gewaltbereite Milieus auf eine extremistische Ausrichtung hindeuten.
- Arbeit zitieren
- Stephan Ulrich (Autor:in), Frank Neese (Autor:in), 2006, Vergleich rechts- und linksextremer Parteien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77947