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Zum Verhalten des Wigalois in unterschiedlichen sozialen Räumen

Title: Zum Verhalten des Wigalois in unterschiedlichen sozialen Räumen

Seminar Paper , 2007 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Schadow (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Ausghend von Elias' Zivilisationstheorie untersuche ich in meiner Arbeit das Verhalten des Wigalois in Wint von Grafenbergs gleichnamigen Artusroman. Mein besonderes Interesse gilt dabei dem Zusammenhang zwischen Gewaltausübung bzw. Affektkontrolle und sozialem Raum.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlage: Die Zivilisationstheorie des Norbert Elias

3. Zum Verhalten des Wigalois in unterschiedlichen sozialen Räumen

3.1. „sîn herze was âne mein / und ledic aller bôsheit“ - Wigalois in höfischer Gesellschaft

3.2. „ez geschach ein teil ân sînen danc / daz er in alsô hêt erslagen“ - Wigalois in der Wildnis

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die unterschiedlichen sozialen Räume, in denen sich der Romanheld Wigalois bewegt, sein Verhalten beeinflussen. Als theoretisches Erklärungsmodell dient die Zivilisationstheorie von Norbert Elias, anhand derer die höfische Zurückhaltung des Ritters seinem gewaltsamen Auftreten in der Wildnis gegenübergestellt wird.

  • Anwendung der Zivilisationstheorie von Norbert Elias auf den mittelhochdeutschen Artusroman.
  • Analyse der höfischen Verhaltenskodizes und der Affektdisziplinierung am Beispiel des Wigalois.
  • Untersuchung von Gewaltphänomenen und Triebhaftigkeit im zivilisationsleeren Raum der Wildnis.
  • Kontrastierung von sozialem Raum und individuellem moralischen Handeln des Protagonisten.
  • Reflexion über die ambivalente Charakterzeichnung des Wigalois durch Wirnt von Grafenberg.

Auszug aus dem Buch

3.2. „ez geschach ein teil ân sînen danc / daz er in alsô hêt erslagen“ - Wigalois in der Wildnis

Jenseits des höfischen Lebens bietet sich dem aufmerksamen Leser ein völlig anderes Bild des Romanhelden. Insbesondere die zahlreichen Kämpfe, die Wigalois in der Wildnis bestreitet, unterliegen scheinbar keinerlei Regeln. Stets gibt es Tote. Der in höfischer Gesellschaft so kontrolliert wirkende Held lässt seinen Affekten freien Lauf, es herrscht die rohe Gewalt.

Bereits kurz nach seinem Aufbruch vom Artushof trifft der nach Bewehrung der eigenen Ritterlichkeit trachtende Wigalois in seinem ersten Kampf auf einen fremden Burgherren. Weil dieser nur seine Gastfreundschaft gewähren möchte, wenn er im ritterlichen Zweikampf besiegt wird, kommt es schließlich zum Kampf. Dieser findet auf freiem Feld, vor der Burg des fremden Ritters, in gänzlich unhöfischer Atmosphäre statt. Ohne ein einziges Wort miteinander auszutauschen, reiten beide aufeinander los, wobei Wigalois den Fremden in einer brutalen Affekthandlung sofort tötet: „iedoch sô stach der junge gast / sîn sper daz ez durch in brast / ander halbe eins klâfters lanc“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Wigalois-Romans ein und definiert die Fragestellung bezüglich der Auswirkungen sozialer Räume auf das Verhalten des Helden unter Verwendung der Theorie von Norbert Elias.

2. Theoretische Grundlage: Die Zivilisationstheorie des Norbert Elias: Das Kapitel erläutert Elias' Konzept der „Verhöflichung der Krieger“ sowie den Wandel von ungedämpfter Aggressivität hin zu Triebsublimation und Affektdisziplinierung in der höfischen Gesellschaft.

3. Zum Verhalten des Wigalois in unterschiedlichen sozialen Räumen: Dieses Hauptkapitel analysiert das Verhalten des Protagonisten, indem es die höfische Tugendhaftigkeit der wilden Gewalt in isolierten Räumen gegenüberstellt.

3.1. „sîn herze was âne mein / und ledic aller bôsheit“ - Wigalois in höfischer Gesellschaft: Hier wird aufgezeigt, wie Wigalois am Hof durch Selbstbeherrschung und die Einhaltung ritterlicher Normen überzeugt, selbst in Kampfsituationen unter höfischer Beobachtung.

3.2. „ez geschach ein teil ân sînen danc / daz er in alsô hêt erslagen“ - Wigalois in der Wildnis: Dieses Kapitel verdeutlicht den Kontrast zur Hofwelt, indem Wigalois' Verhalten in der Wildnis als triebhaft, gewalttätig und losgelöst von sozialen Verhaltensregeln charakterisiert wird.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass das Affektverhalten des Wigalois maßgeblich von seinem Aufenthaltsort bestimmt wird und die Zivilisationstheorie als fruchtbares Konzept zur Interpretation des Werkes dient.

Schlüsselwörter

Wigalois, Wirnt von Grafenberg, Norbert Elias, Zivilisationstheorie, Artusroman, Höfische Gesellschaft, Affektdisziplinierung, Triebsublimation, Soziale Räume, Rittertum, Gewalt, Mittelalter, Literarische Analyse, Triebhaushalt, Höfische Verhaltensnormen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhalten des Ritters Wigalois in unterschiedlichen sozialen Räumen, speziell unter dem Aspekt, wie äußere Umgebungen (Hof vs. Wildnis) seine Handlungsweisen beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Zivilisation, die höfischen Verhaltensnormen, die Disziplinierung von Affekten sowie der Kontrast zwischen zivilisiertem ritterlichen Auftreten und roher, ungezügelter Gewalt.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern sich die unterschiedlichen sozialen Räume, in denen sich der Romanheld bewegt, auf sein Verhalten auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Als methodisches Erklärungsmodell wird die Zivilisationstheorie des Soziologen Norbert Elias herangezogen, um das literarische Verhalten des Romanhelden soziogenetisch zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Wigalois am höfischen Hof, wo er Disziplin zeigt, und dessen Verhalten in der Wildnis, wo er Aggressionen und Trieben freien Lauf lässt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wigalois, Norbert Elias, Zivilisationstheorie, Höfische Gesellschaft, Affektdisziplinierung, Triebhaftigkeit und ritterliches Verhalten sind die zentralen Begriffe.

Wie zeigt sich der Unterschied zwischen höfischem Verhalten und Wildnis am Beispiel des Kampfes?

Während Wigalois am Hofe selbst in Kämpfen (etwa gegen den Roten Ritter) ritterliche Zurückhaltung und Regeln wahrt, zeigt er in der Wildnis eine sofortige, brutale Gewaltbereitschaft ohne Rücksicht auf soziale Konsequenzen.

Warum ist das "Peinlichkeitsempfinden" für die These wichtig?

Das Peinlichkeitsempfinden, das Wigalois am Hofe verspürt, wenn er ritterliche Haltung verliert, unterstreicht, dass die Anwesenheit der höfischen Gesellschaft als regulierende Instanz für sein Verhalten fungiert.

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Details

Title
Zum Verhalten des Wigalois in unterschiedlichen sozialen Räumen
College
University of Potsdam
Grade
1,3
Author
Michael Schadow (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V77996
ISBN (eBook)
9783638835244
ISBN (Book)
9783638835336
Language
German
Tags
Verhalten Wigalois Räumen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Schadow (Author), 2007, Zum Verhalten des Wigalois in unterschiedlichen sozialen Räumen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77996
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