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"Distanz und Perspektiven" dargestellt an der Lebensgeschichte Monika Göths

Ihr Leben als Kind eines Nazi-Täters, mit den biographischen Aufzeichnungen aus: "Ich muss doch meinen Vater lieben, oder?" (2002)

Title: "Distanz und Perspektiven" dargestellt an der Lebensgeschichte Monika Göths

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 15 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Manuela Skala (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Das Hauptseminar, das sich mit der Last der Vergangenheit von Nachgeborenen der Täter des NS-Regimes beschäftigte, bot viele Ansatzmöglichkeiten, um sich mit diesem vielschichtigen Thema auseinander zu setzen. Um einen systematischen Seminarverlauf zu gewährleisten, setzten die Teilnehmer Akzente und prüften ausgewählte Biographien von Kindern mit NS-Eltern auf folgende Schwerpunkte: Es galt herauszufinden, welchen womöglich bleibenden Einfluss die nationalsozialistischen Eltern auf die Generation ihrer Kinder ausübten. Deshalb thematisierten wir den Anlass des sich offenbarenden „Täterkindes“ ein Buch zu schreiben und es der Öffentlichkeit zu präsentieren. Weiterhin suchten wir nach Anhaltspunkten über die Beziehung der Kinder zu ihren Eltern und versuchten herauszufinden, ob und wann das jeweilige Kind von den Taten der Eltern erfahren hat. Als Konsequenz daraus ergab sich der Schritt, zu untersuchen, welche Wirkung die Machenschaften der Eltern auf das Leben der Kindergeneration hatte und hat.
Diese verschiedenen Kategorien konnten nun wie eine Schablone auf die einzelnen Schicksale der Kinder des NS-Regimes gelegt werden.
In dieser Arbeit möchte ich mich exemplarisch mit Monika Göth und ihrem Vater, dem Kommandanten von Plaszow, Amon Göth, beschäftigen und den oben benannten Leitfaden verwenden. Anhand von Vergleichen zu anderen „Täterkindern“ (Niklas Frank und Martin Bormann) soll am Ende der Arbeit ein resümierendes Fazit stehen.
Diese Bilanz stellt jedoch kein allgemein gültiges Bild dar!, es ist der Versuch, sich mit dieser breitgefächerten Thematik zum einen aus der Perspektive der Kinder der Täter (wobei die Opferperspektive außen vor bleibt), zum anderen unter Einbeziehung festgelegter Kriterien zu nähern und zum (besseren) Verstehen der Kinder von Nazi-Tätern beizutragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Monika Göth: „Ich muss doch meinen Vater lieben, oder?“

3) Familienbande

4) Die Last der Vergangenheit

5) „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

6) Zwischenbilanz

7) Zum Vergleich: Niklas Frank

8) Einordnung in den Seminarkontext

9) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und biographischen Auswirkungen auf die Kinder von NS-Tätern, am Beispiel von Monika Göth. Ziel ist es, den Umgang der Nachgeborenen mit der moralischen Last ihrer familiären Herkunft sowie die verschiedenen Strategien der Vergangenheitsbewältigung oder Verdrängung kritisch zu analysieren.

  • Psychologische Folgen der NS-Täter-Elternschaft
  • Distanzbildung und Umgang mit dem Familiennamen
  • Vergleich zwischen aktiver Verdrängung und offensiver Konfrontation
  • Die Rolle der Erinnerungskultur in der Generation der Nachgeborenen
  • Einfluss der Familienbiographie auf die eigene Identitätsfindung

Auszug aus dem Buch

4) Die Last der Vergangenheit

Wie aber ging Monika Göth nun mit ihrer familiären Vergangenheit um? Hierzu ist es wahrscheinlich von Vorteil, Monikas Lebensjahre in eine Zeit vor dem Erscheinen des Buches und eine Zeit „danach“ zu unterteilen.

Es ist sicherlich nicht untertrieben, zu behaupten, dass Monika Göth gar nicht mit dieser Last umgegangen ist, sie hat sie ignoriert und entzog sich durch ihre Ignoranz der Kenntnis der Fakten über die Taten ihres Vaters. In frühen Jahren regte sich jugendlicher Widerstand, der aber von der Familie im Keim erstickt wurde. Auch in späteren Jahren negierte sie die Vergangenheit, obwohl ihr dabei immer bewusst war, dass sie ihren Vater niemals abstreifen oder loswerden könne. „Der Amon Göth, der war präsent, wo immer ich gewesen bin.“

Die Einsicht, sich mit dem Leben und den Taten des Vaters zu beschäftigen, ist vielleicht aus der Erkenntnis gewachsen, dass sie dieses Phantom nur loswerden könne, wenn sie endlich damit beginnt, sich mit der Vergangenheit des Vaters und auch ihrer eigenen Vergangenheit zu konfrontieren.

Bis zu diesem Zeitpunkt macht Monika Göth allein sich selbst und ihr Verhalten verantwortlich für ihre Lebensumstände; sie fühlt sich permanent schuldig. „Wenn ich anders gewesen wäre, hätten auch die Dinge anders laufen können.“

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Darstellung der Seminar-Schwerpunkte und Vorstellung der methodischen Leitfragen zur Untersuchung von Täterkindern.

2) Monika Göth: „Ich muss doch meinen Vater lieben, oder?“: Einführung in die Person Monika Göth, ihr Buchprojekt und die prekäre Ausgangslage ihrer Familiengeschichte.

3) Familienbande: Analyse des belasteten Mutter-Tochter-Verhältnisses und der prägenden Wirkung des Familiennamens in der Öffentlichkeit.

4) Die Last der Vergangenheit: Erläuterung der psychologischen Mechanismen der Verdrängung und der späteren Hinwendung zur Wahrheit.

5) „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“: Untersuchung des Wandels in Monika Göths Wahrnehmung ihres Vaters vom Opfer des NS-Regimes zum Täter.

6) Zwischenbilanz: Zusammenfassende Betrachtung der pathologischen Trennung von privater und öffentlicher Identität bei Täterkindern.

7) Zum Vergleich: Niklas Frank: Gegenüberstellung von Monika Göths Verdrängung mit dem offensiven, konfrontativen Aufarbeitungsweg von Niklas Frank.

8) Einordnung in den Seminarkontext: Einordnung der untersuchten Biographien in den breiteren wissenschaftlichen Kontext der Erinnerungskultur.

9) Fazit: Schlussfolgerung über die Möglichkeiten der individuellen Vergangenheitsbewältigung und Warnung vor dem Fortbestand rechter Seilschaften.

Schlüsselwörter

Täterkinder, Nationalsozialismus, Monika Göth, Amon Göth, Vergangenheitsbewältigung, Erinnerungskultur, NS-Regime, Niklas Frank, Identität, Verdrängung, Familienbiographie, Holocaust, Schuldfrage, Distanzbildung, Zweite Generation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Lebensgeschichte von Monika Göth, der unehelichen Tochter des KZ-Kommandanten Amon Göth, und deren Umgang mit der NS-Vergangenheit ihres Vaters.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die psychischen Auswirkungen einer NS-Täter-Elternschaft, die Mechanismen der Verdrängung sowie die Möglichkeiten der persönlichen Distanzierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifische Form der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Vaters zu verstehen und durch Vergleiche zu anderen Biographien allgemeine Muster aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine biographische Analyse und Fallstudie, die durch vergleichende Literaturarbeit ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Monika Göths Lebensstationen, ihrer familiären Bindungen und den Vergleich ihrer Strategie mit der von Niklas Frank.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Vergangenheitsbewältigung, Distanz, Täterkind, Identität und Erinnerungskultur.

Wie unterscheidet sich der Aufarbeitungsprozess von Monika Göth von dem von Niklas Frank?

Während Monika Göth ihre Vergangenheit lange Zeit aktiv verdrängte und ihren Vater in einem ambivalenten Licht sah, wählt Niklas Frank einen offensiven, sprachlich aggressiven Weg der Abrechnung.

Welche Rolle spielt der Name des Vaters für Monika Göth?

Der Name Göth fungiert als ständige Belastung, die Monika Göth in der Öffentlichkeit zu Anfeindungen aussetzt und die maßgeblich ihre Identitätsbildung beeinflusste.

Warum fällt es Monika Göth schwer, ihren Vater als Täter zu identifizieren?

Sie litt unter einem „fatalen Irrtum“, bei dem sie den privaten Familienvater vom Kommandanten trennte, was ihre Wahrnehmung bis zur Konfrontation mit den Fakten im Interview verzerrte.

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Details

Title
"Distanz und Perspektiven" dargestellt an der Lebensgeschichte Monika Göths
Subtitle
Ihr Leben als Kind eines Nazi-Täters, mit den biographischen Aufzeichnungen aus: "Ich muss doch meinen Vater lieben, oder?" (2002)
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Hauptseminar
Grade
2,3
Author
Manuela Skala (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V78028
ISBN (eBook)
9783638780797
Language
German
Tags
Distanz Perspektiven Lebensgeschichte Monika Göths Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Skala (Author), 2007, "Distanz und Perspektiven" dargestellt an der Lebensgeschichte Monika Göths, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78028
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