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Werkanalyse von Peter Greenaways "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" - Erhebt Greenaway die Filmkulisse zur Theaterbühne?

Title: Werkanalyse von Peter Greenaways "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber"  -  Erhebt Greenaway die Filmkulisse zur Theaterbühne?

Seminar Paper , 2007 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Rebecca Mack (Author)

Theater Studies, Dance
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Der britische Maler, Filmregisseur, Konzeptkünstler und Ausstellungsinszenator Peter Greenaway, 1942 in Newport, Wales, Großbritannien geboren, wird gerne in Zusammenhang mit dem Begriff der „ Postmoderne “ genannt. Er „zählt zu einer Kategorie von Medienkünstlern, die eine bestimmte Themenstellung in verschiedenen Medien bearbeiten und unterschiedliche Zitierweisen in ihrer Arbeit vermischen.“ Greenaway selbst wehrt sich gegen eine „Etikettierung seines Filmwerks als postmodern “ und sagte in einem Interview:

„ That rigid stupid word. (...) It has become such a portmanteau word, it means anything for anybody.“

Greenaway „stellt mit seinem Gesamtwerk, das unterschiedliche Medien und Wissensgebiete einbindet, ein künstlerisches System vor.“ Er vereint in seinen Filmen Bildtraditionen der Malerei und Fotografie, wie auch von Theater, Oper und Architektur. 1988 entstand der Film Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber. Greenaway selbst bezeichnet diesen Film als ein „zeitgenössisches Melodram“ , „eine ausschweifende, unwahrscheinliche, aber nicht unmögliche Geschichte, die in einem Restaurant spielt, wo es abwegig erscheint, dass wirklich alles gegessen wird, sei es auch nur als Experiment.“ Es ist die Geschichte des französischen Küchenchefs Richard, des monströsen und vulgären Gangsterchefs Albert, seiner attraktiven Frau Georgina und ihres Liebhabers Michael, eines unscheinbareren Buchhändlers.
Fasziniert von der „Schönheit des Schrecklichen“ zeigt Greenaway die Auslebung der menschlichen Körperlichkeit bis hin zum Kannibalismus als bestrafenden Akt der Sühne. Inspiration findet Greenaway als Barock – Enthusiast in der Opulenz und Dekadenz des 16. und 17. Jahrhunderts. Sein Werk findet Anlehnung vor allem im „Theatre of Blood“, des jakobinischen Theaters in England.

Ob Greenaway die Filmkulisse seiner Werke zur Theaterbühne erhebt, soll nun anhand der genaueren Betrachtung erörtert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1. Definition von Filmkulisse und Theaterbühne hinsichtlich wesentlicher Bestandteile und Funktionalität

2.2. Die Unterschiede zwischen Filmkulisse und Theaterbühne

3. Erörterung der Leitfrage „Erhebt Greenaway die Filmkulisse zur Theaterbühne?“ Bezug nehmend auf räumliche und theatralische Zeichen

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

Literatur:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk von Peter Greenaway, insbesondere den Film „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“, um zu analysieren, inwiefern der Regisseur durch spezifische ästhetische und inszenatorische Mittel die Filmkulisse in den Rang einer Theaterbühne erhebt.

  • Vergleich der funktionalen und räumlichen Definitionen von Filmkulissen und Theaterbühnen.
  • Analyse der theatralischen Effekte in Greenaways Inszenierung.
  • Untersuchung der Rolle von Malerei, Kostümgestaltung und Farbdramaturgie als stilistische Mittel.
  • Betrachtung der Kameraführung und des „Guckkasteneffekts“ zur Erzeugung künstlicher Räume.
  • Deutung der symbolischen Metaphern und der sakralen Bildsprache innerhalb des Films.

Auszug aus dem Buch

3. Erörterung der Leitfrage „Erhebt Greenaway die Filmkulisse zur Theaterbühne?“ Bezug nehmend auf räumliche und theatralische Zeichen

Gleich zu Anfang des Films Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber fährt der Blick der Kamera durch einen, von zwei, in roten Samt livrierten Dienern oder Kellnern aufgehobenen Vorhang. Auch in weiteren Szenen, wie z. B. wenn Richard von der Küche aus, durch das große Tor den gedemütigten, nackten Roy vom Parkplatz auf sich zuhumpeln sieht, umrahmt der Vorhang das dargestellte Geschehen. Ein weiters Mal erscheint der Vorhang, als Albert den Küchenjungen Pub auf einen Stuhl stellt und ihn zwingt für ihn zu singen, oder einfach nur an den Fenstern im Speisesaal oder an dem des Buchlagers. Dieser immer wieder kehrende theatralische Effekt, betont Greenaways Vorhaben, den Zuschauer in eine künstliche Welt einzuladen.

Wie in einem Theaterstück ist der Film in einzelne Szenenschauplätze eingeteilt, die durch immer wieder kehrende Horizontalfahrten der Kamera voneinander getrennt werden. Das Geschehen scheint wie auf einer Drehbühne im Theater dargestellt. Gleich zu Beginn fährt die Kamera mit Fokus auf die Agierenden vom Parkplatz ins Foyer, weiter in die Küche und schließlich ins Restaurant. Durch diese Art von Kameraführung entsteht eine Art „Guckkasteneffekt“, welcher die Schauplatz trennenden Wände für den Zuschauer sichtbar macht. Die Hauptschauplätze des Films sind ein Parkplatz hinter dem Restaurant, eine große Restaurantküche, mehrere zusammenhängende Speisekammern, Kühlräume, Geschirrkammern usw. des Restaurants, Toiletten, der Speisesaal des Restaurants und ein Bücherdepot. Als weitere Nebenschauplätze fungieren der Laderaum eines Fleischtransporters, ein Krankensaal, der Hof einer Garage, eine Straße und ein Ladeneingang.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Schaffen von Peter Greenaway als Medienkünstler und Vorstellung des analysierten Films als zeitgenössisches Melodram.

2.1. Definition von Filmkulisse und Theaterbühne hinsichtlich wesentlicher Bestandteile und Funktionalität: Erläuterung der baulichen und funktionellen Grundlagen von Bühnenräumen sowie der Beschaffenheit und Nutzung von Kulissen im Theater und Film.

2.2. Die Unterschiede zwischen Filmkulisse und Theaterbühne: Gegenüberstellung der Produktionsweisen, Budgets und Perspektivvorgaben, die Film und Theater in der Gestaltung ihrer Spielorte differenzieren.

3. Erörterung der Leitfrage „Erhebt Greenaway die Filmkulisse zur Theaterbühne?“ Bezug nehmend auf räumliche und theatralische Zeichen: Analyse der konkreten Inszenierungsmittel wie Vorhänge, Kamerafahrten und Farbgestaltung, die den Film als theatralisches Gesamtkunstwerk strukturieren.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, in der Greenaways filmische Ästhetik als Form der „Theatralisierung“ bestätigt wird.

5. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Literatur:: Detailliertes Verzeichnis der genutzten Quellen für diese Werkanalyse.

Schlüsselwörter

Peter Greenaway, Der Koch der Dieb seine Frau und ihr Liebhaber, Werkanalyse, Filmkulisse, Theaterbühne, Intermedialität, Guckkasteneffekt, Postmoderne, Inszenierungsstrategien, Tableaus, Farbdramaturgie, Ästhetik, Theatralisierung, Kannibalismus, Malerei.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer filmwissenschaftlichen Werkanalyse von Peter Greenaways „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“ und untersucht dessen medienübergreifende künstlerische Struktur.

Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Filmkulisse und Theaterbühne, die Verflechtung der Künste (Intermedialität) sowie die Analyse von Bildsprache und Inszenierungstechniken im modernen Film.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu belegen, ob und wie Greenaway filmische Kulissen durch bewusste theatralische Gestaltungsmittel in einen theaterähnlichen Raum überführt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Werkanalyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur sowie einer detaillierten Untersuchung des Films auf räumliche und theatralische Zeichen basiert.

Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Definition der beiden medialen Räume, deren Vergleich und eine detaillierte Erörterung der ästhetischen Mittel des Films.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch für die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Intermedialität, Theatralisierung, Guckkasteneffekt, Bildtraditionen der Malerei sowie die spezifische Farb- und Kostümdramaturgie des Films.

Inwiefern beeinflusst die Malerei die visuelle Gestaltung des Films?

Der Autor zeigt auf, wie Greenaway durch die Anlehnung an klassische Gemälde des Barock und der Renaissance sowie durch die bewusste Verwendung des „Tableau vivant“ eine künstliche, theatralische Atmosphäre erzeugt.

Welche Rolle spielen Farbe und Musik für die theatralische Wirkung?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die farbliche Gestaltung der Schauplätze und der chorale Gesang dazu dienen, eine opernähnliche und teils sakrale Stimmung zu kreieren, welche den Film von konventionellen Produktionen abhebt.

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Details

Title
Werkanalyse von Peter Greenaways "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" - Erhebt Greenaway die Filmkulisse zur Theaterbühne?
College
LMU Munich  (Institut für Theaterwissenschaft )
Grade
2,0
Author
Rebecca Mack (Author)
Publication Year
2007
Pages
12
Catalog Number
V78076
ISBN (eBook)
9783638835855
ISBN (Book)
9783656760948
Language
German
Tags
Werkanalyse Peter Greenaways Koch Dieb Frau Liebhaber Erhebt Greenaway Filmkulisse Theaterbühne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Mack (Author), 2007, Werkanalyse von Peter Greenaways "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" - Erhebt Greenaway die Filmkulisse zur Theaterbühne?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78076
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