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Vor- und Nachteile des Kolchosensystems in der UdSSR nach dem 2. Weltkrieg

Title: Vor- und Nachteile des Kolchosensystems in der UdSSR nach dem 2. Weltkrieg

Research Paper (undergraduate) , 2007 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Michael Bosak (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Über die wirtschaftliche Situation der sowjetischen Landwirtschaft war bis über die 70er Jahre hinaus in der Weltöffentlichkeit wenig bekannt. Wenn diesbezüglich Neuigkeiten in das Blickfeld rückten, waren es Meldungen von Misswirtschaft der Sowjetunion und dessen Folgen für den Agrarmarkt.

So hat der damalige EG- Kommissar Guido Brunner vor dem Europäischen Parlament am 8. April 1976 in Luxemburg konstatiert, dass der rege Aufkauf von Seiten der Sowjetunion auf dem Getreidemarkt ernsthafte Störungen des Weltagrarmarktes hervorriefen.

So ist die Nahrungsmittelversorgung auch weit nach dem 2. Weltkrieg eine dringende und ungelöste Frage für die damalige Sowjetunion gewesen. In regelmäßigen Abständen wiederkehrende Misserfolge wie sie nur aus vorindustriellen Wirtschaftsformen bekannt sind, führten zu Versorgungsengpässen und hemmten das Wirtschaftswachstum.
[Vgl. Osteuropa Studien des Landes Hessen, 1976, S. 13]

Heute hat sich die Landwirtschaft der Russischen Föderation den Anforderungen und den Bedingungen eines marktwirtschaftlichen Systems angepasst und beeinflusst die den Weltmarkt immer noch im hohen Maße.

Denn die großen Ressourcen des Landes bieten viele Möglichkeiten. Die Entwicklung hin zu einer modernen Landwirtschaft gilt als noch nicht abgeschlossen, was auch für ausländische Investoren vielfältige Chancen bietet, sich in diesem Markt zu etablieren.

Doch was ist die Vorgeschichte der Landwirtschaft - lange eingebettet in das planwirtschaftliche System der UdSSR - und wie wirkt diese sich auf die Mentalität der lokal ansässigen Menschen und die heutige Lage des Agrarsektors aus?
Birgt das „kollektivistische Erbe“ für die moderne Landwirtschaft auch Vorteile?
All diese Fragen sollen in der Ihnen vorliegenden Arbeit behandelt und von verschiedenen Blickwinkeln aus hergeleitet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Motivation

1.2. Struktur der Arbeit und Vorgehensweise bei der Analyse

2. Prozesse in der sowjetischen Landwirtschaft vor dem Krieg

2.1. Kolchosen

2.2. Sowchosen

2.3. Privatwirtschaft

3. Die Landwirtschaft der UdSSR nach dem zweiten Weltkrieg

4. Wirtschaftliche Möglichkeiten

4.1. Wirtschaftliche Möglichkeiten der Kolchose im Vergleich

4.2. Die Absatzmöglichkeiten der Kolchosen

4.3. Anreizsysteme

5. Reformen im Zuge des Systemwechsels in Russland

6. Die modernen Organisationsformen in der russischen Landwirtschaft

6.1. Fermer

6.2. Hauswirtschaften

6.3. Großbetriebe

7. Privatisierungsbemühungen in der heutigen Landwirtschaft im Überblick

8. Fazit und Ausblick

9. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Vor- und Nachteile des sowjetischen Kolchosensystems sowie dessen langanhaltende Auswirkungen auf die heutige Struktur und Mentalität der russischen Landwirtschaft. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Spannungsfeld zwischen dem kollektivistischen Erbe und den Herausforderungen einer modernen, marktwirtschaftlichen Ausrichtung.

  • Historische Analyse der Organisationsformen (Kolchosen, Sowchosen, Privatwirtschaft) vor und nach dem 2. Weltkrieg.
  • Untersuchung wirtschaftlicher Motivations- und Anreizsysteme in der Planwirtschaft.
  • Analyse moderner Betriebsformen wie Fermer, Hauswirtschaften und Agrar-Holdings.
  • Diskussion über Privatisierungsbemühungen, Bodenrecht und informelle Einkommensstrukturen.
  • Beurteilung der Zukunftsfähigkeit der russischen Agrarproduktion im internationalen Wettbewerb.

Auszug aus dem Buch

2.3. Privatwirtschaft

Die Privatwirtschaft zeichnete sich durch die Bearbeitung eines Stücks Hofland von 0, 5ha aus, das der Staat der Kolchosbevölkerung als auch den Beschäftigten der Staatsbetriebe zugestanden hatte.Die davon erzielten Erträge wurden teilweise auf Kolchosmärkten oder auch inoffiziell verkauft.

Da die Einkünfte der Kolchosniki lediglich aus dem Verkauf der überproduzierten Menge bestanden und die eigene Versorgung von den, nach den Ablieferungen übrig gebliebenen Erträgen abhängig war, stand es um die Versorgung der Landbevölkerung schlecht.

Daher machte der Staat weitere Zugeständnisse:

Ein beschränktes Eigentum an Produktionsmitteln

jeweils eine Parzelle an Hofland von 0,5 ha

die Haltung von Vieh in geringem Umfang

Das Recht auf dieses Eigentum blieb den Kolchosfamilien auch nach Erreichung ihrer Altersgrenze zur Arbeit im Betrieb erhalten.

[Vgl. Informationen zur politischen Bildung, Die Sowjetunion, 1979, S. 33 - 34]

Das Recht auf dieses Eigentum blieb den Kolchosfamilien auch nach Erreichung ihrer Altersgrenze zur Arbeit im Betrieb erhalten.

Durch diese Zugeständnisse wälzte der Staat jedoch noch mehr Verantwortung an die Kolchosniki ab.

Dies ist, neben den anderen negativen Bedingungen denen die Kolchosniki ausgesetzt waren, als Indikator für die hohe Bedeutung der Privatwirtschaft anzusehen.

Das Einkommen aus den eigens angebauten Gütern sicherte nicht nur das Überleben der Landbevölkerung, sondern stabilisierte zeitgleich das System. Der Staat konnte sich so die Vernachlässigung der Kolchosen langfristig leisten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Unkenntnis der Weltöffentlichkeit über die sowjetische Landwirtschaft vor den 70er Jahren und steckt den Rahmen der Analyse ab.

2. Prozesse in der sowjetischen Landwirtschaft vor dem Krieg: Dieses Kapitel definiert die Strukturen von Kolchosen, Sowchosen und Privatwirtschaften und beschreibt die Zwangskollektivierung.

3. Die Landwirtschaft der UdSSR nach dem zweiten Weltkrieg: Hier wird die Leistungsschwäche des Sektors nach dem Krieg unter Berücksichtigung administrativer Fehlentscheidungen untersucht.

4. Wirtschaftliche Möglichkeiten: Es wird die ökonomische Diskrepanz zwischen staatlich organisierten Betrieben und der lebenswichtigen privaten Landwirtschaft analysiert.

5. Reformen im Zuge des Systemwechsels in Russland: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel von der Plan- zur Marktwirtschaft unter den Regierungen Chruschtschow, Breschnew, Gorbatschow und Jelzin.

6. Die modernen Organisationsformen in der russischen Landwirtschaft: Untersuchung der drei aktuellen Betriebsformen anhand von Fallbeispielen: Fermer, Hauswirtschaften und Großbetriebe.

7. Privatisierungsbemühungen in der heutigen Landwirtschaft im Überblick: Kritische Auseinandersetzung mit dem Bodenkodex und der Bedeutung der informellen Dorfgemeinschaft „Obschtschina“.

8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der historischen Einflüsse auf die heutige Landwirtschaft und Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen.

9. Zusammenfassung: Eine komprimierte Wiederholung der zentralen Erkenntnisse und Untersuchungsergebnisse der gesamten Arbeit.

Schlüsselwörter

Kolchos, Sowchos, Landwirtschaft, UdSSR, Russland, Planwirtschaft, Marktwirtschaft, Privatisierung, Agrar-Holding, Obschtschina, Fermer, Hauswirtschaft, Nahrungsmittelversorgung, Kollektivierung, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Strukturen der sowjetischen Landwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg, insbesondere die Vor- und Nachteile des Kolchosensystems, und betrachtet deren Einfluss auf die moderne russische Agrarwirtschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind die Organisationsformen des Agrarsektors (Kolchosen, Sowchosen), die ökonomische Bedeutung der Privatwirtschaft, der Systemwechsel nach 1991 sowie die Transformation zu modernen Agrar-Holdings.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, das kollektivistische Erbe der Vergangenheit mit der heutigen Situation der russischen Landwirtschaft zu verknüpfen und zu verstehen, warum sich der Sektor nach wie vor in einem schwierigen Transformationsprozess befindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es wird eine deskriptive und analysierende Methode angewandt, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der Auswertung von Statistiken sowie Fallbeispielen erfolgreicher Landwirte basiert.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung detailliert behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Vorgeschichte, die spezifischen Motivations- und Anreizsysteme innerhalb der staatlichen Betriebe sowie die heutige Bedeutung verschiedener Betriebsformen in Russland.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Neben den zentralen Begriffen wie Kolchos und Sowchos sind die Konzepte der „Obschtschina“ (Dorfgemeinschaft) und des „Klauens“ (als informelle Einkommensquelle) entscheidend für das Verständnis der Arbeit.

Warum spielt der Begriff "Obschtschina" eine so zentrale Rolle für die heutige Debatte?

Der Begriff beschreibt eine historische Dorfgemeinschaft, die soziale Sicherheit bot. In der aktuellen politischen Debatte wird diskutiert, ob dieses Erbe Fortschritte bei der Bodenprivatisierung eher blockiert oder eine notwendige soziale Stabilität sichert.

Wie bewertet der Autor den Erfolg der modernen Agrar-Holdings in Russland?

Der Autor stellt fest, dass während einige Großbetriebe modern und erfolgreich agieren, ein Großteil der Landwirtschaft weiterhin auf externe Unterstützung angewiesen ist und den Transformationsprozess noch nicht vollständig abgeschlossen hat.

Welche Bedeutung haben Hauswirtschaften für die russische Ernährungssituation?

Obwohl diese Betriebe meist klein und kaum in formelle Wirtschaftssysteme eingebunden sind, leisten sie einen überproportional hohen Beitrag zur Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung.

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Details

Title
Vor- und Nachteile des Kolchosensystems in der UdSSR nach dem 2. Weltkrieg
College
Karlshochschule International University
Grade
1,7
Author
Michael Bosak (Author)
Publication Year
2007
Pages
30
Catalog Number
V78121
ISBN (eBook)
9783638829762
ISBN (Book)
9783638853545
Language
German
Tags
Vor- Nachteile Kolchosensystems UdSSR Weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Bosak (Author), 2007, Vor- und Nachteile des Kolchosensystems in der UdSSR nach dem 2. Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78121
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