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Das Kunstwort - Definition, Abgrenzung und Funktionen

Title: Das Kunstwort - Definition, Abgrenzung und Funktionen

Seminar Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 1

Autor:in: Wolfgang Kulzer (Author)

German Studies - Linguistics
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Bei den meisten Autoren tritt der Begriff „Kunstwort“ in Verbindung mit Untersuchungen von Marken- bzw. Produktnamen auf. In der vorliegenden Arbeit soll die Wortbildung der Kunstwörter unter Berücksichtigung ausgewählter Aspekte und Prinzipien behandelt werden. Dabei wird zum großen Teil auf das Korpus der Produktnamen zurückgegriffen, welches mit Abstand als größte Quelle für Kunstwörter gesehen werden kann. Dass es sich beim Begriff „Kunstwort“ um ein relativ junges Phänomen handelt, kann man an der Tatsache erkennen, dass dieser nicht in jedem sprachwissenschaftlichen Lexikon auftaucht. Aus diesem Grund widmet sich ein Kapitel der Definition und Abgrenzung des Begriffs. Neben der Morphologie beschäftigt sich die Arbeit unter anderem auch mit graphischen und graphemischen Aspekten und den jeweiligen Funktionen der unterschiedlich gebildeten Kunstwörter.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Definition und Abgrenzung des Begriffes „Kunstwort“

1.1 Einführung

1.2 Differenzierung von Kurzwort und Kunstwort

1.3 Differenzierung: Übernahme – Konzeptform – Kunstwort

1.4 Differenzierung: Kontamination – Kontraktion – Kunstwort

1.5 Fazit

2. Kunstwörter: Wortschöpfung im Gegensatz zur Wortbildung

3. Mechanismen der Konstruktion und des Designs von Kunstwörtern

3.1 Übersicht über die Vielfalt der sprachlichen Form der Produktnamen

3.2 Die graphische und graphemische Struktur von Kunstwörtern

3.3 Silbische Eigenschaften von Kunstwörtern am Beispiel von Produktnamen

3.4 Morphologische Struktur und Wortbildungsmöglichkeiten bei Kunstwörtern

3.4.1 Wortbildungsmöglichkeiten

3.4.2 Morphologische Transparenz bzw. Opazität am Beispiel der Markennamen

4. Funktionen der Kunstwörter am Beispiel der Produktnamen

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wortbildung von Kunstwörtern unter besonderer Berücksichtigung ihrer Anwendung als Produkt- und Markennamen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich Kunstwörter definieren lassen, welche Konstruktionsmechanismen ihnen zugrunde liegen und welche funktionalen Ziele – wie etwa Aufmerksamkeit oder Assoziationssteuerung – mit ihrer Schöpfung verfolgt werden.

  • Definition und sprachwissenschaftliche Abgrenzung des Kunstwort-Begriffs
  • Abgrenzung zwischen Wortbildung und Wortschöpfung
  • Analyse von Konstruktionsmechanismen und Designprinzipien
  • Untersuchung morphologischer Strukturen sowie Transparenz und Opazität
  • Funktionale Aspekte von Kunstwörtern in der Werbesprache

Auszug aus dem Buch

3.2 Die graphische und graphemische Struktur von Kunstwörtern

Kunstwörter bzw. Markennamen weichen in einigen Punkten stärker als die üblichen fremden Wörter von der standardsprachlichen Norm ab. Eine Auffälligkeit besteht auf der einen Seite darin, dass Schreibvarianten angewendet werden, die den Lautwert nicht verändern, vor allem durch den Verzicht auf Schreibkonventionen wie zum Beispiel das Dehnungs-h oder -e (Vileda). Auf der anderen Seite spielen Regeln der Groß- und Kleinschreibung und des Getrennt- und Zusammenschreibens für Markennamen keine Rolle. Sie können nur in Groß oder nur in Kleinbuchstaben geschrieben werden (MEXX), sie können im Fall von Mehrwortfügungen die Wortgrenzen respektieren oder auch ignorieren (Du darfst, duschdas). Die Wahl der Groß- und Kleinschreibung fällt eher in den Bereich der optischen Gestaltung der Markennamen, also in den graphischen Bereich.

Graphemische Besonderheiten treten bei Markennamen in Form von Verwendung bestimmter im Deutschen eher seltener Grapheme auf. Durch die Verwendung von , , und entsteht eine fremdartig wirkende schriftliche Struktur. Vor allem im Englischen, „das (...) die internationale Ökonomie, Werbung und Medienwelt beherrscht, kommen diese Grapheme weitaus häufiger vor“ (Stoll 1999: 65). Da diese Grapheme im Deutschen aus Lehnwörtern wie flexibel, City oder Comic vertraut sind, verursachen sie kaum Schwierigkeiten bei der Aussprache. Ein großes Maß an Auffälligkeit besitzen beispielsweise die Kunstwörter Zyx (deutscher Tonträgerhersteller), Unox (Nahrungsmittel) oder das Reisgericht Oryza.

Des Weiteren findet das Prinzip der Graphemsubstitution bei gleichbleibendem phonetischem Gehalt bei Kunstwörtern häufig Anwendung. So wird beim Kunstwort RUXXAC durch und durch substituiert. Ähnlich verhält es sich mit den Kunstwörtern Yogurette ( ← ), Qantum ( ← ) oder Vizir ( ← ). (Stoll 1999: 66).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Definition und Abgrenzung des Begriffes „Kunstwort“: Dieses Kapitel erörtert die Definitionsvielfalt des Begriffs „Kunstwort“ und nimmt eine Abgrenzung zu verwandten Begriffen wie Kurzwort, Übernahme oder Kontamination vor.

2. Kunstwörter: Wortschöpfung im Gegensatz zur Wortbildung: Hier wird der Übergang von regulärer Wortbildung hin zur gezielten Wortschöpfung anhand einer Skala der abnehmenden Motiviertheit analysiert.

3. Mechanismen der Konstruktion und des Designs von Kunstwörtern: Das Kapitel beleuchtet die formale Vielfalt, graphische Gestaltung und morphologische Struktur von Kunstwörtern sowie deren Grad an Transparenz für den Rezipienten.

4. Funktionen der Kunstwörter am Beispiel der Produktnamen: Hier wird untersucht, wie Kunstwörter als „Eye-Catcher“ fungieren und welche kommunikativen Ziele wie Information, Expressivität und Valorisation damit verfolgt werden.

5. Ausblick: Der Ausblick fasst die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition zusammen und verweist auf die historische Verwurzelung von Kunstwörtern, etwa in der Literatur.

Schlüsselwörter

Kunstwort, Produktname, Markennamen, Wortschöpfung, Wortbildung, Motiviertheit, Kontamination, Morphologie, Transparenz, Opazität, Graphemsubstitution, Onomatopoetika, Expressivität, Werbesprache, Neologismen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse von Kunstwörtern, insbesondere im Kontext von Produkt- und Markennamen, und untersucht deren Bildungsprozesse sowie ihre Funktionen.

Welche zentralen Themenbereiche werden in der Untersuchung abgedeckt?

Zentrale Themen sind die Definition und Abgrenzung von Kunstwörtern, die Abgrenzung von Wortbildung und Wortschöpfung, sowie die formale, graphische und morphologische Konstruktion solcher Wörter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Wortbildung von Kunstwörtern unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte und Prinzipien zu beleuchten und zu klären, wie Kunstwörter formal strukturiert und semantisch motiviert sind.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Analyse von Korpora, insbesondere Produktnamen, sowie die Auswertung einschlägiger fachwissenschaftlicher Literatur und linguistischer Klassifikationsmodelle, etwa zur Motiviertheit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Abgrenzung zu anderen Wortbildungsarten, die Skalierung der Motiviertheit, Konstruktionsmechanismen wie die graphische Gestaltung, silbische Eigenschaften und die morphologische Transparenz von Markennamen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kunstwort, Wortschöpfung, Motiviertheit, Markennamen, Kontamination, Morphologie und Werbesprache beschreiben.

Wie unterscheidet sich die "Konzeptform" von einem echten "Kunstwort"?

Konzeptformen stellen eine Übergangsform dar, bei der Wörter verfremdet werden, während Kunstwörter durch einen besonders hohen Verfremdungsgrad gekennzeichnet sind und meist weder auf natürliche Sprachen noch auf Onomastikon-Elemente zurückgreifen.

Welche Rolle spielt die graphische Gestaltung bei Kunstwörtern?

Die graphische Gestaltung, etwa durch ungewöhnliche Grapheme wie oder , dient dazu, Aufmerksamkeit zu erregen und eine fremdartige oder moderne Wirkung zu erzielen, die sich von standardsprachlichen Wörtern abhebt.

Warum ist die Analyse von Transparenz und Opazität bei Markennamen wichtig?

Die Analyse zeigt, ob ein Name für den Rezipienten als Einheit verarbeitbar ist (opak) oder ob sich seine Bedeutung durch die Identifikation bekannter Morpheme erschließen lässt (transparent), was den Grad der Motiviertheit beeinflusst.

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Details

Title
Das Kunstwort - Definition, Abgrenzung und Funktionen
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt  (Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft)
Course
Theoretische und praktische Aspekte der Wortbildung
Grade
1
Author
Wolfgang Kulzer (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V78126
ISBN (eBook)
9783638836265
ISBN (Book)
9783638836289
Language
German
Tags
Definition Abgrenzung Funktionen Theoretische Aspekte Wortbildung Linguistik Morphologie Sprachwissenschaft Synchrone Sprachwissenschaft Kurzwort Akronym Buchstabenwort Werbesprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wolfgang Kulzer (Author), 2004, Das Kunstwort - Definition, Abgrenzung und Funktionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78126
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