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Depressionen als Folge von Scheidung/Trennung

Title: Depressionen als Folge von Scheidung/Trennung

Term Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katja Lehner (Author)

Pedagogy - Adult Education
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"Wer nicht an sich selbst gespürt hat, was Schwermut ist, versteht das nicht, ich hatte das Gefühl einer schauerlichen Einsamkeit. Zwischen mir und den Menschen und dem Leben der Stadt, der Plätze, Häuser und Straßen war fortwährend eine breite Kluft. Es geschah ein Unglück, es standen wichtige Dinge in den Zeitungen - mich ging es nichts an." (Hermann Hesse)

In der Literatur gibt es einige Autoren die der Meinung sind Scheidungskinder hätten eine Disposition (Anlage) zu psychischen Krankheiten bzw. zu seelischen Störungen- vor allem zu Depressionen. Aus diesem Grund und im Rahmen des Seminars Depression werde ich untersuchen ob Depressionen als emotionale Folge von Trennung und Scheidung gesehen werden kann. Auch Dr. Martin R. Textor meint, bei der Entwicklung mancher Scheidungskinder, entfalten sich Anzeichen wie antisoziales, impulsives Ausagieren, Aggressivität, Abhängigkeit, Angst und Depression, Probleme in sozialen Beziehungen und Problemverhalten in der Schule.
(http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Trennung_Scheidung/s_275.html)
Ebenso die Langzeitstudie von Wallerstein zeigt, dass erwachsene Scheidungskinder mehr seelische Probleme aufweisen als erwachsene Kinder aus intakten Ehen. (vgl. Wallerstein, 2002)

Zunächst werde ich einen kurzen Überblick zum Thema Scheidung und damit verbundene Reaktionen geben. Des weitern werde ich kurz auf die Entstehung einer Depression eingehen. Ich werde jedoch darauf verzichten , zu erklären was eine Depression ist, um den Umfang dieser Hausarbeit nicht auszudehnen. Ich werde mich hauptsächlich den Perspektiven der Kindern widmen. Der leichteren Lesbarkeit wegen habe ich auf die Ergänzung bestimmter Begriffe mit der weiblichen Form –in/-innen verzichtet; diese Begriffe beziehen sich generell auf Männer und Frauen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wie entstehen Depressionen?

3 Was bedeutet Scheidung

3.1 ´Entwicklungsspezifische kindliche Konzepte´- aus der Perspektive des Kindes

3.2 Altersabhängige Reaktionen der Kinder

4 Entwicklungspsychologische Sicht der Vater-Kind-Beziehung

4.1 Psychische Folgen bei Abwesenheit der Bezugsperson

4.2.1 Schnelles Erwachsenwerden/ Selbstvorwurf/ Identitätsschwäche/ Schuldgefühle

4.3 Langzeitstudie von Wallerstein/ Blakslee 1989

5 Prävention /Hilfe bei der Bewältigung von Trennung

5.1 Die fünf Stufen der Trauer

5.1.1 Verleugnung

5.1.2 Aggression

5.1.3 Verhandlung

5.1.4 Depression

5.1.5 Akzeptanz

6 Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Depressionen als emotionale Folge von Trennung und Scheidung bei Kindern betrachtet werden können, und beleuchtet dabei insbesondere die Perspektiven der betroffenen Kinder sowie die entwicklungspsychologischen Zusammenhänge.

  • Psychologische Auswirkungen von elterlicher Trennung auf Kinder
  • Entwicklungsspezifische Konzepte und altersabhängige Reaktionen
  • Die Rolle der Vater-Kind-Beziehung und Folgen von Vaterentbehrung
  • Präventionsansätze und Unterstützungsmöglichkeiten bei der Trauerbewältigung
  • Kritische Analyse von Langzeitstudien zu Scheidungsfolgen

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Schnelles Erwachsenwerden/ Selbstvorwurf/ Identitätsschwäche/ Schuldgefühle

Das Denken depressiv erkrankter Menschen drehe sich um Leistungsfähigkeit und die Erfüllung von Leistungsansprüchen, um Beziehungs- und Liebesfähigkeit sowie um das Selbstwertgefühl (...). (vgl. Wolfersdorf 1994, S. 24) Vergleicht man diese Aussagen mit denen über Scheidungskinder kann man ähnliche Tendenzen feststellen. Häufig glauben Kinder, der Grund für die Auflösung der Familie zu sein. Deshalb litten fast alle Scheidungskinder an Verlust ihres Selbstwertgefühls. Sie suchen die Schuld bei sich.

Eine mögliche Erklärung dieser Selbstvorwürfe könnte bei Betrachtung von Selmans ´entwicklungsspezifischen Konzepten´ entstehen. Vergleicht man die ´egozentrische Perspektive´ geht er davon aus, dass Kinder von drei bis sechs Jahren den Verlust eines Elternteils als Liebesentzug interpretieren und sich dafür die Schuld geben. (vgl. Selman in Buskotte, 1992, 16)

Auch Wallerstein meint, dass kleine Kinder nur begrenzt Ursache und Wirkung einer Scheidung verstehen und daher die Schuld bei sich suchen würden. (vgl. Wallerstein, 2002, 133) Die Therapeutin Verena Kaust weist daraufhin, dass die Angst um den Verlust des Selbstwertgefühls bereits in der frühkindlichen Phase anzusetzen ist. Die ersten 6 Monate bräuchte der Säugling ausreichend Interesse und Empathie um sich gut entfalten zu können. Mehrfache Erfahrungen, dass es den Bezugspersonen nicht gelingt, die Erregung und Aufregungen des Kindes angemessen zu beruhigen, könnte das Urvertrauen, welches Grundlage für ein stabiles Selbstwertgefühl bilde, schwächen. (Kast, 1996, 160) Scheidungskinder wären gefangen zwischen dem Wunsch nach Liebe und Angst vorm Verlust. (Wallerstein, 2002., 63).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und Untersuchung der Hypothese, ob Trennung und Scheidung Depressionen bei Kindern begünstigen können.

2 Wie entstehen Depressionen?: Erläuterung der Ursachen von Depressionen aus tiefenpsychologischer Sicht unter Einbeziehung frühkindlicher Bindungserfahrungen.

3 Was bedeutet Scheidung: Analyse der Bedeutung von Scheidung für Kinder, differenziert nach Selmans Entwicklungsstufen und altersabhängigen Reaktionen.

4 Entwicklungspsychologische Sicht der Vater-Kind-Beziehung: Untersuchung der Auswirkungen von Vaterentbehrung und Trennung auf die Identitätsbildung und psychische Gesundheit des Kindes.

5 Prävention /Hilfe bei der Bewältigung von Trennung: Darstellung der Phasen der Trauerbewältigung und notwendige Maßnahmen zur Unterstützung durch die Eltern.

6 Resümee: Kritische Reflexion und Fazit zur Frage der Generalisierbarkeit depressiver Störungen als direkte Folge von Scheidung.

Schlüsselwörter

Scheidung, Trennung, Depression, Scheidungskinder, Bindungstheorie, Vater-Kind-Beziehung, Identitätsbildung, Trauerbewältigung, Selbstwertgefühl, Entwicklungspsychologie, Prävention, emotionale Folgen, Verlust, Kindesperspektive, psychische Störungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen elterlicher Trennung bzw. Scheidung und dem Auftreten von Depressionen sowie anderen seelischen Störungen bei Kindern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Entwicklung des Kindes, der Bedeutung der Vater-Kind-Beziehung, Trauerphasen nach Trennungen und dem Einfluss von Scheidungsbedingungen auf die psychische Gesundheit.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Autorin untersucht, ob Depressionen als direkte emotionale Folge von Trennung und Scheidung gesehen werden können und wie sich Kinder unterschiedlicher Altersstufen in diesen Situationen verhalten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende entwicklungspsychologische Theorien und Langzeitstudien (wie die von Wallerstein) analysiert und kritisch in den Kontext der Fragestellung einordnet.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der kindlichen Entwicklungskonzepte, die Bedeutung der väterlichen Präsenz, die Psychologie des Selbstwertgefühls bei Trennungskindern und konkrete präventive Hilfestellungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Scheidungskinder, Depression, Identitätsbildung, Bindung, Trauerbewältigung und Vaterentbehrung.

Wie interpretieren Kinder laut dieser Arbeit eine Scheidung in jungen Jahren?

Kinder in der egozentrischen Phase (ca. 3-6 Jahre) interpretieren den Verlust eines Elternteils oft als persönlichen Liebesentzug und neigen dazu, die Schuld für das Scheitern der Ehe bei sich selbst zu suchen.

Welche Bedeutung misst die Arbeit der Vaterrolle bei?

Die Arbeit betont, dass der Vater eine wichtige Rolle für die soziale Identitätsbildung, die moralische Instanz und die kognitive Entwicklung des Kindes spielt und dass sein Fehlen die Entwicklung des Kindes dramatisch beeinträchtigen kann.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt das Resümee?

Die Autorin lehnt eine Generalisierung ab, wonach jede Trennung zwangsläufig zu Depressionen führt; stattdessen seien der Anlass, der Ablauf und die Qualität der Nachscheidungsphase entscheidend dafür, wie das Kind Krisen bewältigt.

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Details

Title
Depressionen als Folge von Scheidung/Trennung
College
Erfurt University of Applied Sciences  (Fachhochschule Erfurt)
Course
Depression
Grade
1,3
Author
Katja Lehner (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V78137
ISBN (eBook)
9783638827799
ISBN (Book)
9783638832120
Language
German
Tags
Depressionen Folge Scheidung/Trennung Depression
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Lehner (Author), 2006, Depressionen als Folge von Scheidung/Trennung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78137
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