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Analyse des Romans „Reise in den siebenten Himmel“ von Ljudmila Ulitzkaja in Hinblick auf den Performatismus

Title: Analyse des Romans „Reise in den siebenten Himmel“ von Ljudmila Ulitzkaja in Hinblick auf den Performatismus

Term Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Judith Schacht (Author)

Russian / Slavic Languages
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In diesem Roman, der Ludmila Ulickaja neun Jahre beschäftigte und ihr Schwierigkeiten bereitete wie noch nie ein Buch zuvor , beleuchtet sie 70 Jahre russische Vergangenheit und bearbeitet dabei wichtige gesellschaftliche Fragen, die sie aufgrund Ihres Werdegangs persönlich stark betreffen dürften: die Legalisierung von Abtreibung , Ethik in der Wissenschaft und Glaube.
„An der Grenze zum peinlichen Pathos bewegt Ljudmila Ulitzkaja sich oft. Aber sie überschreitet sie nie.“ Diese Worte von Christopf Schröder sind sehr treffend. Nahe am Kitsch, ist der Roman der Ulitzkaja doch sehr gehaltvoll und hebt sich von trivialer Literatur ab.
Meine Analyse wird diesen Roman thematisch bei weitem nicht erfassen. Mein Anspruch ist es, den Roman auf seine Zugehörigkeit zum Performatismus zu prüfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Ljudmila Ulitzkaja

2 Analyse im Hinblick auf den Performatismus

2.1 Auktoriale Erzählweise

2.1.1 Erzähler

2.1.2 Rezipient

2.2 Doppelte/ Mehrfache Rahmung

2.3 Der Bruch

2.4 Das Jenseits

2.5 Ostensives Zeichen

2.5.1 Im Jenseits

2.5.2 Im Diessseits

2.6 Opakes Subjekt

2.7 Performanz

2.7.1 Sergej

2.7.2 Jelena und Pawel Alexejewitsch

2.7.3 Der Leser

2.8 Geschlechtlichkeit

3 Abschließende Bemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman „Reise in den siebenten Himmel“ von Ljudmila Ulitzkaja unter Anwendung der literaturwissenschaftlichen Theorie des Performatismus, um zu prüfen, inwieweit das Werk Merkmale dieser Strömung aufweist, die über postmoderne Ansätze hinausgeht.

  • Analyse der performatistischen Grundzüge im Roman.
  • Untersuchung der auktorialen Erzählweise und Rahmungsstrukturen.
  • Deutung der Rollen von Jenseits und ostensiven Zeichen.
  • Betrachtung von Subjektivität, Performanz und Geschlechtlichkeit als zentrale Motive.
  • Gegenüberstellung von postmodernen und performatistischen Lesarten.

Auszug aus dem Buch

2.3 Der Bruch

Ein bestimmendes Ereignis des Romans ist der Bruch zwischen dem, füreinander bestimmten, Paar. Durch den Tod von Tomas Mutter geraten sie in Streit, übrigens ihr erster in der Ehe, über Abtreibung. Während Pawel Alexejewitsch dies als sein Steckenpferd verteidigt, lehnt Jelena die Entscheidung gegen Leben als Mord ab. In dieser Situation führen interessanterweise wenige Worte die Zerstörung herbei. Gerade Worte spielten in der Beziehung und im Denken der beiden immer eine unbedeutende Rolle. Eben nicht durch Worte wurde ihre Liebe und Vertrauen in den Anderen geschaffen oder unterhalten. Etwas tieferes ,intuitiver Natur, hatte sie zusammengeführt und auch gehalten. Als Pawel Alexejewitsch bei dem Streit der sein Lebenswerk der Legalisierung der Abtreibung durch gerade seine Vertraute in Frage gestellt sieht, spricht er gekränkt folgende Worte aus:

„Du darfst gar nicht mitreden. Dir fehlt dieses Organ. Du bist keine Frau. Du kannst nicht mehr schwanger werden, also maße Dir kein Urteil an.“ 15 Das ganze eheliche Glück, zwanglos und unbeschwert, seine Einmaligkeit, die Nähe und das grenzenlose Vertrauen der beiden – das alles fiel in einem einzigen Augenblick in sich zusammen.“ 16 Pawel Alexejewitsch, der damals die Gebärmutter von Jelena entfernte, nahm ihr nicht durch den operativen Eingriff ihr „Frau“-Sein, sondern in diesem Moment mit diesen vier Sätzen. Obwohl Jelena eigentlich weiß, dass unter dieser Kränkung die Liebe und Vertrautheit weiter besteht, sitzt der Stachel der Kränkung so tief, dass sie sich nicht darüber hinwegsetzen kann. Auch Pawel Alexejewitsch, der sich eigentlich dafür entschuldigen will, unterdrückt diese Regung. In der ganzen Zeit danach schafft es keiner der Beiden diesen Bruch anzusprechen oder aufzuklären. Pawel Alexejewitsch sieht das Ereignis als Rache der Gebärmutter: „So als rächte sich an ihm die kranke, vereiterte Gebärmutter, die er vor zwanzig Jahren entfernt hatte. Miststück.“ 17 Er nimmt es hin: Seine anfangs, aus diplomatischen Gründen inszenierte Trinkerei wird, aus Kummer darüber, eine echte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Ljudmila Ulitzkaja: Ein kurzer biografischer Abriss der Autorin, der ihre wissenschaftliche Herkunft und ihre Bedeutung in der zeitgenössischen russischen Literatur hervorhebt.

2 Analyse im Hinblick auf den Performatismus: Untersuchung der verschiedenen strukturellen und inhaltlichen Ebenen des Romans im Kontext der Performatismus-Theorie.

2.1 Auktoriale Erzählweise: Analyse der Struktur des Erzählers, der den Fall des Romans als abgeschlossenes Ganzes überblickt, und des Rezipienten.

2.2 Doppelte/ Mehrfache Rahmung: Untersuchung der verschachtelten Welten zwischen Realität und Jenseits sowie der Funktion der Innenwelten der Protagonisten.

2.3 Der Bruch: Betrachtung des schicksalhaften Konflikts zwischen Jelena und Pawel Alexejewitsch und dessen Auswirkungen auf ihre Beziehung.

2.4 Das Jenseits: Analyse der reduzierten, wüstenähnlichen Landschaft des Jenseits und ihrer zeitlichen sowie räumlichen Eigenschaften.

2.5 Ostensives Zeichen: Anwendung der Theorie von Eric Gans auf die gruppenspezifischen Fixpunkte im Jenseits und die Rolle der Tanja in der Realwelt.

2.6 Opakes Subjekt: Untersuchung der Reduktion und Identitätsverluste der Charaktere in der Zwischenwelt.

2.7 Performanz: Analyse des Akts der Selbstgebärung und der Überwindung des reduzierten Zustands durch Liebe und sakrale Handlungen.

2.8 Geschlechtlichkeit: Betrachtung der Rollenvertauschung und der ganzheitlichen Einheitsvorstellung bei Jelena und Pawel Alexejewitsch.

3 Abschließende Bemerkung: Zusammenfassendes Fazit über die erfolgreiche Anwendung der performatistischen Lesart auf das Werk von Ljudmila Ulitzkaja.

Schlüsselwörter

Ljudmila Ulitzkaja, Reise in den siebenten Himmel, Performatismus, Literaturwissenschaft, Auktoriale Erzählweise, Jenseits, Ostensives Zeichen, Performanz, Identität, Geschlechtlichkeit, Moderne, Literaturanalyse, Rahmung, Subjektivität, Metaphysik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Roman „Reise in den siebenten Himmel“ von Ljudmila Ulitzkaja und untersucht, inwiefern das literarische Werk den Kriterien des Performatismus entspricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Erzählstruktur, den Rahmungen zwischen verschiedenen Realitätsebenen, dem Motiv der Performanz sowie der psychologischen und symbolischen Entwicklung der Protagonisten.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Autorin?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, den Roman auf seine spezifische Zugehörigkeit zum Performatismus zu prüfen und zu belegen, dass eine postmoderne Lesart hierfür nicht ausreicht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse durchgeführt, die sich primär auf die theoretischen Konzepte des Performatismus stützt, wie sie unter anderem von Raoul Eshelman definiert wurden.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Erzählweise, Raumkonzepten, der Bedeutung von Jenseits-Szenarien, ostensiven Zeichen und der symbolischen Bedeutung von Geschlechtlichkeit und Einheitserfahrung.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?

Die wichtigsten Schlagworte umfassen den Performatismus, die russische Gegenwartsautorin Ljudmila Ulitzkaja, Erzählstrukturen und die transzendentale Sinnsuche der Charaktere.

Warum spielt der Begriff des „ostensiven Zeichens“ für die Analyse eine wichtige Rolle?

Der Begriff dient als analytisches Werkzeug, um die sakrale Funktion von Objekten oder Personen (wie dem Feuer oder der Figur der Tanja) zu deuten, die in der Romanwelt befriedend wirken und Konflikte strukturieren.

Was schlussfolgert die Autorin hinsichtlich der Rolle des Lesers im Performatismus?

Die Autorin stellt fest, dass der Leser im performatistischen Kontext aktiv gefordert wird, sich zwischen Glauben und Nicht-Glauben zu entscheiden, wodurch er selbst zum Teil der Performanz wird.

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Details

Title
Analyse des Romans „Reise in den siebenten Himmel“ von Ljudmila Ulitzkaja in Hinblick auf den Performatismus
College
LMU Munich  (Institut für Slavistik)
Grade
2,3
Author
Judith Schacht (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V78143
ISBN (eBook)
9783638827942
Language
German
Tags
Analyse Romans Himmel“ Ljudmila Ulitzkaja Hinblick Performatismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Judith Schacht (Author), 2007, Analyse des Romans „Reise in den siebenten Himmel“ von Ljudmila Ulitzkaja in Hinblick auf den Performatismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78143
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