Diese Hausarbeit baut auf einem Referat über die Hamburger Schreibprobe im Proseminar ‚Orthographie und Rechtschreibunterricht’ auf.
In meiner Arbeit möchte ich das Konzept der Hamburger Schreibprobe vor-stellen. Das Konzept soll der Diagnose des Rechtschreiblernens dienen und setzt sich mit den Anfängen der Rechtschreibung im Leben eines jeden Menschen aus-einander. Weiter können Rechtschreibfehler diagnostiziert und individuelle Förde-rungsmaßnahmen so ermittelt werden.
Erläutert wird sowohl die Durchführung der Hamburger Schreibprobe als auch das Auswertungsverfahren, das sich in drei Teilen vollzieht. Für die Analyse des Rechtschreibkönnens wird nicht nur die richtige Schreibung des Wortes gezählt, sondern auch die Graphemtreffer und die Rechtschreibstrategien.
Anhand von Anwendungsbeispielen wird der erste Teil über die theoretische Beschreibung der Hamburger Schreibprobe in der Praxis aufgezeigt und veran-schaulicht. Hierbei wird zum einen ein Auswertungsausschnitt aus einem jahr-gangsbezogenen Rechtschreibtest aufgeführt. Weiter wird die Rechtschreibung in freien Texten durch die Rechtschreibanalyse der Hamburger Schreibprobe und zum Vergleich durch die Dortmunder Rechtschreibfehler-Analyse ausgewertet. Im Anhang findet sich zu der Dortmunder Rechtschreibfehler-Analyse ein vollständi-ges Auswertungsraster.
Durch die Anwendungsbeispiele möchte ich die Analyse der Rechtschreibung mit der Hamburger Schreibprobe kritisch darstellen. Weiter soll die Frage geklärt werden, wie effektiv sich die Hamburger Schreibprobe in der Praxis anwenden lässt.
Der Vergleich zur Dortmunder Rechtschreibfehler-Analyse soll weiter einen Ausblick auf andere Analyseverfahren geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Hamburger Schreibprobe
2.1 Konzeption der Hamburger Schreibprobe
2.2 Durchführung der Hamburger Schreibprobe
2.3 Auswertungsverfahren
2.4 Rechtschreibstrategien
3. Anwendungsbeispiele
3.1 Auswertungsausschnitt aus der HSP 5-9
3.2 Analyse der Rechtschreibung in freien Texten
3.2.1 Analyse anhand der Hamburger Schreibprobe
3.2.2 Analyse anhand der Dortmunder Rechtschreibfehler-Analyse
4. Abschlussreflexion
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der kritischen Vorstellung und Analyse der Hamburger Schreibprobe (HSP) als diagnostisches Instrument für die Rechtschreibkompetenz von Schülerinnen und Schülern. Ziel ist es, die Durchführung und das Auswertungsverfahren der HSP zu erläutern, ihre Anwendung an Fallbeispielen zu demonstrieren und sie vergleichend zur Dortmunder Rechtschreibfehler-Analyse (DoRA) in Bezug auf ihre Praxistauglichkeit und Effektivität bei der Analyse freier Texte zu bewerten.
- Konzeption und diagnostisches Modell der Hamburger Schreibprobe (HSP)
- Die vier zentralen Rechtschreibstrategien (alphabetisch, orthographisch, morphematisch, wortübergreifend)
- Praktische Anwendung der HSP zur Auswertung von Testheften
- Vergleichende Analyse von freien Schülertexten mittels HSP und DoRA
Auszug aus dem Buch
2.4 Rechtschreibstrategien
Der Hamburger Schreibprobe liegt die Annahme zugrunde, „dass es grundlegende Strategien zur Erschreibung von Wörtern und Sätzen gibt.“ Diese Regeln, die Schriftlerner entdecken und denen sie schreibend folgen, können bestimmten Prinzipien zugeordnet werden, die der deutschen Sprache zugrunde liegen. Unter dem Begriff ’Strategie’ versteht man „das über Einzelschritte (Taktik) hinausgehende Gesamtkonzept zur Erreichung von Zielen. Strategisches Denken ist die Fähigkeit, über die unmittelbar erkennbaren Probleme hinaus langfristige Entwicklungen abzusehen und darauf mit einem Plan zu reagieren.“
Dies bedeutet also, dass wir unter einer Rechtschreibstrategie die Fähigkeit, einen Plan für das Ziel der korrekten Schreibung eines Wortes entwickeln zu können, verstehen. Das Kind vervollständigt somit Schritt für Schritt durch die einzelnen Strategien seinen Plan der Rechtschreibung. Peter May beschreibt den Begriff der ‚Strategie’ im Bezug auf die Hamburger Schreibprobe als „die Vorstellung des Kindes von der Schrift und seine darauf beruhenden Operationen“.
Die einzelnen Rechtschreibstrategien werden zu einer Gesamtstrategie des Rechtschreibens zusammengefügt und auf der Basis eigenaktiver Regelbildung und unterrichtlichen Hinweisen angeeignet. Es ist zu beachten, dass die Strategien nicht unabhängig voneinander zu betrachten sind, sondern miteinander verbunden sind und einander vervollständigen. Durch die systematische Verknüpfung der Strategien erwirbt das Kind letztendlich eine komplexe Gesamtstrategie. Die Hamburger Schreibprobe geht davon aus, dass das Kind die Regeln der Rechtschreibung selbstständig intuitiv entdeckt. Hierbei wird größtenteils durch praktische Erfahrungen gelernt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Hausarbeit stellt das Konzept der Hamburger Schreibprobe vor, erläutert deren Durchführung sowie Auswertungsverfahren und plant die kritische Auseinandersetzung mit dem Diagnoseverfahren anhand von Anwendungsbeispielen.
2. Die Hamburger Schreibprobe: Dieses Kapitel erläutert die Konzeption, Durchführung und Auswertung der HSP sowie die ihr zugrunde liegenden Rechtschreibstrategien, die für eine ganzheitliche Diagnose notwendig sind.
3. Anwendungsbeispiele: Hier wird die praktische Anwendung der HSP anhand eines konkreten Testbeispiels demonstriert und anschließend ein Vergleich zur Dortmunder Rechtschreibfehler-Analyse bei der Untersuchung freier Texte gezogen.
4. Abschlussreflexion: Das Fazit bewertet die HSP als ressourcenorientiertes und hilfreiches Diagnoseinstrument, weist jedoch auf Schwierigkeiten bei der Anwendung auf freie Texte hin und empfiehlt die Dortmunder Rechtschreibfehler-Analyse als Alternative für diesen spezifischen Einsatzbereich.
Schlüsselwörter
Hamburger Schreibprobe, HSP, Rechtschreibdiagnose, Rechtschreibstrategien, Graphemtreffer, Lupenstellen, Dortmunder Rechtschreibfehler-Analyse, DoRA, Fehlerprofil, Rechtschreibunterricht, Förderdiagnostik, orthographische Kompetenz, Schriftspracherwerb, Diagnoseinstrument, Ressourcenorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Ziel dieser Arbeit?
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Diagnoseverfahren der Hamburger Schreibprobe (HSP) umfassend vorzustellen, die damit verbundenen Rechtschreibstrategien zu erklären und die Praxistauglichkeit des Verfahrens anhand von konkreten Beispielen kritisch zu untersuchen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der HSP, die systematische Erfassung von Rechtschreibkompetenzen sowie der Vergleich zwischen standardisierten Rechtschreibtests und der Analyse freier Texte.
Was ist das primäre Ziel der Hamburger Schreibprobe?
Das primäre Ziel der HSP ist eine ressourcenorientierte Diagnose des Rechtschreiblernens, um auf Basis der individuellen Stärken und Lernstände gezielte Fördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler ableiten zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative und quantitative Auswertung von Rechtschreibdaten (Testhefte und freie Texte), indem sie Kategorien wie Graphemtreffer, Lupenstellen und Fehlerprofile anwendet und diese kritisch reflektiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in die HSP, die Erläuterung der verschiedenen Rechtschreibstrategien sowie die praktische Anwendung und den Vergleich der HSP mit der Dortmunder Rechtschreibfehler-Analyse (DoRA).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hamburger Schreibprobe, Rechtschreibstrategien, Diagnoseinstrument, Fehleranalyse, Graphemtreffer, Lupenstellen, DoRA und Förderdiagnostik.
Wie unterscheidet sich die HSP von der Dortmunder Rechtschreibfehler-Analyse?
Die HSP eignet sich besonders für die ressourcenorientierte Diagnose im standardisierten Rahmen, während die DoRA laut Autorin eine einfachere und zeitsparende Alternative für die qualitative Fehleranalyse in freien Texten darstellt.
Warum wird im Anhang ein Auswertungsraster der DoRA beigefügt?
Das Raster dient als praktisches Instrument zur Fehlerklassifikation und zeigt, wie man durch die Bestimmung von Hauptgruppen und Feinsignaturen ein systematisches Fehlerprofil eines Schülers erstellen kann.
- Quote paper
- Katharina Plottke (Author), 2006, Die Hamburger Schreibprobe - ein Rechtschreibanalyseverfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78157