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Rechtsextreme Gewalt als gelerntes Verhalten

Title: Rechtsextreme Gewalt als gelerntes Verhalten

Term Paper , 2007 , 36 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Steffen Schönfelder (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Rechtsextreme Gewalt ist ein Phänomen, das in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist. In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es eine Fülle von Erklärungsversuchen, die rechtsextreme Gewalt etwa aus psychologischer oder soziologischer Sicht erklären. Lerntheoretische Ansätze werden dabei jedoch fast völlig außer Acht gelassen und vor allem in der deutschsprachigen Literatur gibt es kaum Veröffentlichungen dazu.

Deshalb versuche ich in der vorliegenden Arbeit, das Phänomen Gewalt zu beleuchten, die gängigsten Lerntheorien und Grundlagen des Rechtsextremismus vorzustellen. Des Weiteren versuche ich, die Lerntheorien auf rechtsextreme Gewalt zu beziehen, diese damit zu erklären und auch Möglichkeiten für den pädagogischen Umgang aufzuzeigen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

2. Einleitung

3. Gewalt

3.1 Begriff

3.2 Rechtsextreme Gewalt

3.3 Theoretische Ansätze

3.4 empirische Daten

4. Rechtsextremismus

4.1 Begriff.

4.2 Erscheinungsformen.

4.3 Empirische Daten.

5. Lerntheorien.

5.1 Überblick

5.2 Klassisches Konditionieren

5.3 Operantes Konditionieren

5.4 Sozial-kognitive Lerntheorie

6. Rechtsextreme Gewalt als gelerntes Verhalten

7. Prävention und Intervention

8. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der rechtsextremen Gewalt unter der spezifischen Fragestellung, ob und wie diese als gelerntes Verhalten betrachtet werden kann, um daraus pädagogische Gegenstrategien abzuleiten.

  • Analyse des Begriffs der Gewalt und rechtsextremer Einstellungen.
  • Darstellung lerntheoretischer Grundlagen (Behaviorismus und sozial-kognitive Theorie).
  • Verbindung von Verstärkungslernen und Modelllernen mit rechtsextremem Verhalten.
  • Untersuchung der Rolle von Familie, Peer Groups und symbolischen Modellen (Medien/Musik).
  • Diskussion pädagogischer Präventions- und Interventionsmöglichkeiten.

Auszug aus dem Buch

Rechtsextreme Gewalt als gelerntes Verhalten

Wie oben erwähnt werden zur Erklärung rechtsextremen Verhaltens vorrangig das Autoritarismuskonzept der BERKELEY-Gruppe oder das Dogmatismuskonzept nach ROKEACH verwandt, lerntheoretische Erklärungen dagegen werden weitgehend vernachlässigt. Entsprechend den theoretischen Vorüberlegungen kann man davon ausgehen, dass rechtsextreme Gewalt auf zwei Arten gelernt wird: durch Verstärkung entsprechend dem Operanten Konditionieren nach SKINNER und durch Beobachtungslernen nach BANDURA.

Verstärkungslernen kann mit Hilfe der Theorie der differentiellen Verstärkung auf Rechtsextremismus übertragen werden. Die Theorie stammt zwar aus der Soziologie, sie kann aber meiner Meinung nach an dieser Stelle eine adäquate Erklärung liefern. Die Theorie der differentiellen Verstärkung wurde von RONALD L. AKERS und ROBERT L. BURGESS als Erweiterung der Theorie der differentiellen Assoziationen nach EDWIN H. SUTHERLAND entwickelt und besagt im Kern, dass kriminelles Verhalten durch Verstärkung gelernt wird. LAMNEK bietet einen guten Überblick über die differentiellen Lerntheorien, vor allem die Grundlagen bei SUTHERLAND sind dort gut dargestellt (LAMNEK 1993). Die Überlegungen SUTHERLANDS bauen im Grunde zwar auch auf den behavioristischen Lerntheorien auf (kriminelles Verhalten ist gelernt), jedoch sind seine Ausführungen in diese Richtung eher marginal. AKERS und BURGESS hingegen versuchen, die Theorie der differentiellen Assoziation in einen explizit verhaltenstheoretischen (= lerntheoretischen) Rahmen zu stellen. AKERS und BURGESS sehen – entsprechend den Prinzipien des operanten Konditionierens - das Verhalten eines Individuums als Funktion seiner Konsequenzen. Im Folgenden sollen die Thesen der Autoren kurz dargestellt werden:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zusammenfassung: Die Arbeit identifiziert ein Defizit in der wissenschaftlichen Diskussion bezüglich lerntheoretischer Erklärungsansätze für rechtsextreme Gewalt und kündigt die theoretische Herleitung sowie pädagogische Handlungsoptionen an.

2. Einleitung: Anhand des Beispiels der Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen verdeutlicht der Autor die Dringlichkeit, rechtsextreme Gewalt als gesamtgesellschaftliches Phänomen zu begreifen.

3. Gewalt: Dieser Abschnitt definiert Gewalt nach Theunert als Manifestation von Macht und Herrschaft und unterscheidet wissenschaftlich zwischen verschiedenen Erscheinungsformen.

4. Rechtsextremismus: Hier wird der Rechtsextremismus als theoretisches Konstrukt und Sammelbegriff eingeführt, das sich durch die Negation der Gleichheit und eine spezifische Einstellungs- sowie Verhaltensdimension auszeichnet.

5. Lerntheorien: Es erfolgt eine detaillierte Einführung in die behavioristischen Ansätze (klassisches und operantes Konditionieren) sowie die sozial-kognitive Lerntheorie nach Bandura.

6. Rechtsextreme Gewalt als gelerntes Verhalten: Das Kernkapitel überträgt die lerntheoretischen Konzepte auf den Rechtsextremismus, wobei die Bedeutung von Verstärkung in Peergroups und Medien als Lernmodelle hervorgehoben wird.

7. Prävention und Intervention: Der Autor schlägt vor, auf Basis lerntheoretischer Erkenntnisse prosoziale Alternativen zu verstärken und destruktive Modellbildungen durch gezielte pädagogische Maßnahmen zu unterbinden.

8. Schlussfolgerungen: Die Arbeit resümiert, dass lerntheoretische Ansätze eine wertvolle Ergänzung zur bestehenden Forschung darstellen und zukünftig stärker in die Präventionspraxis integriert werden sollten.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Gewalt, Lerntheorien, Operantes Konditionieren, Sozial-kognitive Lerntheorie, Modelllernen, Verstärkung, Prävention, Intervention, Jugendforschung, Peergroups, Ideologie, Sozialisation, Ausländerfeindlichkeit, Erziehungswissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Phänomen rechtsextremer Gewalt und analysiert, wie diese durch lerntheoretische Mechanismen erklärt und in das Verhaltensrepertoire von Jugendlichen integriert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die Definition von Gewalt, die Grundlagen des Rechtsextremismus, die Darstellung von Lerntheorien und die Ableitung pädagogischer Präventions- und Interventionskonzepte.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die meist vernachlässigten lerntheoretischen Erklärungsmodelle auf rechtsextreme Gewalt anzuwenden, um das Entstehen solcher Verhaltensweisen besser zu verstehen und entsprechende pädagogische Strategien zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Anwendung lerntheoretischer Konzepte (nach Skinner und Bandura) auf bestehende empirische Daten und soziologische Erkenntnisse basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Gewalt und Rechtsextremismus, eine umfassende Einführung in Lerntheorien sowie die Synthese, in der rechtsextreme Gewalt durch Verstärkung und Modelllernen erklärt wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Verstärkung, Modelllernen, Peergroups, sozial-kognitive Lerntheorie sowie die Analyse von rechtsextremem Verhalten als gelerntes Phänomen.

Welche Rolle spielen Medien im Kontext der rechtsextremen Sozialisation?

Medien wie Musik und Fanzines fungieren als symbolische Modelle, die rechtsextreme Verhaltensweisen propagieren, diese mit Erfolgserlebnissen verknüpfen und somit eine attraktive Vorbildwirkung für Jugendliche entfalten.

Warum wird der "Potzlow-Fall" in der Arbeit angeführt?

Der Fall dient als tragisches praktisches Beispiel, um zu illustrieren, wie ein Film (American History X) als symbolisches Modell wirken und in Verbindung mit Verstärkung durch eine gewaltbereite Peergroup zu tödlicher Gewalt führen kann.

Inwieweit lässt sich das "Bobo-Doll-Experiment" auf rechtsextreme Gewalt übertragen?

Das Experiment zeigt, dass Beobachtungslernen effektiv ist, wenn positive Konsequenzen für das aggressive Verhalten erwartet werden, was direkt auf die Motivationsstrukturen in rechtsextremen Gruppen übertragbar ist.

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Details

Title
Rechtsextreme Gewalt als gelerntes Verhalten
College
University of Leipzig  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Course
Gewalt als Gegenstand der Sozialforschung
Grade
1,3
Author
Steffen Schönfelder (Author)
Publication Year
2007
Pages
36
Catalog Number
V78162
ISBN (eBook)
9783638836494
ISBN (Book)
9783638836500
Language
German
Tags
Rechtsextreme Gewalt Verhalten Gewalt Gegenstand Sozialforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Schönfelder (Author), 2007, Rechtsextreme Gewalt als gelerntes Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78162
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