Aus amerikanischer Sicht waren es vor allem die Geschehnisse im Gefängnis von Abu-Ghuraib und dem Gefangenenlager in Guantanamo Bay auf Cuba, welche die Menschenrechtsdiskussionen entfachten. In Deutschland gab es vor allem Diskussionen im Zusammenhang mit dem vom Bundesverfassungsgericht abgelehnten Flugsicherheitsgesetz und in wie fern dieses Vorhaben mit der menschlichen Würde kollidiert.
Wie weit darf ein Staat gehen um sich und seine Bürger zu schützen und wo beginnt die Menschenwürde zum irrelevanten Konstrukt zu werden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Folter und Rechtsstaat
2.1. Abu-Ghuraib
2.2. Guantanamo Bay
3. Das deutsche Luftsicherheitsgesetz
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wert und die Bindungskraft des Konzepts der Menschenwürde in modernen Rechtsstaaten angesichts extremer sicherheitspolitischer Herausforderungen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit staatliche Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung – wie Folter oder der Abschuss von entführten Flugzeugen – mit dem verfassungsrechtlich verankerten Schutz der menschlichen Würde vereinbar sind.
- Historische Entwicklung des Konzepts der Menschenwürde von der Antike bis heute
- Die Problematik staatlich legitimierter Gewaltanwendung im "Krieg gegen den Terror"
- Analyse der menschenunwürdigen Bedingungen in den Gefangenenlagern Abu-Ghuraib und Guantanamo Bay
- Die rechtsethische Debatte um das deutsche Luftsicherheitsgesetz und die Abschussbefugnis
- Der Schutz des Individuums gegenüber utilitaristischen Abwägungen durch den Staat
Auszug aus dem Buch
2. Folter und Rechtsstaat
Im Normalfall sind die Bürger eines Rechtsstaates per Gesetz vor staatlicher Gewalt geschützt. Es gilt ein absolutes Folterverbot, an welchem allerdings im Verlauf des weltweiten „Krieges gegen den Terror“ durch einige Staaten gerüttelt wurde. Aus ganz pragmatischen Sicherheitserwägungen heraus gab es Stimmen, die nach Zulassung einer „moderaten Folter“ verlangten. Eines darf man dabei jedoch in keinem Fall vergessen. „Selbst die subtilste Form der Folter, die keinerlei äußerliche Spuren am Körper des Opfers hinterlässt, zerstört seine Menschenwürde.1
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese des Menschenwürdebegriffs von der Stoa über das Christentum bis hin zur modernen Aufklärung nach und führt in die Problematik ihrer Gefährdung durch moderne Sicherheitsdiskurse ein.
2. Folter und Rechtsstaat: Der Abschnitt diskutiert das absolute Folterverbot in freiheitlichen Demokratien anhand der Skandale in den Gefängnissen Abu-Ghuraib und Guantanamo Bay als Ausdruck einer systemischen Verletzung der Menschenwürde.
3. Das deutsche Luftsicherheitsgesetz: Hier wird die rechtsethische Kontroverse um die im Luftsicherheitsgesetz verankerte Abschussbefugnis für entführte, als Waffe missbrauchte Flugzeuge analysiert.
4. Fazit: Die abschließende Betrachtung unterstreicht, dass Menschenwürde trotz punktueller staatlicher Verstöße einen unverzichtbaren hohen Stellenwert einnimmt und ihre Unantastbarkeit durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Deutschland eine starke rechtliche Bestätigung erfuhr.
Schlüsselwörter
Menschenwürde, Rechtsstaat, Folterverbot, Abu-Ghuraib, Guantanamo Bay, Luftsicherheitsgesetz, Grundgesetz, Terrorismusbekämpfung, Objektformel, Immanuel Kant, Cicero, Menschenrechte, Abschussbefugnis, staatliche Gewalt, Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Spannung zwischen staatlichen Sicherheitsinteressen im Kontext der Terrorismusbekämpfung und der Unantastbarkeit der menschlichen Würde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die historischen Grundlagen der Menschenwürde, die Vorfälle in US-Gefangenenlagern sowie die deutsche Rechtsdebatte um präventive Maßnahmen gegen Terroranschläge.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob moderne Staaten in Ausnahmesituationen die Grundrechte des Individuums zugunsten der Sicherheit opfern dürfen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine rechtsphilosophische und ethische Argumentationsweise, gestützt auf historische Konzepte (Cicero, Kant) und aktuelle juristische sowie politische Quellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Folterpraktiken in Abu-Ghuraib und Guantanamo sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der deutschen Luftsicherheitsgesetzgebung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe sind Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit, das absolute Folterverbot, sowie die ethische Abwägung zwischen dem Schutz der Gemeinschaft und dem Schutz des Lebens des Einzelnen.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Bundesverfassungsgerichts?
Der Autor sieht im Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegen die Abschussbefugnis ein deutliches Zeichen für die Stärke der verfassungsrechtlichen Bindungskraft der Menschenwürde.
Warum wird im Text auf Immanuel Kant verwiesen?
Kant dient als philosophische Referenz für die sogenannte „Objektformel“, die besagt, dass ein Mensch niemals bloß als Mittel zum Zweck degradiert werden darf.
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- Steffen Recknagel (Author), 2007, Der Wert der Menschenwürde in Zeiten der Terroristenverfolgung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78172