Aussagen des Neuen Testaments über die Rolle der Frau


Seminararbeit, 2001
14 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Aussagen des NT
2.1. Das Verhalten Jesu
2.1.1. Jesus und die Sünderin (Lk 7,36-50)
2.1.2. Jesus und die Heilung einer kranken Frau (Lk 8,43-48)
2.1.3. Maria und Marta (Lk 10,38-42)
2.1.4. Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus (Mk 1,29-31)
2.1.5. Das Opfer der Witwe (Mk 12,41-44)
2.1.6. Der Jüngerkreis
2.1.7. Frauen in den Gleichnissen
2.1.6. Ergebnissicherung
2.2. Die Frauen bei Paulus
2.2.1. Über das Verhalten der Frau im Gottesdienst (1.Kor 11,2-16)
2.2.2. Die rechte Einheit und Ordnung im Gottesdienst (1. Kor 14,26-40)
2.2.3. Glaube und Gottessohnschaft (Gal 3,26ff)
2.2.4. Mitarbeiterinnen des Paulus
2.2.5. Ergebnissicherung
2.3. Die Frauen in den Haustafeln
2.3.1. Christliche Hausordnung (Kol 3,18-4,1)
2.3.2. Über die christliche Familienordnung (Eph 5,21-6,9)
2.3.3. Ergebnissicherung
2.4. Frauen in den Pastoralbriefen
2.4.1. Männer und Frauen (1.Tim 2,8-15)
2.4.2. Anweisungen für einzelne Stände (Tit 2,1-10)
2.4.3. Ergebnissicherung

3. Resümee

Bibliographie

Quellen

Literatur

1. Einführung

Diese Arbeit untersucht das Neue Testament nach Aussagen, welche die Stellung der Frau in der Urgemeinde definieren. Dabei geht es um Rechte und Pflichten der Frauen in der Gemeindearbeit, im Gottesdienst und um ihren Status in Gemeinde, Familie und dem gesamten sozialen Umfeld.

Die Schwerpunkte hierfür sind zum einen die Jesuserzählungen als zentrales Thema des NT, weiterhin das Corpus Paulinum, da sich dort die meisten Regelungen des Gemeindelebens finden, wobei die Briefe, die Paulus selbst geschrieben hat, und die Pastoralbriefe getrennt behandelt werden und die Haustafeln im Kolosser- und im Epheserbrief, die das Zusammenleben in den Familien der Gemeinde regeln. Aus diesen Schwerpunkten ergibt sich auch die Gliederung der Arbeit, welche jeweils mit einer Ergebnissicherung der Untersuchung schließt.

2. Aussagen des NT

Als zu untersuchende Aussagen gelten nicht nur vorformulierte Verhaltensregeln und Arbeitsaufträge für Frauen, sondern auch Erzählungen in denen Frauen irgendeine Rolle spielen. Anhand der Behandlung und der Aufgaben, die den Frauen zukommen, können auch Aussagen über ihre jeweilige Rolle getroffen werden.

2.1. Das Verhalten Jesu

In den Evangelien wird häufig von Begegnungen von Jesus mit Frauen berichtet. Da Jesus in seinen Reden, Gleichnissen und Predigten niemals konkrete Aussagen über die Stellung der Frau macht, muß seine Einstellung aus seinem Verhalten in diesen Begegnungen herausgelesen werden. Dabei wird besonders darauf geachtet, welche Frauen Jesus begegnen, wie er sich genau verhält und inwiefern der Status der Frau oder ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe sich auf Jesu Verhalten auswirkt. Das Evangelium nach Lukas gilt allgemeinhin als das ‘Frauenfreundlichste’, was vor allem daher kommt, daß dort einfach am häufigsten Frauen überhaupt erwähnt werden, weshalb gerade seine Erzählungen für diese Arbeit besonders relevant sind.

In den folgenden Gliederungspunkten werden nun verschiedene Stellen der Evangelien kurz zusammengefasst und dann, wie oben beschrieben, untersucht.

2.1.1. Jesus und die Sünderin (Lk 7,36-50)

Jesus ist in das Haus eines Pharisäers zum Essen eingeladen worden. Während dieses Essens betritt eine Frau uneingeladen das Haus. Sie wäscht Jesu Füße mit ihren Tränen, trocknet sie mit ihrem Haar und salbt sie anschließend mit Öl. Der Hausherr erregt sich darüber, daß Jesus sich das von einer stadtbekannten Sünderin gefallen läßt. Jesus selbst belehrt den Pharisäer Simon und vergibt dann der Frau ihre Sünden.

Die Sünderin ist in jeder Form eine unerwünschte Person, zum einen durch ihren Status als Sünderin, zum anderen dadurch daß sie uneingeladen im Haus des Pharisäers erscheint und sich Jesus unaufgefordert nähert. Jesus sieht sie keineswegs als unerwünschte Person: Er läßt zu, daß sie ihn berührt und am Ende vergibt er ihr all ihre Sünden.

Ihr Status als Sünderin beeinflußt also sein Verhalten, da er sie als Sünderin erkennt und auch darauf reagiert. Er verändert ihren negativen Status durch die Absolution, die er ihr erteilt. Er zeigt ihr uneingeschränkt seine Güte, Liebe und Verzeihung und rechtfertigt dies auch noch vor dem Pharisäer Simon, der sich gegen Jesu Handeln sozusagen ‘auflehnt’, weil dieser es nicht versteht und für schlecht bzw. falsch hält.

2.1.2. Jesus und die Heilung einer kranken Frau (Lk 8,43-48)

Während Jesus sich auf dem Weg in das Haus des Jaïrus befindet, um dort dessen Tochter zu heilen, nähert sich ihm in der Menge eine kranke Frau, die seit 12 Jahren an Blutungen leidet. Sie berührt ihn, weil sich sich dadurch Heilung verspricht. Als Jesus es bemerkt, vertraut die Frau sich ihm an. Er entläßt sie mit der Formel: „Dein Glaube hat dir geholfen.“ und sie geht gesund weg.

Durch ihre andauernden Blutungen ist die kranke Frau aus dieser Erzählung seit zwölf Jahren permanent unrein. Ihre Unreinheit überträgt sie durch ihre Berührung auf Jesus. Dieser jedoch heilt sie, er ist nicht verärgert. Er ignoriert ihren Status der Unreinheit vollkommen. Jesus begegnet dieser Frau nicht anders als all den anderen Menschen aus den neutestamentlichen Geschichten, die ihn um Heilung bitten. Er heilt und segnet sie, vollkommen außer acht lassend, welcher Mensch gerade vor ihm steht.

2.1.3. Maria und Marta (Lk 10,38-42)

Jesus wird auf seinen Reisen einmal im Haus der beiden Schwestern Maria und Marta aufgenommen. Während Marta durch das Haus eilt, um für Jesu leibliches Wohl zu sorgen, setzt Maria sich zu seinen Füßen und hört ihm zu. Als Marta sich beschwert, daß ihre Schwester ihr nicht zur Hand geht, belehrt Jesus sie, daß Maria das Bessere gewählt hätte.

Diese Stelle enthält gleich zwei interessante Aspekte: zum einen zeigt sie, daß Jesus auch Frauen lehrte, nicht nur bei ‘Großveranstaltungen’ wie z.B. die Bergpredigt, sondern auch, wie in diesem Fall, als einzige bzw. einzelne Zuhörer. Weiterhin durchbricht Jesus damit eine andere -damals allgemeingültige- Selbstverständlichkeit: Es ist nicht nur nicht schlimm, daß Maria Marta nicht im Haus hilft, um Jesus zu bewirten, es ist sogar besser ihm zuzuhören. Marta, welche die eigentliche Aufgabe einer Frau im Falle eines Besuches wahrnimmt, nämlich das Bewirten bzw. Versorgen des Gastes, handelt nach Jesus Worten sogar schlechter.

2.1.4. Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus (Mk 1,29-31)

Jesus kommt gerade aus der Synagoge, wo er einen Besessenen geheilt hat. Er geht direkt in das Elternhaus des Simon-Petrus, wo er dessen Schwiegermutter heilt, die an Fieber erkrankt ist.

Dies ist keine außergewöhnliche Stelle des Neuen Testaments. Kurz vorher geschieht eine Heilung, in der Stelle selbst heilt Jesus eine Kranke und danach heilt Jesus wieder viele Kranke, die zu ihm kommen. Es zeigt sich lediglich erneut, daß Jesus keinen Unterschied macht zwischen den Menschen die er heilt: In der Synagoge heilt er einen besessenen Mann, danach eine Frau und danach eine ganze Gruppe von Menschen, die wahrscheinlich sowohl aus Frauen, als auch aus Männern besteht. Die direkte Folge der Heilungen verstärkt diesen Eindruck.

2.1.5. Das Opfer der Witwe (Mk 12,41-44)

Jesus sitzt mit seinen Jünger im Tempel gegenüber der Opferschale. Er sieht wie viele Reiche viel geben. Eine Witwe spendet nur wenig, gibt aber im Verhältnis zu ihrem Gesamtbesitz viel mehr als alle anderen. Diese Frau lobt er vor seinen Jüngern.

Durch das Lob, das er der Witwe indirekt auspricht, macht er jene zum Vorbild für alle anderen, die er beim Spenden beobachtet hat. Sie erscheint dadurch frommer als die, denen sie zum Vorbild dienen soll: Männer, andere Frauen, vielleicht sogar Schriftgelehrt; diese Stelle zeigt, daß eine Frau sogar solch gesellschaftlich anerkannten Menschen zum Vorbild dienen kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Aussagen des Neuen Testaments über die Rolle der Frau
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
Die Frau in der Urgemeinde
Note
2,7
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V78186
ISBN (eBook)
9783638828048
ISBN (Buch)
9783638832199
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aussagen, Neuen, Testaments, Rolle, Frau, Urgemeinde, Bibel, Urchristentum
Arbeit zitieren
Christian Schlegel (Autor), 2001, Aussagen des Neuen Testaments über die Rolle der Frau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78186

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