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Die Heiligkeit des Lebens - Darstellung und Widerlegung bei Peter Singer

Title: Die Heiligkeit des Lebens - Darstellung und Widerlegung bei Peter Singer

Seminar Paper , 2002 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christian Schlegel (Author)

Theology - Systematic Theology
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„Ich bin Leben unter Leben, das leben will.“1 Diese Einfache Sicht des Wertes von Leben formulierte einmal Albert Schweitzer und drückte damit seinen tiefen Respekt vor allem Leben aus. Dieser Respekt geht über den Bereich menschlichen Lebens weit hinaus und schließt jegliche Form von Leben, sei es tierisch oder gar pflanzlich, mit ein. Er spricht jedem den gleichen Wert zu. Demnach bestünde – überspitzt formuliert – kein moralisch relevanter Unterschied darin, eine Pflanze zu zerstören, ein Tier zu schlachten oder einen Menschen zu töten; jede dieser Taten wäre gleich verwerflich. Das Prinzip der Heiligkeit des Lebens dagegen, besagt jedoch, dass alles menschliche Leben wertvoller ist als alles nicht-menschliche Leben und dass es kein menschliches Leben von unterschiedlichem Wert gibt.2
Ist also doch nicht alles Leben, egal welcher Art, gleich wertvoll? Wodurch unterscheidet sich menschliches Leben von anderem Leben, dass es wertvoller ist? Gibt es elementare Kriterien, durch die sich der Mensch von Tieren und Pflanzen abgrenzt, die nicht von jedem Menschen erfüllt werden können? Wären solche Menschen dann trotzdem von gleichem Wert, wie alle anderen?
Peter Singer und Helga Kuhse vertreten die Meinung, dass diese Position der Gleichheit allen menschlichen Lebens und dessen Mehrwert gegenüber allem anderen Leben unhaltbar sei. Die vorliegende Arbeit wird die wesentlichen Punkte des Prinzips der „Heiligkeit des Lebens“ aufzeigen, und im Anschluss dessen Widerlegung durch Singer und Kuhse nachvollziehen. Abschließend wird noch eine Wertung und Diskussion der Widerlegung folgen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Prinzip der Heiligkeit des Lebens

2.1 Allgemein

2.2 Positionen

3 Was ist falsch an der „Heiligkeit“ des Lebens?

3.1 Problematik der „Menschlichkeit“

3.2 Zur Christlichen Theologie

4 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das moralphilosophische Konzept der „Heiligkeit des Lebens“ und analysiert kritisch die Argumentation von Peter Singer und Helga Kuhse, die dieses Prinzip als rational nicht haltbar ablehnen.

  • Analyse des Prinzips der Heiligkeit des menschlichen Lebens
  • Diskussion der „Indikatoren des Menschseins“ nach Joseph Fletcher
  • Gegenüberstellung von Gattungszugehörigkeit und moralischer Personwürde
  • Kritische Auseinandersetzung mit der christlichen Theologie in der Bioethik

Auszug aus dem Buch

3.1 Problematik der „Menschlichkeit“

Peter Singer und Helga Kuhse sind der Ansicht, dass sich diese Position der „Heiligkeit des (menschlichen) Lebens“ rational nicht verteidigen lässt. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so sähen sie es als Argument gegen Euthanasie für z.B. schwerstgeschädigte Neugeborene entkräftet. Diese Entkräftung ist auch ihr erklärtes Ziel und wäre nur dann gültig, wenn vernunftbegabte Menschen, unabhängig von religiösen Einstellungen, überzeugt werden können.

Das Prinzip der „Heiligkeit des Lebens“ gilt, wie anfangs erläutert und anders als in der Ethik Albert Schweitzers, nur für das menschliche Leben. Diese Abgrenzung des Menschen von der Tierwelt wirft die Frage auf, welche relevanten Unterschiede zwischen Mensch und Tier eine solch unterschiedliche moralische Bedeutsamkeit rechtfertigen.

Singer und Kuhse beziehen sich hier auf bereits vorhandene Erkenntnisse der Forschung in diesem Bereich. Der evangelische Theologe Joseph Fletcher zum Beispiel, legte bestimmte „Indikatoren des Menschseins“ fest, die den Mensch zum Menschen machen.

Jene sind: Bewusstheit seiner selbst, Selbstkontrolle, Bewusstsein von Zukunft und Vergangenheit, Fähigkeit mit anderen in Beziehung zu treten, Sorge um andere, Kommunikation, Neugier.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte um den Wert menschlichen Lebens ein und stellt die kritische Position von Peter Singer und Helga Kuhse gegenüber dem Prinzip der Heiligkeit des Lebens dar.

2 Das Prinzip der Heiligkeit des Lebens: Das Kapitel erläutert den Ursprung und die Bedeutung der Lehre von der Heiligkeit des Lebens und stellt verschiedene philosophische und religiöse Positionen dazu vor.

3 Was ist falsch an der „Heiligkeit“ des Lebens?: Hier wird die rationale Kritik an der Heiligkeit des Lebens formuliert, insbesondere durch die Infragestellung der biologischen Artzugehörigkeit als moralischem Kriterium.

4 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass das Prinzip ohne religiöse Fundierung rational schwer zu stützen ist, während die christliche Perspektive den Wert des Menschen in der Gottebenbildlichkeit begründet sieht.

Schlüsselwörter

Heiligkeit des Lebens, Peter Singer, Helga Kuhse, Bioethik, Euthanasie, Menschlichkeit, Gattungszugehörigkeit, Indikatoren des Menschseins, Personbegriff, Gottebenbildlichkeit, Moraltheologie, Bewusstsein, Autonomie, Anthropologie, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Kontroverse um das Prinzip der „Heiligkeit des Lebens“ und dessen Bestreitung durch Peter Singer und Helga Kuhse.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die Bioethik, den Status von schwerstgeschädigten Neugeborenen, die Definition des Menschseins und die moralische Abgrenzung zwischen Mensch und Tier.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Argumente gegen die „Heiligkeit des Lebens“ nachzuvollziehen und aufzuzeigen, warum dieses Prinzip aus Sicht von Singer und Kuhse rational nicht haltbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte moraltheologische Analyse, die primär auf den Schriften von Singer und Kuhse aufbaut.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definitionen des Menschseins, die Kritik am Gattungsdenken und die Auseinandersetzung mit theologischen Argumenten wie der Gottebenbildlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Heiligkeit des Lebens, Personstatus, bioethische Indikatoren und die kritische Distanz zur religiös begründeten Ethik.

Warum kritisieren Singer und Kuhse die biologische Definition des Menschseins?

Sie halten die bloße Zugehörigkeit zur Spezies Homo Sapiens für moralisch irrelevant und fordern stattdessen kognitive und psychologische Indikatoren als Basis für den Schutzanspruch.

Welchen Stellenwert nimmt die christliche Theologie in der Argumentation ein?

Die christliche Theologie dient als Kontrastfolie, deren Erwählungsgedanken und Gottebenbildlichkeit laut der Arbeit die notwendige Basis für das Prinzip der Heiligkeit des Lebens bilden.

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Details

Title
Die Heiligkeit des Lebens - Darstellung und Widerlegung bei Peter Singer
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Ethik im Genzeitalter
Grade
1,7
Author
Christian Schlegel (Author)
Publication Year
2002
Pages
13
Catalog Number
V78189
ISBN (eBook)
9783638828109
ISBN (Book)
9783638832229
Language
German
Tags
Heiligkeit Lebens Darstellung Widerlegung Peter Singer Ethik Genzeitalter Bioethik Abtreibung Infantizid
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Schlegel (Author), 2002, Die Heiligkeit des Lebens - Darstellung und Widerlegung bei Peter Singer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78189
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