Evolutionäre Psychologie: Was wollen Frauen eigentlich?


Hausarbeit, 2006

16 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Auswirkung der Evolutionspsychologie auf das Paarungsverhalten der Frau
2.1 Begrifflichkeiten
2.2 Was Frauen wollen – ein Erklärungsversuch
2.3 Was Männer wollen?
2.3.1 Die sexuelle Orientierung des Mannes

3. Fazit

Literatur

1. Einleitung

Was wollen Frauen eigentlich? Das ist die Frage, die sich Männer schon sehr lange stellen. So lange nun auch wieder nicht, denn es ist erst mit dem Aufkommen von Kontrazeptiva, die von der Frau benutzt werden, ist es für Männer schwieriger geworden eine Frau für sich zu begeistern. Natürlich spielen auch viele andere Faktoren eine wichtige Rolle: Frauen gehen Arbeiten und verdienen ihr eigenes Geld, Frauen haben denselben Zugang zu Bildung, die Emanzipationsbewegung setzt sich für Gleichheit und Gleichstellung ein. Doch die ultimative Freiheit verschafft die Pille. Es liegt nun an der Frau, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommt. Auch die Legalisierung der Abtreibung hat zu der ‚neuen Freiheit’ beigetragen.

Aber diese Freiheit hat auch negative Seiten zur Folge. Die Zahl der Menschen, die einen Einpersonenhaushalt führen, ist von 1961 bis 2004 um mehr als 10 Millionen Menschen gestiegen.[1] Die Partnersuche ist für viele Singles zur Sisyphosarbeit geworden. Internetportale werben mit dem garantierten Finden des Traumpartners und erleben einen Ansturm wie nie zuvor. Doch ist eine solche Rasterfahndung wirklich erfolgreich? Gibt es den perfekten Partner überhaupt? Den, der nicht nur ein gutes Einkommen hat, sondern auch drei Kinder und eine Hund will? Den, der nicht nur Sonntagmorgen Frühstück ans Bett bringt, sondern auch noch mit vergnügen Windeln wechselt und in Elternschaftsurlaub geht, damit Frau die eigene Karriere weiter verfolgen können. Sanft soll er sein, aber bitte nicht zu sehr! Die Ansprüche der Frauen sind seit der sexuellen Revolution gestiegen – ins Unermessliche, wie es scheint. Frauen sind kompromissloser geworden, wenn es um die Partnerwahl geht.

In dieser Arbeit soll versucht werden diese Phänomene zu beschreiben und zu erklären. Denn wenn man die Sache von einem evolutionspsychologischen Blickwinkel betrachtet, dann ist zu erkennen, dass die Partnerwahl noch heute uralten Gesetzmäßigkeiten folgt. Hierbei wird sich die folgende Erarbeitung vor allem auf das Werk „Diesseits von Gut und Böse“ von Robert Wright beziehen.

2. Die Auswirkung der Evolutionspsychologie auf das Paarungsverhalten der Frau

Im Folgenden wird das Paarungsverhalten von Frauen betrachtet. Dabei wird nicht nur auf evolutionspsychologische Erklärungen eingegangen, sondern auch auf die veränderten soziologischen Gegebenheiten der modernen Gesellschaft. Da sich Wright in seinem Werk auf Erkenntnisse der Evolutionspsychologie stützt, ist es an dieser Stelle angemessen einige Begrifflichkeiten näher zu erläutern.

2.1 Begrifflichkeiten

Die Evolutionspsychologie ist nicht, wie im Allgemeinen angenommen ein Teilbereich der Psychologie, sondern eine Disziplin innerhalb der Biologie. Die Psychologie bedient sich allerdings häufig der Evolutionspsychologie als Grundlage für verschiedene Fachrichtungen.

Die evolutionäre Psychologie beschreibt Verhaltensweisen und Prozesse von Menschen. Hierzu benutzt sie vorhandenes Wissen der Evolutionsgeschichte und deren Entwicklung. Weitere Grundlagen sind kognitive Psychologie, Anthropologie, Genetik und Verhaltensbiologie. Die Evolutionspsychologie sagt aus, dass das menschliche Gehirn durch Selektion eine Vielzahl von Strategien (psychologische Adaptionen) enthält, die der Reproduktion und Erhaltung der Art dienen. Diese Strategien sind in jedem Individuum zu finden. Manche der Strategien von sind geschlechtsspezifisch, wie zum Beispiel die Auswahlkriterien von Geschlechtspartnern.[2]

Die Soziobiologie ist eine Partnerdisziplin der evolutionären Psychologie und befasst sich mit den mannigfaltigen Verhaltensformen sozialer Organismen. Hierbei wird die menschliche Spezies als eine von vielen sozialen Populationen betrachtet, wobei der moralische und ethische Aspekt außer Acht gelassen wird. Wirklich neu ist der Ansatz der Soziobiologie nicht, man spricht eher von einer interdisziplinären Auswertung von Ethologie und Psychologie. Die neue Interpretationsweise wird von gezielten Studien zu verschiedenen Thesen gestützt; miteinbezogen werden unter anderem die moderne Genetik, die Ökologie und die Populationsbiologie.

Der Unterschied zwischen Soziobiologie und Evolutionspsychologie besteht darin, dass die Soziobiologie sich mit den konkreten Verhaltensweisen und deren Bedeutung beschäftigt. Es wird also nach konkreten biologischen Faktoren geforscht, die das Verhalten einer Population erklären können. Die Tatsache, dass eine Population, auch die menschliche, einem Selektionsprozess unterlegen ist, führt zu der Annahme, dass gesellschaftsübergreifende Verhaltensweisen ein Produkt einer evolutionären Entwicklung sind.[3]

Die Evolutionspsychologie bedient sich der soziobiologischen Thesen und versucht aus ihnen Prognosen für vorhandenes und zukünftiges Verhalten abzuleiten.

Ein weiterer wichtiger Prozess, der hier in Betracht gezogen werden muss, ist der veränderte Status der Frau innerhalb der Gesellschaft und die damit zusammenhängende Modifizierung der Gesellschaft.

Die Frau hat in den letzten hundert Jahren einen nie da gewesenen emanzipatorischen Schub erlebt. Angefangen mit den ersten Frauen, die 1900 ihr Abitur machen durften, hat sich das Bildungsniveau der Frau enorm erhöht. Es wurde zwar noch in den 50er Jahren zum Teil behauptet, dass Frauen keine höhere Bildung bräuchten, doch lässt sich seit Kriegsende ein erhöhter Bildungsstand von Frauen messen.

Dies führte unweigerlich zu Forderungen der Frauen nach Zugang zu dem männerdominierten Arbeitsmarkt. Auch erhoben viele Frauen, die, aus der bloßen Notwendigkeit während des Krieges, Tätigkeiten der Männer in der Arbeitswelt übernahmen, den Anspruch diese auch nach dem Krieg weiter zu führen. Die ‚Revolutionierung des Arbeitsmarktes’ ist bis heute nicht abgeschlossen, da immer noch Berufe existieren, die für Frauen nur schwer zugänglich sind. Zudem findet man noch heute einen geschlechtsspezifischen Unterschied in der Bezahlung der unterschiedlichen Berufe.

Die Entwicklung der Pille als Verhütungsmittel war der sexuellen Revolution zuträglich, da Sex nun nicht mehr nur den Akt biologischer Reproduktion, sondern auch der Befriedigung der Triebe darstellt. Die Entscheidung keine Kinder zu bekommen hat die Wahl der Sexualpartner merklich beeinflusst. Dennoch findet sich auch in dieser modernen Gesellschaft die Madonna/Hure-Dichotomie[4] Es gilt immer noch der Grundsatz, dass Männer sich sexuell „austoben“ dürfen und dass Frauen eine gewisse Zurückhaltung zeigen sollten. Denn ein Mann vergnügt sich zwar mit einer Hure, doch er will eine Madonna heiraten, die seine Kinder aufzieht. Auch heute findet man in der Gesellschaft nur wenige Männer, die bereit sind ein „Flittchen“ als Frau zu nehmen. Die Pille ermöglicht es allerdings den Frauen „ohne sichtbare Anzeichen“ die Auswahl bzw. Anzahl ihrer Sexualpartner zu erhöhen.

[...]


[1] Vgl. Spiegel 12/2006. S.81

[2] Vgl. www.wikipedia.de/Evolutionspsychologie (letzter Zugriff am 24.03.2006)

[3] Vgl. www.wikipedia.de/soziobiologie (letzter Zugriff am 24.03.2006)

[4] Wright: Diesseits von Gut und Böse. S. 52

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Evolutionäre Psychologie: Was wollen Frauen eigentlich?
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1
Autoren
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V78200
ISBN (eBook)
9783638836593
ISBN (Buch)
9783640330713
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Evolutionäre, Psychologie, Frauen
Arbeit zitieren
Claudia Oldiges (Autor)Leonie Demmer (Autor), 2006, Evolutionäre Psychologie: Was wollen Frauen eigentlich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78200

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