Kooperationscontrolling - Durch welche speziellen Controllinginstrumente lassen sich die Beziehungsqualität und speziell das Vertrauen zwischen den Kooperationspartnern darstellen?


Hausarbeit, 2007

34 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiterverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

1. Einleitung
1.1. Einführung und Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung

2. Definition und Begriffsbestimmung von Kooperationen

3. Kooperationscontrolling
3.1. Definition
3.2. Aufgaben des Kooperationscontrolling

4. Instrumente des Kooperationscontrolling
4.1. Hinführung zu den Controllinginstrumenten
4.2. Instrumente
4.2.1. Aufnahme beziehungsspezifischer Faktoren in die Partnerbeurteilung
4.2.2. Wertecheck
4.2.3. Beziehungsfragebogen
4.2.4. Value Balance Card

5. Kooperationscontrolling am Beispiel der Star Alliance
5.1. Das Wesen und Ziele der Star Alliance
5.2. Kooperationscontrolling in der Star Alliance

6. Schlussbetrachtung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle I: Ziele von Kooperationen

Tabelle II: Aufgaben des Kooperationscontrolling

Tabelle III: Instrumente des Kooperationscontrollings

Ehrenwörtliche Erklärung

Ich erkläre hiermit, dass ich die vorliegende Seminararbeit

„Kooperationscontrolling

selbst angefertigt habe. Die aus fremden Quellen direkt oder indirekt übernommen

Gedanken sind als solche kenntlich gemacht.

Die Arbeit wurde bisher keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegt und auch nicht

veröffentlicht.

Hamburg, 05.03.2007

C. Großmann

1. Einleitung

In der Einleitung soll zum Thema hingeführt werden. Im ersten Punkt soll zunächst die Notwendigkeit des Kooperationscontrollings herausgearbeitet und die Problemstellung dieser Arbeit dargestellt werden. Im zweiten Untergliederungspunkt wird der Gang der Arbeit näher beleuchtet.

1.1 Einführung und Problemstellung

Kooperationen nehmen aufgrund der weltweiten Globalisierung immer mehr zu. Um dem hohen Wettbewerbsdruck standzuhalten, weitere Wachstumschancen zu generieren und neue Märkte zu erreichen, scheint es die einzige Möglichkeit zu sein, an die geänderten Marktbedingungen durch Einbindung in ein Kooperationsnetzwerk anzupassen. Um selbstständig bleiben zu können, muss bei diesen geänderten Rahmenbedingungen ein Teil der Selbstständigkeit aufgegeben werden.

Das Kooperationscontrolling leistet auf diesem Weg einen großen Beitrag. Es stellt einen Teil des Controllings in Unternehmen dar. Viele der Controllinginstrumente die unternehmensintern angewendet werden spiegeln sich als Instrumente im Kooperationscontrolling wieder. Es seien hier beispielhaft Kennzahlen, Rentabilitätsziele und ABC –Analyse genannt. In dieser Arbeit wird auf eine Erläuterung dieser Werkzeuge verzichtet. Für eine erfolgreiche Kooperation ist die Analyse der weniger messbaren, aber dennoch wichtigen Faktoren von großer Bedeutung. Weniger gut messbare Faktoren stellen beispielsweise Vertrauen und die Beziehungsqualität dar. Vertrauen ist die Basis für ein ökonomisches Gelingen einer Kooperation. Dies zu messen wird mit den in dieser Arbeit vorgestellten Instrumenten versucht.

Hier liegt der Schwerpunkt der in der vorliegenden Arbeit behandelt werden soll: Durch w elche speziellen Controllinginstrumente lassen sich die Beziehungsqualität und speziell das Vertrauen zwischen den Kooperationspartnern darstellen?

Die Instrumente stellen lediglich ein Hilfsmittel dar, um die richtigen Partner für das eigene Unternehmen zu finden und Konfliktbereiche frühzeitig zu erkennen, sowie das Vertrauen greifbar zu machen.

Im abschließenden Beispiel soll die Vertrauensproblematik praktisch dargestellt und deren Handhabung in der Star Alliance aufgezeigt werden.

1.2 Gang der Untersuchung

Das damit vorgegebene Untersuchungsprogramm wird in sechs Kapitel unterteilt.

Am Anfang der Arbeit steht eine Einleitung, welche sich in die Hinführung zum Thema, der Herausarbeitung der Problemstellung und dem Gang der Untersuchung unterteilt.

Der Begriff der Kooperation von Unternehmen steht im Mittelpunkt des zweiten Kapitels. Hier werden bestimmte Wesensmerkmale, wie beispielsweise Ziele, Aufgaben und Risiken von Kooperationen erläutert.

Das dritte Kapitel befasst sich mit der Arbeitsdefinition des Kooperationscontrolling. Des Weiteren werden die Aufgaben des Kooperationscontrolling in sechs Teilaufgaben unterteilt und exemplarisch erläutert.

Im darauf Folgenden vierten Kapitel der Arbeit, welches den Schwerpunkt dieser darstellt, steht die Beschreibung vier spezieller Instrumente für das Kooperationscontrolling im Vordergrund. Vorher wird eine Hinführung zu den Controllinginstrumenten, die auch den Begriff des Vertrauens anspricht, gegeben. Diese Controllingwerkzeuge werden ausführlich erläutert und wichtige Merkmale herausgearbeitet. Die aufgeführten Controllinginstrumente beziehen sich auf „weiche“ Faktoren und sind Aufnahme beziehungsspezifischer Faktoren in die Partnerbeurteilung, Wertecheck, Beziehungsfragebogen und Value Balance Card.

Das Kooperationscontrolling wird in einem nächsten Kapitel am Beispiel der Star Alliance beschrieben. Dabei wird zunächst die Kooperation zwischen den Fluggesellschaften anhand Merkmalen und Zielen vorgestellt und abrundend das Kooperationscontrolling in dieser Allianz aufgezeigt.

Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst, bewertet und ein Ausblick gegeben.

2. Definition und Begriffsbestimmung von Kooperationen

Dieser Teilabschnitt der Arbeit wird in mehrere Unterpunkte untergliedert. Anfangs wird der Begriff Kooperation von Unternehmen näher erläutert und definiert. Es gilt weiter bestimmte Merkmale, wie Kooperationsarten, Ziele von Kooperationen und Risiken zu beschrieben.

Definition

Der Begriff der Kooperation ist in der Literatur unterschiedlich definiert. Es herrscht kein einheitliches Begriffsverständnis. So definieren Steinle / Kraege den Begriff wie folgt: „Kooperationen lassen sich charakterisieren als explizit vereinbarte, zweckorientierte Zusammenarbeit rechtlich und wirtschaftliche selbstständiger Unternehmungen durch Funktionskoordination oder gemeinsame Funktionserfüllung, wobei der Inhalt und Umfang der Kooperationsvereinbarung über eine einfache und einmalige Transaktion hinausgeht.“[1] Eine ähnliche Begriffsbestimmung findet man beispielhaft bei Eitler. Dort wird eine Kooperation durch folgende Merkmale beschrieben. An einer Kooperation sind Unternehmen beteiligt, welche ihr Verhalten koordinieren, rechtlich und wirtschaftlich teilweise ihr Selbstständigkeit aufgeben und durch die Kooperation eine bessere Möglichkeit der Zielerreichung besitzen.[2]

In den letzten Jahren werden Kooperationen zwischen Unternehmen immer wichtiger.[3] So bilden sich große Verflechtungen von Netzwerken heraus.

Arten von Kooperationen

Arten von Kooperationen können unter anderem Joint Venture, Strategische Allianzen oder Supply Chain Management sein.[4] Unter einem Joint Venture versteht man grenzüberschreitende und auf Kapitalbeteiligung basierende Kooperationen zwischen zwei oder mehreren Unternehmen. Strategische Allianzen beschreiben die horizontale Kooperation von zwei oder mehreren Partner, welche ihre Selbstständigkeit nur im Bezug auf die Kooperation einschränken. Das Supply Chain Management wird beispielsweise nach Göpfert wie folgt definiert: „ Das Supply Chain Management bildet eine moderne Konzeption für Unternehmensnetzwerke zur Erschließung unternehmensübergreifender Erfolgspotentiale mittels der Entwicklung, Gestaltung und Lenkung effektiver und effizienter Güter- , Informations- und Geldflüsse.“[5]

Kooperationsrichtung

Man unterscheidet dabei die Zusammenarbeit in verschiedene Richtungen. Diese Richtungen sind horizontal, vertikal und diagonal (auch konglomerat genannt).[6] Horizontale Kooperationen beschreiben branchengleiche Unternehmen die auf gleicher Wertschöpfungsstufe zusammenarbeiten.[7] Sie treten auf dem Markt als aktuelle oder potentielle Konkurrenten auf und versuchen ihre unternehmerischen Kräfte für den Wettbewerb in ihrer Branche gegenüber Dritten zusammenzufassen und somit ihre Einzelposition zu stärken. Gerade bei dieser Kooperationsrichtung spielt das Vertrauen eine wichtige Rolle, da immer die Gefahr besteht, ausgenutzt zu werden. Vertikale Kooperationen bestehen zwischen Lieferanten und Abnehmer. Sie stehen bei einer bestimmten Leistung direkt miteinander in Verbindung.[8] Diagonale oder auch als Konglomerate Kooperationen bezeichnet, beschreiben Unternehmen, welche nicht in einer gleichen Branche tätig sind und nicht in einem Konkurrenzverhältnis stehen.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Ziele von Kooperationen[10]

Ziele von Unternehmen zum Eingehen einer Kooperation sind primär Zeit- und Kostenvorteile. Zeitvorteile entstehen zum Beispiel durch kürzere Entwicklungszeiten bei Innovationen.[11] Know-how ist eine wichtige Ressource eines Unternehmens und beschreibt, dass die kooperierenden Unternehmen ihre Fachkenntnisse in bestimmten Bereichen zusammenfassen und gegebenenfalls die Schwächen des anderen durch ihren Vorsprung ausgleichen. Die Preisgabe des Know –how birgt aber auch Risiken, auf die im folgenden Abschnitt näher eingegangen wird. Die Verringerung des unternehmerischen Risikos[12] ist eines der wichtigsten Ziele für die kooperierenden Unternehmen. Dies kann zum Beispiel durch die Vermeidung von Fehlentwicklungen und Zusammenlegung von Ressourcen vermindert werden.[13] Der Wettbewerb auf dem Markt kann durch die Kooperation beispielsweise durch die Erhöhung von Markteintrittsbarrieren beeinflusst werden.[14] Die oben aufgeführte Tabelle schließt Überschneidungen nicht aus, so werden durch die Risikoreduzierung auch Kostenvorteile entstehen.

Risiken von Kooperationen

Es stellt sich nun die Frage, welche Risiken in einer Kooperation zwischen zwei oder mehreren Unternehmen auftreten können. Eines der größten Probleme für die Unternehmen bedeutet, der über die vertraglich vereinbarten Kooperationsgebiete hinausgehende Abfluss von unternehmerischen Know-how an einen Kooperationspartner.[15] Dieser erlangt durch das spezielle Wissen, beispielsweise in der F & E, einen erheblichen Vorteil. Des Weiteren ist der Verlust der Unabhängigkeit ein Risiko.[16] Das Unternehmen gibt in diesem Fall seine Selbstständigkeit dahingegen fast vollständig auf, indem es alle seine Kraft und Ressourcen in die Kooperation steckt. Dadurch kommt es zum Aufbau von Austrittbarrieren aus der Kooperation und zum Verlust von Kernkompetenzen. Als ein weiterer wichtiger Punkt sind Koordinations- und Integrationsprobleme zu nennen.[17] Durch diese entstehen für die beteiligten Unternehmen nicht nur hohe Transaktionskosten, sondern auch ein erhöhter Verhandlungsaufwand. Ziel muss es sein, dieses Koordinationsproblem von vornherein auszuschließen, beziehungsweise beim Auftreten schnellstmöglich zu unterbinden. Ein anderer Risikofaktor besteht in der Gefahr des opportunistischen Verhaltens eines Kooperationspartners.[18] Hier müssen rechtzeitig Maßnahmenkataloge geschaffen werden, welche solche Handlungen sanktionieren. Das Risiko des Missbrauchs von Vertrauen innerhalb der Kooperation besteht immer und eine der Hauptaufgabe der Partner ist es, dieses Verhältnis ständig zu pflegen.

[...]


[1] Steinle / Kraege (1998) S. 409.

[2] Vgl. Eitler (2003) S. 42.

[3] Vgl. Hirsch / Meyer (2005) S. 483.

[4] Vgl. Reuter (2004) S. 23.

[5] Göpfert (2002) S .32.

[6] Vgl. Ziegenbein (2004) S. 50.

[7] Vgl. Kraege (1997) S . 66.

[8] Vgl. Drews (2001) S. 49.

[9] Vgl. Drews (2001) S. 50.

[10] Vgl. Eitler (2003) S. 53-55.

[11] Vgl. Backhaus / Plinke (1990) S. 23.

[12] Vgl. Schäfer (2003) S 55.

[13] Vgl. Ziegenbein (2004) S. 52.

[14] Vgl. Drews (2001) S. 57.

[15] Vgl. Stüllenberg (2005) S. 74.

[16] Vgl. Voß (2002) S. 440ff.

[17] Vgl. Stüllenberg (2005) S. 74.

[18] Vgl. Stüllenberg (2005) S. 135.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Kooperationscontrolling - Durch welche speziellen Controllinginstrumente lassen sich die Beziehungsqualität und speziell das Vertrauen zwischen den Kooperationspartnern darstellen?
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
34
Katalognummer
V78221
ISBN (eBook)
9783638836951
ISBN (Buch)
9783640345458
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kooperationscontrolling, Durch, Controllinginstrumente, Beziehungsqualität, Vertrauen, Kooperationspartnern
Arbeit zitieren
Christoph Großmann (Autor), 2007, Kooperationscontrolling - Durch welche speziellen Controllinginstrumente lassen sich die Beziehungsqualität und speziell das Vertrauen zwischen den Kooperationspartnern darstellen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78221

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