Das moderne Leben eines Menschen ist immer mehr von Mobilität gekennzeichnet. Die Menschen, wie auch die Unternehmen, sind weltweit durch die neuen Medien (Mobiltelefon, Internet, E-Mail) miteinander verbunden. Mobilität gilt ebenfalls als selbstverständlich und wird einfach vorausgesetzt. Gleichzeitig steigen die Ansprüche der Endverbraucher und Nutzer im Hinblick auf die mobilen Anwendungsmöglichkeiten. Daher ist die Mobilität der Schlüssel für Wettbewerbsvorteile in den neuen flexiblen Arbeitspraktiken, um den wachsenden Erwartungen und Ansprüchen der Nutzer gerecht zu werden.
Die steigenden Nutzerzahlen im Internet und im Mobilfunk bestätigen das Bedürfnis bzw. Verlangen nach mobilen Medien. So sind in Deutschland im Jahr 2000 24 Millionen Internetnutzer und 48 Millionen Nutzer im Mobilfunk verzeichnet worden. Bei insgesamt 145 Millionen Mobilfunkkunden im selben Jahr besaßen somit mehr als 50 Prozent der deutschen Bevölkerung ein eigenes Mobiltelefon. Insbesondere der Kurznachrichtendienst Short Message System (SMS) konnte sich mit über 14 Millionen gesendeten Kurznachrichten als Wachstumsmarkt der mobilen Medien in Deutschland entwickeln, was niemand für möglich gehalten hatte. Durch die steigenden Ansprüche der Nutzer werden daher auch hohe Erwartungen an den Mobilfunkstandard der dritten Generation Universal Mobile Telecommunication System (UMTS) gestellt.
In fünf Jahren soll es nach Schätzungen etwa eine Milliarde Mobiltelefone geben, und mehr als 50 Prozent der Mobiltelefone könnten internetfähig sein, was gleichzeitig mit einer hohen Akzeptanz und Verbreitung der Mobiltelefone verbunden ist. Die einfache und schnelle Bedienung der mobilen Endgeräte für den Internetzugang gegenüber dem PC sowie die Verfügbarkeit der Mobiltelefone zu jeder Zeit an jedem Ort, begründen den enormen Anstieg des M-Commerce. Die Weiterentwicklung der M-Commerce-Technologien anhand den Übertragungstechniken, wie bspw. General Packet Radio System (GPRS) und UMTS, verspricht deutlich breitbandigere und zuverlässigere Verbindungen und Dienstleistungen von hoher Qualität, die bereits mit dem PC möglich sind. Hierbei besitzt das Mobiltelefon das Wachstumspotenzial, um sich langfristig zu einem Multimediainstrument zu entwickeln, das sehr viele Dienstleistungen von hoher Qualität auf sichere Weise ermöglicht.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Die neue IT-Revolution: M-Commerce
2.1 Definition und Wesen des M-Commerce
2.2 M-Commerce vs. E-Commerce
2.3 Einsatzgebiete und Möglichkeiten des M-Commerce
2.3.1 Business-to-Consumer-Bereich (B2C)
2.3.2 Business-to-Business-Bereich (B2B)
2.4 M-Commerce-Akteure
2.4.1 M-Commerce-Unternehmen
2.4.2 M-Commerce-Nutzer
2.5 Sicherheitsaspekte im M-Commerce
2.5.1 Sicherheit bei WAP (digitale Signatur)
2.5.2 Sicherheit im Mobile Payment
2.5.3 Public Key Infrastructure (PKI)
2.6 M-Commerce-Erfolgsfaktoren und -Prognosen
2.7 M-Commerce-Hindernisse
3 Stand der M-Commerce Hardware- und Anwendungstechnologien in Deutschland und Japan
3.1 Entwicklung der M-Commerce-Technologien
3.1.1 Definition der M-Commerce-Technologien und Standards
3.1.2 Entwicklungsverlauf der Mobilfunktechnologien von 1st bis 3rd Generation.
3.2 M-Commerce-Technologien in Deutschland
3.2.1 GSM-Hardwaretechnologien
3.2.1.1 HSCSD
3.2.1.2 GPRS
3.2.1.3 EDGE
3.2.2 Anwendungstechnologien (WAP/Bluetooth)
3.2.2.1 WAP/Bluetooth
3.2.2.2 GPS/E-OTD
3.2.3 UMTS-Hardwaretechnologie
3.2.3.1 Wideband-Code Division Multiple Access (W-CDMA)
3.3 M-Commerce-Technologien in Japan
3.3.1 PDC-Hardwaretechnologie
3.3.2 Anwendungstechnologien
3.3.2.1 i-mode
3.3.2.2 DLP
3.3.3 PHS-Hardwaretechnologie
3.3.4 Anwendungstechnologie
3.3.4.1 mopera
3.3.5 FOMA-Technologie
3.4 Zukünftige Technologien
4 Vergleich des M-Commerce in Deutschland und Japan
4.1 Grundlegender Vergleich des Mobilfunkmarktes in beiden Ländern
4.1.1 Verbreitung und Entwicklung der Mobilfunktechnologien
4.1.2 Einfluss der unterschiedlichen Mentalitäten auf dem Mobilfunkmarkt
4.1.3 Ergebnisse bzw. Erkenntnisse der Marktbetrachtung (Vor-und Nachteile)
4.2 Vergleich der mobilen Internetdienste in Deutschland und in Japan (WAP vs. i-mode)
4.2.1 Entwicklung der mobilen Internetdienste
4.2.2 WAP-Dienst
4.2.2.1 Einsatzgebiete und Möglichkeiten
4.2.2.2 WAP-Problematik
4.2.3 i-mode-Dienst
4.2.3.1 Einsatzgebiete und Möglichkeiten
4.2.3.2 i-mode-Problematik
4.2.4 Ergebnisse des Vergleichs WAP vs. i-mode (Vor-und Nachteile)
4.3 Vergleich der UMTS-Standards in Deutschland und Japan
4.3.1 UMTS-Lizenzvergabe
4.3.1.1 Deutschland
4.3.1.2 Japan
4.3.1.3 Problematik der UMTS-Lizenzvergabe
4.3.2 UMTS-Netzinfrastruktur
4.3.2.1 Deutschland
4.3.2.2 Japan
4.3.2.3 Problematik der UMTS-Netzinfrastruktur
4.3.3 Produktion UMTS-fähiger Mobiltelefone
4.3.3.1 Deutschland
4.3.3.2 Japan
4.3.4 Marketingmaßnahmen
4.3.4.1 Deutschland
4.3.4.2 Japan
4.3.5 UMTS-Problematik
4.3.6 Ergebnisse und Schlussfolgerungen des UMTS-Vergleichs für den deutschen Mobilfunkmarkt
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den Stand und die Entwicklung des M-Commerce in Japan und Deutschland. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob der fortgeschrittene japanische Mobilfunkmarkt als Vorbild für den deutschen Markt dienen kann und welche Schlüsse sich daraus für M-Commerce-Akteure in Deutschland ableiten lassen.
- Vergleich der technologischen Entwicklungsgeschichte des Mobilfunks in Japan und Deutschland.
- Analyse und Gegenüberstellung der mobilen Internetdienste WAP (Deutschland) und i-mode (Japan).
- Untersuchung des Einflusses kultureller Mentalitätsunterschiede auf die Akzeptanz mobiler Dienste.
- Evaluierung der UMTS-Standardisierung und Markteinführung in beiden Ländern.
- Ableitung von Empfehlungen für Geschäftsstrategien und Marketingmaßnahmen zur Förderung des M-Commerce.
Auszug aus dem Buch
2.2 M-Commerce vs. E-Commerce
Es ist vorhergehend beschrieben worden, dass der M-Commerce eine Abspaltung des E-Commerce ist. Unter E-Commerce versteht man aus der Kommunikationsperspektive die Lieferung von Informationen, Produkten, Dienstleistungen oder deren Bezahlung unter Verwendung eines Netzwerks. Überträgt man diese Definition auf den M-Commerce, so sind grundsätzlich auch hier dieselben Einsatzmöglichkeiten gegeben wie beim E-Commerce. Lediglich der B2B-Sektor bleibt Hauptanwendungsgebiet des E-Commerce, da dieser im M-Commerce derzeit wenig Attraktivität ausstrahlt, aufgrund der noch nicht ausgereiften Dienste.
Dennoch scheinen sich die Unternehmen und Nutzer des M-Commerce erhebliche Vorteile gegenüber dem E-Commerce zu versprechen.
(1) Ortsunabhängigkeit: Ein Hauptvorteil von mobilen Endgeräten ist die ortsunabhängige Verfügbarkeit über mobile Internetdienste. So sind bspw. Echtzeitinformationen und Transaktionen jederzeit durchführbar, unabhängig vom Standort des Benutzers.
(2) Erreichbarkeit: Man hat die Möglichkeit mit dem Nutzer immer in Kontakt zu bleiben. Vor allem kann der Nutzer über zeitnahe Ereignisse informiert werden, da das Mobiltelefon -anders als der PC- stets verfügbar ist.
(3) Lokalisierbarkeit: Mit den Lokalisierungstechnologien, wie Global Positioning System (GPS) oder Enhanced-Observed Time Difference (E-OTD), ist es möglich den genauen Standort des Benutzers zu bestimmen. Mit einer Lokalisierungsfunktion könnte der mobile Stadtplanservice zum Navigationssystem werden, so dass z. B. Einkaufsrouten vorgeschlagen werden oder das naheliegende Restaurant geortet werden kann.
(4) Sicherheit: Es besteht die Möglichkeit Subscriber Interface Module (SIM)- und Smart-Cards in den Mobiltelefonen zu integrieren, damit die genaue Zuordnung zu einzelnen Personen möglich wird.
(5) Convenience : Die einfache und schnelle Bedienung des Mobiltelefons gegenüber dem stationären PC eröffnen den Weg für neue Dienste auf mobilen Endgeräten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Hinführung zum Thema M-Commerce, Problemstellung und Vorstellung des Vorgehens der Diplomarbeit.
2 Die neue IT-Revolution: M-Commerce: Theoretische Definition des M-Commerce, Abgrenzung zum E-Commerce sowie Analyse von Akteuren und Sicherheitsaspekten.
3 Stand der M-Commerce Hardware- und Anwendungstechnologien in Deutschland und Japan: Detaillierter Überblick über die historische und aktuelle technische Entwicklung von Mobilfunkstandards in beiden Ländern.
4 Vergleich des M-Commerce in Deutschland und Japan: Der Hauptteil der Arbeit, der systematisch Märkte, Dienste (WAP vs. i-mode) und Standards vergleicht sowie kulturelle Einflüsse analysiert.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Erkenntnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des M-Commerce.
Schlüsselwörter
M-Commerce, Mobile Business, Mobilfunk, UMTS, WAP, i-mode, Japan, Deutschland, Mobiltelefon, Internetdienste, Kundenorientierung, Technologie, Marketing, Netzbetreiber, Mobile Payment
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Diplomarbeit?
Die Arbeit analysiert den Entwicklungsstand des mobilen Handels (M-Commerce) und vergleicht dabei die spezifischen Marktbedingungen und technologischen Voraussetzungen in Deutschland und Japan.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der technologischen Entwicklung des Mobilfunks (GSM, GPRS, UMTS, i-mode, WAP), den Unterschieden in der Nutzermentalität und der Bedeutung von kundenorientierten Geschäftsmodellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den fortgeschrittenen japanischen Mobilfunkmarkt als Referenzmodell zu untersuchen und zu prüfen, inwieweit daraus Handlungsempfehlungen für deutsche M-Commerce-Akteure abgeleitet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Untersuchung basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller Studien von Research-Unternehmen, um den sehr dynamischen Markt des M-Commerce fundiert darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich einem tiefgreifenden Vergleich des Mobilfunkmarktes in beiden Ländern, inklusive der Analyse mobiler Internetdienste (WAP vs. i-mode) und der UMTS-Standardisierung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie M-Commerce, i-mode, UMTS, WAP, Nutzerakzeptanz und kundenorientierte Strategien bestimmt.
Warum ist Japan im Bereich M-Commerce technologisch weiter als Deutschland?
Laut der Arbeit liegt dies unter anderem an einer konsequenten Kundenorientierung, der Innovationsfreudigkeit der Nutzer und der Etablierung durchdachter, einfach zu bedienender Dienste wie i-mode, im Gegensatz zur eher technikfokussierten Strategie in Deutschland.
Welche Rolle spielt die Mentalität für den Erfolg mobiler Dienste?
Die Mentalität ist entscheidend: Während in Japan eine hohe Affinität zu Innovationen und ein Wunsch nach einfacher, personalisierter Nutzung besteht, agieren Nutzer in Deutschland zurückhaltender und sehen das Mobiltelefon primär als Businessgerät.
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- Abdelaziz Oujaidan (Author), 2001, Stand und Entwicklung von m-commerce in Japan und Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7827