Selbstbefriedigung als Thema der Sexualpädagogik


Hausarbeit, 2007

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Sexualpädagogik und Sexualerziehung
1. Definition(en)
2. Historische Entwicklung

III. Selbstbefriedigung
1. Definition
2. Die Ursachen und Folgen der Masturbation
3. Formen der Selbstbefriedigung
3.1 Die selbstbezogene körperliche Entspannung
3.2 Die sehnsüchtige, partnerbezogene Selbstbefriedigung
3.3 Die seelisch stabilisierende Selbstbefriedigung
3.4 Die wollüstig abenteuerliche Selbstbefriedigung

IV. Selbstbefriedigung als Thema der Sexualpädagogik
1. Die Hamburger Richtlinien der Sexualpädagogik
2. Aufbau der Richtlinien
3. Unterrichtsinhalte (Auszüge aus den Richtlinien für die Sexualerziehung)

V. Auswertung und Schlussbemerkung

VI. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit wird sich mit dem Thema Selbstbefriedigung im Kontext der allgemeinen sexualpädagogischen Aufklärungsarbeit beschäftigen.

Die Entscheidung für dieses Hausarbeitsthema wurde getroffen, aufgrund des Interesses für die Problematik der Vermittlung im Unterricht. Wird Masturbation thematisiert? Wie wird mit der Thematisierung umgegangen?

Denn es gilt noch immer: Masturbation wird weitestgehend als ein Tabuthema betrachtet und ist in der Praxis oft mit Schamgefühl und Ekel verbunden.

Wie also wird dieses Thema in der heutigen „offenen“ Welt vermittelt und mit der Abneigung umgangen? Nach einer Abgrenzung von Begrifflichkeiten und der Behandlung des historischen Geschehens der Sexualpädagogik und -erziehung wird insbesondere auf die Thematisierung im Unterricht eingegangen.

II. Sexualpädagogik und Sexualerziehung

Beginnend wird eine Definitionen von Sexualpädagogik und Sexualerziehung abgegeben, damit eine Abgrenzung der beiden Begrifflichkeiten vollzogen werden kann. Anschließend wird auf die historische Entwicklung der Sexualpädagogik eingegangen, um dann zum eigentlichen Thema, der Selbstbefriedigung, zu kommen.

1. Definition(en)

Die Sexualpädagogik ist ein Teilbereich der Erziehungswissenschaft und der Sexualwissenschaft, der die Theorien über die gezielte Beeinflussung sexueller Einstellungen und Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen umfasst. Für deren praktische Umsetzung hat sich die Bezeichnung

Sexualerziehung durchgesetzt.

Man versteht unter der Sexualpädagogik die kontinuierliche, intendierte Einflussnahme auf die Entwicklung sexueller Motivationen, Ausdrucks- und Verhaltensformen sowie die Einstellungs- und Sinnaspekte der Sexualität von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (Sielert 2005, S. 15).

2. Historische Entwicklung

Während die Geschlechtserziehung des 19. Jahrhunderts weitgehend sexualrepressiv arbeitete und vor allem versuchte, die Geschlechterrollen zu bewahren und Angst vor Sex zu erzeugen, bildeten sich Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Psychoanalyse und der Reformpädagogik liberalere Ansätze heraus. Mit Sigmund Freud entstanden auch erste Überlegungen zur psychosexuellen Entwicklung von Kindern, die allerdings heute als wissenschaftlich überholt gelten.

Diese Liberalisierung hatte in der menschen-, wie sexualfeindlichen Erziehung im Nationalsozialismus keinen Platz und auch die Erziehung in der frühen Bundesrepublik Deutschland war weitgehend sexualrepressiv ausgelegt.

Wilhelm Reich, die 68er und die Fürsprecher der antiautoritären Erziehung standen auch für eine Enttabuisierung in der Sexualpädagogik. Mit der sexuellen Revolution kam auch der Aufschwung der Frauen-, der Schwulen- und Lesbenbewegung, für die diese Enttabuisierung Teil der politischen Praxis war. Durch diesen modernen Aufwind befangen, gab 1968 die Kultusministerkonferenz der Länder die Empfehlung heraus, Sexualerziehung fächerübergreifend in den Schulen zu behandeln und wies die Lehrerausbildungsinstitute an, den Sexualkundeunterricht in die Lehrerausbildung aufzunehmen. Anfang der 1970er Jahre wurde Sexualkunde in den meisten Schulen der Bundesrepublik Deutschland in den Fächerkanon aufgenommen, obgleich sie meist sehr stark auf die biologischen Vorgänge der Sexualität fokussiert und die emotionalen beziehungsweise erotischen Bereiche ausgeklammert hat.

Durch den Gerichtsbeschluss des Bundesverfassungsgerichts 1977, Schulische Sexualerziehung habe sittlich zu wirken, ohne Wertung aufzutreten und sich auf Wissensvermitllung zu beschränken und die Rückrufaktion einer weit verbreiteten Arbeitshilfe ("Betrifft Sexualität") trat eine allgemeine Verunsicherung der Pädagogen ein und die Sexualerziehung wurde wieder zurück an die Familien übergeben.

Erst das Auftreten der Immunschwächekrankheit AIDS ab Mitte der 1980er Jahre und die feministische Bewegung hat deutlich gemacht, dass Sexualaufklärung notwendiger Bestandteil der Allgemeinbildung sein müsste. Trotzdem sind bislang die pädagogischen Angebote sowohl in ihrer inhaltlichen als auch in der personellen Ausgestaltung immer noch kaum ausreichend zu nennen.

Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 ist die Sexualerziehung in den Lehrplänen aller Bundesländer deutlich moderner geworden. Schon vor der Wende war die DDR für ihre freizügigere Freikörperkultur bekannt. Heutzutage hat die Sexualerziehung in alle Lehrpläne der Bundesländer ihren Einzug gefunden.

Dennoch spiegelt sich noch immer ein Nord/Süd-Gefälle (liberal-restriktiv) in den Themen der Sexualerziehung der Lehrpläne der Länder wieder. Dies betrifft die moralische und ethische Auffassung der einzelnen Bundesländer. Jeder Mensch ist ein sexuelles Wesen. Schüler vor ihrem eigenen Wesen durch Unwissenheit zu schützen, indem man die Thematik ihrer eigenen Sexualität nicht im Unterricht behandelt, kann fatale Auswirkungen auf ihre Entwicklung haben (Sielert 2005, S. 16 ff.).

III. Selbstbefriedigung

In diesem Abschnitt der Arbeit wird eine Definition des Begriffes „Masturbation“ gegeben und anschließend die Ursachen, Funktionen und Folgen von Masturbation dargestellt.

1. Definition

Gemäß dem Artikel „Selbstbefriedigung“ von Karla Etschenberg aus dem Jahre 1992 bezeichnet Masturbation die sexuelle Befriedigung durch Reizung von Geschlechtsorganen und erogenen Zonen des eigenen Körpers oder anderer mit der Hand oder Gegenständen. Onanie ist ein anderer Begriff für Selbstbefriedigung. Der Mann auf den der Begriff Onanie zurückgeht, hieß Onan und wurde von Gott mit dem Tode bestraft, weil er sich der Regel widersetzte, die Witwe seines Bruders zu schwängern. Onan vollzog jedoch nicht das, was nach ihm benannt ist. Das Wort Masturbation kommt aus dem Lateinischen und setzt sich zusammen aus manus

(= Hand) und stuprare (= schänden) (Etschenberg 1992, S. 221).

2. Die Ursachen und Folgen der Masturbation

Nachdem im Jahre 1710 in London und später 1736 in Leipzig in deutscher Sprache ein Buch mit dem Titel „Onania, or the Hainous Sin of Self-Defilement“ anonym veröffentlicht wurde, begann die Antimasturbationsbewegung und ging bis ins 19.Jhd. (Koch 2000, S. 133).

Seit dem Buch wurde Onanie als zerstörendes Laster gesehen, dessen Gefahr überall lauert. Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) war ein französisch-schweizerischer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge und Komponist.

Seine Aussagen gingen soweit, dass er behauptete die städtischen Bürger seien mehr von der Gefahr bedroht, als die Bewohner auf dem Land, da durch Müßiggang und öffentliche Vergnügungen in der Stadt der Anreiz zur Onanie stärker geschaffen werde, als auf dem Land bei dem hart arbeitenden Landmann. Die Kinder in der Stadt seien früher reif und genießen weniger strenge Erziehung.

[...]

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Details

Titel
Selbstbefriedigung als Thema der Sexualpädagogik
Hochschule
Universität Hamburg  (Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Sexualpädagogik und Rollenspiel
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V78293
ISBN (eBook)
9783638837477
ISBN (Buch)
9783638938532
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstbefriedigung, Thema, Sexualpädagogik, Rollenspiel
Arbeit zitieren
Claudia Martin (Autor), 2007, Selbstbefriedigung als Thema der Sexualpädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78293

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