Die vorliegende Hausarbeit wird sich mit dem Thema Selbstbefriedigung im Kontext der allgemeinen sexualpädagogischen Aufklärungsarbeit beschäftigen.
Die Entscheidung für dieses Hausarbeitsthema wurde getroffen, aufgrund des Interesses für die Problematik der Vermittlung im Unterricht. Wird Masturbation thematisiert? Wie wird mit der Thematisierung umgegangen?
Denn es gilt noch immer: Masturbation wird weitestgehend als ein Tabuthema betrachtet und ist in der Praxis oft mit Schamgefühl und Ekel verbunden.
Wie also wird dieses Thema in der heutigen „offenen“ Welt vermittelt und die Abneigung umgangen? Nach einer Abgrenzung von Begrifflichkeiten und der Behandlung des historischen Geschehens der Sexualpädagogik und –erziehung wird insbesondere auf die Thematisierung im Unterricht eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Sexualpädagogik und Sexualerziehung
1. Definition(en)
2. Historische Entwicklung
III. Selbstbefriedigung
1. Definition
2. Die Ursachen und Folgen der Masturbation
3. Formen der Selbstbefriedigung
3.1 Die selbstbezogene körperliche Entspannung
3.2 Die sehnsüchtige, partnerbezogene Selbstbefriedigung
3.3 Die seelisch stabilisierende Selbstbefriedigung
3.4 Die wollüstig abenteuerliche Selbstbefriedigung
IV. Selbstbefriedigung als Thema der Sexualpädagogik
1. Die Hamburger Richtlinien der Sexualpädagogik
2. Aufbau der Richtlinien
3. Unterrichtsinhalte (Auszüge aus den Richtlinien für die Sexualerziehung)
V. Auswertung und Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht die Herausforderungen der Thematisierung von Selbstbefriedigung im schulischen Sexualkundeunterricht unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen und aktueller Richtlinien. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der Notwendigkeit einer enttabuisierten Aufklärung und den in der Praxis auftretenden Hemmschwellen und Schamgefühlen zu beleuchten.
- Historische Betrachtung der Sexualpädagogik und des Wandels der Masturbationswahrnehmung
- Differenzierung der Formen der Selbstbefriedigung aus sexualwissenschaftlicher Sicht
- Analyse der Hamburger Richtlinien für die schulische Sexualerziehung
- Herausforderungen der pädagogischen Vermittlung von Masturbationsthemen im Unterricht
Auszug aus dem Buch
3. Formen der Selbstbefriedigung
Die Onanie kann auf verschiedene Art und Weisen vorgenommen werden. Entweder ganz allein, in Gegenwart des Reizobjektes, mutuell bei Jugendlichen, homosexuell im Rahmen homosexueller Gemeinschaften oder heterosexuell (Thomas 1970, S. 85).
Dabei werden, im Hinblick auf die sexuellen Phantasien, vier Formen der Selbstbefriedigung unterschieden:
3.1 Die selbstbezogene körperliche Entspannung
Die Selbstbefriedigung dient in diesem Fall der Entspannung und hat primär keinen Partnerbezug und muss nicht zwangläufig von sexuellen Phantasien begleitet werden, wie zum Beispiel das Beziehen auf bestimmte Sexualobjekte oder erlebte sexuelle Situationen. Diese Form der Selbstbefriedigung kann im Sinne einer Funktionslust in frühester Kindheit einsetzen und als eigenständige Form des sexuellen Handelns ein Leben lang beibehalten werden.
Die selbstbezogene körperliche Entspannung entlastet vor allem Frauen bei Orgasmusschwierigkeiten, da sie durch das Erleben eines selbst erzeugten Orgasmus wieder Vertrauen in sich selbst finden und unbefangener in ihrer Erwartungshaltung gegenüber dem Partner sein können (Etschenberg 1992, S. 224).
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema durch das Interesse an der Unterrichtsgestaltung und stellt das Tabu der Masturbation sowie die damit verbundenen Schamgefühle in der Praxis dar.
II. Sexualpädagogik und Sexualerziehung: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Sexualpädagogik und Sexualerziehung und beleuchtet deren historische Entwicklung von der sexualrepressiven Zeit des 19. Jahrhunderts bis hin zur modernen Lehrplangestaltung.
III. Selbstbefriedigung: Hier werden Definitionen des Begriffs „Masturbation“ gegeben, die historische Entwicklung der Antimasturbationsbewegung aufgezeigt und vier spezifische Formen der Selbstbefriedigung detailliert beschrieben.
IV. Selbstbefriedigung als Thema der Sexualpädagogik: Dieser Teil analysiert die Hamburger Richtlinien der Sexualpädagogik, deren Aufbau sowie die konkrete Integration des Themas Masturbation in den Unterricht verschiedener Klassenstufen.
V. Auswertung und Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Schwierigkeiten der praktischen Umsetzung im Unterricht und betont die Bedeutung einer frühzeitigen Aufklärung für eine gesunde sexuelle Entwicklung.
Schlüsselwörter
Sexualpädagogik, Selbstbefriedigung, Masturbation, Sexualerziehung, Schule, Unterricht, Aufklärung, Hamburger Richtlinien, Sexualität, Tabu, Schamgefühl, historische Entwicklung, Prävention, Kinder, Jugendliche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration des Themas Selbstbefriedigung in die allgemeine sexualpädagogische Aufklärungsarbeit an Schulen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Sexualpädagogik, die historische Wahrnehmung der Masturbation, die verschiedenen Formen der Selbstbefriedigung und die Umsetzung in schulischen Richtlinien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Problematik der Vermittlung von Masturbation im Unterricht zu untersuchen und aufzuzeigen, wie Pädagogen mit der damit verbundenen Tabuisierung und Scham umgehen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literatur- und richtlinienbasierte Analyse, ergänzt durch Beobachtungen zur pädagogischen Vermittlung.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe, eine historische Einordnung der Masturbationskritik, eine Typologie der Masturbation sowie eine Analyse spezifischer Hamburger Richtlinien.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sexualpädagogik, Tabuisierung, Aufklärung, Richtlinien und schulische Sexualerziehung charakterisiert.
Welche vier Formen der Selbstbefriedigung werden unterschieden?
Es werden die selbstbezogene körperliche Entspannung, die sehnsüchtige partnerbezogene Form, die seelisch stabilisierende Form und die wollüstig abenteuerliche Form unterschieden.
Wie schätzt die Autorin die Rolle des Lehrenden ein?
Die Autorin stellt fest, dass aufgrund der tief verankerten Schamgefühle bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Thematisierung im Unterricht meist durch die Lehrkraft angeleitet werden sollte.
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- Claudia Martin (Author), 2007, Selbstbefriedigung als Thema der Sexualpädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78293