Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - General

Schriftspracherwerb von GrundschülerInnen. Schwierigkeiten, Diagnostik, Förderung

Title: Schriftspracherwerb von GrundschülerInnen. Schwierigkeiten, Diagnostik, Förderung

Examination Thesis , 2006 , 79 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Swenja Gehle (Author)

Pedagogy - General
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Welche Bedeutung haben das Schreiben und auch das Lesen für unsere heutige Gesellschaft? Die hessische Kultusministerin Karin Wolff nimmt dazu folgendermaßen Stellung: „Wer nicht genug lesen und schreiben kann, wird nicht nur im Schulfach Deutsch, sondern in allen anderen Fächern Probleme bekommen. In unserer so genannten Kommunikations- und Wissensgesellschaft ist das Grundvoraussetzung eines erfolgreichen Lebens nach der Schule“1. Denkt man an die eigene Schulzeit zurück, so lässt sich nur allzu leicht bestätigen, dass in fast allen Fächern Lese- und Schreibkompetenzen gefordert werden.

In meiner Examensarbeit befasse ich mich mit dem Thema „Schriftspracherwerb von GrundschülerInnen: Schwierigkeiten – Diagnostik – Förderung“. Es geht demnach vor allem darum, wie die Kinder zur Schrift gelangen, aber auch welche Schwierigkeiten dabei auftreten können und wie man die Kinder trotzdem auffangen und auf ihrem Weg zum erfolgreichen Schreiben und auch Lesen begleiten kann.

Zunächst soll dabei ein Blick auf verschiedene Entwicklungsmodelle zum Schriftspracherwerb geworfen werden. Ein erster Einblick in diese Modelle macht deutlich, dass beim Schreiblernprozess auch der Leselernprozess eine Rolle spielt. Deshalb soll in den ausgewählten Stufenmodellen auch dieser Kompetenzbereich beleuchtet werden.

Hinreichend bekannt ist, dass nicht wenige SchülerInnen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben. Somit werde ich mich in einem Kapitel der Frage widmen, woran man diese erkennen kann, aber auch auf welche Ursachen sich diese möglicherweise zurückführen lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundpositionen zum Schriftspracherwerb

2.1 Schriftsprache

2.2 Phonem

2.3 Graphem

2.4 Morphem

3. Modelle des Schriftspracherwerbs

3.1 Renate Valtin: Das Stufenmodell der Schreibentwicklung

3.1.1 Entwicklungsmodell zum Lesen

3.2 Uta Frith: Das Sechs-Stufenmodell

3.2.1 Klaus B. Günther: Ergänzungen zum Sechs-Stufenmodell

3.3 Hans Brügelmann: ein Entwicklungsmodell mit vier „Stufen“

3.3.1 Handschrift

3.3.2 Rechtschreibung

3.3.3 Lesen

3.4 Zusammenfassung

4. Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb

4.1 Legasthenie oder Lese-Rechtschreibschwäche?

4.2 Merkmale von Schwierigkeiten im Lese- und Rechtschreibprozess

4.3 Ursachen und Risikofaktoren

4.3.1 Visuelle und auditive Wahrnehmung

4.3.2 Sprache

4.3.3 Strategiedefizite

4.3.4 Soziale Faktoren

4.4 Zusammenfassung

5. Verfahren zur Diagnose von Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb

5.1 Rundgang durch Hörhausen

5.2 OLFA – Oldenburger Fehleranalyse

5.3 Diagnostische Bilderlisten

5.4 Zusammenfassung

6. Durchführung und Auswertung der diagnostischen Bilderlisten

6.1 Vorbemerkungen

6.2 Durchführung

6.3 Auswertung

6.3.1 allgemeine Auffälligkeiten

6.3.2 Häufigkeit und Art der Fehler

6.3.3 Auswertung ausgewählter Arbeitsblätter

6.4 Fazit

7. Schulische Fördermaßnahmen

7.1 Förderung der phonologischen Bewusstheit

7.2 Förderung bei bestimmten Fehlerarten

7.3 Förderung eigener Schreibversuche

7.4 lernstrategische Hilfsmittel

7.5 Zusammenfassung

8. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den Schriftspracherwerb von Grundschülern mit einem Fokus auf auftretende Schwierigkeiten, deren diagnostische Erfassung sowie entsprechende schulische Förderansätze. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Lehrkräfte Schwierigkeiten im Lese- und Schreibprozess erkennen und die Kinder gezielt auf ihrem Weg zur erfolgreichen Schriftsprache begleiten können.

  • Theoretische Entwicklungsmodelle des Schriftspracherwerbs
  • Differenzierung zwischen Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche
  • Diagnostische Verfahren zur Identifikation von Lernschwierigkeiten
  • Durchführung und qualitative Analyse von Schreibprozessen
  • Pädagogische Interventionen und lernstrategische Hilfsmittel

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Handschrift

Schon im Alter von ein bis zwei Jahren lassen sich bei den Kindern erste „Kritzelversuche“ feststellen. Zwar haben diese Versuche noch nichts mit graphischen Grundmustern der Schrift zu tun, jedoch lernen die Kinder bereits bei diesem Prozess, dass sich Muster durch gerade und gebogene, offene und geschlossene und durchgehende und unterbrochene Spuren und Linien unterscheiden lassen. Durch dieses Experimentieren gelangen sie bereits im Alter von drei bis vier Jahren zu der Einsicht, dass sich solche Formen von Bilddarstellungen unterscheiden und erhalten somit erste Einblicke in die Charakteristika der Schriftsprache. Dabei erhalten sie die motorischen Grundfähigkeiten aber nur durch das alleinige Ausprobieren. Eine bloße Nachahmung von vorgegebenen Mustern würde dem Prozess entgegenwirken, selbst wenn durch das Nachmalen von Buchstaben deren Standardformen geübt werden können.

Hans Brügelmann (1984/86, S. 30) spricht sich für eine Experimentierphase aus und schreibt dazu: „Das schöpferische Experimentieren fördert die gedankliche Auseinandersetzung mit den wesentlichen Formmerkmalen, mit den zulässigen Abweichungen und mit den nicht akzeptablen Kombinationen.[...] Wie beim Nachsprechen kann das Kind auch beim Abmalen von Zeichen nicht einfach ‚kopieren‘. Es muss die Wahrnehmung mit Hilfe der verfügbaren Handlungsmuster rekonstruieren.“ Dieser Vorgang wird für Erwachsene nachvollziehbar, wenn sie selbst einmal versuchen, z.B. chinesische Schriftzeichen „abzumalen“.

Allmählich lernen die Kinder, wie sich Buchstaben graphisch darstellen und immer neu kombinieren lassen können. Schwierig in der Anfangsphase des Schreibens von einzelnen Wörtern ist für die Kinder die Raumlage eines Buchstaben sowie die Schreibrichtung. Haben sie bei Bildern gelernt, dass sie sich unterschiedlich und in verschiedenen Raumlagen darstellen lassen, so müssen sie nun lernen, dass eine Veränderung der Raumlage zu Verwechslungen von Buchstaben (z.B. b und d, b und p, u und n) führen kann. D.h. sie rekonstruieren in diesem Moment zwar die Form der Buchstaben richtig, müssen aber genaustens auf die Raumlage achten. Diese Entwicklungsstufe kann eine Weile dauern und den Kindern sollte in jedem Fall Zeit für das Experimentieren mit dem neu Gelernten gegeben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des Schreibens und Lesens in unserer Gesellschaft dar und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb zu analysieren.

2. Theoretische Grundpositionen zum Schriftspracherwerb: Hier werden grundlegende Fachbegriffe wie Schriftsprache, Phonem, Graphem und Morphem definiert, um ein gemeinsames Verständnis für den Schriftspracherwerb zu schaffen.

3. Modelle des Schriftspracherwerbs: Dieser Abschnitt vergleicht verschiedene Entwicklungsmodelle von Forschern wie Renate Valtin, Uta Frith und Hans Brügelmann, um den schrittweisen Erwerb von Lese- und Schreibkompetenzen zu verdeutlichen.

4. Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb: Das Kapitel widmet sich der Unterscheidung zwischen Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche, beleuchtet deren Merkmale, Ursachen und Risikofaktoren.

5. Verfahren zur Diagnose von Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb: Es werden verschiedene diagnostische Instrumente vorgestellt, darunter der „Rundgang durch Hörhausen“, die Oldenburger Fehleranalyse (OLFA) und die diagnostischen Bilderlisten.

6. Durchführung und Auswertung der diagnostischen Bilderlisten: Der Hauptteil beschreibt die praktische Anwendung der diagnostischen Bilderlisten in Schulklassen sowie die qualitative Auswertung der Fehler anhand ausgewählter Beispiele.

7. Schulische Fördermaßnahmen: Hier werden konkrete Interventionsmöglichkeiten und lernstrategische Hilfsmittel für Kinder mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben erläutert.

8. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit individueller Diagnose- und Förderansätze durch Lehrkräfte.

Schlüsselwörter

Schriftspracherwerb, Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwäche, Diagnoseverfahren, Schriftsprachmodelle, Schreibentwicklung, Lesenlernen, phonologische Bewusstheit, Fehleranalyse, Fördermaßnahmen, Unterricht, Grundschule, Schriftsprache, Rechtschreibstrategien, Lautorientierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Schwierigkeiten, die beim Schriftspracherwerb von Grundschulkindern auftreten können, und wie Lehrkräfte diese diagnostizieren und durch Fördermaßnahmen begleiten können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören theoretische Entwicklungsmodelle, die Unterscheidung zwischen Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche, diagnostische Instrumente sowie praktische schulische Förderstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, Lehrkräften ein Verständnis für den Schriftsprachprozess zu vermitteln, damit sie individuelle Probleme von Schülern frühzeitig erkennen und zielgerichtet fördern können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender Schriftsprachmodelle sowie auf die praktische Anwendung und Auswertung von diagnostischen Verfahren wie den Bilderlisten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Analyse von Schwierigkeiten, die Vorstellung verschiedener Testverfahren und die praktische Anwendung sowie Auswertung der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Schriftspracherwerb, Legasthenie, Diagnoseverfahren, Schreibentwicklung und Fördermaßnahmen definieren.

Was ist das Besondere an der „Oldenburger Fehleranalyse“ (OLFA)?

Die OLFA erlaubt es, freie Texte von Schülern ab der dritten Klasse zu analysieren, um spezifische orthographische Fehlerquellen zu identifizieren und darauf basierend individuelle Förderpläne zu erstellen.

Welche Rolle spielen „Bilderlisten“ bei der Diagnose?

Bilderlisten dienen dazu, Lese- und Schreibschwierigkeiten frühzeitig zu erfassen, indem Schüler angehalten werden, bildlich dargestellte Wörter lautgetreu aufzuschreiben, was Aufschluss über ihr phonologisches Wissen gibt.

Excerpt out of 79 pages  - scroll top

Details

Title
Schriftspracherwerb von GrundschülerInnen. Schwierigkeiten, Diagnostik, Förderung
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,0
Author
Swenja Gehle (Author)
Publication Year
2006
Pages
79
Catalog Number
V78313
ISBN (eBook)
9783638825986
ISBN (Book)
9783638827386
Language
German
Tags
Schriftspracherwerb GrundschülerInnen Schwierigkeiten Diagnostik Förderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Swenja Gehle (Author), 2006, Schriftspracherwerb von GrundschülerInnen. Schwierigkeiten, Diagnostik, Förderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78313
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  79  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint
  • Withdraw Contract