Ich werde zunächst eine Begriffsbestimmung von „Fabel“ versuchen, um dann zur Geschichte der Fabel zu kommen. Im Anschluss daran, werde ich Meinungen von Dichtern aus unterschiedlichen Zeiten zur Fabel nennen, um mich dann mit den Wesenszügen einer Fabel, der Gattung zu nähern. Daran anschließend folgt die Beschreibung der Formen, Stilzüge und Aufbautypen einer Fabel. Mit der Funktion und Intension einer Fabel, in zwei weiteren Punkten komme ich dann zu Fabeln in der Schule. Dort werde ich mich speziell auf Fabeln in Lesebüchern konzentrieren und die gefundenen Fabeln in zwei, von mir durchgesehenen Lesebüchern, beschreiben und ihre mögliche Anwendung im Unterricht kurz skizzieren. Gegen Ende meiner Arbeit werde ich noch drei Fabeln mit dem Thema „Beuteteilung“ kurz analysieren, um dann im Schlussteil ein Resümee über meine Arbeit zu ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung von Fabel
3 Geschichte der Fabel
4 Die Fabel aus Sicht der Dichter der jeweiligen Zeit
5 Wesenszüge der Fabel
5.1 Illustrationen der Fabel
6 Formale Variationen der Fabel
6.1 Dramatisierung
6.2 Episierung
7 Stilzüge der Fabel
7.1 BELEHRENDER STIL
7.2 Kritisierender Stil
7.3 Satirischer Stil
7.4 Fabuloser Stil
8 Aufbautypen der Fabel
8.1 Die Normalform und ihre Abwandlungen
8.2 Die Kunstfabel
9 Funktion und Intension der Fabel
10 Die Fabel in der Schule
10.1 Die Fabel im Deutschunterricht der Grundschule
10.1.1 Fabeln in Lesebüchern
10.1.1.1 Beschreibung der Fabeln in den Lesebüchern und deren mögliche Anwendung im Unterricht
11 Analyse dreier Fabeln mit dem Thema Beuteteilung
12 Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht den Stellenwert und die Einsatzmöglichkeiten der Fabel als Lesebuchtext im Grundschulunterricht. Dabei wird erforscht, wie die Gattung der Fabel historisch gewachsen ist, welche Wesensmerkmale sie definiert und wie Fabeltexte in aktuellen Lesebüchern didaktisch für den Unterricht genutzt werden können.
- Historische Entwicklung der Fabel von der Antike bis zur Gegenwart
- Strukturmerkmale, Formvarianten und Stilmittel der Fabel
- Anthropomorphisierung und ihre Bedeutung für die Gattung
- Didaktische Konzepte zur Vermittlung von Fabeln in der Grundschule
- Vergleichende Analyse der Thematik "Beuteteilung" in verschiedenen Fabeltexten
Auszug aus dem Buch
3 Geschichte der Fabel
Die ersten mündlich überlieferten Fabeln gab es bereits 7. Jh. v. Chr., wobei die ersten europäischen Fabeln vermutlich von Hesiod („Habicht und Nachtigall“) und Archilochos (u.a. „Adler und Fuchs“) stammen. Heute ist ihre Fülle unüberschaubar geworden.
Die 350 äsopischen Fabeln (6. Jhrd. v. Chr.) sind für uns die ältesten Fabeln, die wir vorliegen haben. Zwar ist damit nicht gesagt, dass aus Griechenland die ersten Fabeln stammten, jedoch wird Äsop als der Begründer dieser Gattung angesehen. Seine Fabeln wurden von Jahrhundert zu Jahrhundert weitergegeben und überdauern bis heute. Er erzählte Fabeln, die durch Tiergestalten verschlüsselt, zu politischem Handeln und politischer Veränderung aufriefen. Die Intension seiner Fabeln sind deutlich: Kampf für die Unterdrückten gegen die Unterdrücker. Sie sind gekennzeichnet durch ihren klaren Aufbau, ihre anschauliche Erfassung der Szene und die Einfachheit der Sprache.
Bevor es in Europa Fabelbücher gab, kamen sie in großen Vers- oder Prosawerken vor. Im 4. Jhrd. v. Chr. wurden Fabelsammlungen als Nachschlagewerke für Redner, Dichter und Philosophen hergestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Themenwahl im Rahmen des Seminars und skizziert den Aufbau sowie die angestrebte Zielsetzung der Arbeit.
2 Begriffsbestimmung von Fabel: Dieser Abschnitt definiert den Begriff Fabel etymologisch und historisch, von der lateinischen Wurzel bis zum heutigen Gattungsverständnis.
3 Geschichte der Fabel: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss über die Entwicklung der Fabel von der Antike über das Mittelalter bis hin zu modernen Sammlungen.
4 Die Fabel aus Sicht der Dichter der jeweiligen Zeit: Es werden die Ansichten bedeutender Dichter und Denker zur Fabel und deren Anforderungen an die Gattung dargelegt.
5 Wesenszüge der Fabel: Die wesentlichen Merkmale der Gattung wie das Tierrepertoire, die Typisierung und das innere Bauprinzip werden analysiert.
6 Formale Variationen der Fabel: Das Kapitel differenziert zwischen der Dramatisierung und der Episierung als zwei grundlegende Erzählformen der Fabel.
7 Stilzüge der Fabel: Hier werden die verschiedenen Stilausprägungen der Fabel von belehrend bis satirisch unterschieden.
8 Aufbautypen der Fabel: Die strukturellen Aufbautypen, insbesondere die Normalform und deren Abwandlungen, werden erläutert.
9 Funktion und Intension der Fabel: Das Kapitel diskutiert die soziale und soziologische Funktion der Fabel sowie ihre Rolle in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung.
10 Die Fabel in der Schule: Es wird die pädagogische Bedeutung der Fabel im Unterrichtsverlauf sowie der gezielte Einsatz in der Grundschule und in Lesebüchern beleuchtet.
11 Analyse dreier Fabeln mit dem Thema Beuteteilung: Drei Fabeltexte zum Thema "Beuteteilung" werden vergleichend analysiert, um Machtstrukturen und deren Reflexion herauszuarbeiten.
12 Schlussteil: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert dazu auf, die Fabel als literarisches Mittel stärker in den Fokus zu rücken.
Schlüsselwörter
Fabel, Grundschule, Literaturdidaktik, Lesebuch, Äsop, Anthropomorphisierung, Moral, Beuteteilung, Unterrichtsgestaltung, Gattungsgeschichte, Tierfabel, Lernformate, Sozialkritik, Erzählstruktur, pädagogische Wirksamkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Gattung Fabel und deren didaktische Umsetzung sowie Relevanz für den Deutschunterricht in der Grundschule.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die historische Entwicklung, die Definition der Wesensmerkmale, die formale Gestaltung der Fabel sowie deren Anwendung zur Förderung von Lesekompetenz und Reflexionsfähigkeit bei Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Fabeln in modernen Grundschul-Lesebüchern repräsentiert sind und welche didaktischen Möglichkeiten sie bieten, um Schüler zu einem tieferen Textverständnis anzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine literaturdidaktische Analyse, kombiniert mit einem Vergleich ausgewählter Lesebuchbeispiele, um die Fabel als Gattung und Unterrichtsgegenstand zu untersuchen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die historische Genese der Fabel, die Definition wesentlicher Gattungsmerkmale, eine Übersicht über Stil- und Aufbautypen sowie eine konkrete Analyse dreier Fabeln zum Motiv der Beuteteilung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fabel, Grundschule, Literaturdidaktik, moralische Erziehung, Lesebuchanalyse und gesellschaftskritische Intension charakterisiert.
Warum spielt die Anthropomorphisierung für die Fabel eine so wichtige Rolle?
Sie ermöglicht es, menschliche Verhaltensweisen auf Tiere zu projizieren, wodurch die Fabel eine distanzierte, aber dennoch lehrreiche Beobachtung menschlicher Schwächen und Normen erlaubt.
Wie unterscheidet sich die "Beuteteilung" in der Analyse der drei gewählten Fabeln?
Die Analyse zeigt eine Entwicklung von der offenen Gewalt in antiken/traditionellen Fabeln hin zur Nutzung institutioneller Machtstrukturen in modernen Fassungen, die den Untertanen in einem System der Ausbeutung festsetzen.
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- Kathrin Rühling (Author), 2006, Die Fabel als Lesebuchtext in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78318