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Der Bundespräsident. Aufgaben und tatsächliche Funktionen in der deutschen Politik

Title: Der Bundespräsident. Aufgaben und tatsächliche Funktionen in der deutschen Politik

Term Paper , 2007 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Benjamin Pommer (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Die Idee eines Staatsoberhauptes, als Notwendigkeit zur Symbolisierung staatlicher Einheit, ist bereits im römischen Recht der Antike bekannt. Auch in der deutschen Geschichte findet man Beispiele für die Symbolkraft und Macht, die von einem Staatsoberhaupt ausgeht, sei es nun Friedrich Barbarossa als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation oder Friedrich II. König von Preußen oder Wilhelm II. als Deutscher Kaiser. Diese Persönlichkeiten haben das Schicksal ihrer Herrschaften durch ihr Wirken mitgestaltet. Bei diesen Personen handelte es sich um Monarchen, die erblich ihre Titel erhalten hatten. Doch wie hält es sich mit Staatsoberhäuptern in Demokratien? Im Jahre 1918 wurde in Deutschland kurz nach der Abschaffung der Monarchie die Republik ausgerufen, weitergehend gab man sich in Deutschland im Folgejahr die erste demokratische Verfassung eines gesamtdeutschen Staates. Auch in dieser Verfassung wurde das Staatsoberhaupt verankert, nicht erblich, sondern demokratisch legitimiert. Doch was macht, nach den Erfahrungen mit einem Kaiser, ein Staatsoberhaupt in einem demokratischen Staat überhaupt notwendig? Die Frage muss weiter in Richtung der Aufgaben eines Staatsoberhauptes, hier eines Präsidenten, verfolgt werden. Denn auch wenn die Erfahrungen mit einem Reichspräsidenten in der Weimarer Republik nicht positiv zu sein schienen, haben wir heute in der Bundesrepublik Deutschland wieder ein Staatsoberhaupt, den Bundespräsidenten, der auch durch die Verfassung legitimiert wird, aber zusätzlich eine verfassungspolitische Konsequenz der gemachten Erfahrungen in Weimar zu sein scheint. Die nachstehende Arbeit wird sich mit diesen Fragen beschäftigen und herauszustellen versuchen, dass ein Bundespräsident weit mehr Verantwortung trägt, als es auf den ersten Blick scheint und deshalb eine bedeutende Rolle in einem demokratischen Staat inne haben könnte. Weiterhin sollen Grenzen der Aufgaben und Befugnisse sowie die verfassungsmäßige Realität analysiert werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bezug zum Grundgesetz, bei den Rechten und Pflichten des Bundespräsidenten und dem Zusammenspiel der Verfassungsorgane in einem parlamentarischen System und welche Rolle dabei ein Bundespräsident spielen könnte. Dass es dabei auch zu Kontroversen kommt, soll mit einer Bezeichnung als Übergangslösung, die das Grundgesetz einnehmen sollte, nicht erklärt, aber angedeutet werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Geschichte des Amtes

2.1. Der Reichspräsident in der Weimarer Republik

2.2. Konsequenzen des Parlamentarischen Rates

3. Die Wahl des Bundespräsidenten

3.1. Vorraussetzungen

3.2. Die Bundesversammlung

3.3. Ablauf der Wahl

4. Funktionen im politischen System

4.1. Allgemeine Darstellung

4.1.1. Repräsentation

4.1.2. Integrationsfunktion

4.1.3. Artikulation von Verfassungskonsens

4.1.4. Kontrollfunktion

4.1.5. Reservefunktion

4.2. Rechte und Pflichten im Zusammenwirken mit anderen Organen

4.2.1. Bundesregierung

4.2.2. Organe der Legislative

4.2.3. Bundesverfassungsgericht

5. Kontroversität der Direktwahl des Bundespräsidenten

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle, die Aufgaben und die tatsächlichen Funktionen des Bundespräsidenten innerhalb des politischen Systems Deutschlands, wobei insbesondere die historische Entwicklung vom Reichspräsidenten der Weimarer Republik hin zum heutigen Bundespräsidenten sowie die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen analysiert werden.

  • Historische Herleitung des Amtes aus der Weimarer Reichsverfassung
  • Analyse des Wahlverfahrens durch die Bundesversammlung
  • Untersuchung der zentralen Funktionen: Repräsentation, Integration, Kontrolle und Reserve
  • Zusammenwirken des Bundespräsidenten mit anderen Verfassungsorganen
  • Diskussion über die Kontroversität einer möglichen Direktwahl

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Repräsentation

Die Repräsentation als eine obligatorische Funktion eines Staatsoberhauptes habe ich bereits im Zusammenhang mit den Überlegungen des Parlamentarischen Rates erwähnt. Der Bundespräsident repräsentiert die Bundesrepublik Deutschland nach außen und innen und symbolisiert gleichzeitig die Einheit und Souveränität des Staates.

Die Repräsentation nach außen wird dabei unterschieden zwischen der völkerrechtlichen Vertretung, die dem Amt gemäß Grundgesetz zugeschrieben wird, und der personellen Eigendarstellung als Handlungsspielraum des Amtsträgers. Der Bundespräsident führt durch und empfängt Staatsbesuche im In und Ausland, sowie hält Staatsempfänge ab, wie den traditionellen Neujahrsempfang. Hier ist zu beachten, dass der Bundespräsident bei diesen Handlungen den Staat als Ganzes repräsentiert, nicht jedoch seine eigene Politik, wenn diese im Gegensatz zur Linie der Bundesregierung steht, da dies der Einheit der Exekutive widersprechen würde. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass Staatsbesuche sowie der Abschluss von Verträgen durch die Bundesregierung, d.h. durch den zuständigen Minister und im Rahmen der Richtlinienkompetenz, vermittelt werden und in Fällen der Berührung der Gesetzgebung der Zustimmung des Gesetzgebers bedürfen. Im Bezug auf Staatsbesuche besitzt der Bundespräsident kein Vetorecht, aber in der Praxis hat sich durch die Absprache von Bundespräsidialamt und zuständigen Regierungsstellen eine Mitsprache des Bundespräsidenten durchaus durchgesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Hinführung zur Bedeutung des Staatsoberhauptes im demokratischen System und Darstellung der zentralen Forschungsfragen zur Rolle des Bundespräsidenten im Grundgesetz.

2. Geschichte des Amtes: Untersuchung der Entwicklung vom Reichspräsidenten der Weimarer Zeit und der Lehren, die im Parlamentarischen Rat für das neue Amt des Bundespräsidenten gezogen wurden.

3. Die Wahl des Bundespräsidenten: Detaillierte Darstellung der gesetzlichen Voraussetzungen, des Verfahrens der Bundesversammlung und der Durchführung der Wahl.

4. Funktionen im politischen System: Umfassende Analyse der verschiedenen Aufgabenbereiche, insbesondere der Repräsentation, Integration, Kontrollfunktion sowie des Agierens gegenüber anderen Verfassungsorganen.

5. Kontroversität der Direktwahl des Bundespräsidenten: Erörterung der Debatte um eine mögliche Volkswahl und deren Auswirkungen auf das politische Machtgefüge und die Neutralität des Amtes.

6. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse über die verfassungspolitische Rolle des Bundespräsidenten und Ausblick auf die Bedeutung der persönlichen Amtsführung für das Ansehen des Staates.

Schlüsselwörter

Bundespräsident, Grundgesetz, Parlamentarischer Rat, Weimarer Reichsverfassung, Bundesversammlung, Repräsentationsfunktion, Integrationsfunktion, Kontrollfunktion, Reservefunktion, Verfassungsorgane, Regierungsbildung, Direktwahl, Volkswahl, politische Neutralität, Bundesregierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verfassungsrechtliche Stellung und die realen Funktionen des Bundespräsidenten im deutschen politischen System unter Berücksichtigung historischer Erfahrungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Amtes, dem Wahlprozess, den funktionalen Kompetenzen des Präsidenten und dessen Interaktion mit anderen Staatsorganen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Bundespräsident trotz seiner vermeintlich schwachen Position eine bedeutende Rolle in der demokratischen Ordnung trägt und eine weit größere Verantwortung innehat, als oft angenommen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und geschichtswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Verfassungstexten, Gesetzen und politikwissenschaftlicher Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Funktionen wie Repräsentation, Integration und verschiedene Kontrollmechanismen detailliert sowie das Zusammenwirken mit Regierung, Parlament und Verfassungsgericht erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bundespräsident, Grundgesetz, Funktionen, Verfassungsorgane, Bundesversammlung und politische Neutralität.

Welche Rolle spielt der Artikel 48 der WRV für diese Untersuchung?

Er dient als historisches Negativbeispiel, dessen "Machtmissbrauch" ausschlaggebend für die bewusste Beschneidung der Exekutivbefugnisse des Bundespräsidenten im Grundgesetz war.

Wie unterscheidet sich die "Dignitätskontrolle" von anderen Kontrollformen?

Die Dignitäts- oder Würdigkeitskontrolle bezieht sich auf den Schutz des Ansehens des Staates, wobei der Bundespräsident seine Mitwirkung bei Handlungen der Regierung ablehnen kann, wenn diese dem Ansehen des Staates schaden könnten.

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Details

Title
Der Bundespräsident. Aufgaben und tatsächliche Funktionen in der deutschen Politik
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Einführung in das politische
Grade
1,7
Author
Benjamin Pommer (Author)
Publication Year
2007
Pages
28
Catalog Number
V78331
ISBN (eBook)
9783638846271
ISBN (Book)
9783640282098
Language
German
Tags
Bundespräsident Einführung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Pommer (Author), 2007, Der Bundespräsident. Aufgaben und tatsächliche Funktionen in der deutschen Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78331
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