Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

Anti-jüdische Stereotype am Beispiel des Judensaumotivs

Title: Anti-jüdische Stereotype am Beispiel des Judensaumotivs

Term Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marcus Hinkel (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Definition von Antisemitismus besitzt eine weite Spannbreite. Sie reicht von einer eher allgemeinen Beschreibung – Antisemitismus wird hierbei als eine Form der Feindseligkeit angesehen, die sich auf Juden bezieht – hin zu einer Konkretisierung – Antisemitismus beschreibt feindselige Taten, so z. B. rechtliche Einschränkungen, physische Gewalttätigkeiten etc. Juden gegenüber. Diese Definitionen werden in den meisten Fällen ergänzt durch den Verweis auf unterschiedliche Arten des Antisemitismus (z. B. ökonomischer, rassischer oder theologischer Art). Obwohl eine Menge unterschiedlicher Fachliteratur zu diesem Thema vorhanden ist und Antisemitismus aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wurde, bestehen weiterhin offene Fragen - so zum Beispiel nach genauen Ursprüngen oder den Motiven seiner Anhänger.
Folgende Hausarbeit ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Abschnitt wird ein kurzer Überblick über die Entstehung und einzelne Stufen anti-jüdischen Verhaltens gegeben – der zeitliche Rahmen beschränkt sich hierbei auf die griechisch-römische Periode und das Mittelalter.
Im zweiten Abschnitt widmet sich die Hausarbeit einem konkreten Beispiel anti-jüdischer Stereotypisierung – der Judensau. Ihren Ursprung und Verwendung im Mittelalter gilt es aufzuzeigen. Hierbei wird vor allem auf Isaiha Shachars Grundlagenaufsatz „The Judensau. A medieval anti-jewish motif and its history. London” Bezug genommen.
Der dritte Teil der Hausarbeit besitzt einen exkursorischen Charakter. Mithilfe von Erklärungsansätzen der Sozialpsychologie wird versucht, der Konzeption von Stereotypisierung auf den Grund zu gehen und somit einen möglichen Aufschluss des Phänomens aus einer anderen fachwissenschaftlichen Sichtweise bieten zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Belege anti-jüdischer Stereotypisierung

1.1 Die griechisch-römische Zeit

1.2 Die Entstehung des Christentums

1.3 Ausweitung der Stereotypisierung im Mittelalter

2 Beispiel: Die Judensau als Stereotyp des Antisemitismus

2.1 Deutung des Judensaumotivs

2.2 Ursprung des Judensaumotivs

2.2.1 Literarische Quellen

2.2.2 Bildliche Quellen

2.3 Funktionen des Judensaumotivs

3 Exkurs - Stereotypisierung als sozialpsychologisches Phänomen

4 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Wurzeln und die Entwicklung anti-jüdischer Stereotypisierungen mit einem Fokus auf das mittelalterliche „Judensaumotiv“ als Instrument der sozialen Ausgrenzung und Diffamierung.

  • Analyse der Genese anti-jüdischer Feindbilder seit der griechisch-römischen Zeit.
  • Untersuchung des „Judensaumotivs“ als ikonographisches Beispiel mittelalterlicher Judenfeindlichkeit.
  • Erforschung literarischer und bildlicher Quellen zur Entstehung und Verbreitung dieses Stereotyps.
  • Sozialpsychologische Einordnung der Mechanismen von Stereotypisierung und Vorurteilsbildung.
  • Diskussion der soziokulturellen Funktionen von Diffamierung und Ausgrenzung in der Geschichte.

Auszug aus dem Buch

2.3 Funktionen des Judensaumotivs

Die Judensau als judenfeindliche Karikatur erfüllte vor allem drei sozialpsychologische Hauptfunktionen (nach Plum15). Diese lassen sich folgendermaßen gliedern:

− die Juden waren dem Spott der Allgemeinheit preiszugeben, indem auf ihre angeblich typischen Verhaltensweisen hingedeutet wurde. Dies setzte antisemitische Vorurteile beim Betrachter voraus

− es galt eben diese Vorurteile zu verfestigen und zur Abgrenzung von Juden, indirekt so auch zum Handeln gegen sie zu ermuntern;

− die Juden sollten selbst in ihrem religiösen Selbstverständnis angegriffen und verletzt werden.

Gerade die Darstellung einer Intimität zwischen Mensch und Tier häufig mit Ausscheidungs- und Verdauungsprozessen – wie bereits in Kapitel 2.1 verdeutlicht - zielte auf eine möglichst wirksame Diffamierung der Dargestellten durch extreme, symbolisch verkürzte Zuspitzung auf das „Typische“. Ziel dieser spöttischen Darstellung war es, die Juden öffentlich zu verunglimpfen, zu demütigen und aus der christlichen, ja sogar menschlichen Gemeinschaft auszugrenzen. So untersagt die Tora Juden den Verzehr bestimmter Tierarten, darunter des Schweins. Schweinefleisch und Schweinemilch gelten Juden als unreine Nahrung16. Intimität zwischen Mensch und Tier gilt in der Bibel als besonders schwere Perversion und todeswürdiges religiöses Vergehen17.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung definiert den Rahmen der Arbeit, thematisiert die Problematik der Begriffsverwendung „Antisemitismus“ für das Mittelalter und erläutert die dreiteilige Gliederung der Untersuchung.

1 Belege anti-jüdischer Stereotypisierung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Judenfeindlichkeit von der Antike über die Entstehung des Christentums bis hin zur systematischen Ausgrenzung im mittelalterlichen Europa nach.

2 Beispiel: Die Judensau als Stereotyp des Antisemitismus: Der Hauptteil analysiert das spezifische Motiv der Judensau, beleuchtet dessen literarische sowie bildliche Ursprünge und legt die Diffamierungsfunktionen dieses zentralen mittelalterlichen Feindbildes dar.

3 Exkurs - Stereotypisierung als sozialpsychologisches Phänomen: Ein theoretischer Exkurs beleuchtet vier sozialpsychologische Erklärungsansätze zur Entstehung von Vorurteilen, um die Mechanismen hinter der Judenfeindlichkeit zu fundieren.

4 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei betont wird, dass Judenfeindlichkeit auf einem Zusammenspiel von historisch gewachsenen Vorurteilen und spezifischen sozialen bzw. psychologischen Prozessen beruht.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Antijudaismus, Judensaumotiv, Mittelalter, Stereotypisierung, Bildende Kunst, Sozialpsychologie, Judenfeindlichkeit, Vorurteile, Ausgrenzung, Religionsgeschichte, Feindbild, Diffamierung, Christentum, Ikonographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Genese und die psychologischen Mechanismen hinter anti-jüdischen Stereotypen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der mittelalterlichen Bildsprache der sogenannten „Judensau“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung des christlichen Antijudaismus, die ikonographische Untersuchung des Judensaumotivs und die sozialpsychologische Theoriebildung zur Vorurteilsentstehung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Ursprung und die Funktion negativer Stereotype gegenüber Juden im Mittelalter aufzuzeigen und diese durch fachwissenschaftliche Theorien der Sozialpsychologie erklärbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine interdisziplinäre Vorgehensweise, die historische Quellenanalyse mit sozialpsychologischen Erklärungsansätzen verknüpft, um die Entstehung von Feindbildern zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich intensiv dem Judensaumotiv. Es werden dessen Deutung, die literarischen und bildlichen Quellen sowie die spezifischen Funktionen der Diffamierung im mittelalterlichen Kontext analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Antisemitismus, Judensaumotiv, Stereotypisierung, Sozialpsychologie, Feindbild, Antijudaismus und mittelalterliche Ikonographie.

Welche Rolle spielte das Christentum bei der Entstehung des Judensaumotivs?

Das Christentum legte durch theologische Verurteilungen und die Abgrenzung zum Judaismus das Fundament für eine Tradition, in der Juden als „Gottesmörder“ oder religiöse Feinde stigmatisiert wurden, was den Nährboden für die Popularität solcher Karikaturen bildete.

Wie erklären die sozialpsychologischen Ansätze die Judenfeindlichkeit?

Die Arbeit führt diese auf zwei Ebenen zurück: den konflikttheoretischen Ansatz (soziale Konflikte und Abwertung der Fremdgruppe) sowie den psychodynamischen Ansatz (individuelle psychische Prozesse und Persönlichkeitsstrukturen).

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Anti-jüdische Stereotype am Beispiel des Judensaumotivs
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,7
Author
Marcus Hinkel (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V78403
ISBN (eBook)
9783638830041
Language
German
Tags
Anti-jüdische Stereotype Beispiel Judensaumotivs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Hinkel (Author), 2006, Anti-jüdische Stereotype am Beispiel des Judensaumotivs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78403
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint