Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Jakobitenaufstand in Großbritannien 1745. Das besondere Augenmerk liegt darauf, wie Charles Edward III. seine Interessen darstellte und versuchte Leute um sich zu sammeln, die sich mit ihm gegen Georg II. stellen sollten. Auf der anderen Seite steht die Gegenpropaganda seitens der Engländer. Durch Auseinandersetzung mit Quellen beider Parteien wird versucht, ein klares Bild der damaligen Lage herauszustellen. Um dies zu erreichen muss zunächst auf die vorangegangenen Entwicklungen eingegangen werden, die der Entstehung der Jakobiten zugrunde lagen. Diese Hausarbeit versucht die verschiedenen Ursachen für den Aufstand darzustellen. Politische, wirtschaftliche und religiöse Strukturen des Jakobismus sollen herausgearbeitet werden.
Bei geschichtlichen Prozessen spielen stets verschiedene Faktoren eine Rolle und fließen zusammen. Doch es gibt weniger wichtige und sehr bedeutsame Faktoren, die für einen Aufstand, wie den der Jakobiten im Jahr 1745, ausschlaggebend sind. Diese Hausarbeit untersucht anhand von Primär- und Sekundärquellen von welchen Faktoren die Jakobitenbewegung besonders geleitet wurde.
Inhaltsverzeichnis
I. Vorwort
II. Der geschichtlicher Hintergrund und die Bedeutung der Religion in Großbritannien
III. Charles Edward bekommt die Regentschaft übertragen
IV. Propaganda und Gegenpropaganda nach dem Eintreffen Charles in Schottland
V. Frankreich und die Jakobiten
VI. Berichte über Charles nach Culloden
VII. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Jakobitenaufstand in Großbritannien im Jahr 1745 mit einem besonderen Fokus auf die Propagandastrategien von Charles Edward Stuart und die entsprechenden Gegenmaßnahmen der englischen Regierung unter Georg II. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Identifikation der politischen, wirtschaftlichen und religiösen Faktoren, welche die Bewegung der Jakobiten maßgeblich leiteten und die Auseinandersetzung zwischen beiden Parteien prägten.
- Analyse der Propaganda und Gegenpropaganda im Kontext der Thronansprüche.
- Untersuchung der religiösen und politischen Strukturen des Jakobismus.
- Evaluation der Bedeutung der Legitimation durch Tradition und göttliches Recht.
- Betrachtung der internationalen Rolle Frankreichs im Jakobitenaufstand.
- Auswertung zeitgenössischer Dokumente und Berichte der Verurteilten.
Auszug aus dem Buch
III. Charles Edward bekommt die Regentschaft übertragen
Am 23. Dezember 1743 unterzeichnete Jakob VIII. von Schottland (oder Jakob III., wie er in England hieß) in Rom das Dokument, in dem er die Regentschaft auf seinen ältesten Sohn Charles III. übertrug. Er betonte in diesem Schreiben, dass Charles an seiner Stelle mit Hilfe der loyalen Untertanen die Thronansprüche des Hauses Stuart wieder herstellen solle. Sämtliche Macht und Autorität, die einem König nach der alten Konstitution zustehe, solle auf Charles übergehen. Er berief sich auf die Tradition, nach der seine Vorfahren als Regenten der Königreiche England und Schottland diese Macht als Könige besaßen, betonte, dass die Untertanen noch immer die Pflicht hätten, dieser Autorität gegenüber Gehorsam zu zollen. Die Stuarts seien die wahren Thron-Nachfolger und hätten durch ihr königliches Blut diese Autorität inne. Er berief sich auf das alte Königtum von Gottes Gnaden. Die Propaganda stützte sich allein auf Tradition und alte Rechte, die die Loyalität der Untertanen obligat machten. Neben der Legitimationspropaganda stellte er am gleichen Tag gewissermaßen ein Regierungsprogramm auf, mit Versprechen und Zielen, die er als König erfüllen wollte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Vorwort: Die Einleitung umreißt den Jakobitenaufstand von 1745 und stellt den methodischen Ansatz der Quellenanalyse zur Untersuchung der gegensätzlichen Propagandastrategien vor.
II. Der geschichtlicher Hintergrund und die Bedeutung der Religion in Großbritannien: Dieses Kapitel erläutert die religiösen Spannungen und die politische Entwicklung in Großbritannien seit der Reformation, die den Nährboden für die jakobitische Bewegung bildeten.
III. Charles Edward bekommt die Regentschaft übertragen: Hier wird die offizielle Übertragung der Regentschaft auf Charles durch seinen Vater Jakob III. und die damit verbundene Propagandabotschaft detailliert analysiert.
IV. Propaganda und Gegenpropaganda nach dem Eintreffen Charles in Schottland: Der Abschnitt behandelt die Eskalation der rhetorischen Auseinandersetzungen nach dem Landungsversuch von Charles und die scharfen Reaktionen der britischen Obrigkeit.
V. Frankreich und die Jakobiten: Die diplomatische und propagandistische Unterstützung Frankreichs für die Sache der Jakobiten, inklusive der Rolle von Voltaire, steht hier im Mittelpunkt.
VI. Berichte über Charles nach Culloden: Das Kapitel analysiert die loyalen Aussagen verurteilter Jakobiten kurz vor deren Hinrichtung, die ein idealisiertes Bild des Prinzen zeichnen.
VII. Fazit: Die abschließenden Ausführungen fassen die Wurzeln des Jakobismus zusammen und bewerten das Zusammenspiel von religiösen Motiven, Staatstheorie und politischer Identität.
Schlüsselwörter
Jakobiten, Propaganda, Gegenpropaganda, Charles Edward Stuart, Georg II., Großbritannien, Schottland, Religion, Legitimation, Haus Stuart, Thronansprüche, Monarchie, Aufstand, Katholizismus, 1745
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Jakobitenaufstand von 1745 unter einem kommunikationswissenschaftlichen Blickwinkel, indem sie die Propaganda der Stuarts der Gegenpropaganda der englischen Regierung gegenüberstellt.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Religion, das Verständnis von königlicher Autorität und Gottesgnadentum sowie die Bedeutung von Tradition und nationalen Identitäten im 18. Jahrhundert.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie durch verschiedene Medien (Manifeste, Lieder, Zeitschriften) versucht wurde, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und Anhänger für die jeweilige Seite zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Primärquellen, wie Manifesten und den Reden verurteilter Jakobiten, in Kombination mit aktueller Sekundärliteratur zur englischen Geschichte des 18. Jahrhunderts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Machtübertragung an Charles, die direkte Propagandaschlacht nach seiner Ankunft in Schottland, die Rolle Frankreichs als Verbündeter und die späteren Zeugnisse der Anhänger nach der Niederlage bei Culloden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten über die Begriffe Jakobiten, Propaganda, legitime Herrschaft, konfessionelle Konflikte und die politische Geschichte Großbritanniens im 18. Jahrhundert definieren.
Warum war die Religion für die Propaganda der Jakobiten so entscheidend?
Die Religion diente einerseits als Identifikationsmerkmal, andererseits nutzten die Stuarts sie, um sich als gerechte, von Gott eingesetzte Herrscher zu inszenieren, während die Gegenseite den Katholizismus als Bedrohung für den protestantischen Staat darstellte.
Welche Rolle spielten die "Nonjurors" innerhalb der jakobitischen Bewegung?
Die Nonjurors waren eine einflussreiche Gruppe von Bischöfen, die sich weigerten, den Eid auf die neue Verfassung zu leisten, und durch ihre Schriften die theoretische Basis für die Erbmonarchie und den Glauben an das göttliche Recht des Königs legten.
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- Morgana Perkow (Author), 2006, Jakobitische Aufstände in Schottland - die jakobitische Propaganda und Gegenpropaganda, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78411