Was ist ein Hörspiel?
Was ist ein Hörbuch?
Und was ein Audiobook?
Wieso kann niemand zwischen den verschiedenen Begriffen differenzieren?
Und wieso werden die Begriffe trotzdem verwendet?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Typologien und Terminologien des Begriffs "Hörbuch/Hörspiel" und schlägt eine neue Einteilung in verschiedene Kategorien vor.
Nach einem umfassenden historischen Überblick erläutert die Arbeit verschiedene Formen und Begriffe des Hörtexts und ordnet die genreimmanente Poetikdebatte in einen populärkulturellen Kontext ein.
Die Arbeit greift auf einige historisch-wissenschaftliche Werke zurück, entwickelt jedoch einen eigenen Ansatz und betritt mit dem typologischen Vorschlag wissenschaftliches Neuland, das sowohl der theoretischen Analyse als auch der praktischen Handhabung gerecht werden will.
Inhaltsverzeichnis
I. Vorwort
II. Der Hörtext
1. Was ist ein Hörtext?
2. Wandel des Mediums
3. Der populäre Hörtext
III. Die Entwicklung des Hörtextes - ein historischer Abriss
1. Entstehung (1923-1929)
2. Erste Blütezeit (1929-1933)
3. Stillstand (1933-1945)
4. Zweite Blütezeit (1945-1968)
5. Das Neue Hörspiel (1968-1985)
6. Die große Krise (1985-2000)
7. Wirtschafts- und Kultfaktor Hörtext (2000-heute)
8. Ausblick
IV. Typologie und Terminologie - ein Vorschlag
1. Das Chaos der Definitionen - Vor- und Nachteile einer fehlenden Poetik
2. Drei Ausrichtungen eines zeitgenössischen Mediums
3. Der populäre Hörtext - Vorschlag einer Typologie
a) Hörbuch
b) Hörgeschichte oder Hörerzählung
c) Hörspiel
d) Hörstück
e) Hörcollage oder Hörmontage
4. Zusammenfassung
V. Anwendung in der selbst produzierten Hörfassung des Romans Die schwarzen Vögel von Maarten 't Hart
1. Auswahl des Stoffes
2. Typologie und praktische Realisation
3. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das weitgehend vernachlässigte Genre des populären Hörtextes, um durch eine fundierte historische Analyse und die Entwicklung einer neuen Typologie wissenschaftliche Anerkennung für diese Gattung zu fordern und den praktischen Umgang damit zu erleichtern.
- Historische Evolution und mediale Einbettung des Hörtextes.
- Kritische Auseinandersetzung mit dem existierenden Begriffschaos und Definitionen.
- Entwicklung einer neuen, anwendungsorientierten Typologie für populäre Hörbearbeitungen.
- Praktische Erprobung der Typologie anhand einer selbst produzierten Hörfassung.
- Reflexion über das Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch und kommerzieller Marktorientierung.
Auszug aus dem Buch
1. Was ist ein Hörtext?
Der Hörtext fungiert als Überbegriff. Er beinhaltet die bekannten Gattungsbezeichnungen Hörspiel und Hörbuch. Da ein solcher Überbegriff bislang nicht definiert wurde, wird in Anlehnung an verschiedene Definitionsansätze ein neuer Begriff etabliert.
Der Hörtext bezeichnet ein fiktionales oder non-fiktionales Artefakt, das verschiedene akustische Sinneseindrücke miteinander verbindet und von einem gespeicherten Tonträger oder live mittels elektromagnetischer Wellen durch ein Medium gesendet wird.
Fundament eines jeden Hörtextes ist ein Text. Dieser kann fiktional sein - also ein episches, dramatisches, lyrisches oder essayistisches Werk adaptieren oder originär verfassen - oder non-fiktional, das heißt mit Sachtexten, Berichten, Reportagen, etc. arbeiten. Durch die differenzierte Verwendung des Textes kann sich eine Geschichte entwickeln, die "in uns die Illusion einer unmittelbar - vor unserem Ohr - sich abwickelnden lebendigen Handlung zu erwecken vermag" und einen in sich geschlossenen Raum zeigt, innerhalb dessen sich die Geschichte oder Fragmente davon abspielen. Konstitutiv für den Hörtext ist, dass er "Welt als erzählbar, als kausal aufeinander bezogen, als in seinen Erscheinungen miteinander verkettet" versteht, wie alle narrativen Artefakte und Texte.
Zusammenfassung der Kapitel
II. Der Hörtext: Einführung und Definition des Hörtextes als sinnvoller Überbegriff für alle Hörbearbeitungsformen sowie erste Abgrenzung des populären Hörtextes von anderen Gattungen.
III. Die Entwicklung des Hörtextes - ein historischer Abriss: Darstellung der medialen Evolution von den Anfängen in den 1920er Jahren über das Neue Hörspiel bis hin zur heutigen Etablierung als wirtschaftlicher Faktor.
IV. Typologie und Terminologie - ein Vorschlag: Entwicklung eines systematisierenden Ansatzes für die bisher unscharf definierten Gattungen Hörbuch, Hörgeschichte, Hörspiel, Hörstück und Hörcollage.
V. Anwendung in der selbst produzierten Hörfassung des Romans Die schwarzen Vögel von Maarten 't Hart: Praktische Anwendung der entwickelten Typologie auf eine eigene Hörproduktion zur Überprüfung der theoretischen Thesen.
Schlüsselwörter
Hörtext, Hörspiel, Hörbuch, Populärer Hörtext, Mediale Evolution, Typologie, Terminologie, Radio, Audioproduktion, Hörfassung, Maarten 't Hart, Literaturadaption, Medienkunst, Hörgeschichte, Hörcollage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit widmet sich der wissenschaftlichen Aufarbeitung des populären Hörtextes, einer Gattung, die bisher in der Forschung kaum beachtet wurde, obwohl sie einen großen Marktanteil einnimmt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Hörtext-Gattungen, die Analyse bestehender Begriffsdefinitionen und die Erstellung einer neuen Typologie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Etablierung eines einheitlichen terminologischen Rahmens, um populäre Hörtexte besser untersuchbar zu machen und eine Basis für ihre wissenschaftliche Einordnung zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein historisch-analytischer Ansatz gewählt, der durch eine praktische Fallstudie – die Produktion einer eigenen Hörfassung eines Kriminalromans – ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben der Historie wird eine detaillierte Differenzierung zwischen Hörbuch, Hörgeschichte, Hörspiel, Hörstück und Hörcollage vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hörtext, Typologie, Mediale Evolution und populäre Kultur beschreiben.
Warum wurde gerade der Roman "Die schwarzen Vögel" für den Praxisteil gewählt?
Er eignet sich durch seine formale Gliederung in fünf Teile und seine erzählerische Dichte ideal dazu, verschiedene Hörtext-Typen exemplarisch umzusetzen.
Wie beeinflussen technische Medien die Gattungsentwicklung?
Die Entwicklung ist eng mit technologischen Innovationen wie dem Radio, dem tragbaren Tonbandgerät, der Kassette und schließlich digitalen Formaten verknüpft, die jeweils neue Möglichkeiten der Produktion und Rezeption eröffneten.
- Quote paper
- Lisa Bitzer (Author), 2007, Der Roman zum Hören zwischen Hörbuch und Hörspiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78428