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Frauen in der „Roten Armee Fraktion“

Weibliche Wege in den Linksterrorismus am Beispiel von Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin

Title: Frauen in der „Roten Armee Fraktion“

Examination Thesis , 2006 , 101 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Constanze Mey (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Wer sich mit dem Terrorismus der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) beschäftigt, an die von der RAF verübten Anschläge denkt, ist, angesichts der Grausamkeit dieser Aktionen, häufig nicht mehr in der Lage oder gewillt, sich mit den Bedingungen des Linksterrorismus auseinanderzusetzen. Man will nicht mehr nach dem „Warum“ fragen, sondern die Menschen, die solche Verbrechen begangen haben, in ein „Gut-Böse-Schema“ einordnen und verurteilen. Doch die Terroristen stammen aus unserer Gesellschaft, sind in ihr sozialisiert worden und Teil dieser. Es stellt sich die Frage nach einem angemessenen Umgang mit Terrorismus in unserer Gesellschaft. Terrorismusbekämpfung durch die Exekutive ist sicherlich eine notwendige Antwort auf Terrorismus, aber für sich allein nicht ausreichend. Ergiebiger, mit Blick auf die Zukunft, scheint mir ein präventiver Ansatz zu sein, dessen Grundlage, Antwortversuche auf die Frage, warum Menschen aus unserer Gesellschaft zu Terroristen werden, bilden müssen. Nur wer die Bedingungen kennt, unter denen Terrorismus entsteht, kann jenseits von polarisierenden Klassifikationen auf diese Probleme eingehen. Hier könnte Geschichtswissenschaft wichtige Aufklärungsarbeit leisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Außerparlamentarische Oppositionsbewegungen in der BRD

3. Frauen in der BRD

4. Geschichte der „Roten Armee Fraktion“

5. Erklärungsversuche für Wege in den Linksterrorismus

5.1. Gesellschaftspolitische Faktoren

5.2. Soziologische Faktoren

5.3. Psychologische Faktoren

5.4. Geschlechtsspezifische Faktoren

6. Weibliche Wege in den Linksterrorismus

6.1. Ulrike Meinhof

6.2. Gudrun Ensslin

7. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Biografien und Wege von Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin in den Linksterrorismus der Roten Armee Fraktion (RAF). Ziel ist es, unter Anwendung der biografischen Methode und unter Einbezug verschiedener gesellschaftspolitischer, soziologischer und psychologischer Erklärungsansätze zu prüfen, ob es einen spezifisch weiblichen Weg in den Terrorismus gab oder ob die Radikalisierung eher durch individuelle Krisen und die politische Dynamik der Zeit katalysiert wurde.

  • Die Entstehung außerparlamentarischer Oppositionsbewegungen in der BRD.
  • Die gesellschaftliche Rolle und Lebenssituation von Frauen in der BRD der 1950er und 60er Jahre.
  • Die Geschichte der ersten Generation der Roten Armee Fraktion bis zur Baader-Befreiung 1970.
  • Die Analyse der Biografien von Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin vor dem Hintergrund ihrer Radikalisierung.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Keiner von uns ist als Terrorist geboren worden.“ (Klaus Jünschke, ehemaliger Terrorist der „Roten Armee Fraktion“)

Wer sich mit dem Terrorismus der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) beschäftigt, an die von der RAF verübten Anschläge denkt, ist, angesichts der Grausamkeit dieser Aktionen, häufig nicht mehr in der Lage oder gewillt, sich mit den Bedingungen des Linksterrorismus auseinanderzusetzen. Man will nicht mehr nach dem „Warum“ fragen, sondern die Menschen, die solche Verbrechen begangen haben, in ein „Gut-Böse-Schema“ einordnen und verurteilen. Doch die Terroristen stammen aus unserer Gesellschaft, sind in ihr sozialisiert worden und Teil dieser. Es stellt sich die Frage nach einem angemessenen Umgang mit Terrorismus in unserer Gesellschaft.

Terrorismusbekämpfung durch die Exekutive ist sicherlich eine notwendige Antwort auf Terrorismus, aber für sich allein nicht ausreichend. Ergiebiger, mit Blick auf die Zukunft, scheint mir ein präventiver Ansatz zu sein, dessen Grundlage, Antwortversuche auf die Frage, warum Menschen aus unserer Gesellschaft zu Terroristen werden, bilden müssen. Nur wer die Bedingungen kennt, unter denen Terrorismus entsteht, kann jenseits von polarisierenden Klassifikationen auf diese Probleme eingehen. Hier könnte Geschichtswissenschaft wichtige Aufklärungsarbeit leisten.

Erschwert wird ein sachlicher Zugang durch die Zugehörigkeit der Geschichte der RAF zur Zeitgeschichte. Zeitgeschichte ist, wie Sabrow/Jesse/Große Kracht feststellen, häufig Streitgeschichte, d.h. Gegenstand nicht nur wissenschaftsinterner, sondern auch in der Öffentlichkeit geführter Debatten mit hohem Erregungspotential. Im Verlauf der vergangenen 30 Jahre wurde das Thema „RAF“ von Wissenschaft, Politik, Publizistik, Kunst und Gesellschaft nie völlig aus den Augen verloren. Immer wieder wurde dieses Thema mit hoher Erregtheit und häufig mangelnder Souveränität behandelt, was zu einem erheblichen Teil in dem genuin politischen Charakter des Phänomens „Terrorismus“ begründet lag.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung diskutiert die Schwierigkeiten einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Terrorismus und stellt die Forschungsfrage nach den weiblichen Wegen in den Linksterrorismus anhand der Beispiele Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin.

2. Außerparlamentarische Oppositionsbewegungen in der BRD: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklung von Protestbewegungen in der Bundesrepublik von den 1950er Jahren bis zur Studentenbewegung der späten 1960er Jahre.

3. Frauen in der BRD: Es wird die gesellschaftliche Situation von Frauen nach 1945 beleuchtet, wobei der Fokus auf dem Wandel der Geschlechterrollen, der Doppelbelastung und der Entstehung einer neuen Frauenbewegung liegt.

4. Geschichte der „Roten Armee Fraktion“: Hier wird der historische Abriss der RAF-Entwicklung von den Kaufhausbrandstiftungen 1968 bis zum Zerfall der Organisation nachgezeichnet.

5. Erklärungsversuche für Wege in den Linksterrorismus: Das Kapitel systematisierte theoretische Ansätze zur Radikalisierung, unterteilt in gesellschaftspolitische, soziologische, psychologische und geschlechtsspezifische Faktoren.

5.1. Gesellschaftspolitische Faktoren: Analysiert die Wurzeln der RAF in der Studentenbewegung und die Kontinuität politischer Praxis.

5.2. Soziologische Faktoren: Untersucht soziale Hintergründe wie Herkunft, Bildungsniveau und familiäre Sozialisation.

5.3. Psychologische Faktoren: Beleuchtet individuelle Motive, wie das Bedürfnis nach Gruppenbindung, moralischen Rigorismus und Identitätssuche.

5.4. Geschlechtsspezifische Faktoren: Diskutiert die Frage, inwieweit spezifisch weibliche Sozialisationsmuster eine Rolle bei der Radikalisierung spielten.

6. Weibliche Wege in den Linksterrorismus: Dieser Abschnitt widmet sich den detaillierten Fallstudien der beiden Protagonistinnen.

6.1. Ulrike Meinhof: Analyse der Biografie Meinhofs von ihrer frühen Sozialisation bis zum Eintritt in den Untergrund.

6.2. Gudrun Ensslin: Analyse der Biografie Ensslins und ihres Weges in den Linksterrorismus.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der die Hypothese eines spezifisch weiblichen Weges hinterfragt und die Bedeutung individueller Biografien im Kontext der Zeitgeschichte hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Rote Armee Fraktion, RAF, Linksterrorismus, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Studentenbewegung, APO, Radikalisierung, Frauenbild, Sozialisation, Terrorismusforschung, Biografische Methode, Gesellschaftspolitik, 1968er Bewegung, Politische Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Lebenswege und Hintergründe von Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin, um zu verstehen, wie diese beiden Frauen aus gutbürgerlichen Verhältnissen in den Linksterrorismus der RAF gelangten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die Studentenbewegung der 1960er Jahre, die Rolle der Frau in der westdeutschen Gesellschaft der Nachkriegszeit sowie verschiedene soziologische und psychologische Erklärungsmodelle für politisch motivierte Gewalt.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage ist, ob es einen spezifisch „weiblichen Weg“ in den Linksterrorismus gab oder ob die Radikalisierung von ähnlichen Mustern geprägt war wie bei männlichen Terroristen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die biografische Methode, um die individuellen Lernprozesse und Lebensstationen der beiden Frauen in den zeitgeschichtlichen Kontext einzuordnen und so die „objektiven“ (gesellschaftlichen) und „subjektiven“ (persönlichen) Faktoren zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung der APO, eine theoretische Diskussion über Radikalisierungsfaktoren und eine detaillierte biografische Analyse von Meinhof und Ensslin bis zum Zeitpunkt ihres Wechsels in die Illegalität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie RAF, Linksterrorismus, Radikalisierung, Studentenbewegung, Biografische Analyse sowie die Namen Meinhof und Ensslin charakterisieren.

Welche Bedeutung hatte das persönliche Umfeld für die Radikalisierung?

Die Analyse zeigt, dass sowohl Meinhof als auch Ensslin sich stark an männlichen Bezugspersonen orientierten und in einem Umfeld ideologischer Konformität agierten, das den Schritt zur Gewalt begünstigte.

Warum konzentriert sich die Arbeit auf Meinhof und Ensslin?

Beide Frauen waren prägende Figuren der Gründergeneration der RAF, stammten aus vergleichbarem Umfeld und sind die am besten dokumentierten RAF-Terroristinnen, was eine fundierte biografische Analyse ermöglicht.

Zu welchem Ergebnis kommt die Autorin bezüglich eines „weiblichen Weges“?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es keine rein weiblichen spezifischen Wege gab. Vielmehr waren Idealismus, persönliche Krisen und die gesellschaftliche Stimmung der Zeit entscheidende Faktoren, die gleichermaßen auf männliche wie weibliche Akteure zutrafen.

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Details

Title
Frauen in der „Roten Armee Fraktion“
Subtitle
Weibliche Wege in den Linksterrorismus am Beispiel von Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin
College
Technical University of Braunschweig
Grade
1,0
Author
Constanze Mey (Author)
Publication Year
2006
Pages
101
Catalog Number
V78442
ISBN (eBook)
9783638785532
ISBN (Book)
9783638795876
Language
German
Tags
Frauen Armee Fraktion“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Constanze Mey (Author), 2006, Frauen in der „Roten Armee Fraktion“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78442
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