Die Bildungstheoretische Didaktik nach Wolfgang Klafki


Seminararbeit, 2003
19 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Worte:

2. Die Bildungstheorie nach Wolfgang Klafki
2.1. Die Bildungstheoretische Didaktik nach Klafki
2.2. Die Didaktische Analyse
2.2.1 Die fünf Fragen der Didaktischen Analyse
2.2.2. Die Funktion der Didaktischen Analyse

3. Weiterentwicklung der Bildungstheoretischen Didaktik zur kritisch- konstruktiven Didaktik
3.1. Der erweiterte Bildungsbegriff
3.1.1. Das neue Allgemeinbildungskonzept
3.1.2. Das neue Bildungsideal
3.2. Die Bezeichnung der erweiterten Didaktik als kritisch und konstruktiv
3.3. Das Perspektivenschema
3.3.1. Didaktische Felder und ihr Zusammenhang
3.3.2. Didaktische Aufgaben
3.3.3. Didaktische Hilfen

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitende Worte:

In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Bildungstheoretischen Didaktik nach Wolfgang Klafki.

Zu Beginn dieser Hausarbeit werde ich die Bildungstheorie nach Klafki beschreiben und verdeutlichen, was Klafki unter dem Begriff Bildung versteht. Vor diesem bildungstheoretischen Hintergrund gehe ich auf die Bildungstheoretische Didaktik nach Klafki ein. Klafki entwickelte einen praxisnahen Leitfaden zur Unterrichtsvorbereitung, dem er den Namen Didaktische Analyse gab. Bestandteil dieser Didaktischen Analyse sind fünf Fragen, die im Folgenden sowohl theoretisch, als auch beispielhaft beschrieben und erklärt werden. Des Weiteren gehe ich auf die Funktion dieser Didaktischen Analyse ein.

Um 1985 überholte Klafki die Bildungstheoretische Didaktik und entwickelte sie weiter zur kritisch- konstruktiven Didaktik. Klafki entwickelte mit der Bildungstheoretischen Didaktik auch den Begriff der Bildung weiter. Das neue Allgemeinbildungskonzept, sowie das neue Bildungsideal werden dabei beschrieben. Es wird in dieser Hausarbeit des Weiteren geklärt, in wiefern diese weiterentwickelte Didaktik kritisch und konstruktiv ist. Die Didaktische Analyse wurde ebenfalls von Klafki weiterentwickelt zu einem Perspektivenschema, welches nicht mehr, wie die Didaktische Analyse, bloß Kern der Unterrichtsvorbereitung ist, sondern ein generelles Planungsinstrument darstellt. Um dieses Perspektivenschema zu verdeutlichen, gehe ich sowohl auf die dem Perspektivenschema zugrunde liegenden Didaktischen Felder und ihren Zusammenhang ein, als auch auf die Didaktischen Aufgaben und die Didaktischen Hilfen, die dieses Modell gibt.

Klafki betont ganz deutlich, dass das Perspektivenschema nur vor dem bildungstheoretischen Hintergrund verstanden werden und niemals gesondert davon benutzt werden kann.

2. Die Bildungstheorie nach Wolfgang Klafki

Wolfgang Klafki untersucht die Bedeutung des Begriffs der „Allgemeinbildung“ zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zu den klassischen Bildungstheoretikern dieser Zeit gehören beispielsweise Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835) oder Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827). Klafki beschreibt die klassischen Bildungstheorien mit folgender Leitfrage: „Mit welchen Inhalten und Gegenständen müssen sich junge Menschen auseinandersetzen, um zu einem selbstbestimmten und vernunftgeleiteten Leben in Menschlichkeit, in gegenseitiger Anerkennung und Gerechtigkeit, in Freiheit, Glück und Selbsterfüllung zu kommen?“[1] Zur Beantwortung dieser Leitfrage stellt Klafki eine Aufgangsthese auf, die besagt, dass Bildung und Erziehung die Aufgabe haben, „dem unmündigen Menschen zur Mündigkeit zu verhelfen“.[2] Nach dem Aufstellen dieser Ausgangsthese beschäftigt sich Klafki mit der Frage, was Bildung eigentlich ist und stellt erneut eine These auf, die unter den meisten Didaktikern anerkannt war und bis heute anerkannt wird: „Allgemeinbildung bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, kritisch, sachkompetent, selbstbewusst und solidarisch zu denken und zu handeln“.[3]

Es gab und gibt bis heute verschiedene Auffassungen darüber, was es heißt, gebildet zu sein. Die folgende Graphik soll verdeutlichen, welche vier Hauptauffassungen es gibt, welchen Bezugspunkt sie jeweils haben und wie dabei Bildung interpretiert wird:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1:Bildungstheorien ( Grafik in leicht veränderter Form; siehe Meyer S.143)

Aus diesen verschiedenen Ansätzen entwickelt Klafki den Begriff der kategorialen Bildung. Klafki ist der Meinung, dass Bildung stets materiale und formale Bildung zugleich ist. In dem Bildungsprozess ist nach Klafki die „Aufnahme und Aneignung von Inhalten stets verbunden mit der Formung, Entwicklung, Reifung von körperlichen, seelischen und geistigen Kräften“.[4] Es handelt sich bei der Bildung um kategoriale Bildung in dem Doppelsinn, dass sich „dem Menschen eine Wirklichkeit >kategorial< erschlossen hat und daß eben damit er selbst […] für diese Wirklichkeit erschlossen worden ist“.[5] In diesem einheitlichen Prozess stellt die erschlossene Wirklichkeit den materialen Aspekt dar und der erschlossene Mensch den formalen Aspekt.

2.1. Die Bildungstheoretische Didaktik nach Klafki

Vor diesem Bildungstheoretischen Hintergrund stellt Klafki sich die Frage, welche Auswirkung die Bildungstheorie auf den Unterricht bzw. auf die Planung von Unterricht hat. Klafki ist der Ansicht, dass sich jeder Lehrer die Frage stellen muss, ob der vorgesehene Unterrichtsinhalt geeignet ist, den Schülern im Sinne der kategorialen Bildung Inhalte der Wirklichkeit zu erschließen und die Schüler für diese Inhalte empfänglich zu machen.

2.2. Die Didaktische Analyse

Vor dem Hintergrund seiner Bildungstheorie entwickelt Klafki einen praktikablen und praxisnahen Leitfaden zur Unterrichtsvorbereitung, welcher zum führenden Modell der 50er und 60er Jahre wurde. Ziel der Didaktischen Analyse ist es zu klären, „ob der vorgesehene Unterrichtsinhalt geeignet ist, den SchülerInnen im Sinn der kategorialen Bildung Inhalte der Wirklichkeit zu erschließen und umgekehrt die SchülerInnen für eben diese Inhalte empfänglich zu machen“.[6] Die Didaktische Analyse bildet im Sinne der Bildungstheoretischen Didaktik den „zentralen Bezugspunkt jeder Unterrichtsplanung“[7], was soviel bedeutet, als dass der Bildungswert der vorgesehenen Inhalte in jedem Einzelfall nachgewiesen werden muss.

2.2.1 Die fünf Fragen der Didaktischen Analyse

Klafki betont ausdrücklich, dass jeder Lehrer in der Didaktischen Analyse klären soll, welcher „Bildungsgehalt in den Unterrichtsinhalten stecken könnte“.[8] Als Hilfestellung formuliert Klafki fünf Fragen, die ich beispielhaft und kurz auf den Biologieunterricht einer 6. Klasse einer Realschule beziehe.

Die folgende Grafik dient zur Veranschaulichung der Didaktischen Analyse nach Klafki.

[...]


[1] Meyer, Hilbert/ Jank, Werner: Didaktische Modelle.3.Aufl.Frankfurt am Main 1994. S.137 (Im Folgenden abgekürzt als: Meyer)

[2] Meyer, S.137

[3] ebd., S.139

[4] Peterßen, Wilhelm H.: Handbuch Unterrichtsplanung – Grundfragen, Modelle, Stufen, Dimensionen. 9. Aufl. München 2000. S.54 (Im Folgenden abgekürzt als: Peterßen)

[5] Meyer, S.143

[6] ebd., S.145

[7] ebd., 145

[8] ebd., S.133

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Bildungstheoretische Didaktik nach Wolfgang Klafki
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Erziehungswissenschaftliches Institut )
Veranstaltung
Unterrichtsplanung und – organisation
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V78492
ISBN (eBook)
9783638840262
ISBN (Buch)
9783638840347
Dateigröße
573 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildungstheoretische, Didaktik, Wolfgang, Klafki, Unterrichtsplanung
Arbeit zitieren
Tina Heesel (Autor), 2003, Die Bildungstheoretische Didaktik nach Wolfgang Klafki, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78492

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