Zu Beginn dieser Arbeit werde ich die Bildungstheorie nach Klafki beschreiben und verdeutlichen, was Klafki unter dem Begriff Bildung versteht. Vor diesem bildungstheoretischen Hintergrund gehe ich auf die Bildungstheoretische Didaktik nach Klafki ein. Klafki entwickelte einen praxisnahen Leitfaden zur Unterrichtsvorbereitung, dem er den Namen Didaktische Analyse gab. Bestandteil dieser Didaktischen Analyse sind fünf Fragen, die im Folgenden sowohl theoretisch, als auch beispielhaft beschrieben und erklärt werden. Des Weiteren gehe ich auf die Funktion dieser Didaktischen Analyse ein.
Um 1985 überholte Klafki die Bildungstheoretische Didaktik und entwickelte sie weiter zur kritisch- konstruktiven Didaktik. Klafki entwickelte mit der Bildungstheoretischen Didaktik auch den Begriff der Bildung weiter. Das neue Allgemeinbildungskonzept, sowie das neue Bildungsideal werden dabei beschrieben. Es wird in dieser Hausarbeit des Weiteren geklärt, in wiefern diese weiterentwickelte Didaktik kritisch und konstruktiv ist. Die Didaktische Analyse wurde ebenfalls von Klafki weiterentwickelt zu einem Perspektivenschema, welches nicht mehr, wie die Didaktische Analyse, bloß Kern der Unterrichtsvorbereitung ist, sondern ein generelles Planungsinstrument darstellt. Um dieses Perspektivenschema zu verdeutlichen, gehe ich sowohl auf die dem Perspektivenschema zugrunde liegenden Didaktischen Felder und ihren Zusammenhang ein, als auch auf die Didaktischen Aufgaben und die Didaktischen Hilfen, die dieses Modell gibt.
Klafki betont ganz deutlich, dass das Perspektivenschema nur vor dem bildungstheoretischen Hintergrund verstanden werden und niemals gesondert davon benutzt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Worte:
2. Die Bildungstheorie nach Wolfgang Klafki
2.1. Die Bildungstheoretische Didaktik nach Klafki
2.2. Die Didaktische Analyse
2.2.1 Die fünf Fragen der Didaktischen Analyse
2.2.2. Die Funktion der Didaktischen Analyse
3. Weiterentwicklung der Bildungstheoretischen Didaktik zur kritisch- konstruktiven Didaktik
3.1. Der erweiterte Bildungsbegriff
3.1.1. Das neue Allgemeinbildungskonzept
3.1.2. Das neue Bildungsideal
3.2. Die Bezeichnung der erweiterten Didaktik als kritisch und konstruktiv
3.3. Das Perspektivenschema
3.3.1. Didaktische Felder und ihr Zusammenhang
3.3.2. Didaktische Aufgaben
3.3.3. Didaktische Hilfen
4. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Entwicklung und Anwendung der Bildungstheoretischen Didaktik nach Wolfgang Klafki. Ziel ist es, das Konzept der Didaktischen Analyse sowie dessen Weiterentwicklung zur kritisch-konstruktiven Didaktik und zum Perspektivenschema als Planungsinstrument für den Unterricht zu erläutern und in seinen bildungstheoretischen Kontext einzuordnen.
- Grundlagen der Bildungstheorie nach Klafki
- Die Didaktische Analyse und ihre fünf Grundfragen
- Transformation hin zur kritisch-konstruktiven Didaktik
- Einführung des Perspektivenschemas als Planungsmodell
- Verknüpfung von Bildungsidealen mit unterrichtspraktischer Planung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Die fünf Fragen der Didaktischen Analyse
Klafki betont ausdrücklich, dass jeder Lehrer in der Didaktischen Analyse klären soll, welcher „Bildungsgehalt in den Unterrichtsinhalten stecken könnte“.8 Als Hilfestellung formuliert Klafki fünf Fragen, die ich beispielhaft und kurz auf den Biologieunterricht einer 6. Klasse einer Realschule beziehe.
Die folgende Grafik dient zur Veranschaulichung der Didaktischen Analyse nach Klafki.
1) Exemplarische Bedeutung
Welchen allgemeinen Sachgehalt, welches allgemeine Problem erschließt der betreffende Inhalt?
Es handelt sich bei dieser Frage um die Kernfrage der Didaktischen Analyse und bezieht sich auf das Allgemeine im Inhalt. Im Biologieunterricht ist das biologische Gleichgewicht zwischen Feldmaus und Mäusebussard exemplarisch für biologisches Gleichgewicht überhaupt.
2) Gegenwartsbedeutung
Welche Bedeutung hat der betreffende Inhalt bereits im geistigen Leben der Kinder meiner Klasse, welche Bedeutung sollte er – vom pädagogischen Gesichtspunkt aus gesehen – darin haben?
Vorraussetzungen der Kinder sind spezifisches Vorwissen, Können, vorhandene Einstellungen und Beziehungen. Bezugspunkt dabei sind immer nur die Kinder, mit denen der Unterricht durchgeführt werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Worte: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Zielsetzung der Arbeit und die thematische Auseinandersetzung mit Klafki. Sie erläutert die Entwicklung vom frühen Modell der Didaktischen Analyse zum späteren Perspektivenschema.
2. Die Bildungstheorie nach Wolfgang Klafki: Dieses Kapitel definiert den Bildungsbegriff Klafkis, insbesondere die kategoriale Bildung, und führt in die Didaktische Analyse als zentrales Planungsinstrument ein.
3. Weiterentwicklung der Bildungstheoretischen Didaktik zur kritisch- konstruktiven Didaktik: Hier wird der Prozess der Weiterentwicklung beschrieben, der zu einem erweiterten Bildungsbegriff, neuen Bildungsidealen und der Einführung des Perspektivenschemas führte.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und unterstreicht die Notwendigkeit der Einbindung des Planungsschemas in den bildungstheoretischen Hintergrund.
Schlüsselwörter
Wolfgang Klafki, Bildungstheoretische Didaktik, Didaktische Analyse, Perspektivenschema, Allgemeinbildung, kategoriale Bildung, kritisch-konstruktive Didaktik, Unterrichtsvorbereitung, Bildungsgehalt, Selbstbestimmungsfähigkeit, Mitbestimmungsfähigkeit, Solidaritätsfähigkeit, Lernziele, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die didaktischen Ansätze von Wolfgang Klafki, insbesondere den Übergang von der klassischen Didaktischen Analyse zur kritisch-konstruktiven Didaktik.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Im Fokus stehen das Konzept der Allgemeinbildung, die Unterrichtsvorbereitung mittels didaktischer Modelle sowie die Rolle des Lehrers als Planer von Lehr-Lern-Prozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Klafkis theoretische Überlegungen und sein Planungsinstrumentarium systematisch darzustellen und die didaktische Notwendigkeit dieser Modelle für die Praxis aufzuzeigen.
Welche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der maßgeblichen Werke von Wolfgang Klafki sowie einschlägiger didaktischer Handbücher.
Was ist Gegenstand des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der ursprünglichen Bildungstheorie, die Erläuterung der fünf Fragen der Didaktischen Analyse und die darauffolgende Analyse der Weiterentwicklung zum Perspektivenschema.
Welche Schlüsselbegriffe sind zentral?
Zentrale Begriffe sind kategoriale Bildung, Didaktische Analyse, Perspektivenschema, Allgemeinbildung und die drei Bildungsideale Selbst-, Mit- und Solidaritätsfähigkeit.
Warum wird die Didaktische Analyse auch als „Feiertagsdidaktik“ kritisiert?
Die Kritik beruht darauf, dass der ursprüngliche Ansatz als zu praxisfern und zu stark inhaltsorientiert wahrgenommen wurde, ohne die methodische Ebene ausreichend zu gewichten.
Welche Funktion hat das Perspektivenschema?
Es dient als erweitertes generelles Planungsinstrument, das über die bloße Inhaltsanalyse hinausgeht und auch Bedingungen, Methodik und Medieneinsatz situativ integriert.
- Quote paper
- Tina Heesel (Author), 2003, Die Bildungstheoretische Didaktik nach Wolfgang Klafki, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78492