Die Psychoanalyse wird als historische Nachfolgerin des Mesmerismus und der Hypnose betrachtet. Im Gegensatz zu Mesmer hat Freud allerdings kein geschichtliches oder literaturgeschichtliches Interesse an der Erzählung des Sandmanns. Daher gehört die Analyse der Sandmanngeschichte durch den Mesmerismus/ Magnetismus in den geistesgeschichtlichen Bereich. Die Analyse durch Freud gehört dagegen zum psychoanalytischen Ansatz.
Das Ziel meiner Ausarbeitung ist zu zeigen, dass das Motiv der Augen sowohl im psychoanalytischen Ansatz als auch im Ansatz des Mesmerismus/ Magnetismus dafür verantwortlich ist, dass Nathanael wahnsinnig bzw. krank wird. Dabei beziehe ich mich hauptsächlich auf die Personen Nathanael und Coppelius/ Coppola, bzw. auf deren Beziehung zueinander.
Zu Beginn werde ich Sigmund Freud anhand einer kurzen Biographie vorstellen und die für dieses Thema relevanten Grundthesen Freuds kurz erläutern. Auch Mesmer werde ich mittels einer Kurzbiographie vorstellen und die Grundgedanken des Mesmerismus bzw. des Magnetismus erläutern. Mit Hilfe der Kerngedanken beider Theorien werde ich im Hauptteil zeigen, warum das Augenmotiv in enger Verbindung zu Nathanaels Krankheit steht und warum das Motiv der Augen sogar für dessen Selbstmord verantwortlich gemacht werden kann. Zum Schluss führe ich Gemeinsamkeiten und Unterschiede der auf das Augenmotiv angewandten Theorien auf und fasse die wichtigsten Gedanken noch einmal kurz zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff der Metapher aus klassischer Sicht und aus der Sicht von Lakoff und Johnson
3. Die verschiedenen Arten von Metaphern
3.1 Die konzeptuelle Metapher bzw. Strukturmetaphern
3.2 Orientierungsmetaphern
3.3 Ontologische Metaphern
3.3.1 Metaphern der Entität und der Materie
3.3.2 Gefäß - Metaphern
3.3.3 Personifikation
3.4 Metonymie
4. Die Strukturierung der Erfahrung
5. Die Bedeutung der Metapher für die Form
6. Die Kohärenz der Metapher in der Grammatik
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die fundamentale Rolle von Metaphern in unserem täglichen Leben, Denken und Handeln. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern unser Konzeptsystem durch Metaphern strukturiert ist und wie diese auf der Grundlage menschlicher Erfahrungen basieren.
- Die Metapherntheorie nach Lakoff und Johnson
- Klassifizierung von Metaphern (Struktur-, Orientierungs- und ontologische Metaphern)
- Das Konzept der Metonymie und ihre Abgrenzung zur Metapher
- Die Bedeutung der Erfahrung für die Strukturierung von Konzepten
- Kohärenz in Sprache und Grammatik durch metaphorische Systeme
Auszug aus dem Buch
3.1 Die konzeptuelle Metapher bzw. Strukturmetaphern
Um den Begriff der Strukturmetapher zu verdeutlichen wird das Beispiel des Argumentierens herangezogen. Bei einer ARGUMENTATION handelt es sich um ein Konzept. Lakoff und Johnson definieren eine Argumentation als eine „Unterhaltung […], die partiell durch das Konzept KRIEG strukturiert ist“ (Lakoff 1, 93). Aus dieser Definition ergibt sich nun die konzeptuelle Metapher ´ARGUMENTIEREN IST KRIEG` (´ARGUMENT IS WAR`).
In der normalen Alltagssprache verwenden wir unbewusst eine ganze Reihe von Kriegsbegriffen, wenn es um das Argumentieren geht:
a) Er schmetterte sein Argument ab. He demolished his argument.
b) Bitte, schießen Sie los! Here you are, okay, shoot!
c) Wenn du bei dieser Strategie bleibst, wird sie dich vernichten. If you stay with this strategy, she will wipe you out.
Nicht nur Begriffe, die mit der Kriegsführung zu tun haben, werden verwendet, sondern ebenfalls Handlungen, die kriegstypisch sind, findet man wieder, wie beispielsweise der Angriff, die Verteidigung usw. Obwohl es sich bei Krieg und Argumentation um zwei völlig unterschiedliche Dinge handelt, ist die „konzeptuelle Metapher ARGUMENTIEREN IST KRIEG eine Metapher, nach der wir in unserer Kultur leben“ (Lakoff 1, 12f) und “it structures the actions we perform in arguing“ (Lakoff 2, 4).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Metapher im Alltag und stellt die Theorie von Lakoff und Johnson vor, die das Konzeptsystem des Menschen als metaphorisch strukturiert betrachtet.
2. Der Begriff der Metapher aus klassischer Sicht und aus der Sicht von Lakoff und Johnson: Dieses Kapitel vergleicht die klassische, rein rhetorische Sichtweise der Metapher mit dem Ansatz von Lakoff und Johnson, bei dem Metaphern Denken und Handeln durchdringen.
3. Die verschiedenen Arten von Metaphern: Es werden verschiedene Metapherntypen, darunter Struktur-, Orientierungs- und ontologische Metaphern sowie die Metonymie, detailliert definiert und an Beispielen veranschaulicht.
4. Die Strukturierung der Erfahrung: Das Kapitel analysiert, wie Erfahrungen durch metaphorische Konzepte, wie am Beispiel der Argumentation demonstriert, strukturiert werden.
5. Die Bedeutung der Metapher für die Form: Es wird untersucht, wie Metaphern die formale Ebene der Sprache beeinflussen, insbesondere durch räumliche Konzepte.
6. Die Kohärenz der Metapher in der Grammatik: Dieses Kapitel zeigt anhand von grammatikalischen Strukturen wie dem Wort "mit", dass Metaphern konsistente Beziehungen zwischen verschiedenen Konzepten stiften.
7. Zusammenfassung: Die wichtigsten Thesen der Arbeit werden rekapituliert und die Tragweite der metaphorischen Strukturierung unseres Konzeptsystems hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Metapher, Kognition, Lakoff und Johnson, Konzeptsystem, Strukturmetapher, Orientierungsmetapher, Ontologische Metapher, Personifikation, Metonymie, Erfahrung, Argumentation, Alltagssprache, Sprachwissenschaft, Kohärenz, Konzeptuelle Metapher
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle von Metaphern in unserem täglichen Leben und argumentiert, dass sie nicht nur bloße Stilmittel sind, sondern grundlegende Bausteine unseres Denkens und Handelns.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die kognitive Metapherntheorie, die Strukturierung von Erfahrungen durch Konzepte sowie die Auswirkungen dieser Konzepte auf Sprache und Grammatik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie menschliche Erfahrungen unser Konzeptsystem strukturieren und warum Metaphern für dieses Verständnis unverzichtbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der theoretischen Analyse der Metapherntheorie von George Lakoff und Mark Johnson und wendet diese auf verschiedene alltagssprachliche Beispiele in Deutsch und Englisch an.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Metapherntypen, die Analyse der Strukturierung von Erfahrungen und die Untersuchung von Kohärenz innerhalb der Grammatik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind konzeptuelle Metapher, kognitive Struktur, Erfahrungsgrundlage, Metonymie und Alltagssprache.
Was unterscheidet eine Strukturmetapher von einer Orientierungsmetapher?
Während Strukturmetaphern ein Konzept (wie Argumentation) durch ein anderes (Krieg) definieren, organisieren Orientierungsmetaphern ganze Konzepte räumlich, etwa durch Paare wie "oben" oder "unten".
Warum spielt das Wort "mit" eine Rolle für die Kohärenz der Metapher?
Das Wort dient als Beispiel dafür, wie ein grammatikalisches Mittel kohärent sowohl Begleitung als auch Instrument ausdrücken kann, was die Konsistenz des metaphorischen Konzeptsystems in Sprachen belegt.
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- Tina Heesel (Autor), 2005, Die Bedeutung der Metapher im Alltag, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78495