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Faschismus und Holocaust

Title: Faschismus und Holocaust

Literature Review , 1990 , 10 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Helene Bockschneider (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Summary Excerpt Details

"Hitlers willige Vollstrecker“
von Daniel Goldhagen

Seit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches ist wenig mehr als ein halbes Jahrhundert vergangen. Die Bilder des Massenmordes im Frühjahr 1945 bei der Eröffnung der nationalsozialistischen Vernichtungslager, werden nie wieder aus dem Bewußtsein der Menschen verschwinden. Allerdings genügt es nicht, die Verbrechen an der Menschlichkeit von Auschwitz, Treblinka, Buchenwald, Dachau, Bergen-Belsen usw nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Es ist ebenso wichtig, die Bedeutung jener Verbrechen zu verstehen.

Der „Holocaust“ – über ihn wurde sehr viel geschrieben und gesagt, dennoch ist er ein befremdend rätselhaftes Ereignis geblieben. Wir kennen eine große Anzahl empirischer Daten, welche über den Holocaust zusammengetragen wurden, wir besitzen auch detaillierte Informationen darüber, wie die Nationalsozialisten ihre Endlösung – den Mord an Millionen europäischer Juden, organisierten und durchführten. Dennoch wurden die Fragen, die für ein Verständnis des Holocaust wesentlich sind – die politischen Ursachen, historischen Wurzeln und nicht zuletzt seine geschichtliche Stellung im zwanzigsten Jahrhundert – mit wenigen Ausnahmen lediglich ansatzweise behandelt. Die schwierigste Antwort erhält man wohl auf die Grundfrage welche der Holocaust aufwirft: „Wie konnte es dazu kommen?“
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A) Argumentation Goldhagens

Das Hauptthema

Denk- und Analysenmethodik Goldhagen´s

Der moderne politische Antisemitismus

Antisemitismus in Europa

Antisemitismus und Sozialdemokratische Partei

Der Antisemitismus in Rußland

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Argumentationsweise von Daniel Goldhagens Werk „Hitlers willige Vollstrecker“ auseinander. Ziel ist es, die wissenschaftliche Validität seiner These zu hinterfragen, die den Holocaust primär auf eine kontinuierliche deutsche antisemitische Ideologie zurückführt, und stattdessen die komplexen sozioökonomischen Bedingungen und historischen Gegensätze aufzuzeigen, die von Goldhagen in seiner Analyse vernachlässigt werden.

  • Kritische Analyse der Argumentation von Daniel Goldhagen
  • Untersuchung der sozioökonomischen Grundlagen des Faschismus
  • Historische Einordnung des modernen politischen Antisemitismus
  • Gegenüberstellung der Rolle der sozialistischen Bewegung im Kampf gegen den Antisemitismus
  • Methodologische Defizite bei der Verwendung von Begriffen wie „gewöhnliche Deutsche“

Auszug aus dem Buch

Denk- und Analysenmethodik Goldhagen´s

Das wissenschaftliche Denken ist bemüht, die gegensätzlichen und unterschiedlichen Elemente, aus welchen jedes Phänomen besteht, festzustellen und in ihrer Wechselwirkung zu untersuchen. Es versucht Begriffe zu entwickeln, welche die Komplexität (hier: widersprüchlicher Charakter der Realität) getreu zum Ausdruck zu bringen. Vulgäres Denken dagegen behilft sich mit losen Verallgemeinerungen, die über die wesentlichen inneren Widersprüchlichkeiten, welche die Struktur des vorgeblich analysierten Phänomens ausmachen, hinausgehen. Allgemeinstes Merkmal vulgärer Denkweise ist die Neigung, mittels zu breit gefaßter und eindimensionaler Definitionen, die facettenreiche Realität zu vereinfachen.

Die methodologische Ermangelung in Goldhagen´s Werk „Hitlers willige Vollstrecker. Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust“ kündigt sich schon im Titel an. Was meint man mit dem „gewöhnlichen Deutschen“? Sucht man also ein Musterbeispiel für „abstrakte Identität“ – man hat es hierin gefunden. „Gewöhnlicher Deutscher“ – eine derart breite Kategorie, in die praktisch jedermann fallen kann, außer (wie hier anzunehmen) Deutsche jüdischer Abstammung. Versuchen wir in unsere Definition ernstzunehmendere soziologische Merkmale mit einzubeziehen, so wird die Wertlosigkeit des Begriffs der „Gewöhnlichkeit“ sofort offensichtlich. 1933 besaß die deutsche Gesellschaft eine komplexe Klassenstruktur.

Zusammenfassung der Kapitel

A) Argumentation Goldhagens: Eine kritische Auseinandersetzung mit Goldhagens These, dass ein rein deutscher Antisemitismus die Hauptursache für den Holocaust gewesen sei.

Das Hauptthema: Darlegung der Position des Autors, dass Goldhagen die Rolle der Politik und sozioökonomischer Faktoren hinter einem monolithischen Bild der deutschen Gesinnung zurückstellt.

Denk- und Analysenmethodik Goldhagen´s: Eine methodenkritische Untersuchung, die Goldhagens Verwendung von „abstrakten Identitäten“ und verallgemeinernden Begriffen wie „gewöhnlicher Deutscher“ als unwissenschaftlich entlarvt.

Der moderne politische Antisemitismus: Analyse der gesellschaftlichen Prozesse des 19. Jahrhunderts, die den Antisemitismus als reaktionäres Instrument zur Spaltung der Arbeiterklasse aufkommen ließen.

Antisemitismus in Europa: Untersuchung der parallelen Entwicklung des politischen Antisemitismus in Frankreich als reaktionäres Mittel gegen soziale Bewegungen.

Antisemitismus und Sozialdemokratische Partei: Darstellung des konsequenten Kampfes der Sozialdemokratie gegen antisemitische Agitation im 19. Jahrhundert.

Der Antisemitismus in Rußland: Analyse staatlich initiierter Pogrome im Zarenreich als reaktionäre Antwort auf die revolutionäre Arbeiterbewegung.

Schlüsselwörter

Holocaust, Daniel Goldhagen, Antisemitismus, Faschismus, deutsche Gesellschaft, Sozialdemokratie, sozioökonomische Ursachen, Klassenstruktur, Nationalsozialismus, politische Mobilisierung, Methodenkritik, Industrieproletariat, Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Kritik an Daniel Goldhagens Buch „Hitlers willige Vollstrecker“ und stellt die darin vertretene These einer monokausalen antisemitischen Geistesverfassung der Deutschen in Frage.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die historischen Wurzeln des Antisemitismus, den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Faschismus sowie die Rolle organisierter politischer Bewegungen im 19. und 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die methodologischen Schwächen in Goldhagens Analyse aufzuzeigen und eine historisch-materialistische Perspektive auf die Entstehung des Holocaust anzubieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine wissenschaftstheoretische und methodenkritische Herangehensweise gewählt, um die Komplexität gesellschaftlicher Prozesse gegenüber einer eindimensionalen Argumentation hervorzuheben.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Goldhagens Argumentation, kritisiert seinen Begriff des „gewöhnlichen Deutschen“ und setzt dem den historischen Kontext des modernen Antisemitismus in Deutschland, Frankreich und Russland entgegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Antisemitismus, Faschismus, Klassenstruktur, Sozialdemokratie, Kapitalismus und Methodenkritik.

Wie bewertet der Autor Goldhagens Begriff des „gewöhnlichen Deutschen“?

Der Autor bezeichnet den Begriff als eine „abstrakte Identität“ und „vulgäre Verallgemeinerung“, die die reale Klassenstruktur und die internen Konflikte der deutschen Gesellschaft von 1933 ignoriert.

Warum wird die Rolle der sozialistischen Bewegung so stark betont?

Die Betonung dient dazu zu belegen, dass es in Deutschland und Europa starke organisierte Kräfte gab, die den Antisemitismus aktiv bekämpften, was Goldhagens Theorie eines unkritisch antisemitischen Volkes faktisch widerlegt.

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Details

Title
Faschismus und Holocaust
College
University of Vienna  (Juridicum)
Grade
sehr gut
Author
Helene Bockschneider (Author)
Publication Year
1990
Pages
10
Catalog Number
V785
ISBN (eBook)
9783638105064
Language
German
Tags
Faschismus Holocaust
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helene Bockschneider (Author), 1990, Faschismus und Holocaust, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/785
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