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Sprache und Wahrheit - Rhetorisch-linguistische Überlegungen zum Sprachkonzept bei Javier Marías am Beispiel des Romans "Corazón tan blanco"

Title: Sprache und Wahrheit - Rhetorisch-linguistische Überlegungen zum Sprachkonzept bei Javier Marías am Beispiel des Romans "Corazón tan blanco"

Seminar Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Isabel Weinrich (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

Während die ersten Romane von Javier Marías sich durch die Vermischung von Traum und Wirklichkeit und eine Auseinandersetzung mit Realität und Fiktion charakterisieren lassen, tritt in Corazón tan blanco die für den experimentellen Roman der siebziger Jahre typische metaliterarische Erzählebene in den Vordergrund. Die Handlung des Romans, die zum größten Teil in Form von inneren Monologen des Erzählers geschildert wird, bildet einen inhaltlichen Rahmen, in dem sich der Autor mit der Rolle der Sprache auf der Suche nach Wahrheit auseinandersetzt. Der Roman stellt somit keine vollständige Geschichte, sondern eine Reflexion des Autors über seinen eigenen Schreibprozess dar. Beeinflusst von der lateinamerikanischen nueva novela und dem französichen nouveau roman, experimentiert der Autor mit narrativen Techniken und führt den Leser so an seine Auffassung über die Unmöglichkeit der Abbildung von Wahrheit mittels Sprache heran.
In dieser Arbeit sollen einige seiner semantischen und syntaktischen Strategien untersucht werden. Näher betrachtet wird hier die Funktion der rhetorischen Figuren, wie etwa die für diesen Roman typischen Wiederholungsfiguren, die sich durch den gesamten Text ziehen. Abschließend wird versucht, in einem Fazit das primäre Anliegen des Autors zusammenzufassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rhetorisch- linguistische Textanalyse von Corazón tan blanco

2.1 Semantische Dimension

2.1.1 Vorbemerkung: Stellungnahme des Autors zu der Entstehung des Romans

2.1.2 Wahrnehmung aus der Distanz

2.1.3 Tropische Wiederholungen

2.1.3.1 Metaphern

2.1.3.2 Metonymie

2.1.3.3 Allegorien

2.1.4 Figuren der Amplifikation

2.2 Syntaktische Dimension

2.2.1 Wiederholungsfiguren

2.2.1.1 Syntagmatische Wiederholungen

2.2.1.2 Syntagmatische Substitution

2.2.2 Potential- und Konjunktivformen

2.2.3 Negationen

3. Fazit: Sprache als Abbildung von Wahrheit?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die rhetorisch-linguistischen Strategien in Javier Marías' Roman Corazón tan blanco, um aufzuzeigen, wie der Autor die Unmöglichkeit einer objektiven Abbildung von Wahrheit durch Sprache reflektiert und thematisiert.

  • Analyse der semantischen und syntaktischen Strategien zur Darstellung von Ungewissheit.
  • Untersuchung der Funktion rhetorischer Figuren, insbesondere Wiederholungsfiguren.
  • Deutung der metaliterarischen Erzählebene und der Rolle des Autors.
  • Betrachtung der distanzierten Wahrnehmung durch den Erzähler und deren Auswirkungen auf die Textstruktur.
  • Hinterfragung der Verlässlichkeit von Sprache als Medium für die Suche nach Wahrheit.

Auszug aus dem Buch

b) Das Kopfkissen

„La almohada“ erhält im Laufe des Romans unterschiedliche Bedeutungen und Funktionen. Zunächst erscheint es als ein metaphorischer Ausdruck für einen privaten Zufluchtsort, wie etwa für ein krankes, daheim gebliebenes und von der Mutter behütetes Kind, sowie für einen Ort des Redens und der Verbündung des Ehepaares gegen die äußere Welt, die sich aus der gleichen Perspektive ergibt: „ […] acerca de los demás se cuenta todo sobre la almohada“ (307). Das Kopfkissen steht aber zugleich metaphorisch für die unterschiedlichen Perspektiven, die der Leser und der Autor eines Romans einnehmen. An diesem Ort kann man den intensivsten Schutz des Partners erfahren. In der Erzählung verwandelt sich jedoch das gemeinsame Kopfkissen ebenfalls in einen Ort der Auslieferung und der höchsten Gefahr, da man an eben diesem Ort von der Person ermordet werden kann, die einem am nächsten steht. Das Kopfkissen wird somit zu einem Grenzpunkt zwischen Leben und Tod, und der Schutz dieses Ortes entpuppt sich als trügerisch, was wiederum auf den Akt des Erzählens und auf die unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten von Sprache übertragbar ist.

Nichts ist wie es scheint: der Partner, mit dem man das Kopfkissen teilt und den man dort in wachem Zustand umarmt, während man ihm „cosas […] amorosas“ (275) ins Ohr flüstert, kann einem plötzlich fremd erscheinen, so wie Ranz Teresa fremd geworden ist, nachdem er ihr von dem Mord an seiner ersten Ehefrau erzählt hat. Ebenso kann Sprache tückisch sein, z. B. wenn sie mit Anstiftung (Miriam stiftet Guillermo und Teresa stiftet indirekt Ranz zum Mord an) und (Mit-)Wissen verbunden ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die metaliterarische Erzählebene des Romans ein und formuliert das Ziel, die semantischen und syntaktischen Strategien Marías' zur Thematisierung der Unmöglichkeit von Wahrheitssuche mittels Sprache zu untersuchen.

2. Rhetorisch- linguistische Textanalyse von Corazón tan blanco: Das Hauptkapitel analysiert die semantische und syntaktische Ebene des Romans, wobei rhetorische Figuren wie Metaphern, Metonymien, Allegorien und Wiederholungsfiguren als Indikatoren für die Instabilität und Unpräzision der Sprache identifiziert werden.

2.1 Semantische Dimension: Hierbei werden die Stellungnahme des Autors, die Rolle der Distanz sowie verschiedene rhetorische Tropen wie das Warten, das Kopfkissen und das Video untersucht, um deren Beitrag zur Infragestellung der Wahrheitsdarstellung aufzuzeigen.

2.2 Syntaktische Dimension: Dieses Kapitel konzentriert sich auf die syntaktischen Merkmale des Erzählstils, insbesondere Wiederholungsfiguren und Negationen, die die subjektive Wahrnehmung und die Ungewissheit des Erzählers sowie des Lesers untermauern.

3. Fazit: Sprache als Abbildung von Wahrheit?: Das Fazit fasst zusammen, dass Wahrheit in Corazón tan blanco weder in der Interpretation noch in Erinnerungen zu finden ist und Sprache vielmehr ein trügerisches Werkzeug darstellt, das der Leser kritisch hinterfragen muss.

Schlüsselwörter

Javier Marías, Corazón tan blanco, Literaturwissenschaft, Rhetorik, Linguistik, Wahrheit, Sprachkonzept, Metapher, Metonymie, Wiederholung, Metaliteratur, Erzählstruktur, Subjektivität, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Sprachkonzept von Javier Marías in seinem Roman Corazón tan blanco unter rhetorisch-linguistischen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Rolle der Sprache bei der Suche nach Wahrheit, die metaliterarische Reflexion des Schreibprozesses und die Funktion rhetorischer Figuren für die Erzählweise.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, dass Marías durch spezifische semantische und syntaktische Strategien die Unmöglichkeit einer objektiven Abbildung von Wahrheit mittels Sprache verdeutlicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine rhetorisch-linguistische Textanalyse, die sich bei der Kategorisierung rhetorischer Figuren primär auf die Systematik von Heinrich Plett stützt.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die semantische Ebene (Tropen, Metaphern) und die syntaktische Ebene (Wiederholungsfiguren, Negationen, Satzbau), um die Instabilität der erzählten Wahrheit zu belegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wahrheit, Sprachkonzept, Metaphorik, rhetorische Analyse, metaliterarisches Erzählen und Subjektivität.

Wie dient das Motiv des Kopfkissens als Allegorie im Roman?

Das Kopfkissen fungiert als Grenzpunkt zwischen Schutz und Gefahr sowie als Symbol für die täuschenden Perspektiven zwischen den handelnden Figuren und dem Leser.

Inwiefern beeinflusst der Dolmetscherberuf der Hauptfigur die Wahrheitsdarstellung?

Da der Erzähler Dolmetscher ist, thematisiert er explizit die Manipulation von Worten und verdeutlicht damit, dass Übersetzungen und Erzählungen subjektiv und oft trügerisch sind.

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Details

Title
Sprache und Wahrheit - Rhetorisch-linguistische Überlegungen zum Sprachkonzept bei Javier Marías am Beispiel des Romans "Corazón tan blanco"
College
University of Paderborn  (Institut für Romanistik)
Course
Spanische Gegenwartsliteratur am Beispiel Rosa Monteros und Javier Marías´
Grade
1,3
Author
Isabel Weinrich (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V78519
ISBN (eBook)
9783638840859
ISBN (Book)
9783638840927
Language
German
Tags
Sprache Wahrheit Rhetorisch-linguistische Sprachkonzept Javier Marías Beispiel Romans Corazón Spanische Gegenwartsliteratur Beispiel Rosa Monteros Javier Marías´
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabel Weinrich (Author), 2005, Sprache und Wahrheit - Rhetorisch-linguistische Überlegungen zum Sprachkonzept bei Javier Marías am Beispiel des Romans "Corazón tan blanco", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78519
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