Aristoteles Nikomachische Ethik: Das Gute in der Freundschaft


Seminararbeit, 2007
12 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Gute

3. Die Freundschaft

4. Das Gute in der Freundschaft
4.1. Die Nutzfreundschaft
4.2. Die Lustfreundschaft
4.3 Die Tugend- oder Charakterfreundschaft

5. Schlusswort

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Aristoteles begibt sich in seinem Werk „Nikomachische Ethik“ auf die Suche nach der Glückseligkeit. Diese bedeutet für den Philosophen das höchste Gut, welches es im Leben zu erreichen gilt. Dabei geht er auf das Wesen dieses höchsten Gutes ein und beschreibt mögliche Hindernisse zu dessen Erreichung.

In der Freundschaft sieht Aristoteles einen Weg um zur Glückseligkeit zu gelangen. Dementsprechend ausführlich beschäftigt er sich mit diesem Thema und versucht sich durch verschiedene Fragestellungen dieser Tüchtigkeit zu nähern: Welche Gründe der Befreundung gibt es? Welche unterschiedlichen Befreundungsverhältnisse findet man? Ist jeder Mensch in der Lage zur Freundschaft? Gibt es ein Bedürfnis nach Freunden? Wie viele Freunde sollte man haben? Wie ist das Verhältnis zwischen Freundschaft und Recht?

Diese Arbeit soll sich im Folgenden mit dem „Guten“ in der Freundschaft beschäftigen. Hierfür ist es nötig sich mit den Begriffen des „Guten“ und der „Freundschaft“ auseinanderzusetzen.

Dabei soll insbesondere die Vorgehensweise der Argumente untersucht werden und worauf diese hinaus laufen. Was ist Aristoteles besonders wichtig und wie versucht er seine Leser davon zu überzeugen?

Da sich die Nikomachische Ethik mit der Eudemischen Ethik einige Bücher teilt, muss man hierbei beachten, dass sie möglicherweise nicht von Aristoteles selbst in der uns erhaltenen Form zusammengestellt worden ist.

Die vorliegende Arbeit basiert auf der Nikomachischen Ethik in der Übersetzung von Franz Dirlmeier im Reclamverlag. Besonderes Augenmerk lege ich dabei auf die Bücher VIII und IX dieser Ethik.

2. Das Gute

Der Begriff des „Guten“ begegnet uns nicht nur in den Abhandlungen über die Freundschaft. Er durchzieht das ganze Werk der Nikomachischen Ethik. Gleich am Anfang des ersten Buches heißt es: „Daher die richtige Bestimmung von ‚Gut’ als ‚das Ziel, zu dem alles strebt’“.[1] Diese Definition soll von Eudoxos[2] stammen, der Sache nach aber von Platon sein. Ziel ist es nicht nach einem einzigen höchsten Gut zu streben, sondern alles als „Gut“ bezeichnen zu können, was gerade das Ziel des jeweiligen Strebens ist. Es ist also keine Norm die es zu erreichen gilt, es ist das Gewollte, das Ziel, das Erstrebte.[3]

Kann man mit dieser Definition die Fragestellung dieser Arbeit überhaupt beantworten? Denn das „Gute“ zu erreichen ist das höchste Ziel des menschlichen Strebens und die Freundschaft ist nur ein Weg dahin. Demnach ist das „Gute“ ein übergeordneter Begriff zur „Freundschaft“ und kann in diesem Zusammenhang nicht weiter genutzt werden.

Wenn im Folgenden also von dem „Guten“ in der Freundschaft die Rede ist, kann damit nicht das höchste Ziel menschlichen Handelns gemeint sein. Vielmehr ist es eine kleinere Bedeutungseinheit, die der aktuellen Umgangssprache am nächsten kommt. Wenn wir heute von dem Guten in der Freundschaft sprechen, wären dies wahrscheinlich Merkmale wie: Treue, Vertrauen, Verschwiegenheit, Hilfe, Spaß etc. . Welche Eigenschaften Aristoteles der Freundschaft zuordnet soll an anderer Stelle erläutert werden.

Das der Begriff „gut“ mehrere Bedeutungen haben kann, wird auch von Aristoteles im vierten Kapitel des ersten Buches erläutert. Der Philosoph schreibt hierzu: „ – kann „gut“ unmöglich etwas Übergreifend – allgemeines und nur Eines sein. Denn sonst könnte es nicht in allen Kategorien ausgesagt werden, sondern nur in einer.“[4] Außerdem würde sich das „Gute“ in jedem Fach oder in jeder Tätigkeit in anderen Zügen darstellen.

Im Folgenden soll nun versucht werden das „Gute“ in der Freundschaft zu finden.

[...]


[1] Dirlmeier, Franz, Aristoteles. Nikomachische Ethik, Berlin 2003, S. 5.

[2] Eudoxos von Knidos, 408 – 355 v.Chr., griechischer Mathematiker, Naturforscher und Philosoph

[3] vgl. Dirlmeier, Franz, Aristoteles. Nikomachische Ethik, Berlin 2003, S. 303.

[4] Dirlmeier, Franz, Aristoteles. Nikomachische Ethik, Berlin 2003, S. 11.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Aristoteles Nikomachische Ethik: Das Gute in der Freundschaft
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Veranstaltung
Aristoteles, Nikomachische Ethik
Note
2,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V78538
ISBN (eBook)
9783638849937
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aristoteles, Nikomachische, Ethik, Gute, Freundschaft
Arbeit zitieren
Manuela Piel (Autor), 2007, Aristoteles Nikomachische Ethik: Das Gute in der Freundschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78538

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